Shimano Klickpedale: So stellen Sie Ihre Pedalplatten richtig ein

Klickpedale sind bei Mountainbikes und Rennrädern beliebte technische Hilfsmittel, die die Kraftübertragung beim Treten verbessern. Damit alles reibungslos funktioniert, ist es wichtig, die Cleats optimal einzustellen und an den Fahrradschuhen zu montieren. Kleine Ganganalyse bzw. Großzehengelenk markierenBeginnen wir mit der Markierung des Großzehgelenks. Mit einer zweiten Person ist das etwas einfacher.

Warum Klickpedale?

Spezielle Fahrradschuhe und zugehörige Klickpedale sind nicht nur etwas für Rennrad-, Mountainbike-, Enduro- oder Downhill-Fans, sondern auch für klassische Touren oder Pendler geeignet. Die feste Verbindung zwischen Kurbel, Pedal, Schuh und Fuß bietet Vorteile bei der Kraftübertragung, dem sicheren Halt und der biomechanisch korrekten Positionierung des Radschuhs auf der Pedalachse.

Was wird benötigt?

  • Inbus- oder Innensechskantschlüssel (4 mm)
  • Lineal
  • Bleistift
  • Klebeband
  • Drehmomentschlüssel (optional)
  • Schraubensicherung

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Montage und Einstellung

1. Vorbereitung

Bei neuen Schuhen müssen Sie oft eine verschraubte Blende aus dem vorderen Teil der Profilsohle entfernen, um die Gewinde freizulegen. Statt der benötigten zwei Gewinde finden sich dort meist vier; je nach Anatomie des Fußes nutzt man entweder die vorderen oder hinteren beiden.

2. Markierung der Zehengrundgelenke

Damit das Cleat an der ergonomisch richtigen Stelle sitzt, ertastet man zuerst die Grundgelenke von Großem und Kleinem Zeh ohne Schuh. Es geht leichter, wenn man die Zehen dabei etwas anzieht. Nur wenn man beide Gelenke als Ausgangsbasis nimmt, sitzt das Cleat, wo es hinsoll: mittig unter den Zehengrundgelenken.

3. Cleats ausrichten

Für optimale Kraftübertragung sollte das Cleat mittig unter den Zehengrundgelenken stehen. Dazu verbindet man die beiden Markierungen mit einem Lineal und verschiebt das lose montierte Cleat so in den Langlöchern, dass es mittig unter dem Lineal liegt.

4. Knieposition einstellen

Um Schmerzen beim Pedalieren zu verhindern, sollte das Knie senkrecht über dem Pedal oder den Zehen stehen. Am besten lässt sich die richtige Position überprüfen, indem eine zweite Person von vorne mit einem Lot über die gedachte Linie vom Knie zu den Zehen peilt. Steht das Knie zu weit außen, werden die Cleats weiter nach innen in der Aufnahme versetzt und anders herum.

5. Winkel der Cleats ermitteln

Die Fußstellung auf dem Pedal sollte dem natürlichen Stand entsprechen. Das heißt: Zeigen die Fersen im Stand eher nach innen, dreht man die Cleats mit dem Pfeil leicht nach innen und anders herum. Die Fußstellung lässt sich leicht ermitteln, indem man auf der Stelle springt und anschließend die Stellung der Füße überprüft.

6. Längsposition

Fühlt sich die Cleat-Position noch nicht richtig an, kann man mit der Längsausrichtung experimentieren. Hier ist natürlich ein Schuh mit möglichst langem Pedalkanal von Vorteil. Enduro-Biker setzen die Cleats übrigens für mehr Kontrolle gerne etwas nach hinten - das entlastet die Waden und sorgt für einen deutlich sicheren Stand im technischen Gelände. Racer positionieren die Cleats weiter Richtung Ballen, um effektiver treten zu können.

7. Cleats fixieren

Sobald die ideale Position feststeht, zieht man die Cleats mit circa 4 bis 5 Newtonmeter Drehmoment fest. Ein Tropfen Schraubensicherung verhindert, dass sich die Cleats während der Fahrt lösen.

8. Justierung der Rotation

Für die Rotation ist die Fußstellung wichtig. Die Grundposition der Cleats sollte dem natürlichen Gangbild bzw. der natürlichen Fußstellung nachempfunden sein. Wenn man z.B. außenrotierte Füße und eine gerade Einstellung der Cleats hat, dann führt das zu Scherkräften im Knie, weil der Fuß in seine natürliche Haltung will, auf dem Pedal dreht und somit das Knie verdreht.

9. Ganganalyse

Für die Einstellung der Rotation ist eine kleine Analyse der Fußstellung wichtig. Geht ein paar Meter und lasst euch von einer zweiten Person beobachten. Eure AnalystIn kann euch dann sagen, wie sich eure Füße stellen/rotieren, wenn ihr in Bewegung seid. Einfach gesagt geht es darum zu erkennen, ob eure Zehen parallel zueinanderstehen oder nach innen bzw. außen rotieren.

10. Montage: Positionierung des Großzehengelenks

Orientiert euch an eurer Markierung und positioniert das Großzehgelenk 1,5 - 2 cm vor der Pedalachse. Damit gleicht ihr den diagonalen Verlauf der Zehen aus und nutzt die ganze Fläche des Fußes. Wenn man keine Schablone hat, dann kann man die Position zur Pedalachse auch an den Cleats ablesen. Die Pedalplatten haben an den Seiten eine kleine Markierung, die die Pedalachse simulieren soll.

Weitere Tipps und Hinweise

  • Kompatibilität beachten: Achten Sie stets auf die Kompatibilität von Pedal und Cleat.
  • Individuelle Anpassung: Es lohnt sich, mit der Position der Pedalplatten zu experimentieren, um das individuelle Optimum zu finden; schon wenige Millimeter können den Unterschied machen.
  • Zeit zur Anpassung: Bei größeren Änderungen müssen Sie Ihrem Körper Zeit geben, sich an die neuen Bedingungen zu gewöhnen, sonst können - vor allem rund ums Knie - Schmerzen die Folge sein.
  • Schuhplatten-Position übertragen: Ihre optimale Platten-Position können Sie mit Schablonen auch auf neue Schuhe übertragen, zum Beispiel mit der Schuhplattenschablone von Ergon.
  • Regelmäßige Kontrolle: Wenn du regelmäßig auf deinem Fahrrad unterwegs bist, solltest du den Sitz der Schrauben monatlich überprüfen.

Die verschiedenen Pedalplatten-Systeme

Drei Pedalbauarten stehen zur Wahl, die jeweils andere Pedalplatten erfordern:

  • Drei-Loch-System (z.B. Shimano SPD-SL, Look Kéo)
  • Speedplay (Vier-Loch-System)
  • SPD-MTB-System (Zwei-Loch-System)

Woran erkennt man Rennradschuhe- und Cleats?

Cleats und Fahrradschuhe für Rennräder erkennst du daran, dass sowohl die Schuhsohlen als auch die Cleats mit 3 Löchern versehen sind. Diese 3 Löcher dienen zur Befestigung der Cleats mithilfe der mitgelieferten Schrauben.

Die unterschiedlichen Gradangaben der Cleats:

Bei der Suche nach der passenden Rennradausrüstung wirst du feststellen, dass es mehrere Marken mit verschiedenen Farbcodierungen gibt. Die Farben entsprechen jeweils einem bestimmten Winkel zwischen Pedal und Cleat, also in anderen Worten wird ausgedrückt, wie weit sich der Fuß im Pedal bewegen lässt. Es gibt feste Verbindungen, Verbindungen mit wenig Spiel und solche mit viel Bewegungsfreiheit.

Wir haben dir eine Liste mit den bekanntesten Marken und ihrer Farbcodierung erstellt.

  • Look
    • Starr: Schwarz (O°)
    • Etwas Bewegungsfreiheit: Grau (4,5°)
    • Viel Bewegungsfreiheit: Rot (9°)
  • Shimano
    • Fest verbunden: Rot (0°)
    • Etwas Bewegungsfreiheit: Blau (2°)
    • Viel Bewegungsfreiheit: Gelb (6°)
  • BBB
    • Fest verbunden: Grau (0°)
    • Etwas Bewegungsfreiheit: Rot und schwarz (6°)
    • Viel Bewegungsfreiheit: Rot (9°)
  • Time & Spidlay
    • Bei diesen beiden Marken gibt es keine farbliche Markierung zur Bestimmung der Bewegungsfreiheit der Cleats. Die entsprechende Gradangabe befindet sich direkt auf den Cleats und beträgt 0° bis 15°.

WELCHE GRADANGABE IST FÜR DICH GEEIGNET?

Starre Cleats empfehlen wir Radprofis bzw. Sportlern mit einem gewissen Niveau.Diese Cleats haben den Vorteil einer optimalen Kraftübertragung insbesondere bei Sprints. Sie eignen sich für Radsportler ohne Knieprobleme, da sie den Knien aufgrund ihrer „starren“ Konstruktion keinerlei seitliche Bewegungsfreiheit bieten. Die entsprechenden Sportlern wissen genau, wie sie ihre Cleats einstellen müssen.

Cleats mit „etwas Bewegungsfreiheit” “, d.h. einem Winkel von 2 bis 6 Grad (je nach Marke) eignen sich für Fahrer, die bereits über Erfahrung mit Cleats mit viel Bewegungsfreiheit verfügen oder keine starren Cleats fahren können. Die entsprechenden Cleats bieten ein wenig Bewegungsfreiheit und sind beim Treten trotzdem noch sehr effizient. Diese Art Pedalplatten werden am häufigsten benutzt.

Cleats mit „viel Bewegungsfreiheit“ ” empfehlen wir schließlich Radsportlern, die den Einstieg in das Fahren mit Klickpedalen wagen. Mit diesen Pedalplatten können Fahrer ihre Füße relativ frei bewegen und dank des großen Bewegungswinkels gibt es nur wenig Beschränkungen für die Gelenke. Zur Erinnerung: Cleats mit „viel Bewegungsfreiheit“ verfügen über einen Winkel von 6° bis 9°, in dem ein Bewegen des Fußes möglich ist.

WOHER WEIßT DU, OB DEINE CLEATS RICHTIG EINGESTELLT SIND?

Gut eingestellte Cleats verbinden Komfort mit guter Kraftübertragung! Logischerweise verspürst du mit gut eingestellten Cleats keinerlei Schmerzen und gehst kein Verletzungsrisiko ein. Falsch eingestellte Pedalplatten können hingegen schmerzhaft und sogar gefährlich. Falsch eingestellte Cleats kannst du an den folgenden Hinweisen erkennen:

  • Wenn du Schmerzen an den Knieaußenseiten verspürst, solltest du die Cleats leicht nach außen drehen.
  • Wenn du Schmerzen an den Knieaußenseiten verspürst, solltest du die Cleats ein wenig nach innen verstellen.
  • Schmerzt dein Bein im Bereich der Achillesferse, solltest du deinen Fuß weiter nach vorne bringen, indem du die Pedalplatte nach hinten schiebst.
  • Montiere deine Cleats mithilfe des Klebebands ruhig noch einmal ganz neu, wenn du mit der Einstellung nicht zufrieden bist.
  • Wenn du dich für starre Cleats bzw. Pedalplatten mit wenig Bewegungsfreiheit entschieden hast, dann empfehlen wir dir bei Schmerzen auf solche mit viel Bewegungsfreiheit umzusteigen, damit deine Knie mit weniger Beschränkungen auf natürlichere Weise die richtige Position einnehmen.

Zusammenfassung der wichtigsten Punkte

Unterschätzt nicht die Einstellungsmöglichkeiten eurer Cleats oder Pedalplatten. Die meisten Schritte können aber exakt so auch auf Systeme von Crankbrothers, Time, Look und anderen übertragen werden. Kleine Ausnahme: Bei der seitlichen Ausrichtung und im Winkel sind manche Cleats anderer Hersteller etwas eingeschränkt.

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