Shimano Ganganzeige Reparaturanleitung

Viele Fahrräder sind ab Werk mit einer Gangschaltung ausgestattet, obwohl es auch 1-Gang-Bikes gibt. Bei der „Dual Drive“ Gangschaltung von SRAM werden Kettenschaltung und Nabenschaltung miteinander kombiniert.

Shimano Rapidfire Schalthebel: Ein Überblick

Shimano Rapidfire Schalthebel sind ein aus den 90ern geprägter Begriff und auch heute noch sehr gefragt. Der Shimano Rapidfire Schalthebel ist ein spezifisches Design von Fahrradschalthebeln, das von der Firma Shimano entwickelt wurde. Diese Schalthebel sind vor allem bei Mountainbikes und einigen anderen Fahrradtypen beliebt. Das Hauptmerkmal des Rapidfire-Systems ist, dass es dem Fahrer ermöglicht, mehrere Gänge mit nur einem einzigen Hebelzug zu wechseln, was einen schnellen und reibungslosen Gangwechsel gewährleistet.

Merkmale von Shimano Rapidfire Schalthebeln:

  • Fahrradtypen: Hauptsächlich an Mountainbikes, aber auch an einigen Hybrid- und Trekkingrädern.
  • Modelle: Verschiedene Qualitäts- und Preiskategorien wie Deore, SLX, XT und XTR.
  • Schaltungstypen: Sowohl für Ketten- als auch Nabenschaltungen verfügbar.
  • Herstellungsdatum: Eingeführt in den späten 1980er Jahren, kontinuierliche Weiterentwicklung seitdem.

Reparatur des Shimano Rapidfire Schalthebels

Schlecht funktionierende Schaltvorgänge bei dem RapidFire Schalthebel von Shimano können ein ziemlich nerviges Ärgernis sein und leicht auch mal den ganzen Fahrspaß trüben. Mit einer ruckelnden Schaltung müssen Sie sich aber nicht abfinden. Im ersten Schritt sollten Sie zunächst immer alle Schaltzüge kontrollieren. Läuft alles sauber und leicht, könnte sich das Problem im Shimano RapidFire Schalthebel befinden. Auch hier können Kleinteile abnutzen oder kaputt gehen.

Problembeschreibung - Defekter Rapidfire-Schalthebel: Wenn ihr versucht zu schalten - hoch oder runter - aber es passiert nichts obwohl alle Züge sauber und leichtgängig laufen, dann sind wahrscheinlich einige Teile im Schalthebel defekt oder abgenutzt.

Schritte zur Reparatur:

  1. Ölen des Schalthebels: Manchmal ist der Shimano Schalthebel einfach verklebt oder ausgetrocknet. Sprüht oder tropft etwas leichtgängiges Öl („Kriechöl“ wie zB WD-40) in den Schalthebel. Schaltet alle Gänge nach oben und unten mehrmals durch. Manchmal „löst“ sich das Problem so fast wie von selbst.

  2. Gehäuse entfernen: Wenn das nicht der Fall ist, müsst ihr das Gehäuse entfernen und mal einen Blick ins Innere riskieren. Es gibt zwar viele unterschiedliche Varianten dieses Schalthebels, aber das grundsätzliche Konzept (die Funktionsweise) ist überall gleich. Ihr wollt sicher nicht alle Schrauben entfernen müssen. Davon gibt es jede Menge. Besser ist es die Schraube zu suchen, die den Staubschutz befestigt und nur diese zu lösen.

  3. Inspektion des Mechanismus: Im Inneren sind viele kleine Rädchen und Federn. Wenn die sich mal alle selbständig machen, ist es sehr schwer, alle wieder in der richtigen Reihenfolge zusammen zu setzen. Wenn der Staubschutz mal entfernt ist, seht ihr einen (vielleicht kompliziert erscheinenden) Mechanismus aus Zahnrädchen und eine federbetriebene „Kralle“.

  4. Funktionsweise verstehen: Ihr werdet sehen, dass, wenn ihr in leichtere Gänge schaltet, die Feder die Kralle gegen die Zahnräder drückt bis es in die nächste Position „klickt“. Das baut Spannung auf die Feder auf und drückt so das Kabel in seine nächste Position, was dazu führt, dass das Schaltwerk hinten genau ein Ritzel weiterspringt. Genauso funktioniert es in die andere Richtung. Nur das hier der Seilzug gelöst wird und so das Schaltwerk die Kette um ein Ritzel in den leichteren Gang bringt.

  5. Fehlersuche: Wenn bei diesen Abläufen irgendetwas nicht funktioniert, schaut euch die Rädchen und Federn und Krallen im Inneren des Schalthebels genau an. Vielleicht könnt ihr hier etwas entdecken, was defekt ist oder nicht wie gewollt funktioniert. Wenn dem so ist, braucht ihr in der Regel einen neuen Gangschalter. Wenn alles gut aussieht, könnte ein wenig Öl und Schmiermittel Abhilfe schaffen.

Schalthebel komplett demontieren und wechseln

Sollte es nach dieser Methode dennoch nicht funktionieren, dann ist vermutlich der innere Mechanismus zu stark abgenutzt und die Zähne des Rädchens greifen nicht mehr. Hier muss meist der komplette Schalthebel getauscht werden. Dazu müsst ihr diesen ausbauen und einen neuen wieder einbauen und die Gangschaltung neu einstellen (mit dem neuen Schaltzug).

Schritte zum Ausbau und Austausch:

  1. Gangschalter ausbauen: Zuerst entfernt ihr den Schaltzug. Wir bevorzugen hier die Stellung des höchsten Ganges. Baut jetzt den Gangschalter vom Lenker ab.

  2. Demontage: Jetzt müsst ihr allerdings alle restlichen Schrauben entfernen, um an den inneren Mechanismus zu kommen. Aber Vorsicht beim Auseinanderbauen. Merkt euch genau die Reihenfolge, in der die Teile im Mechanismus wieder eingebaut werden müssen. Hier sind viele kleine Schrauben, Federn und Zahnrädchen. Die falsche Reihenfolge und es kann wirklich nervig werden.

  3. Reinigen und zusammenbauen: Nutzt zuerst das WD-40, um die Teile von Schmutz und Unrat zu befreien. Wischt anschließend alles wieder ab und lasst alle Teile lufttrocknen. Anschließend sprüht alles mit Sprühöl oder Fett ein - besonders zwischen die sich bewegenden Teile, und baut dann alles wieder so ein, wie es vorher auch rausgenommen wurde.

  4. Montage: Baut den Schalthebel wieder an den Lenker und befestigt das Schaltkabel. Falls nötig, stellt die Schaltung nochmal ein und testet, ob alles wieder wie gewünscht funktioniert. Wenn nicht, werdet ihr wohl um einen neuen Schalthebel nicht herum kommen.

Shimano Nexus-8-Naben: Kompatibilität und Wartung

Nicht alle Shimano Nexus-8-Naben sind untereinander kompatibel. Verschlissene oder defekte Nexus-Nabenkörper können zwar einfach getauscht werden, aber nur wenn sie kompatibel sind. Dadurch muss kein neues Hinterrad angeschafft werden, sondern lediglich ein passendes Ersatzteil des Nexus Nabenkörpers der Inter-8. Ersatznaben gibt es manchmal neu oder gebraucht bei Ebay oder Ebay Kleinanzeigen.

Unterschiede und Kompatibilität:

  • Die alten Nexus-Versionen erkennt man an einer Nabentrommel mit schräg gefrästen Nuten im hinteren Bereich (rechts im Bild unter SG-8R25). Hier können die Sperrklinken eingreifen. Am Nabenkörper selbst stehen die Sperrklinken „in Form einer Metallkrone“ leicht ab.
  • Beim Vertauschen des alten Nabenkörpers mit den Sperrklinken und einem neueren Nabenkörper mit dem Rollen-Freilauf (in einer falschen Nabentrommel) geht die Nexus beim ersten Tritt sofort kaputt! Leider ist bei der Montage der Nexus-Nabe davon absolut nichts zu spüren, weil die Teile exakt passen.
  • Die ältere SG-8R25 mit Sperrklinken kann also nicht in eine neuere Nabentrommel eingebaut werden. Die neuere SG-8R31 oder SG-8R36 hat einen glatten Rollen-Freilauf, welches sich in der Nabe als passendes Pendant wiederfindet.
  • Die ältere SG-8R25 mit Sperrklinken kann nicht in eine neuere, „runde“ Nabentrommel eingebaut werden. Die neuere SG-8R31 oder SG-8R36 im Bild oben überträgt die Kraft in der Nabe als glatter Rollen-Freilauf (sieht aus wie eine Nadellager). In der älteren Nexus-Trommel befinden sich deutlich sichtbare Metallnuten, in die die Sperrklinken eingreifen können.

Wartung der Nexus-8-Nabe:

  • Bei Radlern, die oft im Regen fahren, ist eine regelmäßige Wartung schon viel interessanter: Eingedrungenes Wasser und Metallabrieb kann nicht wieder heraus. Dadurch entsteht eine Art „innere Schleifpaste“, die aufgrund ihrer winzigen Partikel gerne rostet. Im Winter können aggressive Taumittel eindringen und irreparable Schäden anrichten.
  • Wer sich zutraut die Getriebeeinheit der Nabe zu demontieren, findet in einem alten Shimano Händler-Handbuch von 2003 sogar eine deutschsprachige PDF-Anleitung für die Zerlegung der Nexus Inter 8.
  • Das empfohlene Ölbad alle 2.000 Kilometer (aktualisiert 12.2021) mit frischem Fett verlängert die Lebensdauer der Nabe wirklich.
  • Ein leicht rostiges Lager macht sich durch einen rauen Lauf beim Schieben und Rollen des Rads bemerkbar.

Weitere Aspekte der Fahrradwartung

Die Fahrradkette gehört zu den typischen Verschleißteilen am Bike. Früher oder später muss eigentlich jede Kette einmal ausgetauscht werden. Alle Gangschaltungen lassen sich vor Beschädigung schützen, indem man einen Schutzbügel montiert. Nabenschaltungen sind wartungs- und verschleißarm, wenig störanfällig und leicht zu handhaben.

Kettenschaltungen:

  • Da der gesamte Mechanismus von Kettenschaltungen offen liegt und der Witterung ausgesetzt ist, sind diese nicht so verschleiß- und wartungsarm wie Nabenschaltungen. Mit einer guten Pflege läßt sich jedoch der Verschleiß in Grenzen halten. Daher soll die Kette regelmäßig gereinigt und neu geschmiert werden.
  • Bedingt durch den schrägen Lauf der Kette ist diese je nach Pflege nach 2.000 bis 3.000 km verschlissen und muß ausgetauscht werden.

Wartung der Kette:

  • Regelmäßige Pflege braucht dagegen die Kette. Sie muß von Zeit zu Zeit geschmiert werden, ab und an kann auch das Entfernen des Schmutzes nötig werden.
  • Als Schmiermittel empfiehlt sich spezielles (biologisch abbaubares) Kettenfließfett. Es hat gegenüber Öl den Vorteil, daß es einen festen, haltbaren Film bildet, der bei Beschädigung sofort wieder zusammenfließt.

Nabenschaltungen:

  • Die Nabenschaltungen werden über ein oder zwei (ältere 5-Gang-Schaltungen) Bowdenzüge bedient.
  • Die Wartung und Pflege von Bowdenzügen wird bei den Bremsen besprochen, auch der Austausch wird analog zu den Bremszügen ausgeführt.

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