Die Wahl der richtigen Pedale ist entscheidend, da sie das Bindeglied zwischen Fahrer und Fahrrad darstellen und die gesamte Vortriebskraft übertragen. Es gibt viele verschiedene Fahrradpedale - mit und ohne Klick-System. Bei der Wahl des richtigen Pedals solltest du berücksichtigen, wo du mit deinem Gravel Bike unterwegs sein willst und ob dir maximale Bewegungsfreiheit oder effiziente Kraftübertragung wichtiger sind.
Grundlagen der Shimano Klickpedale
Zwei beliebte Klicksysteme sind die SPD und SPD SL Pedale von Shimano. Die zwei Systeme unterscheiden sich grundlegend in ihren vorhergesehenen Einsatzgebieten. Kurz zusammengefasst eignen sich SPD Klickpedale (also ohne den SL Zusatz) primär für den Einsatz am MTB und Gravelbike, können aber auch am Rennrad verwendet werden. Im Gegensatz dazu eignen sich SPD SL Klickpedale ausschließlich für den Einsatz am Rennrad.
SPD vs. SPD-SL
Die SPD Pedale sind ausschließlich mit Schuhen kompatibel, die über ein Metall-SPD-“Cleat” verfügen. Ursprünglich für den Einsatz am MTB gedacht, erweisen sie sich jedoch auch als äußerst effektiv beim Cyclocross und Gravelbike. Ihre Fähigkeit, sich leicht auszuklinken, und ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Schmutz machen sie äußerst vielseitig und für den Einsatz im Gelände geeignet.
Bei SPD-SL Pedalen sieht das ganz anders aus. Bereits kurze Wege auf Asphalt führen zu enorm hohem Verschleiß, was anhand des Abriebs an den farblich gekennzeichneten Stellen deutlich sichtbar wird. Für Rennradschuhe sind optionale Gummisohlen zum Aufstecken erhältlich, die den vorzeitigen Verschleiß effektiv verhindern.
Cleats: Das Verbindungsstück
“Cleats” sind das Verbindungsstück des Klickpedals, also die Platte, die am Schuh befestigt wird. Die Cleats der SPD Pedale sind kompakt, aus Metall und in der Schuhsohle eingelassen. Bei den eingefärbten Gummistücken der SPD-SL Cleats handelt es sich um Indikatoren für den Verschleiß.
SPD-SL Cleats und ihre Bedeutung
- rot 0° (SM-SH10): rot ist starr und erlaubt keinen Bewegungsspielraum. Das kann für Fahrer mit Bike-Fitting geeignet sein.
- gelb (SM-SH11): 6°: die gelbe Schuhplatte SM-SH11 erlaubt die größte Bewegungsfreiheit.
Vor- und Nachteile von Klickpedalen
Der Vorteil von Klickpedalen ist die Integration von Mensch und Arbeitsgerät. Wie der Name schon andeutet, klickt man bei diesem Pedalsystem mit dem Schuh in das Pedal ein. Dazu sind Schuhe nötig, die spezielle Anforderung an den Sohlenaufbau stellen. Diese sind vor allem eine steife Auslegung und eine spezielle Aufnahmeplatte für das Klicksystem.
Die großen Stärken von Klickpedalen sind die extrem gute Kraftübertragung samt Tritteffizienz, weil hier nicht nur auf das Pedal gedrückt, sondern über die feste Verbindung auf der gegenüberliegenden Seite auch gezogen werden kann. Je nach Einsatzbereich, Fahrtechnik und persönlichen Vorlieben erreichst Du das entweder durch entsprechende Pedalpins auf einem Plattformpedal oder durch ein Klicksystem (Shimano SPD, Look, Crankbrothers).
Besonders im Sprint sind „Klickies“ hilfreich. In holprigen Passagen kannst Du Dich leicht machen oder weiter treten, ohne direkt vom Pedal gerüttelt zu werden. Um wieder auszuklicken, drehst Du einfach Deinen Fuß nach außen und kannst absteigen.
Vorteile im Detail
- Effiziente Kraftübertragung: Durch die feste Verbindung zwischen Schuh und Pedal wird die Kraft optimal übertragen.
- Runder Tritt: Ermöglicht eine gleichmäßige Kraftverteilung während der gesamten Pedalumdrehung.
- Sicherer Halt: Verhindert das Abrutschen vom Pedal, besonders in anspruchsvollem Gelände.
Nachteile und Einschränkungen
Wie bereits erwähnt kann man schon mal ins Schwitzen kommen, wenn man spontan vom Pedal muss und nicht damit gerechnet hat. Das Ziehen des Pedals belastet das Fußgelenk.
Im MTB Bereich fahren viele deswegen ganz bewusst keine Klickpedale (mehr), wenn auch Plattformpedale andere Risiken bergen, wie z.B. Besonders dann, wenn man unerwarteterweise aussteigen möchte und den inneren Fuß nicht mehr herausbekommt. Bei SPD kann es im Single Trail aber auch mit dem leichteren Ausstieg dennoch zu unerwünschten Überraschungen kommen.
- Eingewöhnungszeit: Das Ein- und Ausklicken erfordert Übung und kann anfangs ungewohnt sein.
- Spezielle Schuhe erforderlich: Klickpedale sind nur mit kompatiblen Schuhen nutzbar.
- Eingeschränkte Bewegungsfreiheit: Die feste Verbindung kann bei längeren Fahrten zu Beschwerden führen, wenn die Cleats nicht optimal eingestellt sind.
Alternativen: Plattformpedale und Kombipedale
Für Plattformpedale spricht die jederzeit und in alle Richtungen frei lösbare, lose Verbindung. Dadurch bekommt man in jeder Fahrsituation jederzeit sofort den Fuß vom Pedal und auf den Boden. Zudem ist diese Art von Pedal voll kompatibel zu Alltags-, Sport- und Ausgehschuhen. Reflektoren stellen die StVZO-Konformität sicher.
Negativer Aspekt ist vor allem die schlechtere Treteffizienz im Vergleich zu Klickpedalen. Diese Spezies vereint auf der einen Seite ein Plattform- und auf der anderen ein Klickpedal. Somit braucht man sich nicht auf ein Pedalsystem festlegen und ist für den größtmöglichen Einsatzbereich gewappnet.
Allerdings hat diese Variabilität auch einen Nachteil: Im Einsatz kommt es vor, dass der Fuß auf der falschen Seite steht und mit Blick nach unten die andere Pedalseite gesucht wird. Im dichten Verkehrsalltag oder einer fahrtechnisch fordernden Situation nicht gerade das, was man sich in Bezug auf Sicherheit wünscht.
Einstellbarkeit und Anpassung
SPD und SPD-SL Klickpedale sind einstellbar, so dass man in nicht vorhergesehenen Situationen meistens doch noch irgendwie herauskommt. Bei Rennradpedalen sollte man schon immer vorab überlegen, wann man wo aussteigt.
Update: mittlerweile habe ich ein SPD-SL Pedal von Shimano mit leichtem Ausstieg und kann bestätigen, dass die Auslösung bei Werkseinstellung hier deutlich leichter ist.
Die richtige Wahl treffen
Die Wahl der richtigen Pedale hängt von den persönlichen Vorlieben, des geplanten Einsatzbereiches ab.
Mit Blick auf die Kombipedale stechen vor allem das teure Tatze sowie das bewährte Shimano PD-T8000 heraus, die durch eine tolle Vorstellung eine Empfehlung bekommen. Dabei überzeugen in der Stadt vor allem die Flatpedale von Contec und SQ-Lab mit einem sehr guten Preis-Leistungsverhältnis. Bei den sportlichen Klickpedalen bietet Look klasse Funktion zu kleinem Preis: Preis-Leistungstipp.
Ob Du eingeklickt fährst oder Deinen Fuß frei aufs Pedal stellst, hat viele ergonomische Facetten: Kraftübertragung, Bewegungsfreiheit, Sicherheit. Nicht immer gibt es ein klares Besser oder Schlechter. Fest steht aber: Die Effizienz der Kraftübertragung spricht klar für das Klickpedal.
Tabelle: Vergleich verschiedener Pedaltypen
| Pedaltyp | Vorteile | Nachteile | Einsatzbereich |
|---|---|---|---|
| Klickpedale (SPD) | Effiziente Kraftübertragung, runder Tritt, sicherer Halt | Spezielle Schuhe erforderlich, Eingewöhnungszeit | MTB, Gravelbike, Rennrad |
| Klickpedale (SPD-SL) | Maximale Kraftübertragung, fester Sitz | Nur für Rennradschuhe, nicht für Offroad geeignet | Rennrad |
| Plattformpedale | Kompatibel mit allen Schuhen, sofortiger Ausstieg möglich | Geringere Treteffizienz | Alltag, kurze Strecken |
| Kombipedale | Flexibel, sowohl mit Klick- als auch normalen Schuhen nutzbar | Kompromisslösung, ggf. falsche Seite beim Antritt | Vielseitiger Einsatz |
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