Seit 2019 ist die GRX-Gruppenfamilie von Shimano erhältlich und möchte die Lücke zwischen Rennrad- und Mountainbike-Antrieben für den Gravel-Einsatz schließen. Alle großen Sportrad-Hersteller haben inzwischen Gravelbikes im Programm. Diese Breitreifen-Rennräder ermöglichen das Fahren auf Straße, Schotter und Waldwegen gleichermaßen und eröffnen damit völlig neue Möglichkeiten, sich auf dem Rad zu bewegen.
Wir haben die Variante RX600 mit Zweifach-Antrieb (46/30) und 11-34-Kassette getestet.
Übersicht: Shimano GRX
Folgende Ausführungen sind von der Shimano GRX erhältlich:
- RX400 mit 2x10 Gängen
- RX600 mit 2x11 Gängen oder 1x11 Gängen
- RX810 mit 2x11 Gängen oder 1x11 Gängen
- RX815 mit 2x11 Gängen oder 1x11 Gängen und elektronischer Schaltung (GRX Di2)
Hydraulische Scheibenbremsen sind bei allen Gruppen Standard.
Shimano GRX im Praxistest
Ist die GRX nun eine sinnvolle Ergänzung für die Anforderungen, die das Gravel-Profil stellt? Oder der Versuch, den Offroad-Trend auch mit einer weiteren Neuheit zu bedienen? Beim Losfahren macht sich zunächst das bemerkbar, was man in den Händen hält: die Brems- und Schaltgriffe. Diese unterscheiden sich spürbar von den bekannten Shimano-Griffen der 105er- oder Ultegra-Serie. Der Hebelpunkt liegt etwas versetzt, die Hebel sind leicht nach außen gestellt und ergonomischer geformt; der Bereich für die Handablage ist schön breit und rutschfest.
Das alles sorgt dafür, dass der erste Eindruck von der neuen GRX äußerst positiv ist und sich auch im weiteren Verlauf nicht wandelt. Der Druckpunkt ist hervorragend gewählt, die Bedienkraft ist genau richtig. Da stellt sich eigentlich nur noch die Frage, warum der japanische Hersteller dies nicht auf die Straßengruppen überträgt.
Die hydraulischen Scheibenbremsen - in puncto Performance nicht zu toppen - lassen sich über die Hebel butterweich ansteuern, auch Schaltwerk und Umwerfer führen klaglos alle Befehle von oben aus. Präzision und Performance der Schaltvorgänge liegen auf Niveau der Straßengruppe Shimano 105; mindestens. Wer das Maximum herausholen möchte, kann den Schaltwerk-Stabilisator (Shadow RD+) an- und ausschalten. Dies vermindert das Schlagen und Abfallen der Kette bei ruppigem Untergrund; man sollte nur nicht vergessen, die Funktion vor dem Laufrad-Ausbau wieder zu deaktivieren.
Alle, die überwiegend im Gelände unterwegs sind, könnten von der Einfach-Ausführung mit weit abgestufter Kassette profitieren. Wer indes auch auf der Straße und auf gemischten Untergründen unterwegs ist, fährt nach unserer Erfahrung besser mit einem Zweifach-Antrieb. Das Prinzip ist, grob gesagt: Auf der Straße kann man mit dem 46er-Blatt alle leichten An- und Abstiege bewältigen und in den größten Gängen auch mal Gas geben. Sobald man die befestigten Wege verlässt, lässt man die Kette aufs 30er-Blatt fallen und sucht sich den richtigen Gang für Schotter und Erde.
Mit sinnvollen Übersetzungen, einfacher Bedienung und gelungener Ergonomie überzeugen sie Einsteiger wie Vielfahrer gleichermaßen - und folgen dennoch komplett unterschiedlichen Konzepten. Shimanos mechanische GRX bietet mit der Zweifach-Kurbel ein breites und fein abgestuftes Getriebe, das vor allem Renn- und Reiseradler anspricht.
Shimano GRX vs. SRAM Apex
Shimano aus Japan und der US-amerikanische Konkurrent SRAM prägen das Erscheinungsbild des Gravelbikes maßgeblich, indem sie betont sportliche, aber auch für Freizeit- und unerfahrene Radler und Radlerinnen maßgeschneiderte Komponenten anbieten. Die zweite GRX-Generation von Shimano bekommt ebenfalls ein zwölftes Ritzel spendiert. Doch sie wird, wie an unserem Testrad von Arc8, bis auf Weiteres nur mit den gewohnten Schaltbremsgriffen und Bowdenzügen bedienbar sein. Eine elektronische Di2-Version, die es in der ersten Generation parallel gab, ist zum Marktstart nicht erhältlich. Der Zweifach-Antrieb mit Umwerfer dagegen ist am Gravelbike noch eine selbstverständliche Option - auch wenn Shimano das Angebot an Einfach-Übersetzungen jetzt deutlich ausgebaut hat.
Optisch sieht bei Shimano alles aus wie gewohnt, fein poliertes, dunkel eloxiertes Alu bestimmt den Eindruck. Doch schon beim Erstkontakt mit den neuen GRX-Hebeln fällt auf, dass an deren Form gefeilt wurde. Die Bremshebel sind weit nach außen angestellt, extrem breit und bieten den Fingern eine satte Auflagefläche; von oben lassen sie sich wunderbar greifen, und man kann viel Kraft aufbauen. Die Auflagefläche auf den Griffgummis ist größer und bietet nun ein regelrechtes Tableau für die Hände. Weniger auffällig ist, dass die Geometrie an die weiter ausgestellten Gravellenker angepasst wurde. Neigte sich die Handauflage bei solchen Bügeln bisher etwas nach innen, liegt sie nun waagrecht.
Die SRAM-Griffe sind schlanker und runder, sie passen auch kleinen Händen. Auch die Bremshebel sind breit, vorne abgeflacht und prima erreichbar, die riesigen Schaltknöpfe sowieso. Einen haptischen Unterschied zu den teuren Gruppen spürt man nicht. Im Sattel überzeugt die Apex vor allem mit präzisen Gangwechseln auf Knopfdruck. Spielerisch klickt man durchs Getriebe, drückt man links, wird’s leichter, rechts schwerer, einfacher und intuitiver geht’s nicht. Unser von SRAM aufgebautes Canyon Grizl ist mit einer sinnvoll abgestuften 11-44-Kassette bestückt, die mit der Apex neu auf den Markt kommt - sie passt im Gegensatz zu den bisherigen Gravel-Kassetten mit Zehner-Anfangsritzel auch auf ältere Laufräder mit Shimano-HG-Elffach-Freilauf.
Etwas mehr Konzentration, besonders bei Fahrten im anspruchsvollen Gelände, erfordert die mechanische GRX, denn ihre Kette reagiert sensibel auf die Befehle am leichtgängigen Schalthebel. Die menschliche Hand funktioniert weniger präzise als elektronische Stellmotoren, was sich beim geringeren Ritzelabstand des Zwölfer-Pakets offenbar bemerkbar macht: Beim Wechsel auf größere Ritzel streift die Kette schon den übernächsten Zahnkranz, bevor der Hebel wieder losgelassen wird. Ein echtes Problem ist das aber nicht, die Gänge rasten sauber ein. Die 11-34-Kassette ist sehr fein abgestuft, das macht besonders in flachem bis welligem Terrain Spaß.
Am Ende des Vergleichs überzeugen beide Gruppen, wenn auch mit leicht unterschiedlichen Stärken. Beide Hersteller bedienen Geländefahrer jeder Couleur, mit der breiten Palette von Übersetzungsvarianten lässt sich das Bike an jeden erdenklichen Einsatzzweck anpassen. Mit der Option auf zwei Kettenblätter und Verzicht auf Elektronik ist die GRX vor allem für Reiseradler und Pendler interessant.
Shimano GRX - Details und Varianten
Abseits von viel befahrenen Straßen, auf unwegsamen Strecken, auf Wald- oder Schotterwegen - das Gravel Bike macht es möglich Asphalt und Gelände zu verbinden, ohne sich für ein Rennrad oder ein Mountainbike entscheiden zu müssen. Shimano war hierbei einer der Vorreiter und hat 2019 mit der GRX Gruppe ihren Ansatz für den Gravelbereich auf den Markt gebracht. Die RX600 ist vergleichbar mit Shimano 105, ist etwas schwerer, dafür preislich günstiger als das Topmodell.
Je nach gewünschten Übersetzungsverhältnissen und Einsatzzweck des Gravelbikes empfiehlt es sich vorne mit einem einfach- oder zweifach-Kettenblatt zu fahren. Das Schaltwerk wird wie im Mountainbike-Bereich mit einem Schaltwerk Dämpfer ausgestattet. Diese Technologie mit dem Namen Shimano Shadow Plus verhindert Kettenschlagen und sorgt für Ruhe im Antriebsstrang. Ein besonderes Highlight der Shimano GRX Gruppe sind die speziell entwickelten Schaltbremshebel. Der Drehpunkt der Hebel wurde nach oben gesetzt, was zu einer erhöhten Hebelkraft der Bremshebel und somit zur besseren Bremswirkung führt.
Die Gravellücke im Angebot von Shimano, die der Konkurrent SRAM mit seinen Apex-, Rival- und Force-Komponenten bedient hat, ist mittlerweile ausgefüllt. Und zwar ordentlich. Die passende Übersetzungsumfang ist natürlich extrem wichtig.
Für 2x11-Antriebe war in der Gravel-Welt die Sache gelöst und bis heute kombinieren viele Leute z.B. Ultegra-Schalthebel mit einer MTB-Kettenschaltung, so dass sie Kassetten mit größerer Reichweite wie 11-40 oder sogar 11-42 Zähnen verwenden können.
Abhilfe hat hier die Shimano GRX-Gruppe geschafft, die endlich eine Kettenschaltung für Rennrad-Schalthebel hat, die eine Käfigdämpfung und einen Käfig für Kassetten mit einer maximalen Reichweite von 11t-42t aufweist. Abgesehen von den offensichtlichen ästhetischen Aspekten, denn die Shimano GRX gehört unserer Meinung nach zu den schöneren Schaltgruppen, fällt auch das neue Design der Schalthebel schnell auf - der Griff selbst ist breiter und bietet einen sichereren Halt und Bremsen. Zusätzlich ist die Bremshebelachse angehoben, so dass die Kraft, die man zum Bremsen aufbringen muss, reduziert wird. Dadurch bedarf das Bremsen noch weniger Kraft, und die Modulation ist genauer.
In diesem Fall haben wir hier eine geänderte Kettenlinie - die Kurbel steht 2,5 mm nach außen. Das sind die allgemeinen Änderungen, die Shimano gegenüber anderen Schaltgruppen vorgenommen hat.
Shimano GRX 12-fach Gruppe
Mit der Shimano GRX 12-fach Gruppe bringen die Japaner ein großes Upgrade für ihre Gravel-Gruppe. Sämtliche neuen GRX Komponenten schalten auf zwölf Gängen. Das heißt auch direkt, dass ein Mischen mit den „alten“ GRX Bauteilen nicht möglich sein wird.
Die Komponenten der 800er Serie bilden dabei nach wie vor die Speerspitze und zielen auf ambitionierte Gravel-Fahrer, wohingegen sich die günstigeren 600er Bauteile eher an Einsteiger richten.
Die STIs waren bislang zweifelsfrei das Highlight der GRX Gruppe und insofern verwundert es nicht, dass sich hier grundlegend nichts ändern wird. Laut eigener Aussage hat man einige ergonomische Verbesserungen vorgenommen, so hat man die Lenkerklemmung verbessert, um den Komfort beim Fahren auf den Hoods zu verbessern. Zudem sollen die STIs besser für die Kombination mit ausgestellten Lenkern optimiert sein. Die STIs der 600er Baureihe unterscheiden sich - zumindest auf dem Papier - nur wenig von ihren höherpreisigen Pendants. Hier kommt nun auch der geriffelte, texturierte Griffgummi zum Einsatz, auf den man an den 600er STIs beim Vorgänger noch verzichten musste.
Mit dem Sprung auf zwölf Gänge und breiter abgestuften Kassetten kann Shimano einen der wahrscheinlich größten Nachteile der bisherigen GRX Gruppe ausmerzen. Bei den verwendeten Kassetten setzt Shimano sinnvoller Weise auf das, was man bereits aus dem MTB-Bereich im Programm hat. Neben der breit abgestuften 10-51er Kassette trifft das auch auf die enger abgestufte 10-45er Variante zu, die sich damit auch eher an ambitionierte, fitte Fahrer richtet, die auf einen leichten Berg-Gang verzichten können. Der Wechsel auf die 12-fach Kassetten heißt jedoch auch, dass für die Montage ein Micro Spline Freilauf benötigt wird. Wer also sein bestehendes Rad umrüsten möchte, sollte darauf achten - gerade Besitzer älterer Laufräder könnten hier das Nachsehen haben.
Abhängig von der gewählten Kassette kommt entweder ein Schaltwerk mit langem oder mittellangem Käfig zum Einsatz. Lobenswert: Erstmals bei Shimano ist eben jener Käfig austauschbar. Selbstverständlich sind die Schaltwerke wieder mit der Shadow RD+ Dämpfung ausgestattet, um Kettenschlagen bzw.
Wie schon bei den Konfigurationen ohne Umwerfer setzt Shimano auch hier auf Kassetten, die sich bereits im Portfolio befinden. Neben der 11-34 Kassette aus der Ultegra-Reihe betrifft das auch den 11-36er Kranz der neuen 105 Di2 Gruppe. Bei den Kurbeln gibt es entweder eine 48/31er Abstufung für die 800er Baureihe oder eine etwas leichtere 46/30 bei der 600er Kurbel.
Dabei fällt auf, dass überraschend wenig auffällt: Im Blindtest hätten wir die Veränderungen zum direkten Vorgänger wohl kaum gespürt. Die Schaltvorgänge sind weiterhin schnell und präzise, die Ergonomie an den 800er STIs nach wie vor exzellent. Keine Experimente also, keine Revolution - die neue GRX 12-fach ist eine direkte Fortführung der bisherigen Gruppe; mit größerer Bandbreite, mehr Optionen und kleinen Verbesserungen im Detail.
Es handelt sich hierbei nämlich um die einzige Gruppe von Shimano, die ausdrücklich für die wachsende Gravel-, Bikepacking- und Cyclocross-Sparte vorgesehen ist. Aber auch Reiserennradler und Randonneure dürften sich von ihrem breiten Übersetzungsspektrum angesprochen fühlen.
Shimano GRX im Langzeittest
Die Shimano GRX Schaltgruppe ist seit knapp einem Jahr auf dem Markt. Es spornt Sie an, noch schwierigere Strecken in Angriff zu nehmen oder noch ein Quäntchen länger durchzuhalten. Nun tritt Shimano jedoch mit dem Anspruch an, erstmals eine eigenständige und vollständig „durchdachte Lösung“ für das Breitreifensegment unterhalb des Mountainbikes entwickelt zu haben: mit einer „auf Schotter abgestimmte[n] Halterungsergonomie“, robusteren Komponenten und geräuscharmen Antrieb.
Zum Schaltverhalten kann man nur sagen: Das flutscht. Man muss die Schaltlogik von Shimano mögen, aber die Gruppe funktioniert einwandfrei, ohne große Schaltfehler. Gangwechsel erfolgen sowohl am Umwerfer, als auch am Schaltwerk jederzeit geschmeidig, zuverlässig und schnell. Mit oder ohne Handschuhe klappt die Bedienung hervorragend. Auch ohne Kettenfänger kam es nur sehr selten zu Kettenabwürfen. Beim Herunterschalten mag der Umwerfer allerdings keinen Druck.
Bei der Langlebigkeit gibt es Abzüge: Zum einen löste sich bei mir recht schnell die „Anti-Rutsch-Beschichtung“ an den Hebeln, die laut Werbeaussage von Shimano für extra „Grip“ sorgen soll. Zum anderen stellt sich mir die Frage, warum die Bauweise der Hebel „halboffen“ ausgeführt ist. Dadurch gelangt sehr viel Sand und Staub in die Mechanik.
Shimano GRX - Individualisierung und Anpassung
Auch die Räder unterscheiden sich untereinander stark. Scheibenbremsen sind inzwischen Standard - auch an Shimanos GRX-Gruppen: Bei Staub, Dreck und Nässe sollen Disc-Systeme eine zuverlässige und starke Bremsleistung garantieren. Gerade auf technisch anspruchsvoll zu fahrendem Untergrund kann man davon profitieren, dass die Bremsen auch mit wenig Fingerkraft effektiv verzögern.
Zusätzlich zu den für Gravel-Lenker entwickelten Bremshebeln mit ihrer individuell einstellbaren Griffweite lassen sich weitere Bremshebel mittig am geraden Teil des Lenkers anbringen. Diese erlauben es, dass auch in der Oberlenkerhaltung gebremst werden kann.
Die Pro-Ingenieure entwickelten die neuen Komponenten der Discover-Linie speziell für den Gravel-Einsatz. Besonderen Komfort sollen dabei auch die stärker flexende Discover-Carbon-Sattelstütze sowie der auf dem verbreiteten Rennrad-Sattelmodell Stealth basierende Kurzsattel Stealth Offroad bringen. Er besteht aus mehreren Materiallagen auf einer Fiberglas-Schale und wird über Stahlträger an der Stütze befestigt. Mit 159 Gramm ist er sehr leicht - im Test überzeugte er aber vor allem durch seine guten Dämpfungseigenschaften.
Im Gravel-Einsatz überzeugte das bei Mountainbikes verbreitete Prinzip nur bei sehr langen Abfahrten oder auf technisch besonders anspruchsvollen Trails.
Die Gravel-Radschuhe: Wir testeten das Modell RX8, das sich durch eine geringere Verstärkung an der Ferse, das Fehlen von Spikes an der Spitze und durch ein geringeres Profil vom Mountainbike-Top-Modell XC9 unterscheidet.
Shimano GRX - Die Komponenten im Detail
Shimano kombiniert unter dem Label GRX bewährte Rennrad- und Mountainbike-Technologien zu spezifischen Gravelkomponenten. Erhältlich sind gleich mehrere Versionen: Die neue Shimano GRX kommt wahlweise als elektronische oder mechanische Ausführung, mit 1- oder 2-fach Kurbeln und 10- und 11-fach Schaltwerken. Die Shimano GRX-Gruppe kommt in vielen Ausführungen: 1- oder 2-fach vorne, 10- oder 11-fach hinten und mechanisch oder elektronisch.
Die Kurbel sind etwas breiter und die Kettenlinie wandert um 2,5mm nach außen, um für mehr Reifenfreiheit am Hinterrad zu sorgen. Bis zu 42mm Reifenbreite sind möglich. Außerdem haben die GRX-Kurbeln eine größeren Übersetzungs-Bandbreite. Die 2-fach GRX Kurbel kommt mit 48-31 Kettenblättern (11-fach) bzw. 46-30 Kettenblättern (10-fach). Das ist ein Unterschied von 17 (bzw. 16) Zähnen zwischen den beiden Kettenblättern.
Um zu verhindern, dass die Kette vom Kettenblatt springt, verfügen die 1-fach Kurbeln über das Dynamic Chain Engagement Zahnprofil. Hierbei ist jeder zweite Zahn etwas breiter, was die Kette fester am Kettenblatt halten soll.
Um auch hinten an der Kassette möglichst viele Übersetzungen abzudecken, gibt es die elektronischen und mechanischen GRX-Schaltwerke in zwei Käfiglängen. Bis 34 Zähne gibt es ein Schaltwerk mit kurzem Käfig. Wer bis zu 42 Zähne auf dem größten Ritzel nutzen möchte, sollte das GRX Schaltwerk mit langem Käfig wählen.
Die GRX Gruppe kommt übrigens ohne eigenen Kassette und Kette. Stattdessen ist die GRX Schaltung mit Rennrad- und MTB-Kassetten kompatibel. Wer 11-fach schalten möchte, kann Ultegra oder 105er Rennradkassetten oder Deore XT oder SLX MTB-Kassetten verwenden. Die 10-fach GRX-Schaltwerke funktionieren mit Tiagra und Deore Kassetten.
Auch die Schalthebel unterscheiden sich in einigen Details von den Brems-Schalthebeln der Rennrad-Gruppen. Um für mehr Bremskraft auf Schotterabfahrten zu sorgen, wurde der Drehpunkt der Bremshebel nach oben versetzt (siehe Abbildung unten). So erhöht sich die Hebelkraft des Bremshebels.
Außerdem gibt es trotz hydraulischer Bremsleitungen wieder die Möglichkeit, zusätzliche Bremshebel am Oberlenker zu montieren. So kann auch in der Oberlenkerposition gebremst werden. Dies war bisher nur mit mechanischen Bowdenzug-Bremsen möglich.
Shimano GRX im Praxistest
ROADBIKE stand ein Testrad mit Shimanos GRX-Schaltgruppe zur Verfügung, die Komponenten aller drei Preisklassen mischt - Schaltwerk auf 800er-Ebene, Kurbel und Bremsschaltgriffe auf 600er-Niveau und Scheibenbremsen aus der 400er-Linie, dazu die MTB-Kassette der SLX-Gruppe und gruppen-übergreifende Kette, Innenlager, Bremsscheiben und Züge/Leitungen. Hier zeigt sich: Wie von den Straßengruppen bekannt, sind viele Teile untereinander kompatibel, sodass sich die eigene Gruppe gemäß individuellen Präferenzen, Fahrerprofil und Brieftaschengröße zusammenzustellen lässt.
Im Fahreindruck überzeugte die mechanische Gruppe: Im Praxistest gab es kein Kettenschlagen, keine -abwürfe, -klemmer oder anderen Probleme. Im Gegenteil: Der Antrieb arbeitete präzise, geräuscharm - und schaltete etwas knackiger als die gewohnten Straßenkomponenten.
Gut dosierbar, auf Schotter aber fast etwas bissig zeigten sich die hydraulischen Bremsen. Sehr positiv fielen die Schaltbremsgriffe auf: Sie sind deutlich breiter und bieten mehr Auflagefläche für die Finger. Zudem wurde die Oberfläche der Hebel leicht "gummiert", um ein Abrutschen zu vermeiden - sinnvoll, um kontrolliertes Bremsen auf holprigem Untergrund zu erleichtern, da waren sich alle RB-Tester einig.
Shimano GRX Di2 im Dauertest
Knapp 2500 Kilometer hat die GRX-Di2-Gruppe im RB-Dauertest abgespult, teils unter widrigsten Bedingungen. Und damit genug für einen Testbericht, der fast durchweg positiv ausfällt.
Shimano bietet auch im Gravel-Segment weiterhin eine Zweifachkurbel an, mit Offroad-tauglicher Abstufung (48/31) und somit einem ungewöhnlich großen 17-Zähne-Sprung. Im Dauertest gab es nicht einen Kettenklemmer oder -abwurf! Mit stoischer Präzision wuchtet der Umwerfer die Kette hin- und her - maximal verlässlich, untermalt vom typischen Geräusch des E-Motors. Kein Grund also, auf "Zweifach" im Gelände zu verzichten.
Auch das Schaltwerk funktionierte stets geschmeidig und präzise, Kettenschlagen unterbindet es verlässlich. Zwei kapitale Stürze kratzten etwas am Lack von Hebel und Schaltwerk, der Funktion tat das keinen Abbruch.
Die Bremse lässt sich auch mit einem Finger bedienen, gerade wenn’s offroad mal ruppiger zur Sache geht, eine feine Sache - weil der Fahrer den Lenker fest im Griff behalten kann. Der Verschleiß hält sich nach der relativ kurzen Laufzeit erwartungsgemäß in engen Grenzen: Die Bremsbeläge haben noch rund die Hälfte ihrer ursprünglichen Stärke, Kettenblätter und Kassette sehen noch sehr gut aus. Nur die Kette nähert sich der Verschleißgrenze und sollte getauscht werden.
Shimano GRX Di2 12-fach
Nicht ganz ein Jahr nach dem Launch der 12-fach-GRX ist nun auch der elektronische Zwilling namens Shimano GRX Di2 auf dem Markt. Analog zu den aktuellen Road-Komponenten setzt die Gravel-Schaltgruppe auf den bekannten zentralen Akku, kabellose Shifter und eine neue „Zentrale“, integriert im Schaltwerk. Etwas massiver und größer, muten die Shifter auch dank neu platzierter Statusleuchten fast futuristisch an. Ergonomisch passen sie sich dabei dank angewinkeltem Bremsgriff besonders gut an die im Gravel-Bereich beliebten Lenker mit Flare an. Als zusätzlichen Benefit winken eine rundere Form und eine größere Auflagefläche zum Vorbeugen von Druckpunkten.
Das Gehirn der 12-fach Shimano GRX Di2 sitzt ab sofort im Schaltwerk. Hier findet nicht nur die Kommunikation mit externen Geräten wie Headunit oder Handy statt, auch die komplette Einstellung läuft über das Schaltwerk. Neu wie alt? Zwar leicht überarbeitet, erinnert der Umwerfer der neuen Shimano GRX Di2 doch stark an den Vorgänger. Extra für den Gravel-Einsatz wurde allerdings die Kettenlinie um 2,5 mm nach außen verlegt.
„Front shift next“, so nennt Shimano die nächste kleine Innovation, welche im Zuge des GRX Di2-Launch vorgestellt wird. Etwas kryptisch beschreibt das die Möglichkeit, die Di2-Buttons so zu programmieren, dass sich mit nur einem Knopfdruck der Umwerfer schalten lässt, ganz egal in welcher Position dieser steht.
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