Shimano Hohlachse Hinterrad Montage: Eine umfassende Anleitung

Die moderne Steckachse hat sich bei Fahrrädern in den letzten Jahren als Standard durchgesetzt - nicht nur im Mountainbike-Bereich, sondern auch bei Rennrädern und Trekkingbikes. Sie sorgt für eine sichere und stabile Verbindung von Laufrad und Rahmen oder Gabel. Damit Ihr Fahrrad jederzeit einsatzbereit und sicher unterwegs ist, ist die korrekte Montage einer Steckachse am Vorderrad wie auch am Hinterrad entscheidend.

Dieser ausführliche Leitfaden erklärt Ihnen alle Schritte verständlich und gibt Ihnen wertvolle Tipps, wie Sie Fehler vermeiden und die Montage effizient und sicher durchführen. Im Folgenden erfahren Sie, worauf Sie beim Ein- und Ausbau achten müssen, welche Werkzeuge Sie benötigen und wie Sie typische Probleme selbst lösen können. So stellen Sie sicher, dass Ihr Vorderrad oder Hinterrad korrekt fixiert ist und kein Spiel entsteht.

1. Vorteile der Steckachse gegenüber dem Schnellspanner

Die Steckachse hat das klassische Schnellspanner-System in vielen Bereichen abgelöst und bietet einige entscheidende Vorteile. Sie führt das Laufrad präzise in den Rahmen beziehungsweise die Gabel ein und sorgt für einen festen Sitz, der auch bei hohen Belastungen erhalten bleibt. Besonders bei Scheibenbremsen ist eine stabile Verbindung unabdingbar, da die beim Bremsen auftretenden Kräfte nicht nur seitlich, sondern auch axial wirken. Durch den Einsatz von Steckachsen werden die Steifigkeit und damit das Fahrverhalten des Fahrrads spürbar verbessert. Das Rad bleibt auch in anspruchsvollem Gelände oder bei hohen Geschwindigkeiten spurtreu. Darüber hinaus lässt sich eine Steckachse, richtig montiert, meist werkzeuglos lösen und wieder einsetzen.

2. Steckachsen Standards und Systeme

Es gibt verschiedene Standards und Systeme für Steckachsen, die sich in Länge, Durchmesser und Sicherungsmechanismus unterscheiden. Häufig verwendete Maße sind etwa 12 mm, 15 mm oder 20 mm Durchmesser und Längen, die je nach Fahrradtyp und Hersteller variieren. Auch die Art der Verriegelung ist unterschiedlich: Manche Steckachsen besitzen einen Hebel, der das Ein- und Ausbauen ohne Werkzeug ermöglicht, andere werden mit einem Innensechskant bzw. Torx-Schlüssel verschraubt.

Im Rennradbereich ist meist die 12-mm-Steckachse verbreitet, während im Mountainbike-Bereich auch 15 mm und 20 mm Achsen zum Einsatz kommen. Zusätzlich gibt es Unterschiede im Gewinde (z. B. fein oder grob) sowie bei der Positionierung der Gewindeeinsätze im Rahmen oder Ausfallende.

3. Benötigte Werkzeuge und Vorbereitung

Für die Montage und Demontage einer Steckachse benötigen Sie - je nach Achsentyp - gegebenenfalls einen passenden Innensechskantschlüssel (meist 5 mm oder 6 mm), einen Torx-Schlüssel (z. B. T25) oder Sie nutzen den integrierten Schnellspannhebel. Empfehlenswert ist ein stabiles Montagestativ oder ein anderer sicherer Abstellplatz für Ihr Fahrrad, damit Sie beide Hände frei haben und das Rad während der Arbeit nicht kippt.

Vor dem Ausbau sollten Sie zudem darauf achten, die Schaltung auf das kleinste Ritzel zu stellen (beim Hinterrad), um den Ausbau zu erleichtern. Zudem empfiehlt es sich, Handschuhe zu tragen, um sich vor Schmutz und scharfen Kanten zu schützen. Ein fusselfreies Tuch oder etwas Fett können hilfreich sein, um die Achse zu reinigen beziehungsweise neu zu schmieren.

4. Vorbereitung des Fahrrads

Eine sichere Position des Fahrrads erleichtert die Arbeit enorm und schützt vor ungewollten Beschädigungen. Idealerweise nutzen Sie einen Montageständer, der das Rad stabil fixiert. Fehlt ein solcher, können Sie das Fahrrad auch vorsichtig auf den Sattel und Lenker stellen, wobei Sie weiche Unterlagen unterlegen sollten, um Kratzer zu vermeiden.

Stellen Sie sicher, dass das Fahrrad nicht kippen kann und der Zugang zu Vorderrad und Hinterrad frei ist. Beim Ausbau des Vorderrads ist es ratsam, das Bike so zu positionieren, dass die Gabel senkrecht steht. Für das Hinterrad empfiehlt es sich, die Schaltung vorab auf das kleinste Ritzel zu stellen und gegebenenfalls die Kette mit einem Kettenhalter zu entspannen.

5. Ausbau des Vorderrads

Um das Vorderrad auszubauen, öffnen Sie zunächst den Hebel der Steckachse oder lösen Sie die Achse mit dem passenden Werkzeug. Ziehen Sie die Achse komplett heraus und legen Sie sie an einen sauberen Platz. Jetzt kann das Vorderrad vorsichtig nach unten aus der Gabel herausgenommen werden.

Bei Fahrrädern mit Scheibenbremsen sollten Sie besonders behutsam vorgehen, damit die Bremsscheibe nicht verbogen wird. Halten Sie das Rad gerade und achten Sie darauf, dass keine Spannung auf die Gabel kommt. Falls Sie Ihr Rad längere Zeit ohne Laufrad lagern, empfiehlt es sich, einen Abstandshalter für die Bremsbeläge einzusetzen, damit die Bremskolben nicht versehentlich zusammengedrückt werden.

6. Ausbau des Hinterrads

Beim Ausbau des Hinterrads sind einige zusätzliche Schritte erforderlich. Schalten Sie zuerst auf das kleinste Ritzel, um die Kette zu entspannen und den Ausbau zu erleichtern. Lösen Sie dann die Steckachse, indem Sie den Hebel öffnen oder das passende Werkzeug benutzen. Ziehen Sie die Achse ganz heraus und achten Sie darauf, dass die Kette entspannt bleibt.

Heben Sie das Fahrrad leicht an oder ziehen Sie das Hinterrad vorsichtig nach unten aus dem Rahmen. Bei Fahrrädern mit Kettenschaltung kann es hilfreich sein, das Schaltwerk leicht nach hinten zu ziehen, um das Rad leichter herausnehmen zu können. Achten Sie auch hier darauf, die Bremsscheibe nicht zu beschädigen.

7. Vorbereitung für den Einbau

Bevor Sie das Rad wieder einbauen, sollten Sie Steckachse, Achsaufnahme und Ausfallenden sorgfältig reinigen. Entfernen Sie Schmutz, Sand und alte Fettrückstände mit einem fusselfreien Tuch. Kontrollieren Sie die Achse auf Beschädigungen oder Abnutzungserscheinungen. Auch der Zustand der Gewinde und der Achsaufnahme im Rahmen oder der Gabel sollte überprüft werden.

Bei Bedarf tragen Sie etwas frisches Fett auf die Steckachse auf - das erleichtert das Einführen, schützt vor Korrosion und verhindert Knarzgeräusche. Achten Sie darauf, kein Fett auf die Bremsflächen oder Scheiben zu bringen, da dies die Bremsleistung stark beeinträchtigen kann.

8. Einbau des Vorderrads

Zur Montage setzen Sie das Vorderrad gerade in die Gabel ein, sodass die Achsaufnahme exakt mit den Ausfallenden fluchtet. Führen Sie die gereinigte und eventuell leicht gefettete Steckachse vorsichtig durch die Achsaufnahme der Gabel und die Nabe des Laufrads.

Achten Sie darauf, dass die Steckachse problemlos durchgeht und nicht verkantet. Drehen Sie die Achse mit der Hand bis zum Anschlag ein und nutzen Sie anschließend den Hebel oder das Werkzeug, um sie festzuziehen. Die Steckachse sollte so fest angezogen werden, dass kein Spiel mehr vorhanden ist, aber der Hebel nicht zu schwer zu schließen ist. Ist ein exakter Drehmomentwert vorgeschrieben, kontrollieren Sie diesen mit einem Drehmomentschlüssel.

9. Einbau des Hinterrads

Für die Montage des Hinterrads führen Sie das Rad zwischen die Kettenstreben, achten darauf, dass die Kassette mit der Kette richtig positioniert ist, und richten Sie die Achsaufnahme mit den Ausfallenden aus. Heben Sie das Schaltwerk leicht an, um das Einsetzen zu erleichtern.

Schieben Sie nun die Steckachse vorsichtig durch die Ausfallenden und die Nabe. Falls erforderlich, drehen Sie das Hinterrad etwas, um es korrekt zu platzieren. Schrauben Sie die Achse von Hand ein und ziehen Sie sie dann mit dem Hebel oder Werkzeug fest. Auch hier gilt: Die Steckachse muss fest sitzen, aber nicht überdreht werden. Prüfen Sie, ob das Rad zentriert und frei läuft, und ob die Schaltung sauber funktioniert.

10. Richtige Ausrichtung und Anzugsdrehmoment

Die richtige Ausrichtung der Steckachse ist entscheidend für die Funktion und Sicherheit. Ziehen Sie die Achse gleichmäßig fest, sodass das Laufrad exakt mittig sitzt. Ein zu lockeres Anziehen kann zu Spiel und Geräuschen führen, während ein zu festes Anziehen das Gewinde beschädigen oder die Ausfallenden verziehen kann.

Viele Steckachsenhersteller geben ein empfohlenes Anzugsdrehmoment an, das Sie - sofern möglich - mit einem Drehmomentschlüssel prüfen sollten. Der Spannhebel sollte nach dem Schließen parallel zur Gabel oder den Kettenstreben ausgerichtet werden, um nicht während der Fahrt hängen zu bleiben oder sich zu lösen.

11. Funktionstest und Fehlerbehebung

Nach der Montage sollten Sie stets einen kurzen Funktionstest durchführen: Heben Sie das Rad leicht an und drehen Sie das Laufrad. Es sollte sich frei drehen und mittig laufen. Betätigen Sie die Bremse und prüfen Sie, ob die Bremsscheibe schleiffrei läuft und der Bremsdruck stimmt.

Zu den häufigsten Fehlerquellen gehören eine schief eingesetzte Achse, zu fest oder zu locker angezogene Steckachsen oder Schmutz in der Achsaufnahme. Achten Sie darauf, dass kein Fett auf die Bremsscheiben gelangt ist. Sollte das Rad schleifen oder Spiel aufweisen, wiederholen Sie die Montage sorgfältig.

12. Pflege und Wartung der Steckachse

Eine gut gepflegte Steckachse garantiert Langlebigkeit und Zuverlässigkeit. Reinigen Sie die Achse regelmäßig, entfernen Sie Schmutz und tragen Sie gegebenenfalls frisches Fett auf das Gewinde auf. Überprüfen Sie die Achse und die Aufnahmen bei jedem Reifenwechsel oder nach Fahrten im Regen, Schlamm oder Staub auf Beschädigungen und Verschleiß.

Achten Sie darauf, dass der Hebel oder das Werkzeug zum Lösen und Festziehen immer leichtgängig funktioniert und keine Verformungen aufweist. Bei Beschädigungen oder übermäßigem Verschleiß sollten Sie die Steckachse austauschen.

Schritt-für-Schritt Anleitung für den Einbau eines Hinterrads mit Steckachse

  1. Setze das Laufrad in den Rahmen. Achte darauf, dass die Bremsscheibe beim Einsetzen des Rades zwischen den Bremsbacken hindurchgleitet.
  2. Zur Montage des Hinterrades schalte in die in Fahrtrichtung rechts außen liegende Position.
  3. Ziehe dann das Schaltwerk leicht nach hinten und fädle den oben verlaufenden Teil der Kette auf das kleinste Ritzel.
  4. Nun solltest du die Steckachse problemlos montieren können. Diese wird am Hinterrad von der Nicht-Antriebsseite (in Fahrtrichtung linken Seite) hereingeschoben.
  5. Schiebe die Achse durch die Nabe bis sie auf der anderen Seite des Rahmens anstößt. Lässt sich die Achse nicht oder nur schwer einschieben, überprüfe, ob die Laufräder wirklich richtig im Rahmen sitzen.
  6. Befindet sich die Steckachse nun am Anschlag, kannst du sie feststellen. Dies geschieht je nach System auf unterschiedliche Weise.
  7. Steckachsen, die geschraubt werden, musst du mit einem Inbus festziehen wie eine Schraube.
  8. Steckachsen mit einer Kombination aus Gewinde und Hebel werden so festgedreht, dass du den Hebel gerade so noch zu bekommst. Achte hierbei auf die korrekte Ausrichtung des Hebels.

Spezialfall: FOCUS R.A.T. System

Die Marken SR Suntour und Focus Bikes haben eigene Steckachsen entwickelt, die sich besonders schnell und ohne Werkzeug montieren lassen. Bei diesen Systemen wird die Achse nicht in ein Gegenstück eingeschraubt, sondern nur gesteckt und anschließend verspannt. Bei der ersten Benutzung können diese Systeme schonmal etwas verwirrend sein.

Bei Bajonettverschlüssen wie dem R.A.T. System von Focus lässt sich die Steckachse nur in einer bestimmten Position durch das Ausfallende schieben. Indem du sie dann um eine Viertel-Umdrehung im Uhrzeigersinn drehst, wird sie befestigt. Durch das Umlegen des Hebels wird dann die Spannung aufgebaut. Lässt sich der Hebel nicht schließen oder zu leicht öffnen, musst du die Vorspannung anpassen. Hierzu öffnest du den Hebel und drehst an der dahinter liegenden Rädelschraube, während du den offenen Hebel festhältst. Drehst du die Räderschraube im Uhrzeigersinn, senkst du die Vorspannung - dies musst du tun, wenn du den Hebel zuvor nicht schließen konntest. Um die Vorspannung zu erhöhen, drehst du die Rädelschraube entsprechend gegen den Uhrzeigersinn.

Ausbau eines Hinterrads mit Steckachse

Die Demontage des Rades geschieht in umgekehrter Reihenfolge - Hebel öffnen, Steckachse lose drehen und herausziehen.

Schnellspanner vs. Steckachse: Ein Kompromiss?

Eins steht fest: Die Steckachse ist bei hochwertigeren Rädern mit Scheibenbremsen und E-Bikes auf dem Siegeszug. Dennoch wird der Schnellspanner von vielen Hersteller noch gerne verbaut. Und das mit gutem Grund: Das System ist lange bewährt, weit verbreitet und reicht für nicht stark belastete Bikes absolut aus. Deshalb findet man an einigen Bikes auch einen sinnvollen Kompromiss, z.B. Steckachse am Vorderrad und Schnellspanner am Hinterrad.

Das wichtigste bei dem ganzen Thema ist auf jeden Fall: Lerne deine Achsen an deinem Bike kennen, pflege sie und verwende sie richtig.

Ersatzteil: Shimano Deore XT FH-M8010 Hohlachse

Für die Shimano Deore XT FH-M8010 Hinterradnabe ist eine komplette Hohlachse als Ersatzteil erhältlich. Die Artikelnummer lautet Y3TH98010.

Bis auf die Hohlachsen sind die Ersatzteile für Shimano Deore XT FH-M8010 und FH-M8010-B (B für Boost) Hinterradnaben gleich.

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