Viele Radfahrer wissen, dass sie ihre Kette regelmäßig warten oder ersetzen müssen, vergessen dabei aber die Schaltungsrädchen. Deine Schaltungsrädchen sind jedoch ebenfalls ein wichtiger Teil deines Antriebs. Sie verschleißen langsam, ohne dass du es merkst. Fangen sie an, spitzig zu werden? Dann sind sie verschlissen und müssen ersetzt werden.
Bei der Montage von Schaltröllchen stellt sich oft die Frage, welches Röllchen wo positioniert werden muss. Es gibt einige wesentliche Unterschiede zwischen den oberen und unteren Schaltröllchen, die es zu beachten gilt.
Funktionsweise und Unterschiede
Die Leitrolle (nahe an der Kassette) soll ja die Kette präzise führen (leiten) und sollte beim Schalten seitlich möglichst spielfrei sein, damit die Kette sauber auf das nächste Ritzel geführt wird. Das geht einher mit etwas erhöhter Reibung. Die Spannrolle muss ja nur die Kette umlenken, kann gerne wackeln wie ein Kuhschwanz und darf gerne auf Leichtlauf optimiert sein.
Thomas hat recht. Die obere Rolle hat seitliches Spiel. Wenn ich mich recht erinnere, haben Shimano sich das in den 80ern sogar patentieren lassen. Bei Entwicklung der indexierten Schaltung war das ein Wettbewerbsvorteil. Nach Abschluss des Schaltvorgangs muss die Rolle ziemlich genau unter dem Ritzel stehen. Eine nicht indexierte Schaltung kann der Radfahrer immer nachjustieren, eine indexierte nicht. Ein wenig seitliches Spiel stört beim Schaltvorgang nicht, verträgt aber mehr Ungenauigkeiten in der Endposition bei nicht präzise eingestellten Schaltungen.
Das war "früher" so, das kann heute ganz anders sein. Ich habe letztens Taxcs Ersatzrollen eingesetzt. Die waren eindeutig markiert, welche wo hingehört.
Merkmale der Schaltröllchen
- Leitrolle (oben): Oft mit seitlichem Spiel für präzise Führung der Kette auf die Ritzel.
- Spannrolle (unten): Kann seitliches Spiel aufweisen und ist auf Leichtlauf optimiert.
- Material: Bei höherwertigeren Röllchen waren in der Leitrolle meist die haltbareren Lager verbaut.
Austausch und Montage
Anfänger können die Schaltungsrädchen am besten ohne Kette (de)montieren. Du kannst deine Schaltungsrädchen auch austauschen, während die Kette noch am Fahrrad sitzt. Das ist natürlich eine schnelle Methode, pass dann aber extra gut auf, wenn du dich an die Montage machst. Wenn du die Kette abgenommen hast, wird das Hinterrad abgebaut. Jetzt kannst du anfangen, die Schaltungsrädchen zu lösen.
Drehe zunächst die Schraube des unteren Schaltungsrädchen los und nimm das Rädchen ab. Achte darauf, in welche Richtung du drehen musst. Das kannst du oft anhand von Pfeilen auf den Schaltungsrädchen erkennen. Bewahre die Schraube sorgfältig auf, denn die Schrauben vom oberen und unteren Schaltungsrädchen können verschieden sein.
Anschließend kannst du auch beim oberen Schaltungsrädchen die Schraube herausdrehen. Vergiss nicht, dass Schaltwerk gründlich mit einem Fettlöser zu reinigen. Fett und Schmutz setzen sich nämlich in allen Spalten und Ritzen des Schaltwerks fest.
Anschließend kannst du das obere Rädchen gemeinsam mit dem hinteren Teil des Schaltkäfigs befestigen. Achte darauf, dass du das richtige Schaltungsrädchen mit der passenden Schraube anschraubst. Je nach Hersteller werden obere und untere Schaltungsrädchen unterschiedlich bezeichnet. Achte auch auf die richtige Richtung, wenn du die Rädchen montierst.
Ist auf den Schaltungsrädchen nichts angegeben? Gib ruhig erst noch ein wenig Montagefett auf die Schraube, bevor du die Schaltungsrädchen wieder festziehst. Sobald du das untere Schaltungsrädchen fest montiert hast, kannst du auch deine Kette wieder aufziehen. Achte hierbei darauf, dass du die Kette über Kassette und Schaltwerk legst. Nun schließt du den Missing Link mit der Kettenschlosszange und kannst anschließend auch das Rad wieder einbauen.
Kontrolliere danach, ob alles gut schaltet.
Tuning-Optionen
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Schaltröllchen zu tunen, um die Schaltperformance zu verbessern und Reibungsverluste zu minimieren.
Größere Schaltröllchen
Die Dänen von Ceramicspeed haben dem Reibungsverlust an Kettenschaltungen den Kampf angesagt und greifen dafür in die Trickkiste: Die keramikgelagerten Umlenkrollen (englisch: Pulleys) fallen größer als die serienmäßigen Röllchen aus (oben 14, unten 18 Zähne) und drehen sich somit langsamer. Das soll im Idealfall bis zu 2,4 Watt gegenüber einer herkömmlichen Umlenkrolle einsparen. Bei matschigen Verhältnissen sei der Vorteil gar noch höher.
Allerdings gibt es auch Bedenken bezüglich des Schaltverhaltens bei größeren Röllchen. Man will nicht sagen, dass sich das Schaltverhalten verschlechtern muss mit großen Rädchen. Aber warum Risiko laufen?
Keramikgelagerte Röllchen
Teilweise wegen der größeren Rollen, teilweise wegen der leichter laufenden Lager. Ob die Lager der KCNC Variante auch leichter laufen wird durch diesen Test nicht beantwortet. Dieses wurde aber hier mal untersucht.
Vor- und Nachteile von Tuning-Maßnahmen
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Reduzierte Reibung | Höherer Preis |
| Verbesserte Schaltperformance | Mögliche Verschlechterung des Schaltverhaltens |
| Längere Lebensdauer | Aerodynamische Nachteile (bei größeren Röllchen) |
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