Shimano GRX Umwerfer Probleme und Erfahrungen im Test

Die Shimano GRX Schaltgruppe ist seit knapp einem Jahr auf dem Markt und erfreut sich großer Beliebtheit. Es handelt sich um die einzige Gruppe von Shimano, die ausdrücklich für die wachsende Gravel-, Bikepacking- und Cyclocross-Sparte vorgesehen ist. Aber auch Reiserennradler und Randonneure dürften sich von ihrem breiten Übersetzungsspektrum angesprochen fühlen. Bislang war es in all diesen Bereichen üblich, klassische Rennradkomponenten zu fahren.

Nun tritt Shimano jedoch mit dem Anspruch an, erstmals eine eigenständige und vollständig „durchdachte Lösung“ für das Breitreifensegment unterhalb des Mountainbikes entwickelt zu haben: mit einer „auf Schotter abgestimmte[n] Halterungsergonomie“, robusteren Komponenten und geräuscharmen Antrieb. Wie aber schlägt sich die Gruppe in der Praxis?

Schaltverhalten und Funktion

Zum Schaltverhalten kann man nur sagen: Das flutscht. Man muss die Schaltlogik von Shimano mögen, aber die Gruppe funktioniert einwandfrei, ohne große Schaltfehler. Gangwechsel erfolgen sowohl am Umwerfer, als auch am Schaltwerk jederzeit geschmeidig, zuverlässig und schnell. Mit oder ohne Handschuhe klappt die Bedienung hervorragend. Auch ohne Kettenfänger kam es nur sehr selten zu Kettenabwürfen.

Beim Herunterschalten mag der Umwerfer allerdings keinen Druck. Auch im Gelände möchte ich den Luxus von relativ engen Gangabstufungen genießen. Da es von der GRX keine Schellenversion gibt, wurde stattdessen auf Shimano 105 FD7000 gesetzt. Die Kassette von Sram harmoniert wunderbar mit den Shimano-Komponenten.

Probleme mit dem Umwerfer

Einige Benutzer haben Probleme mit dem Shimano GRX Umwerfer festgestellt. Ein konkretes Problem ist, dass sich der Kabelzug nicht durch das Verstellen der oberen Schraube lösen/bewegen lässt. Diese Schraube lässt sich nur ca. 25° bewegen und das Kabel lässt sich nicht einmal verschieben. Es scheint, dass das sichelförmige Teil, welches den Zug festklemmt, nicht fest mit der Schraube verbunden ist und nur ein wenig klemmt.

Es wird empfohlen, einen passenden Inbusschlüssel zu verwenden und mit etwas mehr Kraft zu drehen, um die Schraube weiterdrehen zu lassen. Die Klemmschraube ist ganz sicher weiter zu drehen als diese ca. 25°.

Haltbarkeit und Verarbeitung

Bei der Langlebigkeit gibt es Abzüge: Zum einen löste sich recht schnell die „Anti-Rutsch-Beschichtung“ an den Hebeln, die laut Werbeaussage von Shimano für extra „Grip“ sorgen soll. Zum anderen stellt sich die Frage, warum die Bauweise der Hebel „halboffen“ ausgeführt ist. Dadurch gelangt sehr viel Sand und Staub in die Mechanik.

Ein größeres Problem entstand, als die Spannfeder im rechten Hebel anbrach und die Funktionstüchtigkeit des Hebels nicht mehr vollständig gegeben war. Überraschend war, dass die kleine Wippe nach genauer Inspektion lediglich von zwei kleinen Federn, beziehungsweise Drähten abhängt. Nach langem Hin und Her wurde der rechte Hebel schließlich auf Garantie ersetzt. Zuvor wurde immer wieder darauf verwiesen, dass der Schalthebel ein „Verschleißteil“ sei.

Die Kettenblätter zeigen bereits deutliche Verschleißzeichen und werden daher nach dem nächsten Kettenwechsel ebenfalls gewechselt werden. Die Beschichtung der Kurbel scheint relativ robust zu sein. Lediglich grobe Steine haben dem Lack etwas angetan. Allerdings verschwindet das Logo recht schnell, wenn man mit dem Fuß an die Kurbel herankommt.

Die Schaltröllchen vom Shimano 105 Schaltwerk waren nach etwa 8000km verschlissen. Vermutlich ist dies auch auf die veränderte Kettenlinie zurück zu führen (& das Fahren der „verbotenen“ Kombination zwischen Ritzel und Kettenblatt). Etwa zeitgleich musste man die Ritzel der „Lieblingsgänge“ wechseln.

Bremsen

Man gewöhnt sich aber recht zügig an den Komfort, die automatische Belagsnachstellung und vor allem die Dosierbarkeit der Hydraulik. Das Bremsverhalten würde ich als sehr knackig und mit deutlichem Druckpunkt beschreiben. Entlüften musste ich bisher nicht. Die mitgelieferten Bremsbeläge halten außerordentlich lange: vorn nach ca. 6000km getauscht und hinten läuft immer noch der erste Satz. Ein baldiger Wechsel wird dort aber notwendig sein. Fading habe ich noch nicht gehabt: selbst bei einem 500 Meter langen Teilstück

Einen Schwachpunkt stellt jedoch die Befestigung der Bremsbeläge dar: Warum verwendet Shimano hier eine Schlitzschraube als Befestigung? Unterwegs ist mit dem Multitool schnell mal ein Malheur passiert und der Schraubenkopf beschädigt. Das sollte man schleunigst tauschen.

Fazit

Das Schalt- und Bremsverhalten ist insgesamt sehr überzeugend. Die Übersetzungsbandbreite der GRX eröffnet zweifellos neue Möglichkeiten. Dabei erwies sich die Gruppe nicht nur für Räder abseits der Straße geeignet: Sie passt auch hervorragend ins Lastenheft der modernen Randonneure und Bikepacker auf der Straße. Selbst mit Gepäck sollte die GRX-Übersetzung jeglichen Bergen und Passfahrten ihren Schrecken nehmen. An der Haltbarkeit und Verarbeitungsqualität muss Shimano allerdings noch arbeiten.

Kundenbewertungen

Es gibt positive Kundenbewertungen zur Shimano GRX Schaltgruppe:

  • Jonathan B. (17.05.2024): Einfache Montage, funktioniert solide.
  • Wieslaw B. (23.05.2022): Perfekt.

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