Shimano GRX Kurbel im Test: Ein umfassender Überblick

Die neuen Offroad-Gruppen von Shimano und SRAM sind besser auf die Bedürfnisse von Gravelbikern abgestimmt als je zuvor. Mit sinnvollen Übersetzungen, einfacher Bedienung und gelungener Ergonomie überzeugen sie Einsteiger wie Vielfahrer gleichermaßen - und folgen dennoch komplett unterschiedlichen Konzepten. Shimanos mechanische GRX bietet mit der Zweifach-Kurbel ein breites und fein abgestuftes Getriebe, das vor allem Renn- und Reiseradler anspricht.

Shimano GRX vs. SRAM Apex: Der Vergleich

Shimano aus Japan und der US-amerikanische Konkurrent SRAM prägen das Erscheinungsbild des Gravelbikes maßgeblich, indem sie betont sportliche, aber auch für Freizeit- und unerfahrene Radler und Radlerinnen maßgeschneiderte Komponenten anbieten. SRAM tummelte sich bislang eher im oberen Preisbereich, während Shimano auch Komponenten für günstigere Bikes anbot. Doch mit den neuen Teilen buhlen beide zunehmend um die gleiche Zielgruppe.

Fast gleichzeitig präsentieren Shimano und SRAM nun Produkte, die gezielt für preiswerte Räder konzipiert sind, auf dem Papier aber dennoch mit High-End-Technik punkten. SRAM belebt dafür die frühere Rennrad-Gruppe Apex wieder und macht sie zum spezialisierten Antrieb fürs Gelände. Shimano setzt seine Erfahrungen mit der populären GRX, der ersten erklärten Gravel-Gruppe überhaupt, in einer zweiten Generation um. Von beiden haben wir uns die ersten testbaren Exemplare ins Haus geholt und auf ihre Stärken und Schwächen überprüft.

Top-Technik, bezahlbar

Interessant ist, dass die Konkurrenten auf den ersten Blick die Bedürfnisse der Zielgruppe auf ganz unterschiedliche Weise erfüllen wollen: SRAM sieht die Zukunft im Einfach-Kettenblatt und dem elektronisch gesteuerten Gangwechsel. Die Amerikaner machten Antriebe mit einem einzelnen Kettenblatt einst salonfähig, für die neue Apex gibt es nun gar keinen vorderen Umwerfer mehr. Die Gruppe ist die bislang preiswerteste Variante, eine Schaltung auf dem neuesten Stand der Technik zu fahren: elektronisch über Funk betätigt, mit zwölf Ritzeln am Hinterrad. Eine mechanische Variante der Apex gibt es seit September auch, doch der Fokus liegt bei SRAM klar auf der elektronischen AXS-Plattform.

Die zweite GRX-Generation von Shimano bekommt ebenfalls ein zwölftes Ritzel spendiert. Doch sie wird, wie an unserem Testrad von Arc8, bis auf Weiteres nur mit den gewohnten Schaltbremsgriffen und Bowdenzügen bedienbar sein. Eine elektronische Di2-Version, die es in der ersten Generation parallel gab, ist zum Marktstart nicht erhältlich. Der Zweifach-Antrieb mit Umwerfer dagegen ist am Gravelbike noch eine selbstverständliche Option - auch wenn Shimano das Angebot an Einfach-Übersetzungen jetzt deutlich ausgebaut hat. Zusätzlich zur getesteten GRX 820 gibt es eine preiswertere GRX 610, die auf einige technische Finessen verzichtet. Die Gruppen sind untereinander fast uneingeschränkt kompatibel und bilden eine Art Baukasten.

Ergonomie und Haptik

Optisch sieht bei Shimano alles aus wie gewohnt, fein poliertes, dunkel eloxiertes Alu bestimmt den Eindruck. Doch schon beim Erstkontakt mit den neuen GRX-Hebeln fällt auf, dass an deren Form gefeilt wurde. Die Bremshebel sind weit nach außen angestellt, extrem breit und bieten den Fingern eine satte Auflagefläche; von oben lassen sie sich wunderbar greifen, und man kann viel Kraft aufbauen. Die Auflagefläche auf den Griffgummis ist größer und bietet nun ein regelrechtes Tableau für die Hände. Weniger auffällig ist, dass die Geometrie an die weiter ausgestellten Gravellenker angepasst wurde. Neigte sich die Handauflage bei solchen ­Bügeln bisher etwas nach innen, liegt sie nun waagrecht. Die recht scharfen Konturen auf dem Griffgummi, die auf ruppigen Passagen mehr Halt bieten sollen, könnten empfindliche Handballen auf Dauer allerdings reizen, sofern man häufig ohne Handschuhe fährt. Die Neuerungen betreffen nur die GRX 820, die preiswerteren GRX-610-Hebel bleiben auf dem bisherigen Stand.

Die SRAM-Griffe sind schlanker und runder, sie passen auch kleinen Händen. Auch die Bremshebel sind breit, vorne abgeflacht und prima erreichbar, die riesigen Schaltknöpfe sowieso. Einen haptischen Unterschied zu den teuren Gruppen spürt man nicht. Optisch ist die Apex der darüber angesiedelten Rival sehr ähnlich, die massive Kurbel ist fast identisch. Gespart wird an kaum sichtbaren Dingen, wie gestanzten statt geschmiedeten Bremshebeln, etwas mehr Plastik statt Metall am Schaltwerk oder Gleit- statt Kugellagern in den Schaltröllchen. Im Sattel überzeugt die Apex vor allem mit präzisen Gangwechseln auf Knopfdruck. Spielerisch klickt man durchs Getriebe, drückt man links, wird’s leichter, rechts schwerer, einfacher und intuitiver geht’s nicht.

Etwas mehr Konzentration, besonders bei Fahrten im anspruchsvollen Gelände, erfordert die mechanische GRX, denn ihre Kette reagiert sensibel auf die Befehle am leichtgängigen Schalthebel. Die menschliche Hand funktioniert weniger präzise als elektronische Stellmotoren, was sich beim geringeren Ritzelabstand des Zwölfer-Pakets offenbar bemerkbar macht: Beim Wechsel auf größere Ritzel streift die Kette schon den übernächsten Zahnkranz, bevor der Hebel wieder losgelassen wird. Ein echtes Problem ist das aber nicht, die Gänge rasten sauber ein. Die 11-34-Kassette ist sehr fein abgestuft, das macht besonders in flachem bis welligem Terrain Spaß. Dafür muss an steileren Anstiegen der Umwerfer einbezogen werden; Shimano-typisch arbeitet der aber leicht und zuverlässig.

Shimano GRX Kurbel im Detail

Shimano kombiniert unter dem Label GRX bewährte Rennrad- und Mountainbike-Technologien zu spezifischen Gravelkomponenten. Erhältlich sind gleich mehrere Versionen: Die neue Shimano GRX kommt wahlweise als elektronische oder mechanische Ausführung, mit 1- oder 2-fach Kurbeln und 10- und 11-fach Schaltwerken. 600 liegen etwa auf Ultegra bzw. 105-Niveau, der 10-fach-Antrieb mit Kürzel 400 entspricht etwa der Shimano-Tiagra-Gruppe. 12-fach - wie die neuen MTB-Gruppen - gibt’s die GRX nicht.

Die Shimano GRX Kurbeln sind speziell für den Gravel-Einsatz konzipiert. Die Kurbel sind etwas breiter und die Kettenlinie wandert um 2,5mm nach außen, um für mehr Reifenfreiheit am Hinterrad zu sorgen. Bis zu 42mm Reifenbreite sind möglich.

Außerdem haben die GRX-Kurbeln eine größeren Übersetzungs-Bandbreite. Die 2-fach GRX Kurbel kommt mit 48-31 Kettenblättern (11-fach) bzw. 46-30 Kettenblättern (10-fach). Das ist ein Unterschied von 17 (bzw. 16) Zähnen zwischen den beiden Kettenblättern.

Die 1-fach GRX-Kurbeln kommen mit 40 Zähnen. Um zu verhindern, dass die Kette vom Kettenblatt springt, verfügen die 1-fach Kurbeln über das Dynamic Chain Engagement Zahnprofil. Hierbei ist jeder zweite Zahn etwas breiter, was die Kette fester am Kettenblatt halten soll.

Die GRX Gruppe kommt übrigens ohne eigenen Kassette und Kette. Stattdessen ist die GRX Schaltung mit Rennrad- und MTB-Kassetten kompatibel. Wer 11-fach schalten möchte, kann Ultegra oder 105er Rennradkassetten oder Deore XT oder SLX MTB-Kassetten verwenden. Die 10-fach GRX-Schaltwerke funktionieren mit Tiagra und Deore Kassetten.

Shimano GRX im Praxistest

Im Fahreindruck überzeugte die mechanische Gruppe: Im Praxistest gab es kein Kettenschlagen, keine -abwürfe, -klemmer oder anderen Probleme. Im Gegenteil: Der Antrieb arbeitete präzise, geräuscharm - und schaltete etwas knackiger als die gewohnten Straßenkomponenten. Was die Übersetzung angeht, fühlt sich die Einfach-GRX "offroad" wohler, da dort die teils großen Gangsprünge weniger stören und auch die Bandbreite ausreicht. Auf Asphalt müssen die Beine bei einer 40/11-Übersetzung ab ca. 45 km/h schon ganz schön wirbeln … 12-fach-Antriebe, wie sie Shimanos Mitbewerber für Straße und/oder MTB anbieten, haben hier etwas mehr zu bieten.

Die gemischte Testgruppe aus 800er, 600er, 400er und gruppen-unspezifischen Komponenten bringt es laut RB-Messung mit Einfach-Kurbel, 40er Kettenblatt, 11-40er-Kassette und 11-fach-Hebeln und -Schaltwerk auf 3034 Gramm. Addiert man alle Zirka-Preise des deutschen Importeurs, würde diese Zusammenstellung 979 Euro kosten.

Shimano GRX Di2 im Dauertest

Knapp 2500 Kilometer hat die GRX-Di2-Gruppe im RB-Dauertest abgespult, teils unter widrigsten Bedingungen. Und damit genug für einen Testbericht, der fast durchweg positiv ausfällt.

Shimano bietet auch im Gravel-Segment weiterhin eine Zweifachkurbel an, mit Offroad-tauglicher Abstufung (48/31) und somit einem ungewöhnlich großen 17-Zähne-Sprung. Ob das funktioniert? Ja, und zwar absolut problemlos. Im Dauertest gab es nicht einen Kettenklemmer oder -abwurf! Mit stoischer Präzision wuchtet der Umwerfer die Kette hin- und her - maximal verlässlich, untermalt vom typischen Geräusch des E-Motors. Kein Grund also, auf "Zweifach" im Gelände zu verzichten. Die Bandbreite im Zusammenspiel mit einer 11-34-Kassette überzeugte, die Abstufung ist feiner als bei jedem Einfach-Ensemble, obwohl Shimano noch immer auf elf Ritzel setzt und nicht, wie bei den MTB-Top-Gruppen, auf deren zwölf. Auch das Schaltwerk funktionierte stets geschmeidig und präzise, Kettenschlagen unterbindet es verlässlich.

Shimano GRX 12-fach: Das Upgrade

Mit der Shimano GRX 12-fach Gruppe bringen die Japaner ein großes Upgrade für ihre Gravel-Gruppe. Sämtliche neuen GRX Komponenten schalten auf zwölf Gängen. Das heißt auch direkt, dass ein Mischen mit den „alten“ GRX Bauteilen nicht möglich sein wird. Wie schon beim Vorgänger wird es auch bei der neuen GRX Gruppe verschiedene Kategorien geben. Die Komponenten der 800er Serie bilden dabei nach wie vor die Speerspitze und zielen auf ambitionierte Gravel-Fahrer, wohingegen sich die günstigeren 600er Bauteile eher an Einsteiger richten.

Mit dem Sprung auf zwölf Gänge und breiter abgestuften Kassetten kann Shimano einen der wahrscheinlich größten Nachteile der bisherigen GRX Gruppe ausmerzen. Bei den verwendeten Kassetten setzt Shimano sinnvoller Weise auf das, was man bereits aus dem MTB-Bereich im Programm hat. Neben der breit abgestuften 10-51er Kassette trifft das auch auf die enger abgestufte 10-45er Variante zu, die sich damit auch eher an ambitionierte, fitte Fahrer richtet, die auf einen leichten Berg-Gang verzichten können. Der Wechsel auf die 12-fach Kassetten heißt jedoch auch, dass für die Montage ein Micro Spline Freilauf benötigt wird.

Im Falle der neuen GRX heißt das, dass man mit einem 2x12 Setup das beste aus beiden Welten bekommt. Wie schon bei den Konfigurationen ohne Umwerfer setzt Shimano auch hier auf Kassetten, die sich bereits im Portfolio befinden. Neben der 11-34 Kassette aus der Ultegra-Reihe betrifft das auch den 11-36er Kranz der neuen 105 Di2 Gruppe. Bei den Kurbeln gibt es entweder eine 48/31er Abstufung für die 800er Baureihe oder eine etwas leichtere 46/30 bei der 600er Kurbel.

Wir konnten bereits vor der offiziellen Vorstellung einige Praxiseindrücke mit der neuen Gravel-Gruppe aus dem Hause Shimano sammeln. Konkret war an unserem Testbike die 1-fach Variante mit der eng abgestuften 10-45er Kassette verbaut. Dabei fällt auf, dass überraschend wenig auffällt: Im Blindtest hätten wir die Veränderungen zum direkten Vorgänger wohl kaum gespürt. Die Schaltvorgänge sind weiterhin schnell und präzise, die Ergonomie an den 800er STIs nach wie vor exzellent.

Vor- und Nachteile der Shimano GRX

Die Shimano GRX Schaltgruppe ist seit knapp einem Jahr auf dem Markt. Nun tritt Shimano jedoch mit dem Anspruch an, erstmals eine eigenständige und vollständig „durchdachte Lösung“ für das Breitreifensegment unterhalb des Mountainbikes entwickelt zu haben: mit einer „auf Schotter abgestimmte[n] Halterungsergonomie“, robusteren Komponenten und geräuscharmen Antrieb.

Zum Schaltverhalten kann man nur sagen: Das flutscht. Man muss die Schaltlogik von Shimano mögen, aber die Gruppe funktioniert einwandfrei, ohne große Schaltfehler. Gangwechsel erfolgen sowohl am Umwerfer, als auch am Schaltwerk jederzeit geschmeidig, zuverlässig und schnell. Mit oder ohne Handschuhe klappt die Bedienung hervorragend. Auch ohne Kettenfänger kam es nur sehr selten zu Kettenabwürfen. Beim Herunterschalten mag der Umwerfer allerdings keinen Druck. Einen Vorteil von 1-fach sehe ich nicht. Auch im Gelände möchte ich den Luxus von relativ engen Gangabstufungen genießen.

Bei der Langlebigkeit gibt es Abzüge: Zum einen löste sich bei mir recht schnell die „Anti-Rutsch-Beschichtung“ an den Hebeln, die laut Werbeaussage von Shimano für extra „Grip“ sorgen soll. Zum anderen stellt sich mir die Frage, warum die Bauweise der Hebel „halboffen“ ausgeführt ist. Dadurch gelangt sehr viel Sand und Staub in die Mechanik.

Die GRX eröffnet zweifellos neue Möglichkeiten. Dabei erwies sich die Gruppe nicht nur für Räder abseits der Straße geeignet: Sie passt auch hervorragend ins Lastenheft der modernen Randonneure und Bikepacker auf der Straße. Selbst mit Gepäck sollte die GRX-Übersetzung jeglichen Bergen und Passfahrten ihren Schrecken nehmen. An der Haltbarkeit und Verarbeitungsqualität muss Shimano allerdings noch arbeiten.

Die simple Antwort lautet: Ja, die brauchen wir! Anstiege, die auf Asphalt im kleinsten Gang schon anstrengend sind, können auf Schotter aber schlicht unbezwingbar werden. Die Lösung des Problems ist eine Vergrößerung der Bandbreite. Mit einer Verlagerung in Richtung der kleineren Gänge ist es nicht getan, da auch in der Ebene mit viel Druck auf dem Pedal und hoher Geschwindigkeit gefahren werden soll.

Shimano GRX Di2: Kritikpunkte

Das neue GRX Di2 Modell von Shimano macht technisch und funktional viele Sachen richtig. Jedoch bringt es keine neuen Innovationen für das Gravelbike mit, die von einem High-End-Produkt erwartet werden könnten. Das begrenzte Sortiment an Übersetzungen ist auf den Massenmarkt ausgerichtet und passt somit nicht zu der wachsenden Vielfalt der Gravelfahrrad-Welt. Insbesondere dass keine Option für nur ein Kettenblatt vorhanden ist, könnte potentielle Käufer abschrecken.

Obwohl die meisten Käufer zufrieden waren, stellte Shimano sein Angebot hauptsächlich auf günstige und mittlere Preisklassen aus. Anspruchsvollere Gravelfahrer/innen, die nach etwas Besonderem suchten, könnten daher enttäuscht gewesen sein. Sram nutzte bei seiner fast zeitgleich vorgestellten AXS direkt 12 statt 11 Ritzel und ließ Shimano damit schon nach der Vorstellung hinter sich zurück.

Mit Antrieben ohne Umwerfer wurde Sram besonders populär und erreichte mit hochpreisigen Fahrrädern eine beachtliche Marktpräsenz. Hinsichtlich der 1x11-Gruppe war die GRX von Shimano ein eher schlechter Kompromiss; und nahezu unbrauchbar ist die preiswerte 1x10 Schaltung im Gelände, da die Übersetzungsbandbreite zu schmal war. Mit Campagnolo und Sram können deutlich leichtere (wenn auch teurere) Räder gebaut werden. Ein kompetitives High-End-Produkt für hochwertige Gravelbikes fehlt den Japanern bisher in ihrem Portfolio.

Es übernimmt die Brems- und Antriebssysteme der mechanischen Version, wobei nur die Schaltbremshebel, der Umwerfer und das Schaltwerk wirklich neu sind. In der Praxis lässt die Funktionalität der Gruppe kaum Raum für Kritik. Die Griffe sind nun, wie bei den neueren Rennradgruppen, drahtlos mit den Schaltkomponenten verbunden, wobei Shimano eine Batterielebensdauer von bis zu vier Jahren verspricht. Form und Befestigung wurden leicht angepasst, um besser zu den typischen, ausgestellten Lenkerenden von Gravelbikes zu passen.

Wie erwartet, ist das Schaltverhalten der neuen Shimano GRX Di2 sowohl vorne als auch hinten hervorragend, allerdings arbeitet der Umwerfer ziemlich laut. Das heulende Motorgeräusch erinnert an die frühen Di2-Generationen, während die aktuellen Rennrad-Umwerfer deutlich leiser und optisch unauffälliger sind. Das neue Schaltwerk am Hinterrad arbeitet schnell und präzise. Der bewährte Dämpfer verhindert zuverlässig, dass die Kette bei Erschütterungen klappert. Die Übersetzung mit zwei Kettenblättern vorne und einer 11-36-Kassette - technisch auf dem Niveau von 105 - dürfte für die meisten Anwendungen gut passen.

Im Gegensatz zur mechanischen Version ist das Schaltwerk nicht dafür ausgelegt, Ritzel mit mehr als 36 Zähnen zu bewältigen. Auch eine Alternative zum Zweifach-Kurbelsatz mit 48/31 Zähnen ist nicht verfügbar. Daher ist der Betrieb mit einem Einfach-Kurbelsatz ohne Umwerfer schlicht bei der neuen GRX Di2 nicht möglich.

Das Fehlen einer Antriebsoption mit einem Kettenblatt könnte Shimano Kunden kosten, denn die einfache Bedienung dieser Antriebe ist für viele Fahrer inzwischen ein wichtiges Kaufkriterium. Auch die Möglichkeiten für breitere Reifen sind dadurch eingeschränkt: Obwohl die maximalen 47 Millimeter für die meisten Schotterfahrer ausreichend sein dürften, könnten diejenigen, die schwereres Gelände und breitere Reifen bevorzugen, gezwungen sein, zur Konkurrenz zu wechseln.

Shimano GRX Kurbelgarnitur FC-RX810

Insbesondere bei der GRX FC-RX810 Kurbelgarnitur legen die Entwickler von SHIMANO ein besonderes Augenmerk auf die Anforderungen moderner Cross-, Gravel- und Commuter-Bikes. So minimiert das Tretlager für 1 x 11-fach Antriebe die Komplexität des Schaltens, da nur noch mit dem Schaltwerk an der Kassette geschaltet werden muss. Zudem ist das Kettenblatt mit SHIMANO´s DYNAMIC CHAIN ENGAGEMENT+ Zahnprofil ausgestattet, was für eine hervorragende Kettenführung sorgt und die Fahrradkette insbesondere in unwegsamem Gelände stets an ihrem Platz hält.

Den nötigen Platz für großvolumige Reifen schafft SHIMANO bei den GRX Kurbeln durch eine, im Vergleich zu „normalen“ SHIMANO Road-Kurbeln, um 2,5 mm weiter außen liegende Kettenlinie.

Details:

  • einfaches und intuitives Schalten ohne die Komplexität eines Umwerfers
  • DYNAMIC CHAIN ENGAGEMENT+ Zahnprofil für optimale Kettenführung auf holprigem Untergrund

technische Daten:

  • Einsatzbereich: Gravel, Road, Cyclocross
  • hohlgeschmiedete Kurbelarme aus Aluminium
  • Kettenblätter aus Aluminium
  • Kompatibilität: 11- / 1-fach
  • Tretlager mit integrierter Achse
  • für Gehäusebreite: 68 / 70 mm
  • Abstufung: 40 Zähne oder 42 Zähne
  • Lockkreis: 110 / 80 mm (asymmetrisch)
  • Kettenlinie: 46,9 mm
  • Gewicht: ca. 655 g

erhältlich in:

  • 170 mm Kurbelarmlänge
  • 172,5 mm Kurbelarmlänge
  • 175 mm kurbelarmlänge

Lieferumfang:

  • 1 x SHIMANO GRX FC-RX810 Kurbelgarnitur (1 x 11-fach)

OHNE Innenlager.

Tabelle: Shimano GRX vs. SRAM Apex

Merkmal Shimano GRX SRAM Apex
Schaltung Mechanisch oder elektronisch (Di2) Elektronisch (AXS) oder mechanisch
Kurbel 1-fach oder 2-fach 1-fach
Anzahl Ritzel 10, 11 oder 12 12
Ergonomie Breite Bremshebel, texturierte Griffgummis Schlanke Griffe, große Schaltknöpfe
Zielgruppe Rennradler, Reiseradler, Pendler Gravelbike-Neulinge

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