Die Shimano GRX ist speziell für den Einsatz an Gravel- und Cyclocrossbikes entwickelt worden. Schotter, Trails und Straße: Shimanos neue Schaltgruppen-Familie GRX ist vielfältig und schwierig zu definieren.
Die Shimano GRX gibt es in drei verschiedenen Serien - mit Einfach- oder Zweifach-Antrieb, mit elektronischer oder mechanischer Schaltung und verschiedenen Möglichkeiten der Individualisierung. Auch die Räder unterscheiden sich untereinander stark.
Vielfalt und Individualisierung der Shimano GRX
Auch deshalb habe sein Team von Anfang an auf eine möglichst vielfältige und individualisierbare Schaltgruppen-Familie gesetzt, sagt der Shimano-Ingenieur Hiroshi Matsumotu. Die GRX- Komponenten sind über die einzelnen Serien hinweg miteinander kompatibel und auch mit solchen aus Shimanos Mountainbike- und Rennrad-Gruppenfamilien kombinierbar.
Shimanos neue Gravel-Schaltgruppenfamilie GRX ist vielfältig: Die drei Serien RX800, RX600 und RX400 entsprechen den etablierten Stufen Ultegra, 105 und Tiagra. Es kann zwischen Einfach- und Zweifach-Kurbeln gewählt werden. Neben der Elffach-Kassette gibt es auch eine Zehnfach-Kassette, die mit dem Zweifach-Antrieb kompatibel ist.
Optional können Zusatz-Brems- und Schalthebel am Oberlenker verbaut werden. Die Gewichte und Preise unterscheiden sich je nach der individuellen Zusammenstellung der Schaltgruppe, die viele Möglichkeiten bietet.
Technologien und Features des GRX RX810 Schaltwerks
Die GRX-Schaltwerke basieren auf den 2018 eingeführten RX-Modellen von Shimano und stabilisieren die Kette dank des Shadow-RD-Plus-Systems. Dadurch schlug die Kette auch auf holprigem Untergrund kaum auf die Kettenstrebe, der Schaltwerkskäfig blieb in allen Situationen stabil.
Darüber hinaus kommt ein Stabilisator mit Ein- und Ausschalter zum Einsatz, der das Schlagen der Kette reduziert und so einem Kettenabwurf entgegenwirkt. Zugleich führt das zu einem geräuschärmeren Antrieb. Im Vergleich zu anderen Kettenrückhaltevorrichtungen wird außerdem Gewicht gespart.
Kompatibilität und Spezifikationen
Mit dem Shimano GRX RD-RX810 Schaltwerk schaltest Du auf rauem Terrain leise und reibungslos. Ein einstellbarer Kettenstabilisator, die Shadow RD+ Technologie, bewahrt Dich vor Kettenschlagen und -abwürfen. RD-RX810 ist nicht nur mit GRX Schalt-/Bremsgriffen, sondern mit allen aktuellen Shimano 11-fach Road Dual Control STIs kompatibel.
Verwende dieses Schaltwerk, wenn Du eine 11-30 oder 11-34 Kassette fährst. Zugunsten einer feineren Gangabstufung testeten wir jedoch die Zweifach-Kurbel mit einer Übersetzung von 48 und 31 Zähnen.
- Maximale Zähnezahl größtes Ritzel: 34 Zähne
- Minimale Zähnezahl größtes Ritzel: 30 Zähne
- Maximale Zähnezahl kleinstes Ritzel: 11 Zähne
- Minimale Zähnezahl kleinstes Ritzel: 11 Zähne
- Maximale Differenz vorn: 17 Zähne
- Gesamtkapazität: 40 Zähne
Komfort und Kontrolle im Gelände
Kontrolle und Komfort: Diese beiden Eigenschaften sind auf ruppigen und unbefestigten Fahrbahnen entscheidend. Gravel-spezifische Lenker sind daher in der Regel breiter und weisen den sogenannten „Flare“ auf: Der Unterlenker ist seitlich ausgestellt.
Am Testrad war das neue offroad-spezifische Aluminiummodell Discover von Shimanos Hausmarke Pro verbaut. Die Pro-Ingenieure entwickelten die neuen Komponenten der Discover-Linie speziell für den Gravel-Einsatz. Besonderen Komfort sollen dabei auch die stärker flexende Discover-Carbon-Sattelstütze sowie der auf dem verbreiteten Rennrad-Sattelmodell Stealth basierende Kurzsattel Stealth Offroad bringen.
Erfahrungen im Praxiseinsatz
Die Shimano GRX Schaltgruppe ist seit knapp einem Jahr auf dem Markt. Die Aufregung um die Gruppe war von Anfang an gewaltig und das Interesse an ihr ist nach wie vor groß. Es handelt sich hierbei nämlich um die einzige Gruppe von Shimano, die ausdrücklich für die wachsende Gravel-, Bikepacking- und Cyclocross-Sparte vorgesehen ist.
Zum Schaltverhalten kann man nur sagen: Das flutscht. Man muss die Schaltlogik von Shimano mögen, aber die Gruppe funktioniert einwandfrei, ohne große Schaltfehler. Gangwechsel erfolgen sowohl am Umwerfer, als auch am Schaltwerk jederzeit geschmeidig, zuverlässig und schnell. Mit oder ohne Handschuhe klappt die Bedienung hervorragend.
Im Gravel-Einsatz kommen die Vorteile einer elektronischen Schaltung besser zum Tragen als in vielen Asphalt-Situationen. Als praktisch empfanden wir auch die Extra-Schalthebel, die man als Sprint-Shifter im Lenkerbogen oder als Climb-Shifter am Oberlenker anbringen kann.
Shimano GRX vs. SRAM Apex: Ein Vergleich
Kurz & KnappDie neuen Offroad-Gruppen von Shimano und SRAM sind besser auf die Bedürfnisse von Gravelbikern abgestimmt als je zuvor. Mit sinnvollen Übersetzungen, einfacher Bedienung und gelungener Ergonomie überzeugen sie Einsteiger wie Vielfahrer gleichermaßen - und folgen dennoch komplett unterschiedlichen Konzepten.
Shimanos mechanische GRX bietet mit der Zweifach-Kurbel ein breites und fein abgestuftes Getriebe, das vor allem Renn- und Reiseradler anspricht. Die elektronische SRAM Apex AXS punktet mit einfacher Bedienung sowie unkomplizierten und präzisen Gangwechseln in jeder Situation.
SRAM sieht die Zukunft im Einfach-Kettenblatt und dem elektronisch gesteuerten Gangwechsel. Die Amerikaner machten Antriebe mit einem einzelnen Kettenblatt einst salonfähig, für die neue Apex gibt es nun gar keinen vorderen Umwerfer mehr. Die Gruppe ist die bislang preiswerteste Variante, eine Schaltung auf dem neuesten Stand der Technik zu fahren: elektronisch über Funk betätigt, mit zwölf Ritzeln am Hinterrad.
Die zweite GRX-Generation von Shimano bekommt ebenfalls ein zwölftes Ritzel spendiert. Doch sie wird, wie an unserem Testrad von Arc8, bis auf Weiteres nur mit den gewohnten Schaltbremsgriffen und Bowdenzügen bedienbar sein.
Ergonomie und Haptik
Optisch sieht bei Shimano alles aus wie gewohnt, fein poliertes, dunkel eloxiertes Alu bestimmt den Eindruck. Doch schon beim Erstkontakt mit den neuen GRX-Hebeln fällt auf, dass an deren Form gefeilt wurde. Die Bremshebel sind weit nach außen angestellt, extrem breit und bieten den Fingern eine satte Auflagefläche; von oben lassen sie sich wunderbar greifen, und man kann viel Kraft aufbauen. Die Auflagefläche auf den Griffgummis ist größer und bietet nun ein regelrechtes Tableau für die Hände.
Die SRAM-Griffe sind schlanker und runder, sie passen auch kleinen Händen. Auch die Bremshebel sind breit, vorne abgeflacht und prima erreichbar, die riesigen Schaltknöpfe sowieso. Einen haptischen Unterschied zu den teuren Gruppen spürt man nicht.
Vor- und Nachteile im Überblick
Am Ende des Vergleichs überzeugen beide Gruppen, wenn auch mit leicht unterschiedlichen Stärken. Beide Hersteller bedienen Geländefahrer jeder Couleur, mit der breiten Palette von Übersetzungsvarianten lässt sich das Bike an jeden erdenklichen Einsatzzweck anpassen.
Mit der Option auf zwei Kettenblätter und Verzicht auf Elektronik ist die GRX vor allem für Reiseradler und Pendler interessant. Shimano hat in der Vergangenheit bewiesen, dass auf die langlebigen und funktionalen Komponenten Verlass ist, mit diesem Ruf wird die GRX sicherlich ein Selbstläufer.
Die Apex von SRAM könnte für bestimmte Zielgruppen aber attraktiver sein. Sie besticht vor allem durch ihr simples Handling, und die AXS-Version versprüht eher den Charme von High-End-Technik.
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