Die Vielfalt der Shimano Fahrradketten: Ein umfassender Leitfaden

Die Fahrradkette von Shimano ist ein komplexes Bauteil, das aus fast 500 Einzelteilen besteht. Als einer der führenden Hersteller von Fahrradkomponenten hat der japanische Konzern über die Jahrzehnte innovative Technologien und Produkte entwickelt, die das Radfahren revolutioniert haben. Sie unterliegt einem ständigen Verschleiß, den wir als Fahrradfahrer bestenfalls mindern, aber nie beseitigen können. Umwelteinflüsse, wie Sand, Nässe und Staub erhöhen den Verschleiß enorm.

Verschleiß und Wartung von Shimano Ketten

Doch selbst eine gut gesäuberte, geölte und gepflegte Fahrradkette leidet unter einer chronischen "Krankheit": Dem Gelenkverschleiß. Schmutz und Sand schmirgeln und zerren an den Gelenken und erhöhen den Abrieb. Trotzdem wird die Kette mit der Zeit verschleißen und sollte regelmäßig nachgestrafft werden.

Wird die Fahrradkette wenig gepflegt und hat somit wenig Schmierung und außerdem viel Sand, Staub und Dreck in den Gelenken, nutzt sich die Kette übermäßig ab und muss umso eher getauscht werden. Viele Schaltvorgänge nagen auf Dauer ebenfalls am Material und sorgen dafür, dass die Kette sich irgendwann verlängert. Auch die Laufleistung ist ein erheblicher Faktor. Eine Kette die viel "gefahren" wird, nutzt sich natürlich eher ab, als eine Kette bei wenig Fahrleistung. Eine gut geschmierte und gepflegte Fahrradkette kann aber durchaus mehrere 1000 km durchhalten. Eine Fahrradkette ist also ein reiner Verschleißartikel.

Mit einer Kettenmesslehre kann dieser Verschleiß sehr einfach gemessen werden und somit der Zeitpunkt zum Austausch der Kette genau erkannt werden. Bei einer neuen Kette sinkt die Kettenmesslehre bei gespannter Kette nicht ein, bei einer verschlissenen Kette, taucht sie komplett ein. Somit entfällt das subjektive Schätzen. Je nach Laufleistung, Alter, Pflege und Schaltungsart ist eine Fahrradkette mal länger und mal kürzer nutzbar. Wie Sie sehen, spielen viele Faktoren in die Lebensdauer einer Kette hinein.

Auch bei noch so sorgfältiger Pflege und guter Behandlung ist die Kette irgendwann verschlissen und muss getauscht werden. Preiswerte Fahrradketten gibt es bereits für unter 10 EUR. Hochwertige Modelle schon ab 20 EUR. Der Kostenaufwand für die Montage einer neuen Fahrradkette hält sich also sehr im finanziellen Rahmen.

Fahrradketten aus gehärtetem Stahl sind meist günstig, können bei schlechter Reinigung und viel Feuchtigkeit, aber rosten. Ketten aus Edelstahl sind rostfrei, haben aber wiederum einen Nachteil: Einen erhöhten Verschleiß.

Pflegehinweise für Shimano Ketten

Mit der richtigen Pflege erhöhen Sie die Lebensdauer Ihrer Shimano Kette enorm. Befreien Sie die Kette (Shimano) regelmäßig mit einer Kettenbürste oder einem Lappen von Dreck, Staub, Erde und anderem Schmutz. Besonders dann, wenn Sie z.B. mit Ihrem MTB durchs matschige Gelände gefahren sind. Nach der Tour wird die Kette ordentlich verdreckt sein. Der Matsch bzw. Erde und Sand an der Kette wirkt bei der Weiterfahrt regelrecht wie Schleifpapier.

Dadurch nutzen sich die Ritzel der Shimano Kettenblätter und Kassette schneller ab und die Kette längt sich. Dadurch müssen Sie umso eher Kette und/oder Shimano Kassette bzw. Kettenblätter erneuen. Benutzen Sie also regelmäßig eine Bürste für die Säuberung. Bei einer stark verdreckten Shimano-Kette können Sie auch mit einem Wasserstrahl aus dem Gartenschlauch den Dreck abspülen. Benutzen Sie hierfür nur einen mittelharten Strahl und niemals einen Hochdruckreiniger. Ist der Wasserstrahl zu stark, spülen bzw. pressen Sie das Fett aus dem Inneren der Kettenglieder heraus, was äußerst schädlich ist. Die Kettenglieder werden unbeweglicher und starr.

Neben der eigentlichen Reinigung der Shimano Fahrradkette ist im zweiten Arbeitsgang das Ölen bzw. Fetten wichtig. Nur mit Schmiermittel läuft die Shimano Kette wieder geschmeidig über die Ritzel der Kettenblätter und Kassette. Fetten Sie niemals eine verdreckte Fahrradkette. Immer erst reinigen - dann fetten. Ansonsten binden Sie mit dem Kettenöl den Dreck erst recht an der Kette, was eine spätere Reinigung unnötig erschwert. Zumal sich die Kette und die Ritzel so übermäßig abnutzen.

Wie bereits erwähnt: Entfernen Sie Sand, Dreck und Erde mit einem sauberen Lappen oder einer Bürste bzw. Kettenbürste. Neben der Shimano Kette sollten Sie unbedingt auch die anderen Komponenten des Antriebs säubern: Kettenblätter, Kassette, Umwerfer, Schaltwerk etc. Ansonsten wird sich der Dreck von dort wieder auf der Kette verteilen.

Nach der Reinigung fetten bzw. ölen Sie die Kette von Shimano mit einem speziellen Kettenfett bzw. Kettenöl oder Kettenfluid. Sie können für die Kettenreinigung auch zu WD-40 greifen. Hobby-Handwerker haben dieses meistens in der Bastelwerkstatt stehen.

Shimano Technologien im Überblick

In den letzten 50 Jahren hat Shimano sich als Komponenten- und Antriebshersteller für Fahrräder massiv etabliert und dabei einige Standards für die Kette und deren Zusammenspiel mit der Kettenschaltung entwickelt. Diese haben kryptische und space’ige Namen, die wir im Folgenden einmal durchgehen. Verschiedene Gruppen (wie z.B. Shimano XTR, Deore, Tiagra, 105, Dura Ace, etc) leiten aus diesen Technologien auch die Kompatibilität ab, was beim Neukauf und Ersatzteilkauf sehr wichtig ist.

1. Hyperglide (HG)

Shimano’s Hyperglide-Technologie, eingeführt in den 1980er Jahren, veränderte das Schaltspiel. Mit speziellen Ritzelprofilen sorgt HG für seidenweiche Gangwechsel und weniger Reibung. Die meisten 8-, 9-, 10- und 11-fach Kassettenschaltungen von Shimano nutzen diese Technologie.

Dank speziell geformter Zähne und Kettenglieder ermöglicht die HG-Technologie einen schnelleren und flüssigeren Gangwechsel, da die Kette nahtlos von einem Ritzel zum nächsten gleitet.

2. LinkGlide

Das ist Shimanos Antwort auf den Wunsch nach langlebigen Komponenten. Mit bis zu 300% höherer Haltbarkeit als herkömmliche HG-Ketten, reduziert LinkGlide auch Geräusche und Vibrationen. Besonders bei E-Bikes und Stadträdern macht sich diese Technologie bemerkbar.

3. Hyperglide+

Die neueste Weiterentwicklung von HG! Mit Hyperglide+ erlebst Du noch flüssigere Gangwechsel in beide Richtungen. Diese Technologie findest Du in Shimanos 12-fach Kassetten.

4. Dynamic Chain Engagement (DCE)

Wenn Du ein 1x Antriebssystem besitzt, besonders bei Mountainbikes, ist DCE genau das Richtige. Es verbessert die Kettenführung und reduziert das Risiko, dass die Kette abspringt.

Was ist mit Narrow-Wide?

Auch wenn Narrow-Wide nicht direkt eine Shimano-Technologie ist, solltest Du davon wissen. Es bezieht sich auf das Design der Kettenblattzähne: Abwechselnd breit und schmal. Diese Technologie verbessert die Kettenführung erheblich und wird oft bei 1x Antriebssystemen verwendet.

Die Zähne des Kettenblatts sind so breit, dass sich die Kettensegmente darin stärker verzahnen und die Wahrscheinlichkeit minimieren, dass die Kette abspringt.

Shimano Fahrradketten für verschiedene Fahrradtypen

Weiter geht es mit den einzelnen Modellnummern, meist eine vierstellige Zahl wie zB 6701 (ein Modell speziell für Rennräder bzw. abgestimmt für die Gruppen 105, Ultegra und Dura Ace). Wir können also anhand der Nummer feststellen, für welche Gruppen oder Fahrradtyp diese gedacht ist.

  • Rennräder: Für Rennräder bietet Shimano Ketten aus den Serien Dura-Ace, Ultegra und 105 an, die auf Leistung und Gewichtsoptimierung ausgelegt sind. Gruppen wie Tiagra, Sora, etc. sind zwar auch für Rennräder konzipiert, haben aber keine spezifische Optimierung.
  • Mountainbikes: Bei MTBs sind die Deore, SLX, XT und XTR Serien beliebt. Diese sind robust und bieten Technologien wie DCE für bessere Kettenführung im Gelände. Der Modellnummer ist häufig ein „M“ vorangestellt, zB. die CN-M6100 für Enduros und XC Mountainbikes.
  • Stadträder & Tourenräder: Hier werden oft langlebigere Ketten wie die mit LinkGlide Technologie bevorzugt, da sie weniger Wartung erfordern und länger halten.
  • E-Bikes: Da E-Bikes mehr Drehmoment und Verschleiß erzeugen, werden hier verstärkte Ketten wie die E6100-Serie verwendet.

Wichtige Infos zur Kompatibilität

Shimano hat seine Produkte so entwickelt, dass sie als harmonisches System funktionieren. Daher ist es empfehlenswert, Shimano-Ketten auch mit Shimano-Kassetten und Kettenblättern zu kombinieren:

  • HG-Ketten passen zu den meisten älteren Shimano-Kassetten.
  • LinkGlide-Ketten sind speziell für LinkGlide-Kassetten gedacht.
  • Hyperglide+ Ketten sind optimal für 12-fach Hyperglide+ Kassetten.

Weiterhin kann man die meisten Ketten unabhängig von ihrem gedachten Einsatzbereich auch in andere übertragen. Beispielsweise kann eine CN-M6100 Kette für MTB auch bei Rennrädern zum Einsatz kommen. Wenn auch nicht optimal, da man eine zu sehr verstärkte und damit schwerere Kette in einem Gebiet einsetzt, für den diese nicht bestimmt war. Technisch kompatibel werden diese in der Regel trotzdem sein. Viel wichtiger ist da auf die Technologien für HG, HG+, LG usw. zu achten - da müssen Kette und Antrieb (Ritzelpaket, Kurbeln, usw.) zueinander passen.

Die Unterschiede zwischen den Shimano Schaltgruppen

Im Marken und Namens Wirrwarr der Bike Industrie stellt sich häufig die Frage, was die vielen Bezeichnungen überhaupt bedeuten und was die einzelnen Klassen der Komponenten an den Bikes wirklich voneinander unterscheidet. In diesem Artikeln erklären wir die Unterschiede zwischen den vier gängigsten Schaltgruppen des größten Herstellers für Fahrradkomponenten, Shimano.

Mittlerweile sind die bekanntesten vier Schaltgruppen von Shimano alle in der 1 x 12 Gang Variante angekommen. Selten werden noch Antriebe mit Umwerfer an Neurädern verbaut. Gerade für E-Bikes, bei denen es in den meisten Fällen keinen Umwerfer mehr gibt und damit nur die Möglichkeit eines Einfach Antriebs besteht, sind die 12 Gänge der aktuellen Sram und Shimano Schaltungen die beste Lösung. Wenn die Anzahl der verfügbaren Gangstufen an allen vier Varianten, Deore, SLX, XT und XTR gleich ist, wodurch unterscheiden sich die Antriebe dann noch?

Hierarchie der Gruppen

  • Deore: Den Einstieg in die 1 x 12 Gruppen von Shimano bietet die Deore Gruppe. Hier werden günstigere Materialien verwendet und die Gruppe ist insgesamt etwas schwerer, dafür jedoch deutlich günstiger in der Anschaffung.
  • SLX: Die SLX Gruppe nähert sich funktionell schon der XT Gruppe an, ist jedoch noch ein bisschen schwerer und wird häufig bei Trail und Enduro Bikes verbaut, die gute Performance benötigen, jedoch nicht den Preisrahmen sprengen sollen.
  • XT: Der Klassiker unter den Schaltgruppen und den meisten Leuten ein Begriff, bietet sehr gute Schaltperformance und relativ niedriges Gewicht. Hochwertige Materialien und genaue Fertigungsstandards kommen hier zum Einsatz.
  • XTR: Bei der XTR (XT-RACE) Gruppe wird ausschließlich das Gewicht und Finish optimiert. Die Schaltperformance ist kaum besser als die der XT Gruppe, jedoch werden bei XTR die besten und leichtesten Materialien wie Titan und Carbon verwendet, um das Gewicht auf ein Minimum zu senken.

Verwendete Materialien und Gewicht

Welches Material beim Komponentenbau verwendet wird, hat großen Einfluss auf das Gewicht und wie die letztendliche Fertigungsqualität ausfällt. Wichtig für präzise Schaltvorgänge sind auch die Toleranzen, die beim Komponentenbau eingehalten werden müssen.

Die Gewichtsunterschiede der Komponenten sind teilweise recht dramatisch. Beispielsweise unterscheidet sich die Deore Kassette, die komplett aus Stahl besteht, zur XTR Kassette, welche aus drei Alu Ritzeln, vier Stahl und fünf Titan Ritzeln besteht, um knapp 200 Gramm.

Von den hochwertigeren Materialien profitiert auch die Haptik. An den Schalthebeln werden bei den hochwertigen XT und XTR Gruppen anti rutsch Gummis verwendet, damit auch im ruppigen Mountainbike Einsatz jeder Schaltvorgang ausgelöst werden kann.

Verarbeitungsqualität und Funktion

Shimano bietet grundsätzlich eine relativ hohe Verarbeitungsqualität, auch in den einfacheren Gruppen. Der Preisunterschied zwischen den Klassen ist natürlich spürbar, allerdings ist eine Deore Gruppe deshalb kein schwergängiger billig-Plastik Bomber, sondern auch hier lässt sich die Schaltung gut bedienen und die Schaltvorgänge sind präzise. Der höhere Preis der XT und XTR Schaltgruppen ist aber auch in der Verarbeitungsqualität und der Bedienung zu spüren. Die hochwertigen Gruppen besitzen ein wertigeres Finish (im besonderen XTR) und wirken durchweg robuster.

Die Ketten der Gruppen unterscheiden sich durch ihre Beschichtungen. Das hat Einfluss auf das Schaltverhalten und auf die Langlebigkeit, auf die wir weiter unten noch näher eingehen. Bei Shimano kommt die eigene SIL-Tech Beschichtung und Chrombeschichtungen zum Einsatz.

Funktionell unterscheiden sich die Gruppen hauptsächlich durch die Schaltmöglichkeiten des Hebels. XT und XTR bieten die Möglichkeit 4 Gänge die Kassette nach oben zu schalten und 2 Gänge mittels 2-Way Release(der Hebel lässt sich ziehen und drücken) nach unten. Der SLX Hebel bietet nur noch 3 Gänge nach oben und einen Gang mittels 2-Way Release nach unten und bei Deore fällt der 2-Way Release weg.

Übersetzungen

Alle vier Gruppen bieten 12 Gänge und eine maximale Übersetzungsbandbreite von 10 - 51 Zähnen an der Kassette. Die drei obersten Gruppen, also SLX, XT und XTR gibt es jeweils mit der Option auf 2 x 12 Gängen und einer Kassette mit maximal 45 Zähnen. Die Deore Gruppe gibt es nur als 2 x 11 Version.

Als Spezial gibt es die XTR Kassette in der feineren und sportlicheren 10 - 45 Zähne Abstufung mit einem kürzeren Käfig am Schaltwerk, was die Bodenfreiheit vergrößert.

Haltbarkeit der Verschleißteile

In Punkto verschleiß Resistenz kommen die oben bereits erwähnten Materialien und Beschichtungen ins Spiel, doch ist nicht zwingend die hochwertigste Gruppe auch die langlebigste. Die robusteste Kassette sollte nach Datenblatt die SLX Kassette sein, da sie den größten Anteil an plattierten Stahl Ritzeln hat und nur das Größte Ritzel, bei dem sich die Last auf viele Zähne verteilen kann, aus Aluminium besteht. Die Titanritzel der XTR Kassette machen diese etwas anfälliger im Vergleich, allerdings sind auch hier die kleinsten und verschleiß intensivsten Ritzel aus plattiertem Stahl.

Die Ketten werden mit unterschiedlichen Beschichtungen versehen (siehe Graphic oben), dank der die XTR Kette die beste Schaltperformance und Verschleißresistenz bietet.

Zusammenfassung

Shimanos 12 Fach Gruppen bieten eine Top Schaltgruppe für jedes Budget.

Kettenwechsel: Wann und Wie?

Ein regelmäßiger Tausch der Kette ist vor allem bei Kettenschaltungen wichtig, weil diese die Kette sehr stark strapazieren. Zum Beispiel wird sie bei Schaltvorgängen seitlich verwunden, weil sie von Ritzel zu Ritzel klettern muss. Und das sogar, während sie unter hoher Last steht. Außerdem läuft die Kette, je nach genutztem Ritzel, nur selten in gerader Linie nach vorne zum Kettenblatt. Bei modernen Kettenschaltungen mit vielen Gangstufen ist die Kette außerdem sehr schmal, damit sie in die Zwischenräume der Ritzel passt. Hinzu kommen Verschmutzung und Wettereinflüsse, besonders bei Mountainbikes. All dies fördert den Verschleiß in hohem Maß. Auch an E-Bikes ist der Kettenverschleiß tendenziell ziemlich hoch. Das liegt zum einen am hohen Gewicht des Bikes selbst. Zum anderen an der Zugkraft des Motors, die fast permanent auf den Antriebsstrang einwirkt.

An Fahrrädern mit Nabenschaltung und an so genannten Singlespeed-Bikes (ganz ohne Gangschaltung) muss die Kette hingegen nur sehr selten getauscht werden. Bei diesen Antrieben verlaufen die Ketten stets in gerader Linie zwischen Kurbel und Hinterrad, deshalb können sie breit und stabil gebaut werden.

Rechtzeitiger Kettenwechsel schont den Antrieb

Wer die Kette rechtzeitig wechselt, kann unterm Strich Geld sparen. Denn durch diese Maßnahme wird die Lebensdauer der restlichen Antriebskomponenten deutlich verlängert. Entscheidend ist es, eine zu extreme Längung der Kette zu vermeiden. Dazu legt man in regelmäßigen Zeitintervallen eine spezielle Messlehre in die Kettenlaschen, die den Status zuverlässig anzeigt. Sobald der kritische Punkt erreicht ist, wechselt man die Kette aus.

Beachte die Gebrauchsanweisung für deine jeweilige Kettenleere. Indiziert die Kettenleere ein starkes Verschleißbild, genügt es nicht mehr, nur die Kette zu erneuern. Eine neue Kette würde in diesem Fall nicht mehr in die Zähne von Ritzel und Kettenblatt passen, da diese bereits zu stark aufgeweitet wurden. Sprich, der komplette Antrieb muss renoviert werden.

Die richtige Kette - Unsere Kauftipps

Für die Wahl der richtigen Kette ist die Anzahl der Ritzel am Hinterrad der entscheidende Faktor. Unabhängig davon, wie viele Kettenblätter vorne an der Kurbel rotieren. Grund: Je mehr Ritzel dort sitzen, desto enger müssen sie zusammenrücken. Denn der Platz zwischen Nabenflansch und Rahmen (Hinterbau) ist begrenzt. Mit zunehmender Anzahl der Ritzel muss die Kette also schmaler gefertigt sein, damit ihre Laschen reibungslos durch die Zwischenräume laufen. Moderne Fahrräder (Mountainbikes, Rennräder/Gravelbikes, City-/Trekkingbikes) besitzen in der Regel Kassetten mit 10, 11 oder 12 Ritzeln. E-Bikes aller Typen eingeschlossen. 13 Ritzel sind technisch machbar, aber bislang nicht auf breiter Front eingeführt. Kassetten mit 10 Ritzeln findet man hingegen noch recht häufig an preiswerten oder älteren Bikes.

Die Komponentenhersteller Shimano und Sram sind am weitesten verbreitet. Unsere Empfehlung: Wenn dein Bike eine Schaltung eines dieser beiden Hersteller besitzt, solltest du beim Tausch auch eine Kette des entsprechenden Brands wählen. Dann harmoniert der Antrieb perfekt. Wir empfehlen, eine (neue) Kette grundsätzlich mit einem Kettenschloss zu verschließen. Das ist eine saubere, stabile und einfache Methode, im Gegensatz zum Vernieten. Auch bei einer Panne unterwegs ist ein Kettenschloss die perfekte Lösung. Nicht jeder Kette liegt jedoch ein Schloss bei! Deshalb beim Kauf einer Kette auch an ein Schloss denken. Und ein zweites gehört stets ins Notfall-Set!

Kettenlänge: Für Kettenschaltungen an normalen Bikes besitzt eine Kette im Neuzustand 114 bis 118 Glieder. Sie muss dann bei der Montage entsprechend (um wenige Glieder) gekürzt werden. Für Bikes mit besonders langen Hinterbauten oder zusätzlichen Umlenkungen der Kette gibt es extra lange Ketten mit bis zu 138 Gliedern.

Kettenreaktion - Unsere Montage Tipps

Vorbereitung zur Montage:

Prüfe, ob bei der neuen Kette eine bestimmte Laufrichtung vorgegeben ist. Das ist zum Beispiel bei vielen Shimano Ketten der Fall. Entsprechend dieser Richtung musst du die Kette in den nächsten Schritten auflegen. Lege dein Werkzeug parat: Flach- oder Spitzzange, Kettennieter, je nach Typ Kettenschloss (Shimano, Sram) oder Nietstift (Shimano teilweise), und Kettenschloss-Zange (falls vorhanden). Hilfreich ist noch eine Speiche, die man sich als Haken zurecht biegt.

Das Kürzen der Kette braucht man nicht komplizierter zu machen, als es ist. Wichtigster Punkt: Die Kette muss lang genug sein, um (gleichzeitig) das große Kettenblatt vorne und das größte Ritzel hinten problemlos zu umschlingen. Dazu legt man die neue Kette von oben her über diese Ritzel-Konstellation, fädelt sie durch den Schaltkäfig, und zieht sie unten so straff zusammen, dass der Schaltkäfig etwa einen 45-Grad-Winkel beschreibt. Die genannte Haken-Speiche erleichtert diesen Vorgang enorm.

Achtung!

Vor dem Abtrennen des Glieder-Überhangs musst du dich vergewissern, dass die beiden verbleibenden Enden zur gewählten Verschließmethode passen. Bei Verwendung eines Kettenschlosses müssen zwei Innenlaschen stehen bleiben. Bei Verwendung eines Nietstiftes (nur Shimano!) muss es eine Innen- und eine Außenlasche sein. Im Zweifel lieber ein Glied als Längenreserve dazugeben, dann bist du auf der sicheren Seite.

Das Verschließen der Kette mit Hilfe eines Kettenschlosses ist kinderleicht: Die beiden Hälften werden nach Abtrennen des Überhangs durch die Enden gesteckt und zum ersten Fixieren nur zusammengedrückt. Die Kette ist damit aber noch nicht richtig geschlossen Dafür musst du rückwärts kurbeln (beim E-Bike vorwärts), bis das Kettenschloss oben zwischen Ritzelpaket und Kurbel steht. Jetzt die Hinterradbremse fest anziehen und über das Pedal einen herzhaften Druck auf den Antrieb geben. Damit wird das Schloss eingerastet. Hinweis: Ein Kettenschloss darf aus Sicherheitsgründen nur einmal verwendet werden.

Verschließen einer Shimano Kette mit Nietstift:

Der Stift ist etwa doppelt so lang wie die Kette breit und besteht aus einem Führungsbolzen mit konischer Spitze, und - getrennt durch eine Sollbruchstelle - dem eigentlichen Niet. Dank des etwas dünneren Führungsbolzens lässt sich damit die Kette zunächst ganz einfach zusammenstecken. Nun drückst du den Nietstift mit dem Kettennieter vorsichtig in die Kette, so dass der Führungbolzen auf der Rückseite heraus kommt. Man spürt, wenn das Niet quasi in der Kettenlasche einrastet. Der Führungsbolzen lässt sich am Ende mit einer Zange an der Sollbruchstelle abbrechen. Damit die Kette an der neu vernieteten Stelle leicht läuft, musst du sie ein-zwei-Mal seitlich verbiegen.

Notfall-Tipp:

Bei einer Kettenpanne unterwegs muss man in der Regel ein defektes Segment aus der Kette entfernen. Dafür besitzen die meisten Notfall-Tools einen Kettennieter. Und ein Ersatz-Kettenschloss gehört immer ins Notfall-Werkzeug. Aber Achtung! Unbedingt daran denken, bei der Weiterfahrt NICHT mehr auf die großen Ritzel zu schalten, denn dafür ist die Kette nach der Reparatur zu kurz. Andernfalls riskierst du einen ersten Schaden am Hinterbau/Rahmen. Eine solche Reparatur ermöglicht nur einen Notbetrieb bis zum Ende der Tour.

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