Shimano Golden Arrow Bremsen im Test: Eine Legende lebt weiter

Die Shimano 105 ist eine Mittelklasse-Rennradgruppe von Shimano, die unterhalb der Ultegra-Gruppe angesiedelt ist. Eingeführt wurde die Gruppe von Shimano im Jahr 1983 mit damals fünf Ritzeln, um wie heute günstige Freizeiträder im Vergleich zu Shimanos Topgruppen zu ermöglichen.

Diese trug die Nummer A105 und war unter dem Beinamen „golden arrow“, also goldener Pfeil, bekannt. Die Shimano 105er Gruppe zielt auf den Alltagsrennradler, der belastbare und leistungsfähige Komponenten für sein Rennrad sucht, welche zu einem vernünftigen Preis erhältlich sind.

Die Evolution der Shimano 105

Mit der Vorstellung der 5600er Serie der 105er im Jahr 2006 hielten neben dem zehnten Ritzel auch der heutige Shimano Standard für hochwertige Kurbeln Einzug, die Hollowtech-2 Technologie. Zur Modellnummer 5700, welche im Jahr 2010 vorgestellt wurde, änderte sich vergleichsweise wenig, erst 2014 sollten wieder große Neuerungen eingeführt werden.

Shimanos 105er Gruppe erbt jedes Jahr viele Technologien seiner hochpreisigen Brüder. So kamen im Jahr 2014 mit der Seriennummer 5800 auch wieder viele dort erprobte technische Finessen und Verbesserungen zum Einsatz.

Seit dieser Reihe setzt auch die 105er Gruppe auf 11 Ritzel am Hinterrad, sowie zweifach Kurbeln welche nach dem „Rider Tuned“ Prinzip von Shimano arbeiten. Diese haben somit nun ebenfalls wie die höheren Gruppen einen einheitlichen Lochkreis von 110mm sowie nur noch vier Kurbelarme, statt wie bisher fünf.

Ebenfalls Einzug hielten zu diesem Zeitpunkt die asymmetrischen und somit laufrichtungsgebundenen Ketten, auch bekannt unter dem Markenname HG-X11. Zwar bauen inzwischen viele Hersteller Kompletträder mit dieser Rennradgruppe, bei den Käufern selbst war es ihr aber leider noch nicht möglich, einen so guten Ruf wie die Dura-Ace oder Ultegra Gruppe zu erlangen.

Technische Details und Neuerungen

Ihre Ansiedlung unterhalb der Toprennradgruppen hat zur Folge, dass neue Technologien erst ein paar Jahre später Einzug finden, dann aber in der Dura-Ace und Ultegra Gruppe schon ihre Feuerproben bestanden haben. Abstriche muss man bei dieser Gruppe weniger bei der Funktionalität, als bei Sachen wie Gewicht und Design. Ebenfalls verwehrt bleibt ihr die exzellente Reputation der höheren Shimano Gruppen.

Vom Schalt- und Bremsverhalten wird ihr ein nur relativ kleiner Unterschied zu den höherwertigen Gruppen nachgesagt, gerade für Hobbyrennradler sollte das etwas höhere Gewicht dann kein Grund mehr sein, der vom Kauf abhält.

Shimano 105 Di2: Ein elektronisches Upgrade

Zum 40. Jahrestag ihrer Markteinführung (1982 unter dem Beinamen Golden Arrow) spendiert Shimano der Rennrad-Gruppe 105 ein elektronisches Upgrade. Die neue Shimano 105 Di2 mit dem Kürzel R7100 wird es damit erstmals als elektronische Schaltung geben.

Bisher war die Di2-Technologie (”Digital Integrated Intelligence”) seit ihrer Einführung im Jahre 2009 alleine den Top-Rennrad-Gruppen Dura-Ace und Ultegra vorbehalten. Ab 2023 wechselt erstmals auch die 105er-Shimano-Gruppe die Gänge nicht mehr mechanisch, sondern elektronisch. Und sogar kabellos.

Denn die neue 105 Di2 erbt die drahtlose Kommunikation zwischen Schaltern und Schaltwerk, die Shimano im vergangenen Jahr bei der Top-Gruppe Dura-Ace R9200 und der aktuellen 12fach-Ultegra Di2 präsentierte. Außerdem bekommt die Shimano 105 ein Ritzel an der Kassette dazu und reiht sich damit in Riege der 12fach-Rennrad-Schaltungen ein.

Gleichzeitig treibt das Di2-Upgrade aber auch den Preis in die Höhe. Denn in der Vergangenheit war die Shimano 105 immer die Rennrad-Schaltung der Japaner, die hochwertige Technik zum fairen Preis lieferte und deshalb an vielen Einsteiger-Rennrädern verbaut war.

Das preiswerte mechanische Ensemble soll laut Shimano aber bis auf Weiteres als Elffach-Schaltung weiter gebaut und angeboten werden.

105 Di2: Mischung aus Funk und Kabel

Wie die anderen Elektro-Schaltgruppen von Shimano setzt auch die neue 105 Di2 nicht komplett auf wireless, wie es beispielsweise die Sram Elektro-Schaltungen (eTap AXS und XPLR) tun. Stattdessen kommt ein kombiniertes System zum Einsatz: Die Schalthebel kommunizieren per Funk mit Schaltwerk und Umwerfer, den Strom bekommen Umwerfer und Schaltwerk aber per Kabel aus einem zentralen Akku, der meist im Sattelrohr untergebracht ist.

Die neue 105 Di2 dürfte also ähnlich schnell und präzise schalten wie die Ultegra Di2 R8100 im TOUR-Test beweisen konnte.

Zentrale Komponenten der 105 Di2

Zentrale Komponente der 105 Di2 ist das Schaltwerk. Das empfängt nicht nur die Funksignale der Schalthebel und gibt sie auch an den Umwerfer weiter. Zudem wird das Ladekabel direkt am Schaltwerk angeschlossen.

Wie bei den anderen Shimano Di2-Antrieben lässt sich das System per E-Tube-App nach den eigenen Vorlieben konfigurieren (z.B. Anzahl der Schaltvorgänge bei gedrückt gehaltener Taste oder Synchro-Shift-Funktion). Auch die Schalt-Bremshebel bekommen bei der 105 Di2 das überarbeitete Design der Top-Gruppen.

Höher gezogene Hörnchen und eine ergonomischere Hebelform sollen dafür sorgen, dass man sie leichter und intuitiver bedienen kann und eine weitere Griffposition hat.

Übersetzungen der neuen 12fach-Schaltung

Da die neue 105 Di2 nicht mehr mit elf, sondern 12 Ritzeln an der Kassette kommt, schließt sie zu Shimano Top-Gruppen und dem aktuellen Stand der Technik auf. Wie bei der Ultegra gibt es in der 105er Di2-Serie nur noch zwei Ritzelpakete: Die Abstufungen sind allerdings etwas “zahmer” und liegen bei 11-34 und 11-36 Zähnen.

Auch bei der 12fach-Kurbel der neuen Shimano 105 gibt es nur noch zwei Varianten: Die Kompakt-Version mit 50/34 Zähnen und eine sportlichere 52/36-Abstufung. Im Hinblick auf die Laufräder sind die 12fach-Komponenten abwärtskompatibel.

So können vorhandene Rennrad-Laufräder mit 11-fach Freilauf auch mit den neuen 12fach-Kassetten genutzt werden.

Was passiert mit der mechanischen Shimano 105?

Mit der Einführung der neuen Di2-Version der 105 stellt sich natürlich die Frage: Verschwindet die mechanische Version? Nein! Die bestehende, mechanische Shimano 105 R7000 wird es auch weiterhin geben.

Die Rennrad-Gruppe läuft als mechanische 11fach-Schaltgruppe weiter und dürfte damit weiterhin an vielen Einstiegs-Rennrädern zwischen 1000 bis 2000 Euro zu finden sein.

Gewichte der Shimano 105 Di2 im Überblick

Die Gewichte sind Herstellerangaben. In Summe soll die neue Shimano 105 Di2 als Komplettgruppe mit Scheibenbremsen 2743 Gramm auf die Waage bringen. Da die einzelnen Komponenten der 105 Di2 alle einige Gramm schwerer sind als die der Ultegra, dürfte sich das reelle Gewicht am Ende um die 3000 Gramm einpendeln.

Damit würde das Mehrgewicht der 105 Di2 im Vergleich zur Ultegra Di2 etwa bei 300 Gramm liegen. Damit wäre der Unterschied in etwa so groß wie von der Dura-Ace (2435 Gramm/TOUR-Messung) zur Ultegra (2789 Gramm/TOUR-Messung).

Kosten der neuen Shimano 105 Di2

Shimano hat UVP-Preise für die neuen Di2-Komponente der 105er genannt. Zum Vergleich: Die mechanische Elffach-Version der 105 kostet aktuell bei Online-Shops etwa 700 Euro.

Als erster Komplettradhersteller nannte Cannondale bereits Preise für seine Modelle mit der neuen Shimano 105 Di2. So soll das SuperSix EVO 4.299 Euro kosten, das Marathon-Modell Synapse LE liegt bei 4.699 Euro.

Auch die 105er-Scheibenbremsen erhalten Technik-Update

Wie bei den im Vorjahr vorgestellten Shimano-Gruppen kommt auch die neue 105 mit überarbeiteten und verbesserten hydraulischen Scheibenbremsen. Sie sollen kraftvoller, weniger anfällig für Geräusche und leichter zu entlüften sein als die Vorgänger-Version.

Sie dürften damit ähnlich bissig zupacken und feinfühlig zu dosieren sein wie die Scheibenbremsen der Dura-Ace, die TOUR bereits getestet hat.

Neue, preislich attraktive Carbon-Laufräder

Zur Markteinführung der 105 Di2 präsentiert Shimano erstmals auch zwei neue Carbon-Laufräder im mittleren Preisniveau, die an keine Gruppe gebunden sind. Wie bei den Schaltgruppen transformieren die Japaner dabei die Technologien von den Top-Produkten auf preiswertere Komponenten.

Das niedrigere C32-Laufrad soll sich durch sein geringeres Gewicht an Kletterer richten, das neue Allround-Modell C46 orientiert sich an den bekannten C50-Laufradsätzen von Dura-Ace und Ultegra.

Die Golden Arrow: Ein Verkaufsschlager der 80er

Vor gut 30 Jahren brachte Shimano die erste Generation der Schaltgruppe 105 auf den Markt. Damals hatte sie den Beinamen Golden Arrow - die dreistellige Zahl war lediglich die inoffizielle Seriennummer.

Die Gruppe ­sollte eine preiswerte Alter­native für ­Hobby-Radsportler sein und die damals recht große Lücke zwischen den teuren Rennrad-Gruppen Dura-Ace und 600 (später Ultegra) und den günstigen Sportrad-Angeboten schließen. Das schicke Ensemble mit dem eingravierten goldenen Pfeil und Bogen traf genau den Nerv des Marktes: Die Golden Arrow funktionierte beinahe genauso gut wie die teureren Schwestern, sah auf den ersten Blick auch genauso hochwertig aus - und kostete dabei nur einen Bruchteil dessen, was die ­europäischen Traditionsfirmen zu der Zeit im Rennrad-Programm hatten.

Schnell entwickelte sich die 105 zum Verkaufsschlager und wurde ein Grundstein für die heutige Marktmacht des japanischen Teileproduzenten.

Die damals markt­beherrschenden Anbieter aus Italien und Frankreich konnten dem kaum etwas entgegensetzen und nicht wenige mussten bald darauf die Segel streichen. Zeitgleich ­mauserte sich Shimano vom Hersteller von kopierten Teilen zum Trendsetter, der mit hoher Schlagzahl eine Innovation nach der ­anderen herausbrachte und das Rennrad nachhaltig veränderte: Kassettennaben, gerasterte Schaltungen, Aero-Bremshebel, Dual-Pivot-Bremsen oder integrierte Schaltbremshebel sind nur einige der vielen Neuerungen, die in den Folgejahren zum technischen Standard wurden.

Die Shimano 105 im Modelljahr 2015

Für das Modelljahr 2015 wird nun die sechste Generation des Bestsellers 105 aufgelegt. Die erste Seriennummer behielt man als Tribut an den Erfolg als Modellnamen bei, die interne Bezeichnung änderte sich über die Jahre und lautet inzwischen 5800.

Nach wie vor steht sie an dritter Stelle in der Shimano-Hierarchie, hat aber heute noch drei preiswertere Gruppen unter sich und findet sich damit in der Mittelklasse wieder. Darin nimmt sie fast eine Monopolstellung ein, denn die Marktanteile der Konkurrenten Campagnolo und SRAM sind abseits des High-End-Marktes verschwindend gering.

Die 105 hat über die Jahre ihren Ruf gefestigt, für etwa die Hälfte des Preises annähernd die Funktionen einer Profi-Gruppe zu bieten, wenn man Kompromisse bei Gewicht und Optik eingeht. Ob das auch für die jüngste Generation gilt, haben wir in diesem ausgiebigen Test überprüft.

Features und Design

Wie in Shimanos Produktstrategie üblich, bekommt die 105 mit dem Shimano-Kürzel 5800 etwas zeitverzögert die Features der zuletzt renovierten Gruppen Dura-Ace und Ultegra weitergereicht - am deut­lichsten zu erkennen am elften Ritzel am Hinterrad. Bremsen, Kurbel und Umwerfer sind ebenfalls überarbeitet.

Die hauptsächlich aus Aluminium bestehende Gruppe trägt das neue Shimano-Design und kommt in den Farb­optionen Silber oder Schwarz eloxiert; bei Letzterer wechseln sich viele matte mit wenigen glänzenden Flächen ab. Im Detail ist die Gruppe sehr sauber verarbeitet, alle Teile sind sehr passgenau; am Rad montiert, wirken ihr einfarbiges Design und der große Anteil matter Flächen sehr schlicht, zum Teil wie Kunststoff.

Die gesamte Gruppe ist etwa 250 Gramm schwerer als die höherwertige Ultegra, funktionale ­Einbußen bringt das jedoch kaum mit sich. Die technischen Unterschiede zu den teuren Gruppen ergeben sich vor allem aus der Qualität der verwendeten Schrauben, Nieten und anderer Kleinteile sowie aus den Lagerungen der beweglichen Komponenten.

Beim Gewicht hat die Neue im Vergleich zur Vorversion etwa 60 Gramm ver­loren - damit wiegt sie aber immer noch fast 500 Gramm mehr als die aktuelle Dura-Ace.

Ergonomie und Bedienung

Bei der Testfahrt fällt auf, dass vor allem Ergonomie und Bedienung eine Klasse besser geworden sind. Die Körper der Schaltbremsgriffe sind schmaler gestaltet und liegen besser in der Hand als die voluminösen Vorgänger.

Der Bremsgriff besteht aus Aluminium, seine nach außen geschwungene Form verbessert die Erreichbarkeit. Die Griffweite lässt sich nun stufenlos mit einer Schraube einstellen, die bisher verwendeten Einlegekeile aus Kunststoff werden überflüssig.

Die Schaltung beeindruckt mit sehr niedrigen Bedienkräften, dennoch bleibt der Klick beim Gangwechsel deutlich hör- und spürbar. Den Kettenblattwechsel er­ledigt der neue Umwerfer mit dem langen Hebelarm noch einmal besser, seine Einstellung ist aber aufwen­diger als bei den früheren Generationen.

Die neuen Züge mit einer strukturierten Teflon-Beschichtung haben großen Anteil an den guten Schalteigenschaften. Nachteil: Unerfahrenen Mechanikern gelingt es kaum, die Züge so zu montieren, dass die Beschichtung keinen Schaden nimmt. Das verlangt Fingerspitgefühl, denn die weiche Schicht löst sich beim unvorsichtigen Durchfädeln schnell vom Zug ab - das kann die Mechanik schwergängig machen und die Zugreibung stark erhöhen.

Die Bremszüge sind nicht beschichtet, zusammen mit den einfacheren Lagerungen der Bremsarme ist das System etwas weniger kräftig und feinfühlig als die Profi-Ver­sion. Die neue, sehr steife Konstruktion der Bremskörper ist aber dennoch eine spürbare Verbesserung ­gegenüber der Vorgängergruppe 5700.

Versionen für den neuen Direct-Mount-Standard wird es auch geben, darunter zwei Hinterradbremsen für die Montage am Sitzsteg oder unter dem Tretlager.

Neue Strategie mit der 11fach-Rennrad-Gruppe

Neben dem zusätzlichen elften Ritzel ist vor allem die Kurbel neu. Der Shimano-Standard mit vier Aufnahmen für die Kettenblätter wird auch auf die 105 angewandt, der neue Lochkreis funktioniert mit allen angebotenen Kettenblattkombinationen.

Ein Vorteil: Wer seine Übersetzung anpassen will, muss nun nicht mehr die Kurbel zwischen Kompakt- und Standardlochkreis wechseln, sondern nur die Kettenblätter tauschen. Zur Auswahl stehen zunächst die Kombinationen 50/34, 52/34 und 53/39, die bisher erhältliche Dreifach-Version wird ersatzlos gestrichen - die jetzt elf Ritzel sollen das nötige Spektrum abdecken und die Gangsprünge in erträg­lichen Grenzen halten.

Dafür können Ritzelpakete mit bis zu 32 Zähnen ge­fahren werden, nachdem Shimano schon innerhalb der 5700-Reihe von 28 auf 30 aufgestockt hatte. Für die ­beiden größten Kassetten wird ein optional erhältliches Schaltwerk mit längerem Käfig empfohlen.

Das Elffach-Schaltwerk gibt sich ansonsten unauffällig und nur optisch modernisiert; aufgefallen ist uns, dass der Zug zwischen Hüllenanschlag und Klemmung an der Führung stark geknickt wird, wenn sich die Kette auf dem kleinsten Ritzel befindet.

Ein kurzer Kunststoff-­Liner soll an dieser Stelle den Zug schonen. Ob das ausreicht, wird sich im Dauerbetrieb zeigen.

Dass die Schaltqualität von Shimanos vor­derem Umwerfer die der Wettbewerber übertrifft, liegt seit 2009 vor allem am Design der Kettenblätter. Die Innenseite ist zum kleinen Blatt hin gewölbt und fängt die Kette beim Schaltvorgang möglichst früh auf.

Während das große Blatt bei Ultegra und Dura-Ace hohl ist und aus zwei verklebten Teilen ­besteht, ist das der 105 einfacher hergestellt. Es ist einteilig, hat außen die Form des Kurbel­sterns und auf der Innenseite 36 Verstärkungsrippen, die wie Turbinenschaufeln angeordnet sind und die entsprechende Nähe zum kleinen Blatt herstellen.

Ob es am Design der Kurbel oder des Kettenblattes liegt, lässt sich schwer beurteilen, unsere Messungen zeigen jedoch, dass die neue Kurbel damit 20 Prozent weniger steif ist als ihre Vorgängerin. Hobbysportler dürfte das kaum stören, zumal die 5700 zu den steifsten Kurbeln überhaupt gehörte.

Die Verschleißfestigkeit von Kettenblättern und Ritzeln hat sich nach unseren Härtemessungen etwas verringert - aber nicht signifikant; der Unterschied dürfte sich in der Praxis kaum bemerkbar machen. Die Elffach-Kette zeigt auf dem Dauer-Prüfstand eine solide Leistung etwa auf Ultegra-Niveau; nur eine Dura-Ace-Kette hält deutlich länger.

Das Testrad: Rose Xeon mit Shimano 105 2015

Im ersten Praxistest musste sich die Shimano 105 an einem Rose Xeon RS beweisen. Das Rad steht exemplarisch für die 105-Räder der kommenden Saison, denn in dieser Preisklasse lohnt es sich nach wie vor, einem ­guten Aluminiumrahmen gegenüber Carbon den Vorzug zu geben.

Das Set basiert auf einem alten Bekannten, der in TOUR-Tests regelmäßig gut ­abgeschnitten hat und für das Modelljahr 2015 noch einmal überarbeitet wurde. Stärken sind das beeindruckend geringe Set-Gewicht von Rahmen und Gabel, das mit einer neuen Legierung und optimierten Schweißverfahren noch einmal gedrückt werden konnte, sowie die hohe Fahrstabilität.

Damit stellt das Xeon RS so manche Mittelklasse-Carbonrahmen in den Schatten. Überarbeitet wurde auch die Geometrie: Die bisher sehr rennmäßige Sitzposition wurde etwas entschärft, wobei das Rad immer noch sportlich ausfällt. Dank Versender-Vorteil und Top-Funktion der Ausstattung bekommt man mit dem Rose beeindruckend viel Rennrad fürs Geld.

Technische Daten des Testrads:

  • Preis Komplettrad: 1.349 Euro
  • Gewicht: 7,5 Kilo
  • Erhältlich über den Versandhandel / Baukasten
  • Gewicht Rahmen/Gabel/Steuer­lager**: 1.134/323/60,4 Gramm
  • Rahmengrößen***: 49,51,53, 55, 57, 59, 61 cm
  • Sitz-/Lenkwinkel: 74°/73°
  • Sitz-/Ober-/Steuerrohr: 540/555/ 162 mm plus 26 mm Steuersatzkappe
  • Radstand/Nachlauf: 990/55 mm
  • Stack/Reach/STR****: 560/393 mm/1,42

Ausstattung:

  • Lenklager: Rose, oben 1-1/8, unten 1-1/2 Zoll
  • Bremsen/Schaltung: Shi­mano 105 11-fach
  • Tretlager: Shimano 105 (50/34 Z., Pressfit)
  • Laufräder/Reifen: Mavic Ksyrium Equipe S/Mavic Yksion Comp 23C
  • Lenker/Vorbau: Ritchey WCS Evo Curve/Ritchey WCS
  • Sattel/-stütze: Selle Italia SLS Momo Link/Ritchey Carbon WCS (27,2 mm)

Messwerte & Einzelnoten:

  • Gewicht Komplettrad: 7,5 Kilo
  • Normiertes Gewicht Rahmen-Set*****: 1.558 Gramm (2,3)
  • Lenkkopfsteifigkeit: 98 Nm/° (1.0)
  • Seitensteifigkeit Gabel: 55 N/mm (1.0)
  • Tretlagersteifigkeit: 51 N/mm (2,7)
  • Komfort Rahmen: 119 N/mm (1,3)
  • Komfort Gabel: 70 N/mm (2,0)

Bewertung: Im Vergleich zur vorangegangenen Generation spart die neue Shimano 105 nur marginal Gewicht, hat dafür aber auch ein Ritzel mehr. Beim Antrieb führen die deutlich geringere Steifigkeit der Kurbel und etwas schlechtere Verschleißwerte zu Abwertung, für Hobbyfahrer ist das aber kaum von Bedeutung. Schaltverhalten und Bremsen der Neuen sind klar besser.

Shimano 105 - Die Generationen im Überblick

Die Entwicklung der 105 (Baujahre - Modellnamen - Besonderheiten):

  • 1983-1985 Golden Arrow (105), Fünffach, Unterrohr-Friktionsschalthebel
  • 1985-1989 105 (1050/1051) - Sechsfach, UniGlide-Kassettennabe, gerasterte SIS-Unterrohr-Schalthebel (Shimano Integration System). Ab 1987 (1051) siebenfach, Biopace-Kettenblätter, Bremshebel mit Aero-Zugverlegung am Lenker
  • 1990-1999 105 SC (1055/1056/1057) - Siebenfach, Dual-Pivot Bremsen, HyperGlide-Kassette und -Nabe.

Preisübersicht Shimano 105 Di2 Komponenten

Hier ist eine Übersicht der UVP-Preise für die neuen Di2-Komponenten der Shimano 105, zum Vergleich: Die mechanische Elffach-Version der 105 kostet aktuell bei Online-Shops etwa 700 Euro.

Komponente UVP-Preis
Kassette CS-R7100 79,95 Euro
Umwerfer FD-R7150 164,95 Euro
Kurbelgarnitur FC-R7100 184,95 Euro
Schaltwerk RD-R7150 284,95 Euro
Kette CN-M7100 38,95 Euro
Schalt-Bremshebel inkl. Scheibenbremse (einzeln) 359,95 Euro
Bremsscheibe SM-RT70 36,95 Euro
Akku BT-DN300 194,95 Euro
Kabel 35-40 Euro

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