Shimano GRX 810 Bremsbeläge wechseln – Eine Anleitung

Saubere, kraftvolle Bremsen gehören zu den wichtigsten Sicherheitsfeatures deines Gravelbikes. Der Wechsel von Bremsbelägen ist weniger kompliziert, als viele denken. Ob mechanisch oder hydraulisch - mit etwas Sorgfalt, Geduld und dem richtigen Werkzeug kannst du deine Bremse selbst warten und wieder für volle Kontrolle sorgen.

Moderne Shimano Scheibenbremsen am Fahrrad - egal, ob Citybike, Trekkingrad oder MTB - sollten optimal bremsen: Wohl dosiert, aber auch kraftvoll. Unabhängig vom Wetter, z.B. bei Schnee oder Regen oder auf schlammigem Untergrund müssen die Bremsbeläge der Shimano Fahrradbremsen immer gleich und vor allem zuverlässig greifen.

Wann sollte man die Bremsbeläge wechseln?

Als Faustregel gilt: Wenn weniger als 1 mm Belagmaterial übrig ist, solltest du die Beläge tauschen. Wer regelmäßig bei Nässe oder im Gelände fährt, verschleißt die Beläge schneller. Visuelle Kontrolle reicht meist: Schau mit einer Lampe von oben in den Bremssattel - du siehst die Beläge links und rechts der Bremsscheibe.

Werkzeug und Material

  • Neue Bremsbeläge (genau passend zum Bremssystem)
  • Lappen
  • Evtl. Belagspreizer

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Vorbereitung

    Damit du gut an den Bremssattel kommst, solltest du das betroffene Laufrad ausbauen. Lösen den Steck- oder Schnellspanner und nimm das Laufrad vorsichtig heraus.

  2. Beläge entfernen

    Je nach Hersteller sind die Beläge mit einem Splint oder einer kleinen Schraube gesichert. Entferne diese zuerst.

    Einen Schwachpunkt stellt jedoch die Befestigung der Bremsbeläge dar: Warum verwendet Shimano hier eine Schlitzschraube als Befestigung? Unterwegs ist mit dem Multitool schnell mal ein Malheur passiert und der Schraubenkopf beschädigt. Das sollte man schleunigst tauschen.

  3. Kolben zurückdrücken

    Bei hartnäckig sitzenden Belägen hilft ein leichter Hebel mit einem Schraubenzieher (sanft, bitte!). Dazu nimmst du einen sauberen Plastikreifenheber oder einen Belagspreizer. Hebel sanft zwischen die Kolben und drücke beide vorsichtig zurück.

    Das Problem: Neue Bremsbeläge sind dicker als gebrauchte, das ist klar. Wenn Du sie nun einfach tauschst, stehen sie oft so nah zusammen, dass die Bremsscheibe nicht mehr dazwischen passt oder zumindest sehr stark schleift.

    Das liegt an der automatischen Belagsnachstellung, die jede moderne hydraulische Scheibenbremse mitbringt. Ohne sie würde der Abstand zwischen der Scheibe und den Belägen mit zunehmendem Verschleiß immer größer werden. Die Folge: Der Druckpunkt am Bremshebel würde immer weiter nach hinten wandern.

    Die automatische Belagsnachstellung hebt diesen Effekt auf, indem Bremsflüssigkeit aus dem Ausgleichsbehälter in das Bremssystem nachläuft, sobald die Beläge dünner werden und die Kolben daher weiter ausfahren müssen. Diese nachgelaufene Flüssigkeit muss vor dem Belagswechsel in den meisten Fällen wieder in den Ausgleichsbehälter zurück gedrückt werden, um den zusätzlich benötigten Platz für die neuen, dickeren Bremsbeläge freizugeben.

  4. Neue Beläge einsetzen

    Setze die beiden Beläge mit der Rückstellfeder wieder in den Bremssattel ein. Sie sollten leicht einrasten und parallel zur Bremsscheibe ausgerichtet sein.

    Achte darauf, die Beläge nicht mit fettigen Fingern oder öligen Werkzeugen zu berühren - das kann die Bremsleistung stark beeinträchtigen.

  5. Laufrad einsetzen und Bremse zentrieren

    Setze das Laufrad wieder ein und achte darauf, dass die Bremsscheibe sauber und mittig zwischen den Belägen verläuft. Oft brauchst du nichts weiter zu tun - die Kolben zentrieren sich nach ein paar Bremsungen selbst.

Bremsbeläge einbremsen

Neue Bremsbeläge müssen eingebremst werden - sonst greifen sie schlecht, quietschen oder verschleißen unnötig schnell. Dazu machst du am besten etwa 20 mittelhart bis kräftige Bremsungen bei mittlerer Geschwindigkeit - z. B. auf einem Parkplatz oder leeren Feldweg.

Wenn Sie neue Shimano Scheibenbremsen an Ihrem Bike haben bzw. die Shimano Bremsbeläge neu sind, achten Sie darauf, diese ab dem 1. Tag nach dem Austausch passend „einzubremsen“ bzw. „einzufahren“. Beim Einschleif- bzw. Einbremsprozess passen sich der Bremsbelag und die Shimano Bremsscheibe (auch Disc Brake genannt) perfekt aneinander an. Dabei werden kleinste mikroskopische Unebenheiten auf beiden Bauteilen perfekt weggeschliffen.

Ganz schnell liegt dann der Bremsbelag beim Bremsen plan auf der Bremsscheibe, was sehr wichtig ist. So finden dann künftig bei verschiedenen Bremsvorgängen diese beiden Komponenten optimal Kontakt und die Geschwindigkeit am Laufrad wird reduziert. Noch dazu finden beim kräftigen Einbremsen neuer Bremsbeläge vom namhaften Hersteller Shimano chemische Prozesse statt. Diese sind sehr wichtig, da der Belag ab Werk noch sehr weich ist und beim Bremsen der Bremsbelag stark erhitzt wird.

Das Material gast dabei aus und der ehemals weiche Belag härtet aus, ist temperaturresistent und kann seine optimale Bremswirkung hervorragend entfalten. Wenn Sie den Einbremsprozess nicht durchführen, findet kein Aushärten der Bremsbeläge statt und diese sind weiterhin weich. Dann verschleißen diese extrem schnell und müssen entsprechend früher auch gewechselt werden. Sie sehen, der Einbremsprozess der Shimano Scheibenbremsen-Beläge ist unabdingbar - ein Unterlassen geht mit einem unnötig erhöhten Kostenaufwand und deutlich verminderter Sicherheit im Straßenverkehr einher.

Gemäß Shimano Herstellerangaben sollte beim Einbremsen das Fahrrad auf 30 km/h beschleunigt werden, um dann die nötigen 30 (manchmal auch mehr) Vollbremsungen durchzuführen. Dies ist auf jede Bremse bezogen, also 30 x vorne, 30 x hinten. Folgen Sie der Anleitung zum Einfahren bzw. Diesen Brems-Vorgang wiederholen Sie je 30 Mal vorne und auch 30 Mal hinten, wenn die Bremsbeläge von Shimano neu sind. Nach und nach merken Sie eine zunehmend bessere Bremswirkung (meist ist dies ab ca.

Wichtiger Tipp bei organischen Bremsbelägen: Unbedingt nach dem Einbremsen die Bremsbeläge noch richtig heiß bremsen, um so das sogenannte Ausgasen der Lösungsmittel im Material hervorzurufen. Lassen Sie hierzu am besten auf einer steilen Abfahrt die Bremsen einzeln schleifen bis diese richtig heiß sind. (Bei sinter-metallischen Bremsbelägen ist dies nicht nötig, da hier meist nur wenig bzw.

Auch wenn Sie das Gefühl haben, dass der Einbremsprozess etwas zeitaufwändig und kräftezehrend ist, führen Sie ihn unbedingt durch und vernachlässigen das Prozedere nicht. Die Bremsanlage ist das sicherheitsrelevanteste Bauteil an Deinem Fahrrad, deshalb solltest Du ihr bei der Wartung besondere Aufmerksamkeit widmen.

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