Shimano GRX: Einfach oder Zweifach – Ein Vergleich für Gravel-Enthusiasten

Shimanos neue Schaltgruppen-Familie GRX ist speziell für den Einsatz an Gravel- und Cyclocrossbikes entwickelt worden: Schotter, Trails und Straße.

Die Shimano GRX Familie

Die Shimano GRX gibt es in drei verschiedenen Serien: RX800, RX600 und RX400, die den etablierten Stufen Ultegra, 105 und Tiagra entsprechen. Es kann zwischen Einfach- und Zweifach-Kurbeln gewählt werden. Neben der Elffach-Kassette gibt es auch eine Zehnfach-Kassette, die mit dem Zweifach-Antrieb kompatibel ist.

Kompatibilität und Individualisierung

Die GRX-Komponenten sind über die einzelnen Serien hinweg miteinander kompatibel und auch mit solchen aus Shimanos Mountainbike- und Rennrad-Gruppenfamilien kombinierbar. Optional können Zusatz-Brems- und Schalthebel am Oberlenker verbaut werden. Die Gewichte und Preise unterscheiden sich je nach der individuellen Zusammenstellung der Schaltgruppe, die viele Möglichkeiten bietet. Die Komponenten sind beinahe uneingeschränkt austauschbar und bilden eine Art Baukasten.

Einfach- oder Zweifach-Antrieb: Eine Frage der Präferenz

Auf dem europäischen Markt sind bei Gravelbikes Kurbeln mit einem Kettenblatt weit verbreitet. In den USA ist inzwischen zu beobachten, dass erfahrene Gravel-Renn- und Freizeitfahrer zurück zu klassischen Zweifach-Antrieben wechseln - und von feineren Abstufungen zwischen den Gängen profitieren wollen. Der Gravel-Sektor ist vielfältig und schwierig zu definieren.

Auch deshalb habe sein Team von Anfang an auf eine möglichst vielfältige und individualisierbare Schaltgruppen-Familie gesetzt, sagt der Shimano-Ingenieur Hiroshi Matsumotu. Auch die Räder unterscheiden sich untereinander stark.

Einfach-Antriebe: Beliebtheit und neue Übersetzungen

Antriebe mit einem einzelnen Kettenblatt werden am Gravelbike immer populärer. Shimano hat daher das Angebot an Einfach-Konfigurationen ausgebaut. Die GRX verwendet dafür Kassetten aus der Mountainbike-Gruppe XT. Es gibt eine sportliche 10-45-Abstufung und eine breitere 10-51-Abstufung. Diese Kassetten sind allerdings nur mit Microspline-Freilauf kompatibel, nicht mit dem klassischen HG-Freilauf. Für die beiden Kassetten werden unterschiedliche Schaltwerkskäfige benötigt, wobei die größere einen längeren Käfig erfordert.

Der Käfig lässt sich bei den neuen Schaltwerken einfach wechseln, so dass beim Tausch der Übersetzung nicht das komplette Schaltwerk austauschen muss. Das goldene Mittelmaß für die Kurbel ist ein 40er-Kettenblatt, aber für die GRX820 gibt es auch ein 42er und für die GRX610 optional ein 38er Blatt.

Zweifach-Antriebe: Für höchste Ansprüche

Fans von gleichmäßigen Gangsprüngen bei großer Bandbreite werden mit dem Zweifach-Setup der neuen Shimano GRX Gruppe zufrieden sein. Die Kurbeln bieten eine Abstufung von 48/31 (GRX820) bzw. 46/30 (GRX610). Als Kassetten werden eine 11-34 und eine 11-36 aus dem Rennrad-Portfolio empfohlen. Sie passen auch auf 11-fach-Freiläufe im Shimano HG-Standard, sodass sie auch mit älteren Laufrädern kompatibel sind. Die Kettenlinie ist um zwei Millimeter nach außen versetzt, was bedeutet, dass der Umwerfer offiziell bis zu 42 Millimeter breite Reifen zulässt.

Die zweite Generation der Shimano GRX

Der japanische Hersteller Shimano hat die zweite Generation der GRX Gravelbike-Schaltgruppe vorgestellt. Die neue Schaltgruppe verfügt über zwölf Ritzel am Hinterrad und kann entweder mit einem oder zwei Kettenblättern kombiniert werden. Es gibt zwei Qualitätsstufen: GRX820 und die preiswertere GRX610. Die bisherige günstigste Variante, GRX400, wird nicht mehr angeboten.

GRX820: Für anspruchsvolle Fahrer

Die Shimano GRX820 Schaltgruppe richtet sich an erfahrene Gravelfahrerinnen und -fahrer und bietet modernste Technologie.

GRX610: Preiswert und funktional

Die GRX610 Gruppe hingegen ist die preisbewusste Alternative für Einsteiger und Kunden, die ein Bike im Preisbereich um 2000 Euro suchen. Optisch unterscheidet sich die GRX610 von der teureren GRX820 durch eine matte Oberfläche anstelle des hochglanzpolierten Finishes. Bei der GRX610 müssen Fahrer jedoch auch auf einige technische Raffinessen verzichten, wie zum Beispiel die ServoWave-Technologie, die die Handkraft bei starkem Bremsen reduziert. Außerdem sind die Hebel nicht speziell für moderne Flare-Lenker angepasst wie bei der GRX820. Die Kurbel der GRX610 ist zweiteilig und dadurch deutlich schwerer als die Hollowtech II-Kurbel der Shimano GRX820.

Neue Ergonomie der Hebel

Die Schaltbremsgriffe der GRX hat Shimano für die zweite Generation der Gravelgruppe überarbeitet. Die Hebel der GRX820 wurden speziell für die seitlich ausgestellten Gravel-Lenker angepasst, um eine waagerechte Auflagefläche für die Hände zu bieten. Die Befestigungsschelle wurde entsprechend verändert. Die GRX610 Hebel sind von dieser Änderung nicht betroffen.

Weitere Komponenten und Laufräder

Shimano RX880 Laufräder

Shimano präsentiert mit den RX880 Laufräder für den Graveleinsatz, die zur GRX-Serie passen sollen. Die Carbonfelgen mit einer Höhe von 32 Millimetern sind tubeless-ready und haben eine recht schmale Maulweite von 25 Millimetern, was sie laut Hersteller für Reifenbreiten von 32 bis 50 Millimetern ausweist. Ein besonderes Merkmal ist die einfache Austauschbarkeit des Freilaufkörpers, sodass die Laufräder sowohl für Einfach- als auch Zweifach-Setups geeignet sind und die Übersetzungen leicht angepasst werden können.

Fazit

Schlussendlich bleibt es eine individuelle Entscheidung, welche Vorlieben du hast und was dir wichtig ist. Wenn du mit deinem Gravel-, Cyclocross-, oder Mountainbike häufig anspruchsvolle Trails fährst, bist du wahrscheinlich mit dem geländetauglichen 1-fach-Antrieb gut bedient. Die 2-fach-Systeme lohnen sich hingegen für alle, die den Fokus eher auf Touren legen und sich mehr als 12 Gänge wünschen.

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