Die Wahl der richtigen Kassette ist entscheidend für die Performance Ihres Fahrrads. Besonders bei 11-fach Systemen gibt es eine Vielzahl von Optionen, insbesondere von Shimano, aber auch von anderen Herstellern. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte von Shimano 11-fach Kassetten, ihre Übersetzungen und Alternativen, um Ihnen bei der Auswahl der optimalen Kassette zu helfen.
Die Qual der Wahl: Shimano, Sram und Drittanbieter
Früher standen Biker vor der Wahl: Shimano oder Sram? Mit der Einführung von Einfach-Antrieben kamen weitere Fragen auf: Reicht die Bandbreite für steile Anstiege? Sind die Gänge passend abgestuft?
Da Sram nur eine Elffach-Übersetzung anbietet und Shimano bisher nur die XT-Kassette mit ausreichender Bandbreite hat, gibt es immer mehr Drittanbieter. Diese bieten größere Bandbreite, homogenere Abstufung und geringeres Gewicht.
Alternativen im Test: E-Thirteen, Hope, Sunrace und Box Components
Auf den ersten Testkilometern zeigt sich: Schalten können sie alle. Egal ob die preiswerte Taiwan-Kassette für 80 Euro oder das 370 Euro teure Fräskunstwerk - die Kette wandert flott von Ritzel zu Ritzel. Sitzt der Schaltvorgang nicht richtig, liegt es meist am Schalthebel.
Unterschiede werden erst unter Last spürbar. Schon beim Hochschalten auf ein größeres Ritzel steigt die Geräuschkulisse bei Shimano und E-Thirteen an, während die Gänge schnell und präzise einrasten. Bei Hope, Sunrace und Box knallt es beim Schalten, und die Qualität der Schaltvorgänge leidet. Noch schlimmer wird es, wenn die Kette auf ein kleineres Ritzel wandern soll. Spürbar verzögert ruckelt die Kette laut knallend nach unten.
Schneller und reibungsloser, aber immer noch recht laut, wandert die Kette bei Shimano und E-Thirteen nach unten. Den besten Schaltkomfort bietet Sram - rauf wie runter: schnell, präzise und leise. Auch von Schaltvorgängen unter Last lässt sich die GX-Kassette nicht aus der Ruhe bringen. Übrigens: Die teure X01-Kassette schaltet auch nicht besser, ist dafür aber ein Drittel leichter. Da können ansonsten nur die aus dem Vollen gefrästen Modelle von Hope und E-Thirteen annähernd mithalten.
Bandbreite und Abstufung
Wer maximale Bandbreite sucht, landet zwangsläufig bei den Amis. Mit 511 Prozent ist die TRS Race breiter übersetzt als Srams neue Zwölffach-Kassette. Die Abstufung fällt dabei überraschend angenehm und ohne allzu große Sprünge aus. Am gleichmäßigsten sind die Abstände bei Sunrace und Box.
Das Gegenteil ist die XT-Kassette: Mit fünf Zweier-Sprüngen ist die Japanerin unten raus sehr fein abgestuft, ein Vorteil auf schnelleren Tretpassagen. Die Quittung kommt dafür im steilen Anstieg. Der Sprung über neun Zähne vom zehnten aufs elfte Ritzel ist zwar für die Schaltung kein Problem, beim Treten fühlt sich der Sprung jedoch sehr unharmonisch an. Ein 38er- oder 39er-Ritzel an vorletzter Stelle wäre hier die deutlich bessere Wahl.
Haltbarkeit und Materialhärte
Den Verschleiß im Labor zu ermitteln, ist nahezu unmöglich. Ein Indiz für die Abnutzung liefert jedoch eine Prüfung der Materialhärte beim Zedler- Institut für Fahrradtechnik und -sicherheit. Eine Diamantspitze drückt mit festgelegter Prüfkraft auf die einzelnen Ritzel und hinterlässt dabei einen Abdruck. Aus diesem lässt sich dann die Vickershärte ermitteln. Bis auf wenige Ausreißer liegen die Werte hier auf ähnlichem Niveau. Bei Shimano, Sram und Hope ist ein vergleichbarer Verschleiß zu erwarten. Die Alu-Ritzel der TRS Race sind besonders hart, die Stahl-Ritzel dagegen etwas weicher. Bei der teuren Sram X01, die wir zum Vergleich mitlaufen ließen, weisen beide Werkstoffe einen sehr hohen Härtegrad auf. Somit könnte sich über die Zeit auch der hohe finanzielle Einsatz wieder relativieren.
Technische Details: Freilaufkörper und Zahnprofile
Nicht jede Kassette passt auf jeden Freilauf. Srams XD-Version ist inzwischen weit verbreitet, die Hope-Kassette dagegen passt nur auf ein speziell verkürztes Modell.
Shimano-Freilauf
Seit Jahren der Standard bei Mountainbike-Kassetten. Dieser Freilauf-Typ ist sowohl mit 10-/11-fach-Shimano-Kassetten als auch mit 10-fach-Sram-Kassetten und dem Modell PG-1130 kompatibel. Unterschiedlich breite Stege sorgen dafür, dass die Ritzel nur in einer Position aufgesetzt werden können und die Schalthilfen so immer korrekt zueinander ausgerichtet sind. Ein Abschlussring sichert die Kassette am Freilauf.
Sram XD Driver Body
Der spezielle Freilaufkörper von Sram verfügt an der Naben-Seite über ein Gewinde, auf das die Kassette direkt aufgeschraubt wird. Dadurch kann der Freilauf kürzer ausfallen und ein kleines 10er-Ritzel verbaut werden. Ein XD-Freilauf lässt sich ab etwa 45 Euro an vielen gängigen Laufrädern nachrüsten. Bei manchen Herstellern gehört er sogar zum Lieferumfang eines Laufradsatzes.
Hope-Freilauf
Hope setzt auf einen eigenen Standard, der lediglich mit Pro 4 und Pro 2 Evo-Naben kompatibel ist. Die kürzere Bauweise ermöglicht auch hier ein kleines 10er-Ritzel. Die zweiteilige Kassette wird dafür aus je einem Stahl- und einem Alu-Block gefräst. Ähnlich wie bei Shimano halten Stege die Kassette in der richtigen Position. Ein verlängerter Abschlussring sichert die Kassette am Freilauf.
Zahnprofile
Bei vielen Kassetten gleicht kaum ein Zahn dem anderen. Dahinter stecken ausgefeilte Schalthilfen. Im normalen Gebrauch nur wenig auffällig, verhelfen sie den Kassetten besonders unter Last zu spürbar geschmeidigeren und auch leiseren Gangwechseln.
Gangsprünge im Vergleich
Bei Shimano sind zwar die kleineren Ritzel sehr fein abgestuft, nach oben hin wartet dann aber ein riesiger Sprung über neun Zähne. Dagegen sind bei Sunrace und Box die Gangsprünge weniger fein, dafür aber homogener verteilt. Den Sprung über einen Zahn (von 9 auf 10) gibt es nur bei E-Thirteen.
Details im Blick: Unterschiede der Kassetten
Kassette ist nicht gleich Kassette. Die Hersteller gehen unterschiedliche Wege, um die Bandbreite zu erhöhen, die Abstufung zu verbessern oder am Gewicht zu drehen.
E-Thirteen
E-Thirteen fertigt seine Kassette aus zwei Einzelteilen und nutzt zur Montage den Sram XD-Freilauf. Die drei großen Ritzel werden über einen Sicherungsring auf dem Freilauf fixiert. Dafür wird ein Spezialwerkzeug mitgeliefert. Der äußere Teil der Kassette wird im neunten Ritzel eingehakt und per Kettenpeitsche fixiert. Zur Demontage der Kassette benötigt man gleich zwei Kettenpeitschen - nicht gerade praktisch.
Das winzige Neuner-Ritzel bei E-Thirteen sorgt zwar für eine riesige Bandbreite, es tritt sich aber spürbar unrund. Auch bei Srams Zehner-Ritzel ist dieser Effekt spürbar. Ab elf Zähnen treten diese Probleme nicht mehr auf.
Shimano XT
Der große Sprung von 37 auf 46 Zähne bei der XT-Kassette ist beim Schalten kaum spürbar. Hier leisten die Steighilfen ganze Arbeit. Im Tritt fühlt sich die Abstufung aber unharmonisch an.
Hope und E-Thirteen
Die Kassetten von Hope und E-Thirteen sind jeweils aus zwei einzelnen Blöcken gefräst (einer Stahl, einer Alu). Dadurch lässt sich das Gewicht auf unter 300 Gramm drücken. Leichter sind nur noch die Top-Kassetten von Sram (XG-1195: 264 Gramm). Mit genieteten Modellen lassen sich solche geringen Gewichte nicht erreichen. Dafür kann man bei Bedarf oder Verschleiß zumindest bei Shimano auch mal einzelne Ritzel austauschen.
Sunrace und Box
Abstufung, Aufbau, Steighilfen - bis auf Farbe und Logos gleichen sich die Kassetten von Sunrace und Box wie ein Ei dem anderen. Noch deutlicher wird es, wenn man die Sunrace in der schwarzen Ausführung zum Vergleich heranzieht. Auch die Schaltqualität ist identisch. Weshalb man für die Box Components 40 Euro mehr bezahlen soll, wurde uns nicht so recht klar.
Testergebnisse im Überblick
Die folgende Tabelle fasst die Testergebnisse der verschiedenen Kassetten zusammen:
| Kassette | Preis | Gewicht | Freilauf | Bandbreite | Material | Bewertung |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Box Components Two 11-46 | 120 Euro | 479 Gramm | Standard | 418 % | Stahl/Alu | Siehe Fazit |
| E-Thirteen TRS Race | 369 Euro | 290 Gramm | Sram XD | 511 % | Stahl/Alu | Siehe Fazit |
| Hope 11 Spd Cassette | 225 Euro | 277 Gramm | Hope | 440 % | Stahl/Alu | Siehe Fazit |
| Shimano Deore XT CS-M8000 | 110 Euro | 438 Gramm | Standard | 418% | Stahl/Alu | Siehe Fazit |
| SRAM GX XG-1150 | 142 Euro | 392 Gramm | Sram XD | 420 % | Stahl | Siehe Fazit |
| SUNRACE CSMX8 11-46 T Black | 80 Euro | 479 Gramm | Standard | 418% | Stahl/Alu | Siehe Fazit |
Fazit zu den einzelnen Kassetten
- Box Components Two 11-46: Ähnelt der Sunrace bis ins Detail, jedoch teurer. Schaltfunktion unter Last widerwillig und laut.
- E-Thirteen TRS Race: Bietet mehr Bandbreite als Srams 12-fach-Kassetten, bleibt dabei überraschend leicht. Das winzige 9er-Ritzel ist einzigartig, tritt sich bei höheren Geschwindigkeiten aber spürbar unrund.
- Hope 11 Spd Cassette: Sehr leicht. Sie schaltet sauber und präzise, aber deutlich härter und lauter als die anderen Modelle.
- Shimano Deore XT CS-M8000: Schaltet schnell und präzise mit typisch metallischem Shimano-Klang. Unten raus ist sie besonders fein abgestuft, die beiden letzten Sprünge sind jedoch etwas unharmonisch.
- SRAM GX XG-1150: Schaltet unvergleichbar weich, geschmeidig und schnell. Selbst unter Last scheint es, als würde die Kette sanft, leise und trotzdem ohne Verzögerung über die Ritzel abgeseilt.
- SUNRACE CSMX8 11-46 T Black: Absolut baugleich zur Box. Im Anstieg unter Last kracht und scheppert es, wenn hochgeschaltet wird.
Die richtige Übersetzung finden
Die Übersetzung ist die Abstufung der Schaltung, die entscheidet, wie schwer und leicht du treten musst. In Kombination mit dem Umfang des Reifens kannst du für jeden Gang die entsprechende Entfaltung pro Kurbelumdrehung berechnen.
Was ist die Entfaltung?
Die Entfaltungs-Werte sind die wichtigsten Parameter für die Berechnung der passenden Übersetzung. Sie sagen aus, wie viel Weg man pro Kurbelumdrehung zurücklegt. Dafür multipliziert man den Radumfang mit der reinen Übersetzung (Quotient aus Zähnen von Kettenblatt und Ritzel).
Generell kann man sagen, dass Gänge mit einer Entfaltung von weniger als 2,5 m besonders bergtauglich sind. Entfaltungen im Bereich von 5 m sind besonders gut für leicht wellige Regionen, während im Flachland rund 7 m Entfaltung bevorzugt werden. Die restlichen Entfaltungen über 7 m sind für sehr sportliche Fahrer oder Bergabfahrten interessant.
Was möchtest du an der Übersetzung ändern?
Wenn du aktuell ein Fahrrad besitzt, dann stell dir die Frage, ob die Übersetzung so gut ist, oder ob die Gänge eventuell zu schwer sind und du viel lieber leichter treten würdest; oder gehen dir die Gänge aus und du könntest eigentlich viel schneller fahren? Mach dir darüber Gedanken und überlege, wo und wie du das Fahrrad hauptsächlich nutzt. Diese Faktoren spielen eine große Rolle.
Übersetzung für verschiedene Fahrradtypen
- E-Bike: Meist optimale Übersetzungen verbaut. Durch die zusätzliche Unterstützung ist es auch im MTB-Bereich kein Problem, mit einer 1x11-Übersetzung zu fahren.
- Trekkingbike: Kettenschaltung mit einer 3-Fach-Kurbel. Hier haben sich die beiden Abstufungen 48-38-28 und 48-36-26 durchgesetzt.
- Citybike: Hier wird viel auf die Nabenschaltung gesetzt.
- Mountainbike: Hier ist die Auswahl an verschiedenen Varianten extrem groß, zwischen 1x12 und 3x11 Schaltungen ist hier alles möglich.
- Rennrad: Am häufigsten ist an Rennrädern eine Kompaktkurbel verbaut mit 50-34 Zähnen.
- Triathlonrad: Hier sind 53-39 oder Semi-Kompaktkurbeln mit 52-36 verbaut, kombiniert mit einer 11-28 Kassette.
- Gravel Bike: Das Gravel Bike hat meist eine Kompakt- oder 1-Fach-Kurbel mit einer größeren Kassette.
- Cyclocross: Im Cyclocross-Bereich sind 2-Fach- und 1-Fach-Kurbeln das Maß der Dinge.
Schaltwerkslänge und Kapazität
Das Schaltwerk ist nicht nur für das Schalten selbst zuständig, sondern es spannt auch die Kette. Je mehr Gänge das Rad hat und je größer die Kassette und die Anzahl der Kettenblätter ist, desto länger muss die Kette sein. Entsprechend muss auch das Schaltwerk länger sein, damit die Kette ausreichend gespannt werden kann.
Jedes Schaltwerk verfügt über verschiedene Angaben. Neben dem maximal größten Ritzel, was gefahren werden kann, ist auch die Gesamtkapazität angegeben. Diese ist entscheidend, ob das Schaltwerk passt.
Wie kann man die Kapazität berechnen?
Kurbel: Die Kurbel hat eine Abstufung von 42-32-22 Zähnen. Subtrahiere das größte durch das kleinste Kettenblatt, also 42 - 22 = 20.
Kassette: Dasselbe macht man bei der Kassette. Wenn diese z.B. eine Abstufung von 12-32 hat, rechnet man auch hier: 32 - 12 = 20.
Um nun die Gesamtkapazität zu erhalten, werden beide Werte addiert. Die Gesamtkapazität ist also 20 + 20 = 40. Das Schaltwerk muss also eine Gesamtkapazität von 40 aufweisen, damit die im Beispiel genannte Abstufung gefahren werden kann.
Umwerfer
Beim Umwerfer gibt es, wie auch beim Schaltwerk, verschiedene Modelle für 2- und 3-Fach-Kurbeln. Hier werden zwei wichtige Angaben gemacht, die für die maximale Zähneanzahl des großen Kettenblatts sowie die Kapazität des Umwerfers.
Bei einer Abstufung von 50-34 Zähnen muss der Umwerfer eine Kapazität von 50 - 34 = 16 haben.
Kette
Wechselt man den Antrieb, muss meist auch die Kette gewechselt werden. Dies macht Sinn, da neue Komponenten verbaut werden und oftmals die alte Kette zu kurz ist und schon einige Kilometer in Betrieb war.
Shimano Rennrad Kassette CS HG700
Die Shimano 11 fach Rennrad Kassette mit der Berg Übersetzung auf dem Qualitätsniveau der 105 Serie Shimano CS-HG700 Zur Gewichtsreduzierung und um eine höhere Verwindungssteifigkeit zu erreichen, sind die drei grössten Ritzel auf Aluminium Spider vernietet. Eine neue Stahllegierung verbessert die gute Haltbarkeit. Die hervorragende Schaltfunktion des Vorgägermodells bleibt natürlich erhalten und sorgt für extrem leisen Lauf der Kette auf den Zähne Die 11 fach Kassetten der Shimano 11 fach Serien sind mit älteren Shimano Hinterrad Freilaufkörpern nicht kompatibel.
Verwandte Beiträge:
- Shimano Dura Ace Kassette 11-fach: Test, Vergleich & Kaufberatung
- Shimano Altus 7-fach Kassette: Test, Kaufberatung & Alternativen
- Shimano Ultegra Kassette 11-fach 11-30: Test & Erfahrungsbericht
- Shimano Kassette 10-fach 11-25: Test & Vergleich
- Ultimative Carbonteile für Ducati Monster: Maximale Optik & Performance Enthüllt!
- Shimano Kairiki Test: Ultimative Erfahrungen & Profi-Tipps zur Perfekten Angelschnur
Kommentar schreiben