Das Kettenblatt ist ein zentraler Bestandteil des Fahrradantriebs und beeinflusst maßgeblich die Schaltperformance und Kraftübertragung. In diesem Artikel wird das Shimano 36-Zähne 10-fach Kettenblatt detailliert unter die Lupe genommen, um seine Stärken und Schwächen aufzuzeigen.
Shimano XTR Komponenten im Überblick
Die Elffach-XTR-Gruppe ist wie ein Ferrari-Motor: ein absolutes Highend-Produkt mit tadelloser Funktion bei geringstem Gewicht, allerdings teuer im Unterhalt. Das Schaltwerk der neuen Shimano XTR schaltet präzise wie ein Uhrwerk, kostet aber stolze 250 Euro. Matsch und Schnee konnten Schaltwerk und Umwerfer fast nichts anhaben. Leit- und Führungsrolle sehen aus wie neu, nur am Umwerferblech sieht man deutliche Gebrauchsspuren. Der neue Side-Swing-Umwerfer sowie das Schaltwerk schalten kraftvoll und präzise, eine exakt justierte XT-Gruppe schaltet aber auch nicht schlechter. Der Shadow-Plus-Hebel ist etwas fummelig. Dafür kann man die Federspannung nun exakt einstellen: von beinhart bis leicht (geringe Bedienkräfte).
Bereits nach wenigen hundert Kilometern sahen die Kurbelarme aus, als wäre jemand mit dem Schmirgelpapier drübergegangen. Hier scheint die Beschichtung nicht so widerstandsfähig zu sein wie bei den Vorgängerkurbeln. Wegen der 36/26-Abstufung fuhren wir fast ausschließlich auf dem großen Kettenblatt. Das besteht aus einem Mix aus Alu und Carbon-Faser-verstärktem Kunststoff und sieht nach 2000 Kilometern noch sehr gut aus. Der kleinste Gang mit 26-40 Zähnen entspricht etwa 24-36 bei 10fach-Schaltungen. Beim Pressfit-Innenlager läuft die rechte Seite bereits etwas rau.
Die laufrichtungsgebundene Elffach-Kette der XTR ist nicht dieselbe wie die der Elffach-Rennradgruppen. Bei der Haltbarkeit enttäuschte uns die speziell beschichtete Kette allerdings: Bereits nach 1500 Kilometern war das 50 Euro teure Bolzen-Laschen-Konstrukt laut Verschleiß-Lehre reif zum Wechseln. Das geringe Gewicht der schmalen 11-fach-Kette scheint auf Kosten der Haltbarkeit zu gehen. Ein günstigeres, etwas schwereres Modell bietet Shimano auch an. Die dürfte etwas langlebiger sein. Er zeigte, dass die 11-fach-Kette der Shimano XTR schneller verschleißt als das alte 10-fach-Modell der XTR.
Nachdem wir nach 1500 Kilometern eine neue Kette montiert hatten, rutschte sie unter Last übers 11er-Ritzel drüber. Alle anderen Ritzel der 300 Euro teuren Kassette funktionierten allerdings einwandfrei. Das verwundert nicht, bestehen doch sechs der Ritzel (19 bis 35 Zähne) aus Titan. Doch wir sehen ein anderes Problem: Durch die enge Kurbelabstufung (36/26) nutzt man bei Geschwindigkeiten über 25 km/h fast nur die kleinen Ritzel. Die verschleißen schneller, da sich die Kettenlast auf weniger Zähne verteilt als bei größeren Ritzeln.
Die Schalthebel der XTR waren bereits in der Vergangenheit schlanker und filigraner als die der günstigeren Gruppen. Das setzt die 2015er-XTR fort. Bestehende Eigenschaften wie das Schalten von mehreren Gängen mit Zeigefinger- und Daumenhebel hat Shimano übernommen. Die Schaltvorgänge sind sehr direkt. Der Hebelweg am Umwerfer unterscheidet sich nicht spürbar von einer aktuellen XT. Die abgedichteten Zughüllen samt der Polymer-beschichteten Züge funktionieren nach 2000 Kilometern einwandfrei und reibungsarm.
Erfahrungen mit dem 1x10-fach Antrieb
Seit vor einiger Zeit Sram mit der XX1 Gruppe die erste 1x11-fach Gruppe auf den Markt gebracht hat, ist der Trend, nur noch mit einem Kettenblatt an der Kurbel zu fahren, nicht mehr aufzuhalten. Bisher bin ich in der Kombination Kettenblätter 24/36 und 11-36 Kassette gefahren, was sowohl für das Aachener Umland als auch für die Alpen eine ausreichende Übersetzungsbandbreite zur Verfügung gestellt hat.
Um aber mit der Kombination auch künftig alle Anstiege ohne abzusteigen zu bewältigen, habe ich meine 11-36er Kassette um das Hope 40T-REx mit 40 Zähnen ergänzt, um weiterhin eine sinnvolle Übersetzungsbandbreite zur Verfügung zu haben und auch längere Anstiege zu erklimmen. Dafür musste die Kassette nur um das 17er Ritzel erleichtert und das 40er einfach hinter dem 36 Zahn Ritzel auf dem Freilaufkörper montiert werden.
Da ich eine Shimano 3-fach Kurbel fahre, habe ich mir zusätzlich für lange Anstiege in den Bergen ein 24er Kettenblatt montiert, auf welches ich bei Bedarf „manuell“ schalten kann. Nachdem alle Teile montiert und die Schaltung eingestellt war, konnte es endlich auf den Trail gehen und die neue Kombination konnte zeigen, was sie kann und ob die Umstellung für mich sinnvoll ist.
Besonders angenehm ist die Kombination des einen Kettenblatts und der größeren Abstufung der Kassette in Rennsituationen, da die Schaltvorgänge mit nur einem Shifter wesentlich schneller vonstattengehen und man sich keine Sorgen mehr um die Position des Umwerfers machen muss.
Die bisherigen Erfahrungen haben mir gezeigt, dass ich im Alltag mit nur einem Kettenblatt sehr gut zurechtkomme, aber im alpinen Gelände doch nicht auf die Vorteile eines kleineren Kettenblatts verzichten möchte. Neben der Reduzierung der Defektanfälligkeit ist die Gewichtsersparnis durch den fehlenden Shifter und Umwerfer natürlich auch sehr angenehm.
Kettenverschleiß und -pflege
Klar, es gibt Getriebe und Zahnriemen, aber die laufen schwerer. Durch Reibung wird Material abgetragen. Mit ein bisschen Zuwendung, vor allem regelmäßiger Schmierung, verrichtet die Kette ihre Arbeit in der Regel unauffällig.
Man bekommt dabei kaum mit, dass sich der Gliederstrang langsam, aber sicher längt. Dies geschieht, weil beim Ein- und Ausschwenken der Kette in die Zahnräder Reibung zwischen den Bolzen der Kette und den Kettenlaschen auftritt und Material abgetragen wird. An diesen kleinen Gleitlagern nagt der Zahn der Zeit. Besonders dann, wenn das Rad im Alltagsbetrieb bei jedem Wetter oder im Gelände bewegt wird und Dreck in die Gelenke dringt.
Die angeschlissene Kette ändert ihre sogenannte Teilung. Die Abstände von Bolzen zu Bolzen, im Neuzustand gleichmäßig, ändern sich zu kurz- lang-kurz. Das wiederum stresst die Ritzel und Kettenblätter und sorgt auch dort für verstärkten Verschleiß. Heimtückisch: Davon spürt man zunächst nichts. Eine gelängte Kette verändert die Zahnprofile aber so, dass eine neue Kette darauf irgendwann nicht mehr läuft.
Dann wird der Service teuer, weil neben der Kette auch Kettenblatt (vorn) und Ritzel (hinten) ausgetauscht werden müssen. Bei hochwertigen Rädern empfiehlt es sich daher, die Kette rechtzeitig zu wechseln, dann halten die Zahnräder zwei bis vier Ketten lang. Ein sportlich betriebenes E-Bike kann eine Kette auf 1000 Kilometer hinrichten. Am gepflegten Schönwetterrad hält die gleiche Kette auch 7000 Kilometer und mehr.
Fahrradketten im Verschleißtest
Der Test auf dem Prüfstand fördert erhebliche Unterschiede im Verschleißverhalten zutage. Während manche Exemplare nach dem Testmarathon noch nicht austauschpflichtig wären, sind andere schon extrem gelängt. Auffällig ist, dass zwei ausgewiesene E-Bike-Ketten im Test - von KMC und von Miché - besonders schlecht abschneiden. Extrem haltbar sind hingegen alle Shimano-Ketten, auch die ganz günstigen, sowie die KMC X10.
Auch bei SRAM ist die teurere PC 1071 deutlich haltbarer als die billige PC 1031. Unterm Strich lernen wir, dass das Attribut „E-Bike-tauglich“ keine Qualitätsaussage ist. Auch der Preis gibt nur bedingt Auskunft über die Qualität einer Kette. Durch die Bank glänzend sind die Ergebnisse der Shimano-Ketten. Auch die günstigste, die HG 54, schneidet sehr gut ab.
Die schlechtesten Fahrradketten im Test verschlissen siebenmal schneller als die Top-Modelle. Wie lange Ketten insgesamt halten, hängt auch von der Pflege ab. Regelmäßig gereinigte und geölte Ketten halten deutlich länger als verschmutzte.
Testverfahren zum Kettenverschleiß
Den Verschleiß der Ketten haben wir auf einer Prüfmaschine bestimmt. Dazu wurden je sieben Kettenabschnitte zu einer Prüfkette zusammengesetzt, die auf dem Prüfstand verspannt wurde. 80 Stunden lang wurde die Kette mit 300 N Spannung und 75 U/min bewegt. Weitere 30 Stunden mit einer auf 750 N erhöhten Last, wie sie fürs E-Biken repräsentativer ist. Alle 20 Stunden wurde feiner, aggressiver Quarzsand auf die Kette gerieselt, die mit einfachem Motoröl geschmiert wurde. Am Ende jedes Zyklus wurde die Längung der Gelenke mit Messschiebern unter Vorlast ermittelt. Zusätzlich haben wir den Rollenverschleiß erfasst und mit einer Kettenmesslehre überprüft, ob ein Austausch anstünde.
Ketten unter 0,02 Millimeter Längung pro Gelenk sind nach der Prüfung mit Kettenlehre, die auch den Rollenverschleiß erfasst, noch nicht austauschpflichtig.
Testergebnisse ausgewählter Fahrradketten
Die folgende Tabelle zeigt eine Auswahl von getesteten Fahrradketten mit ihren jeweiligen Verschleißeigenschaften:
| Kette | Preis (ca.) | Verschleiß (mm) | Testurteil |
|---|---|---|---|
| KMC E10 | 52,95 Euro | 0,078 | BEFRIEDIGEND |
| KMC X10 | 33,90 Euro | 0,017 | SEHR GUT (Testsieger) |
| Shimano CNE 6090 | 42,95 Euro | 0,017 | SEHR GUT |
| Shimano Deore HG 54 | 29,95 Euro | 0,016 | SEHR GUT |
| SRAM PC 1031 | 22,00 Euro | 0,102 | AUSREICHEND |
Kettenblatt Vergleich 2025
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Ausgewählte Kettenblätter im Vergleich
Die Ybeki Fahrrad-Kettenblätter, verfügbar in verschiedenen Größen von 40T bis 52T, beeindrucken durch ihre Flexibilität und Anpassungsfähigkeit für unterschiedliche Fahrradtypen wie Mountainbikes und BMX. Ihr leichtes, aber robustes Design, kombiniert mit der präzisen CNC-Bearbeitung, trägt zur Verbesserung der Fahreffizienz bei.
- Modell: Ybeki Kettenblätter 104 BCD
- Vorteile: es sind Varianten mit bis zu 52 Zähnen verfügbar, in Rot und Schwarz erhältlich, vielseitig einsetzbar
- Nachteile: vergleichsweise kleiner Lochkreis
Das Shimano Deore FC-M532 Kettenblatt mit 36 Zähnen überzeugt uns durch seine präzise Fertigung, die eine optimale Kettenführung und damit ein reibungsloses Fahrerlebnis ermöglicht. Seine Kompatibilität mit verschiedenen Kurbelsystemen wie FC-M531, FC-M532 und FC-M533 macht es zu einer vielseitigen Wahl für Mountainbike-Liebhaber. Die robuste Konstruktion und das silberne Finish sorgen für eine lange Lebensdauer und eine ansprechende Optik.
- Modell: Shimano Y1J898080
- Vorteile: reduziert Reibung und Lärm, mit 36 Zähnen, in Silber
- Nachteile: nicht mit allen Fahrradtypen kompatibel
Das Kmc-Kettenblatt mit 40 Zähnen für Bosch Gen.4-Motoren besticht durch seine spezielle Auslegung für E-Bikes, was zu einem sanften und präzisen Schaltvorgang führt. Die robuste Konstruktion aus Chrom-Molybdän-Stahl gewährleistet Langlebigkeit und Zuverlässigkeit.
- Modell: Kmc 03378593
- Vorteile: reduziert Reibung und Lärm, speziell für für Bosch Gen.4 geeignet, mit 40 Zähnen
- Nachteile: instabiles Design
Das Sram Europe Fahrradkettenblatt überzeugt mit seinem innovativen Design und der hohen Funktionalität. Mit 34 Zähnen und einem Durchmesser von 104 mm bietet es eine optimale Kraftübertragung und Stabilität. Besonders beeindruckend ist die präzise Verarbeitung, die sich in einem ruhigen Lauf und einer hohen Langlebigkeit widerspiegelt.
- Modell: Sram 2286482356
- Vorteile: besonders robust und langlebig, speziell für Sram Eagle Ketten geeignet, reduziert Reibung und Lärm
- Nachteile: vergleichsweise kleiner Lochkreis
Die Ybeki Kettenblätter überzeugen uns mit ihrer innovativen Kombination aus Leichtigkeit und Stabilität, die durch die Aluminiumlegierung und CNC-Bearbeitung erreicht wird. Ihre vielseitige Einsetzbarkeit für verschiedene Fahrradtypen, darunter Mountainbikes und Rennräder, macht sie zu einer optimalen Wahl für Radenthusiasten. Besonders bemerkenswert ist die erweiterte Zahnform, die effizient das Herunterfallen der Kette verhindert und somit für eine sicherere und langlebigere Fahrt sorgt.
- Modell: Ybeki Y92
- Vorteile: außergewöhnliche Gestaltung, in verschiedenen Farben erhältlich, vielseitig einsetzbar, reduziert Reibung und Lärm
- Nachteile: vergleichsweise kleiner Lochkreis
Das Direct-Mount-Kettenblatt von Race Face mit 30 Zähnen besticht durch seine hochwertige CNC-Aluminiumkonstruktion. Uns hat besonders das schmale, breite System ohne Kettenführung überzeugt, das ein sicheres Fahren ohne Kettenspringen ermöglicht. Seine schwarze Farbgebung fügt sich stilvoll in jede Fahrradausstattung ein.
- Modell: Race Face Cinch DM
- Vorteile: besonders robust und langlebig, asymmetrisches Zahnsystem für besonders gute Stabilität der Kette, in verschiedenen Farben erhältlich
- Nachteile: nicht mit allen Fahrradtypen kompatibel
Das Cysky-Kettenblatt 104BCD 30T zeichnet sich durch seine hochwertige Anfertigung aus 7075-T6-Aluminiumlegierung aus, was eine hohe Stabilität und Langlebigkeit verspricht. Uns beeindruckt das CNC-Präzisionsverfahren, das eine glatte Oberfläche und eine verbesserte Korrosionsbeständigkeit gewährleistet. Besonders hervorzuheben ist das schmale, breite Zahnprofil, das die Kettenhaltung verstärkt und somit für ein sicheres Fahrerlebnis sorgt, selbst auf holprigen Straßen.
- Modell: CYSKY 104BCD Schmale Breite Kettenblatt
- Vorteile: besonders robust und langlebig, reduziert Reibung und Lärm, in Rot und Schwarz erhältlich
- Nachteile: nicht mit allen Fahrradtypen kompatibel
Das Angebot von Dioche umfasst ein robustes Kettenblatt für Fahrräder, das sich an Mountainbike-Enthusiasten richtet. Mit verschiedenen Zahnradgrößen von 32 bis 38 ist es für die individuellen Bedürfnisse der Fahrer geeignet und sorgt für eine flexible Anpassung ans Bike. Es passt aufgrund der 104 BCD-Kompatibilität auf die meisten gängigen Mountainbikes und Rennräder und ist somit eine vielseitige Wahl für Radbegeisterte. Insgesamt betrachtet, ist das verkürzte Produkt "Dioche Kettenblatt" eine zuverlässige Komponente für diejenigen, die ihr Fahrrad mit einem langlebigen und anpassbaren Bauteil aufrüsten möchten.
- Modell: Dioche Kettenblätter BCD 104
- Vorteile: besonders robust und langlebig, reduziert Reibung und Lärm, vielseitig einsetzbar, in Rot und Schwarz erhältlich
- Nachteile: mit relativ wenig Schaltungsarten kompatibel
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