Die Anleitung zeigt, wie man einen Freilaufkörper von Shimano wartet und erneuert. Um den Freilauf zu lösen, benötigen Sie einen 10 mm Inbus. Diesen stecken Sie dann in den Freilauf rein. Der Freilauf ist mit einer Hohlschraube befestigt, die durch die Achse läuft. Diese Schraube muss gelöst werden. Anschließend können Sie den Körper abnehmen. Bei manchen Shimano-Naben liegt zwischen dem Freilauf und dem Nabenkörper noch eine dünne Unterlegscheibe.
Wartung des Freilaufkörpers
Der Shimano-Freilauf braucht in der Regel nur alle 10000 km (ca.) gewartet werden. Ist dieser DEFEKT, muss er komplett ersetzt werden. Der Freilauf hat auf der Seite die an der Nabe liegt eine kleine Gummidichtung, die das Eindringen von Schmutz und Wasser verhindern soll. Hier sollte man bei der Wartung beginnen. Wenn Sie die Dichtung mit den Fingern zusammen ziehen, wölbt sie sich ein bisschen, wodurch man diese herausnehmen kann. Reinigen Sie nun die Dichtung aber auch die Nute in der die Dichtung sitzt.
Wenn Sie den Freilaufkörper gereinigt haben, kann die Dichtung wieder eingesetzt werden. Fetten Sie die Dichtungs-Nute gut, den so wird das Eindringen von Dreck und Wasser verhindert. Falls Sie nicht sicher sind, ob der Freilauf noch in Ordnung ist, so überprüfen Sie die Freilauflager. Das geht wie folgt: Den inneren Teil des Freilaufs festhalten und mit der anderen Hand den Freilauf drehen. Läuft das Lager rauh oder ist ein HAKEN zu spüren, ist der Freilauf defekt. Er sollte dann ausgetaucht werden. Ist der Freilauf in Ordnung, reinigen Sie die Unterlegscheibe und den Nabenkörper (auch die Stirnverzahnung).
Montage des Freilaufkörpers
Schrauben Sie nun die leicht gefettete Hohlschraube wieder rein. Achten Sie darauf, dass die dünne Unterlegscheibe leicht gefettet wieder auf die Nabe aufliegt. Damit der Freilauf sich nicht lösen kann. Fetten Sie auch leicht die Verzahnung im Nabenkörper. Beachten Sie den von Shimano angegebenen Drehmoment es beträgt 38 bis 49 Nm. Gehen Sie jetzt wieder zu Thema » Montage der Nabe.
Ab ca. 2000 hat die Freilaufnabe von Shimano diese älteren Hinterradnaben mit Gewinde weitestgehend am Markt verdrängt, außer im Niedrigpreissegment. Wegen der weiter außen gelegenen Lage des rechten Kugellagers in der Shimano Freilaufnabe, wird die Achse näher an ihren Enden gehalten. Daraus resultiert, dass es bei diesen Naben so gut wie keine verbogenen Achsen mehr gibt. Der Sperrklinkenmechanismus ist in der Freilaufnabe integriert (er ist aber weiterhin wartbar). Wenn die Ritzel auf der Kassette verschleißen, muss man nur die Ritzel austauschen und nicht gleichzeitig den Sperrklinkenmechanismus.
Die älteren Shimano Kassetten hatten ein Design mit "abgedrehten" Zähnen, das Uniglide genannt wurde. Diese Kassetten hatten neun identische Einkerbungen, die über entsprechend passende Rippen auf dem Freilaufkörper geschoben werden konnten. Unterlegscheiben (Spacer) wurden zwischen je zwei Ritzel geschoben. Ritzel mit weniger als 14 Zähnen hatten einen angebauten Spacer. Die anderen Ritzel waren jedoch umkehrbar. Wenn man eine Richtung verschlissen hatte, konnte man diese Ritzel einfach andersherum wieder anbauen und hatte so gut wie neue Ritzel.
In den späten 1980er Jahren führte Shimano das Hyperglide System ein, bei dem die Kette mit zwei Ritzeln gleichzeitig in Kontakt sein kann. Damit das Ganze funktioniert, müssen die Ritzel eine bestimmte Position in Relation zueinander einnehmen. Hyperglide Ritzel passen genau auf eine Art und Weise auf den Freilaufkörper. Das wird durch eine einzelne schmalere Rippe auf dem Freilaufkörper sichergestelt.
Häufig wird sich darüber beschwert, dass Shimano ohne Grund einfach Merkmale verändert. In diesem Fall jedoch ist die Änderung gut begründet. Als Shimano Hyperglide einführte, wurden die ersten Freilaufkörper so gebaut, dass man noch die alten Uniglide-Kassetten weiterbenutzen konnte. Zudem ist es leicht möglich die Shimano Freilaufnaben auf einen neuen Hyperglide Freilaufkörper umzurüsten. Man kann natürlich auch die neuen Hyperglide Ritzel auf alte Uniglide Freilaufkörper setzen (s. Um die Hyperglide Funktionalität zu erhalten, sind die Ritzel so gebaut, dass sie in Bezug zum nächstgrößeren Ritzel stehen.
Manche "Premium"produkte haben aus Gewichtsgründen den Freilaufkörper aus Aluminium hergestellt. Das ist eine schlechte Idee, da das Standardmuster der Rippen nicht für dieses Material ausgelegt ist. Die Stahlritzel neigen dazu, Kerben in die Kanten der Rippen zu schneiden. Im Produktionsjahr 2004 hat Shimano ebenfalls Aluminiumkörper für Dura Ace zehnfach-Kassetten herausgebracht. Um das oben genannte Problem zu umgehen hat man das Muster der Rippen geändert und sie verbreitert, so dass die Kräfte der Kassette besser verteilt werden konnten.
Shimano Freilaufnaben ab der Mitte der 1980er Jahre haben austauschbare Freilaufkörper, die mittels eines Schraubgewindes und einer Kerbverzahnung fixiert werden. Die allerersten Shimano Freilaufnaben hatten jedoch ein ähnlich primitives Konstruktionsprinzip. Es gab eine Kerbverzahnung, die den Freilaufkörper am rotieren hinderte. Es gab jedoch keine Verschraubung, sondern diese Kerbverzahnung wurde zur Außenseite hin etwas breiter, so dass der Freilaufkörper aufgesteckt und sozusagen eingeklickt wurde. Die Achse hielt diese Konstruktion davon ab, herunterzufallen.
Moderne Hyperglide Kassetten (alles, was nach den späten 1980er Jahre gebaut wurde) verwenden einen Konterring, der die Ritzel auf den Rippen des Freilaufkörpers hält. Für diesen Konterring existiert ein spezielles Werkzeug, dessen Werkzeugkopf in die Keilverzahung des Konterrings passt. Dieser Konterring hat ein ganz normales Rechtsgewinde, das man im Uhrzeigersinn drehen muss, um es festzuschrauben.
Shimano möchte, dass Du eine ihrer vorgegebenen Kombinationen (s. Shimano Standard Kassetten (Tabelle)) benutzt. Es werden eine große Zahl verschiedener Variationen und Bandbreiten angeboten, die den Anforderungen der meisten Fahrradfahrer genügen. Es ist nicht sonderlich schwierig, sich seine Shimano Kassette selbst zusammen zu stellen. Wenn Du ein nicht passendens Uniglide oder HG-Ritzel verbaust, wird das Schalten weiterhin funktionieren, wird aber weniger weich und geräuscharm sein als bei passenden Kombinationen.
So gut wie alle Shimano Freilaufnabenkörper sind untereinander austauschbar. Um den Freilaufnabenkörper abzumontieren, muss man als erstes die Achse ausbauen. Stecke einen 10 mm Inbusschlüssel in die mittige Schraube und löse diese (Rechtsgewinde, also gegen den Uhrzeigersinn). Jetzt kann man den Freilaufnabenkörper abziehen. Dura Ace Körper benötigen eine speziellen Schlüssel (TL-FH10), um den Körper von der Nabe zu trennen.
Obwohl die meiste Körper untereinander austauschbar sind, können sich noch Komplikationen durch Inkompatibiltäten zwischen dem rechten Konus und der Staubkappe des Ersatzkörpers ergeben. Diese Staubkappen können normalerweise einfach herausgehebelt und ausgetauscht werden. Ein häufiger Grund für den Umbau des Freilaufnabenkörpers ist es, eine 6- oder 7-fach Freilaufnabe auf 8-, 9- oder 10-fach aufzurüsten. Das erhöht im Allgemeinen der Mutternabstand der Nabe.
Tatsache ist, dass man eigentlich keinen Überstand der Achse benötigt. Die meisten 6- oder 7-fach Kassetten Freilaufnaben können auf 8- oder 9-fach durch Austauschen des Freilaufkörpers (s. 6- und 7-fach Naben haben normalerweise einen Mutternabstand von 126 mm und 8-/9-fach Naben haben 130 mm (Straße) bzw.
Sollte nach langer Nutzung die Verzahnung des Freilaufs verschlissen sein, findest Du hier alle Teile, um ihn in einen neuwertigen Zustand zu versetzen. Wenn Du Deine NONPLUS Nabe umbauen oder warten möchtest, ist dieses Werkzeug unverzichtbar. Der integrierte Schlagbolzen ermöglicht es, die Endkappen mühelos zu demontieren, ohne die Nabe zu beschädigen.
Das NON VACUUM System verhindert das Eindringen von Wasser und sorgt für eine lange Lebensdauer der Kugellager. Regelmäßige Inspektionen und Reinigungen gewährleisten die optimale Funktionalität. Die Naben-Körper sind mit einer 4-jährigen Garantie ausgestattet, was die überdurchschnittliche Lebensdauer und die Qualität unserer Produkte unterstreicht.
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Hauptvorteile
- Leicht und robust: Mit einem Gesamtgewicht von nur 204 g (Vorne: 63 g, Hinten: 141 g) ist dieses Naben-Set extrem leicht und dennoch maximal belastbar.
- Effiziente Kraftübertragung: Die innovative Konstruktion der Straight Pull Naben sorgt für eine direkte 1:1-Kraftübertragung und minimiert den Abrieb.
- Flexibilität und Anpassungsfähigkeit: Verfügbar in Matt Schwarz und Matt Grau, bietet die Hinterradnabe verschiedene Freilaufoptionen (N3W, HG Road, XDR & MS), um unterschiedlichen Fahranforderungen gerecht zu werden.
- Schutz und Langlebigkeit: Ausgestattet mit dem NON VACUUM Entlüftungssystem und NON GAP Microspalt-Endkappen, schützt das Naben-Set zuverlässig vor Wasser und Schmutz und garantiert eine lange Lebensdauer.
Perfekte Einstellung und Wartung
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- Langlebigkeit: Die Naben sind so konzipiert, dass sie minimalen Wartungsaufwand erfordern und gleichzeitig eine hohe Langlebigkeit bieten.
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Der Freilauf hat nämlich zwei Schnittstellen: Hinterradnabe und Kassette: Der Freilauf muss sich auf die Hinterradnabe montieren lassen. Allerdings ist diese Schnittstelle nicht standardisiert. Im Gegenteil: Jeder Hersteller hat sein eigenes konstruktives Konzept realisiert und so lassen sich Freiläufe und Naben verschiedener Hersteller nicht so ohne Weiteres miteinander kombinieren. Damit es dennoch in vielen Fällen gelingt, bieten die Hersteller Umrüst-Kits und Adapter an. Das äußere Freilauf-Profil muss zur Kassette passen. Und auch hier gibt es wieder mehrere unterschiedliche „Standards“.
Doch wenn du für eine verbaute Hinterradnabe und eine ganz bestimmte Schaltung einen passenden Ersatz-Freilauf suchst, dann musst du eben beide Kontaktstellen, Nabe und Kassette, im Auge behalten. Allerdings ist die Suche nach den passenden Freiläufen dann kein Hexenwerk, denn im weiteren Verlauf dieses Artikels findest du alles, was du dafür brauchst: Die Liste aller gängigen Freilaufkörper, Umrüst-Kits und Adapter, nach Herstellern sortiert Die Zuordnung all dieser Freilaufkörper zu den gängigen Freilauf-Profilen (Schnittstelle Freilauf/Kassette). Wähle aus diesen Tabellen also die passenden Freilauf-Modelle und recherchiere im Internet nach deren Kompatibilität zu deinen Laufrädern bzw. Hinterradnaben.
Entweder du erkennst das Profil auf Anhieb, oder du suchst nach einer Teilenummer oder einem Schriftzug auf dem Freilauf. Um dir die Diagnose an dieser Stelle zu erleichtern, listen wir im Folgenden die gängigen Freilauf-Profile auf:
- Shimano HG M HG = Hyperglide, Standard für MTB-Kassetten von Shimano, SRAM und vielen anderen Herstellern. Hier passen 8/9/10-fach Road und 11-fach MTB. Das kleinste Ritzel hat mindestens 11 Zähne (für weniger Zähne reicht der Bauraum nicht aus).
- Shimano HG L Hyperglide Road, Standard für Rennrad-Kassetten von Shimano, SRAM und vielen anderen Anbietern. Das kleinste Ritzel hat mindestens 11 Zähne. Hier passen 11/12-fach Road-Kassetten ohne Spacer, für 8/9/10-fach Road-Kassetten und 11-fach MTB-Kassetten benötigst du Spacer.
- Shimano HG L2 HG L2 kommt für 12-fach Road-Kassetten zum Einsatz. Das System ist steifer und leichter als HG L.
- Shimano Micro Spline Micro Spline kommt zum Einsatz für 12-fach MTB-Kassetten, das kleinstes Ritzel hat mindestens 10 Zähne.
- SRAM XD XD wird für 11/12-fach Kassetten von SRAM und einigen anderen Anbietern verwendet. Hier kann das kleinste Ritzel mit lediglich 10 oder 9 Zähnen ausgestattet sein.
- SRAM XDR XDR kommt für 12-fach Road-Kassetten von SRAM zum Einsatz. Die SRAM-XD-Kassetten passen hier mit Spacer.
- Campagnolo ED ED = Exa Drive. Verwendung für 7/8-fach Campagnolo Kassetten.
- Campagnolo UD UD = Ultra Drive. Verwendung für 9/10/11/12-fach Ultra-Drive Campagnolo Kassetten.
- Campagnolo N3W Verwendung für Campagnolo N3W 13-fach Kassetten. Die 11/12-fach Campagnolo Kassetten passen mit Adapter-Kit.
Im Folgenden findest du sämtliche Freilaufkörper, Umrüst-Kits und Adapter in einer Übersicht, alphabetisch nach Hersteller sortiert und mit Angaben zum Freilauf-Profil:
Gäbe es diesen Freilauf nicht, wäre das Radfahren nur halb so schön. Denn dann würden sich die Tretkurbeln samt Pedale immer ohne Unterlass drehen. Doch zum Glück sorgt eben dieser Freilauf dafür, dass wir zu jeder Zeit selber entscheiden können, wann wir in die Pedale treten und wann nicht. Wenn dieser Freilauf allerdings irgendwann Probleme macht, wird es anstrengend. Denn ganz gleich, ob Wartung, Austausch oder Reparatur, die Arbeiten am Freilauf sind aufwändig und erfordern passendes Werkzeug und Know-how.
An dieser Stelle hilft dir unser Leitfaden. Wir beschreiben, wie du den Freilaufkörper einer Hinterradnabe für Kettenschaltung reinigen, fetten, ausbauen, wechseln oder zerlegen kannst. Wir erwähnen dabei auch die notwendigen Werkzeuge und zeigen auf, wo du im Arbeitsablauf ganz besonders aufpassen musst.
Der Freilauf ist nichts anderes als eine Kupplung zwischen der Hinterradnabe und dem Antrieb. Pedalierst du vorwärts, wirkt er als Mitnehmer und überträgt das Drehmoment. Pedalierst du rückwärts oder gar nicht, rutscht sie durch. Dann „überholt“ das Hinterrad den Antrieb. Bei einer Hinterradnabe für Kettenschaltung (Bild) befindet sich dieser Freilauf auf der rechten Seite und nimmt die Kassette (das Ritzelpaket) auf.
Freilauf-Arten
- Sperrklinken-Freilauf: Federnd gelagerte Sperrklinken verhaken sich in den Zähnen der Außenhülse und bilden eine formschlüssige Verbindung. Häufigste Variante im Fahrrad-Bereich.
- Zahnscheiben-Freilauf: Zwei Scheiben mit feiner Verzahnung werden per Feder axial gegeneinander gedrückt. Sehr robuste Kupplung wegen großflächiger Überdeckung in der Verzahnung. Kommt z. B. bei DT Swiss zum Einsatz.
- Walzen- / Rollen-Freilauf: Mehrere Rollen werden an die Außenhülse gepresst und erzeugen eine kraftschlüssige Verbindung. Einsatz eher im Kfz-Bereich.
- Klemmkörper-Freilauf: Viele kleinere Klemmkörper werden gedreht und klemmen sich dadurch fest. Kann hohes Drehmoment aufnehmen.
Am Fahrrad kommt hauptsächlich der Sperrklinken-Freilauf zum Einsatz, bei hochwertigen Naben (DT Swiss) auch der Zahnscheiben-Freilauf. Der Innenkern trägt mehrere Sperrklinken, die gefedert gelagert sind. Sie rutschen in Freilauf-Richtung über die innenseitige Verzahnung der Außenhülse. In Mitnahme-Richtung dagegen greifen die Sperrklinken in diese Verzahnung und bilden eine formschlüssige Verbindung zwischen Innenkern und Außenhülse.
Stirnseitig trägt der Freilaufkörper die Außenlagerschale des rechten Nabenlagers (Bild) und nimmt über ein Innengewinde die Abschlussscheibe der Kassette auf. Die wesentlichen Einflussgrößen hierbei: Nach vorne ist der Freilaufkörper sehr gut vor Schmutz geschützt (Kassette, Dichtung, Nabenlager). Doch auf der Rückseite trägt der Freilauf lediglich einen einfachen, schmalen Dichtring zwischen Innenkern und Außenhülse. Solange dieser Dichtring exakt in Position sitzt, besteht für das untere Kugellager im Freilauf keine Gefahr.
Allerdings schleift diese Dichtung im Betrieb an den Metallflächen entlang und somit verschleißt sie im Laufe der Zeit, wenngleich auch nur geringfügig. Den stärksten Verschleiß am Freilauf bewirkt aber eine mechanische Überlastung durch zu hohe Kräfte beim Pedalieren (zum Beispiel in steilen Anstiegen). Denn die Kraftübertragung im Inneren des Freilaufs erfolgt ausschließlich über die Sperrklinken. Und deren Kontaktfläche zur Außenhülse beschränkt sich auf wenige Quadrat-Millimeter.
Wenn das frische metallische Surren der schlagenden Sperrklinken dumpfer wird oder ganz ausbleibt, ist es an der Zeit für eine genauere Prüfung. Nehme das Hinterrad aus dem Fahrradrahmen und drehe an der Kassette. Wenn sie an bestimmten Stellen im Umlauf abgebremst wird oder in anderer Form ungleichmäßig auf dem Freilaufkörper abrollt, sind Austausch oder Reparatur fällig. Dann hast du mehr Gefühl in der Hand, wenn du auf Schäden untersuchst.
Hast du Schäden erkannt und unternimmst dann nichts, kann der Freilauf unterwegs plötzlich und unerwartet seinen Dienst versagen: Er blockiert oder rutscht komplett durch. Ganz gleich, wie stark der Verschleiß ist: Du musst den Freilauf dann auswechseln oder reparieren.
Um an den Freilaufkörper einer gängigen Shimano-Nabe zu gelangen, musst du zunächst die Kassette, die Hohlachse und die Lagerkugeln auf beiden Seiten der Hinterradnabe entfernen. Dazu benötigst du Konusschlüssel (je nach Nabe 13/15/16/17/18 mm Schlüsselweite), Kettenpeitsche und den passenden Kassettenabzieher. Der Freilaufkörper ist per Hohlschraube auf dem Nabenkörper verschraubt. Achte auf die dünne Metall-Unterlegscheibe, wenn du den Freilauf vom Nabenkörper trennst. Sie darf nicht verloren gehen. Die Prüfung des Freilaufs auf größere Schäden und ein Zerlegen des Freilaufs erfordern nicht die Demontage des Freilaufs von der Hinterradnabe.
Ist der Freilaufkörper in Ordnung, kannst du ihn in sehr eingeschränktem Rahmen reinigen und fetten. Dazu entnimmst du die rückseitig eingelegte Dichtung (durch Aufschieben hebt sich die Dichtung aus ihrem Bett), reinigst von außen (so weit das möglich ist) die Lagerkugeln und fettest die Kugeln mit einem guten Wälzlagerfett. Achte darauf, dass nach dem Fetten möglichst kein direkter Kontakt zwischen dem aufgetragenen Lagerfett und der Dichtung zustande kommt. Verwende für die Dichtung selbt am besten ein Teflonfett.
Benötigst du einen neuen Freilauf, dann orientiere dich an der Bauteile-Bezeichnung der Hinterradnabe (zum Beispiel FH-T780). Daraus kannst du die Teilenummer für den Freilauf ermitteln (zum Beispiel Y-3CZ98050). Für Demontage und Montage eines Freilaufkörpers muss die betreffende Hinterradnabe übrigens eingespeicht sein. Bedenke das, wenn du von einer kompletten Hinterradnabe den Freilauf lösen willst. Dann musst du die Nabe erst in eine beliebige Felge einspeichen (aber nicht vollständig zentrieren).
Wenn du es dir zutraust, kannst du den Freilauf auch zerlegen. Das ist im Rahmen der regelmäßigen Wartung zwar nicht vorgesehen und dort auch nicht nötig, aber es ist sinnvoll, wenn du größere Beschädigungen vermutest und dir nicht gleich einen neuen Freilauf kaufen willst.
- Shimano-Freilauf Bei Shimano-Freiläufen gehst du dabei folgendermaßen vor: Belasse den Freilauf auf dem Laufrad, dann hast du quasi einen Schraubstock für die anstehenden Arbeiten. Breite unter deiner Baustelle einen Stofflappen oder ähnliches aus, damit dir beim Zerlegen keine Lagerkugeln verloren gehen.
Mit dem Werkzeug TL-FH40 von Shimano (Freehub Removal Tool) entfernst du die stirnseitig montierte Lagerschale (die beiden gegenüberliegenden Aussparungen am oberen Rand der Lagerschale nehmen das Werkzeug auf). Alternativ kannst du dir auch ein passendes Werkzeug selber bauen (Fotos unten). Achtung: Linksgewinde. Je nach Freilauf-Variante sind noch Zwischenscheiben verbaut. Lege alle demontierten Bauteile so geordnet ab, dass du bei der späteren Montage nicht in der falschen Reihenfolge montierst. Gebrochene Sperrklinken kannst du natürlich nur entsorgen.
Als Schmiermittel für die Sperrklingen eignet sich ein nicht zu viskoses Fett, denn hoch viskoses Lagerfett könnte den filigranen Feder-Mechanismus negativ beeinträchtigen. Und dann würden die Sperrklinken durchrutschen und du trittst plötzlich ins Leere. Du fettest die Laufrille für das untere Kugellager am Innenkern, setzt dort so viele Kugeln auf, dass für eine Kugel Luft bleibt, legst in der Außenhülse oben innenseitig nach dem Fetten alle restlichen Kugeln in die Lager-Laufrille schiebst den Außenring gaaaaanz vorsichtig über das Innenteil und hoffst darauf, dass alle aufgelegten Kugeln dabei an ihrem Platz bleiben. Danach schraubst du die Lagerschale wieder auf und drückst die Dichtscheibe wieder ein. Achte darauf, dass sie beim Einsetzen nicht verkantet. Löse den Freilauf nun von der Nabe und drücke von hinten den Dichtring wieder in die Nute zwischen Außenhülse und Innenkern.
- DT Swiss - Freilauf Beim DT Swiss Freilauf sieht der Ablauf beim Zerlegen etwas anders aus:
- Nabe mit linker Kontermutter in Schraubstock einspannen
- Kontermutter rechte Seite lösen (darauf hoffen, dass sich nicht die Kontermutter der linken Seite zuerst löst)
- Kontermutter und Abdeckhülse rechte Seite entnehmen
- Freilaufkörper von der Nabe ziehen
Jetzt hast du freie Sicht auf die Sperrklinken und das Nadellager vom Freilauf Nadellager (Gehäusering und Nadeln) abziehen, dabei darauf achten, dass keine Nadel verloren geht und der Lagerring nicht aus Versehen bricht (Kunststoff) Alles reinigen und fetten Nadellager wieder aufstecken (für das Einsetzen der Nadeln ist eine Pinzette sehr hilfreich) Sperrklinken unter dem Drahtring einsetzen Kugellager im Freilaufkörper prüfen (Rillenkugellager 28 x 10 x 8 mm) Wenn das Kugellager defekt ist: Mit einer Zange den Sprengring entfernen und das defekte Lager von hinten mit einem rundem Holzstab und einem Gummihammer vorsichtig austreiben, danach ein neues Lager vorsichtig einschlagen, ohne dabei zu verkanten Freilaufkörper wieder aufstecken und per manueller Drehung prüfen, ob die Sperrklinken wieder korrekt laufen Abdeckhülse und Kontermutter wieder montieren Kontermutter festziehen.
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