Shimano Komponenten Kompatibilität: Ein umfassender Leitfaden

Shimano Dura-Ace Fahrradkomponenten haben einige Kompatibilitätsprobleme mit anderen Teilen. Es gibt eine Menge an Verwirrung und Falschinformation darüber. Der Name Dura-Ace geht zurück bis mindestens 1973. 1984 führte Shimano Dura-Ace S.I.S. (Shimano Indexing System), das erste erfolgreiche Index-Schaltsystem ein.

Wie bei jedem neuen Produkt, kamen mit der regulären Verwendung kleine Probleme an’s Licht und sie wurden in späteren Versionen bereinigt. Eines der Risiken beim Kauf eines brandneuen Systems ist, dass man, in gewissen Grenzen, ein Versuchskaninchen ist. Nachdem die Original Dura-Ace-Gruppe als das bestmögliche mit der Technik von 1984 galt, hatte Shimano ein kleines Problem mit der Erklärung der Änderungen in der Kompatibilität. Sie wollten ältere Dura-Ace-Versionen nicht als veraltet abschreiben und die Kunden mit verwaister Ausrüstung alleinelassen, aber sie wollten auch ihre Produkte weiter verbessern.

Dura-Ace und die Entwicklung der Schaltzugführung

1997 war ein großes Jahr für Dura-Ace. Das System wechselte zu 9-fach und das war die am meisten publizierte Änderung. Der Hautpunterschied zwischen Dura-Ace vor 1997 und dem Rest der Shimano-Gruppen ist die Schaltzugführung des Schaltwerks. Die alte Dura-Ace-Gruppe verwendete ein kürzeres Stück Schaltzug pro Gangwechsel. Dies hat mit der Geometrie der Zugaufhängung zu tun.

Mit der Einführung der 6-fach 600EX S.I.S. Gruppe, wurde die Zugaufhängug am Schaltwerk geändert, so dass der Schaltzug bei Gangwechseln weiter bewegt wurde. Dies verringerte die Seilzugspannung, die Effekte von ungenauer Einstellung und Reibung in den Schaltzügen und sorgte allgemein für ein gutmütigeres System.

  • Dies umfasst Rahmenschalthebel, Lenkerendschalter und STI-Schalthebel.
  • Alle Shimano-Schaltwerke sind für die gleiche Indexierung ausgelegt und sind gleichermassen kompatibel mit unterschiedlichen Schalthebeln, die zu den entsprechenden Kassetten passen.

Diese alternative Zugführung erlaubt es auch, einen 10-fach-Schalthebel mit einer 9-fach-Kassette zu verwenden.

Uniglide vs. Hyperglide Kassetten

1989 verwendeten Shimano-Kassetten ein System mit „gedrehten Zähnen“, das als „Uniglide“ bezeichnet wurde. Sie wiesen 9 identische Nuten auf, die in die entsprechenden Aussparungen des Freilaufkörpers gesteckt wurden. Zwischen den Ritzeln wurden passende Abstandshalter eingefügt. Das kleinste Ritzel einer Uniglide-Kassette war nicht mit Nuten versehen, sondern mit einem Gewinde. Der einzige, funktionale Unterschied zwischen Dura-Ace und anderen Shimano-Kassetten ist, dass die geschraubten Uniglide-Abschlussritzel in der Dura-Ace-Version ein anderes Gewinde verwendeten. Dies ermöglichte die Verwendung von 11-Zähne-Ritzeln mit Uniglide-Dura-Ace. Alle 6- und 7-fach Dura-Ace Kassetten waren Uniglide.

1990 führte Shimano mit „Hyperglide“ ein neues Design für die Ritzel ein, mit dem die Kette gleichzeitig über zwei angrenzende Ritzel laufen kann. Die Kette läuft auf dem neuen Ritzel, bevor sie sich vom alten Ritzel gelöst hat. Nachdem die Ausrichtung der Ritzel untereinander exakt stimmen muss, damit Hyperglide funktioniert, können geschraubte Ritzel nicht verwendet werden. Alle Ritzel einer Hyperglide-Kassette sind mit Nuten versehen und ein spezieller Verschlussring, der in ein innenliegendes Gewinde des Freilaufkörpers geschraubt wird, hält das Ritzelpaket zusammen. Uniglide-Kassetten sind nicht mehr erhältlich.

Am billigsten: Unglide-Ritzel sind grundsätzlich symmetrisch, so dass man bei einer verschlissenen Kassette die einzelnen Ritzel umdrehen kann. Moderat: Hyperglide-Ritzel enthalten eine breitere Nut, wie man oben sehen kann.

Freilaufkörper und Kompatibilität

Der Freilaufkörper ist der Teil, auf dem die Ritzelkassetten montiert werden. Er enthält den Ratschenmechanismus, der den Freilauf ermöglicht. Dura-Ace-Freilaufkörper von 1996 oder früher (6-, 7- und 8-fach) benötigen eine Nabe mit passendem Gewinde. Das ist ein reichlich teures Teil, aber wenn das Fahrrad in einem guten Zustand ist, kann es das wert sein. Man benötigt dafür ein spezielles Werkzeug, das TL-FH10 [Anm. Dura-Ace-Naben von 1997 und später (9-fach) haben eine Aufnahme mit Nuten und Aussparungen zwischen dem Freilaufkörper und dem Nabengehäuse. Sie verwenden einen 10 mm-Sechskant-Bolzen, um den Freilaufkörper auf der Nabe zu fixieren.

Im Jahr 2004 wurde die Kurbel und das Tretlager geändert. Bei diesem System ist die Tretlagerwelle dauerhaft mit der rechten Kurbel verbunden und verwendet „aussenliegende“ Lager, die ausserhalb vom Tretlagergehäuse montiert werden. Diese Anordnung der Lager erlaubt die Verwendung grösserer Durchmesser und dadurch auch einer hohlen Welle mit grösserem Durchmesser. Dieses System ist seitdem zu verschiedenen, niedrigeren Gruppen von Shimano „durchgesickert“.

Um dieses Problem zu vermeiden, hat Shimano die Form der Aussparungen das erste Mal seit der Einführung von Hyperglide in den späten 1980ern verändert. Die 10-fach-Freilaufkörper von Dura-Ace-Naben haben tiefere Aussparungen als andere Modelle von Shimano. Als Ergebnis davon ist es nicht möglich, andere als die 10-fach-Kassetten auf Dura-Ace 7800 Naben zu montieren. Es ist allerdings nicht nötig, Dura-Ace-Kassetten zu verwenden. Die Probleme mit der Austauschbarkeit betreffen nur diese spezielle Nabe. Die 10-fach-Kassetten passen problemlos auf jeden 8- oder 9-fach-Freiaufkörper von Shimano.

Für das 2008er-Modelljahr hat Shimano die 7850-Kassettennaben eingeführt. Diese weisen Titan-Freilaufkörper auf und sind wieder zum ursprünglichen Rippenmuster zurückgekehrt, das auch bei anderen Shimano-Kassettennaben verwendet wird, so dass sie mit jeder Hyperglide-Kassette, 7-, 8-, 9-, 10-fach verwendet werden können.

Kettenblätter und Gangwechsel

Wahrheit: Nein, das Schaltwerk selbst kümmert es nicht, wie viele Gänge vorhanden sind. Neuere „Superglide“-Kettenblätter von Shimano weisen ähnliche Merkmale auf, wie das Hyperglide-System hinten, um die Schaltvorgänge vorne zu verbessern. Die äusseren Blätter verwenden speziell geformte Zähne an einigen Stellen, die als „Tore“ bezeichnet werden und es der Kette erleichtern, nach oben zu klettern. Wenn dieses System so arbeitet, wie vorgesehen, führt die Kette einen sehr weichen Wechsel vom kleinen zum grossen Kettenblatt ohne Durchrutscher aus. Dies erfordert die Verwendung von Kettenblättern in zueinander passenden Kombinationen. Nur Shimano ist derart penibel bei der Zusammenstellung der Kettenblätter und das ist in keinem Fall zwingend notwendig.

Falls ein Fahrrad beispielsweise eine „A“-Kombination mit 53/42 enthält und man entschliesst sich auf ein 39-Zähne-Kettenblatt umzubauen, bedeutet das nicht, dass man das 53er-Blatt ebenfalls austauschen muss. Als der Wechsel von 8- zu 9-fach erfolgte, beginnend mit der 1997er Dura-Ace, gab es auch eine kleine Änderung im Aufbau der Kettenblätter. Dieser Effekt tritt auf, wenn eine schmale Kette mit einem Kurbelsatz verwendet wird, der für breitere Ketten gedacht ist. Beim Herunterschalten laufen die Aussenlasche der Kette auf den Spitzen der Zähne des kleinen Kettenblatts, bevor die Kette richtig auf das Kettenblatt fällt. Dies bewirkt einen kurzfristigen „Leerlauf“ nach vorne.

Der Unterschied zwischen „9-fach“-Kurbeln und älteren Modellen ist nur das kleine Kettenblatt. Shimano wird einem erklären, dass man das kleine Kettenblatt austauschen muss, wenn man ein älteres Fahrrad auf 9-fach umrüstet. Mein Rat ist, sich darüber keine Gedanken zu machen und nicht routinemässig das kleine Kettenblatt auszuwechseln, wenn man auf 9-fach umrüstet. Diese Art des „Durchrutschens“ ist sehr selten und passiert in den meisten Fällen, wenn man vorne und hinten im höchsten Gang fährt und sich dann entscheidet, vorne herunterzuschalten, bevor man hinten den Gang wechselt.

Dura-Ace Dreifachkurbeln

Für das 2002er-Modelljahr hat Shimano in der Dura-Ace-Gruppe Dreifach-Kurbeln mit den entsprechenden STI-Schalthebeln, Umwerfern und Schaltwerken eingeführt. Während andere „Rennrad“-Dreifachkurbeln mit der Abstufung 52-42-30 angeboten wurden, verwendet Dura-Ace 52-39-30. Anstatt einen Kurbelsatz mit zwei Sätzen an Montagelöchern zu verwenden, wie bei anderen modernen Dreifachkurbeln, wurde das 30er-Kettenblatt am 39er-Kettenblatt befestigt und nicht an der Kurbel selber - in der Art eines Willow Triplizer oder eines TA Konverterblatts.

„Oh, grossartig“, werden Sie sagen, „dann kann ich das 39er-Blatt auf anderen 130er-Zweifachkurbeln verwenden!“. Nun, nein. Im Gegensatz zu den Kettenblattern von Willow und TA wurde das Dura-Ace speziell dafür entwickelt, NICHT auf Standard-130er-Zweifachkurbeln zu passen, weil die „Böden“, die das mittlere Kettenblatt stützen und zentrieren, im Weg sind. Aber Moment! Es wird noch schlimmer! Anstatt den üblichen 74 mm Lochkreis für das 30er-Kettenblatt zu verwenden, wie sie es bei allen anderen „Rennrad“-Dreifachblättern tun, hat Shimano es für angebracht gehalten einen brandneuen Lochkreismuster von 92 mm nur für diese Anwendung zu entwickeln.

Shimano MTB-Schaltgruppen im Überblick

Klar ist, je teurer eine Schaltgruppe ist, desto besser und leichter ist sie auch. Doch muss es natürlich nicht immer eine XT oder XTR Schaltung sein. Für die/den Durchschnittmountainbiker:rin reicht auch eine Alivio oder Deoreschaltung völlig aus, um sportliche Touren zu machen oder Spaß auf den Trails zu haben. Auch diese Schaltungen haben sich lange bewährt und garantieren lang anhaltenden Fahrspaß. Oftmals kommt in den günstigeren Schaltgruppen die gleiche Technik zum Einsatz, lediglich das Material unterscheidet sich.

Und wie der Name „Gruppe“ schon vermuten lässt: Eine Schaltgruppe besteht meist aus Schaltwerk (hinten), Umwerfer (vorne), Kurbelgarnituren, Kassetten, Kettenblätter, Schalthebeln, Bremshebeln und den dazugehörigen Scheibenbremsen. Manchmal werden vom Hersteller des Fahrrads aber auch Komponenten ausgetauscht, sodass die Teile nicht alle der gleichen Gruppe angehören.

Hier ist eine Übersicht über einige Shimano MTB-Schaltgruppen:

  • Tourney: Für Einsteiger- und Freizeit-Fahrräder konzipiert. Bietet eine einfache Schaltung mit ausreichend Gängen und ist in der Regel preisgünstiger als andere Schaltgruppen von Shimano.
  • Altus: Eine der Einstiegs-Schaltgruppen von Shimano und bietet eine solide Leistung zu einem erschwinglichen Preis.
  • Acera: Mit der Acera-Schaltung kannst du erste Erfahrungen im Gelände sammeln.
  • Alivio: Eine hochwertige Komponentengruppe, die für Alltagsfahrten und leichtes Gelände geeignet ist. Sie zeichnet sich durch reibungslose und präzise Schaltvorgänge aus.
  • Deore: Eine hochwertige und leistungsstarke Schaltgruppe, die für den Einsatz im Gelände und für Mountainbike-Touren geeignet ist. Sie zeichnet sich durch ihre Robustheit und Zuverlässigkeit aus.
  • SLX: Bietet viele Vorteile für Mountainbiker:innen. Zum Beispiel ist sie sehr langlebig und zuverlässig, sodass du dich auf sie verlassen kannst, wann immer du unterwegs bist.
  • Deore XT: Eine hochwertige Komponentengruppe für Mountainbikes, die sich durch ihre zuverlässige Schaltleistung, ihre präzisen Gangwechsel und ihre robuste Bauweise auszeichnet.
  • XTR: Für Fahrer entwickelt, die höchste Anforderungen an die Leistung ihres Mountainbikes stellen. Sie bietet eine schnelle und präzise Schaltung und eignet sich für anspruchsvolle Trail-Sessons oder auch den beliebten Alpencross.

Shimano Rennrad-Schaltgruppen im Überblick

Wer ein neues Rennrad kauft, muss neben dem Fahrrad selbst auch eine Schaltgruppe auswählen, die das gute Stück zieren darf. Und die Auswahl an verschiedenen Arten von Shimano Schaltgruppen für Rennräder ist riesig; die Shimano Tiagra-, Shimano 105- und Shimano Ultegra-Gruppe sind nur einige Beispiele. Aber wie gut sind all diese Shimano Schaltgruppen und was sind die Unterschiede zwischen den Shimano Gruppen? Zunächst ist es hilfreich zu wissen, welche Teile deines Rennrads eigentlich Teil einer Schaltgruppe sind. Das ist nicht so kompliziert.

Dies sind natürlich in erster Linie die Schalthebel und deine Umwerfer. Alles, was zum Antrieb deines Rennrads gehört, ist in der Schaltgruppe enthalten. Und schlussendlich gehören auch deine Bremsen zur Gruppe. Aber überraschenderweise gehören Scheibenbremsen an Disc-Rennrädern nicht zur Gruppe selbst. Bei den Herstellern der Gruppen werden glücklicherweise die gleichen Namen ziemlich konsequent für die eigenen Schaltgruppen verwendet. Dieses BMC Bike mit der Shimano Dura Ace Di2 12-fach-Schaltgruppe ist eines der echten Top-Modelle. Viele Leute denken, dass wirklich nur das allerbeste gut genug für sie ist.

Wer jetzt mit der preiswertesten Gruppe von Shimano fährt, fährt sozusagen mit einer Qualität, die mit der der Profis vor 10 oder 15 Jahren vergleichbar ist. Es ist ein Missverständnis zu glauben, dass du mit der billigsten Schaltgruppe keine Qualität erhältst. Der Unterschied liegt hauptsächlich in der Qualität der verwendeten Materialien und dem Gewicht der Schaltgruppe.

Hier ist eine Übersicht über einige Shimano Rennrad-Schaltgruppen:

  • Tourney: Die Shimano Tourney-Gruppe ist eine ideale Schaltgruppe für die ersten Kilometer. Laut Shimano ist diese Schaltgruppe ideal für sportliche Fahrten oder den Einsatz in der Stadt.
  • Claris: Shimano Claris ist die erste echte Schaltgruppe für Rennräder. Rennräder mit einer Shimano Claris-Schaltgruppe sind sehr gut für Einsteiger geeignet.
  • Sora: Die Shimano Sora-Gruppe ist die letzte der Einsteiger-Schaltgruppen. Dank dem 9-Gang Dreifach- oder Zweifachschaltwerk kannst du dich für einen sehr großen Schaltbereich entscheiden.
  • Tiagra: Mit der Shimano Tiagra-Gruppe kommst du zu den Schaltgruppen für die erfahreneren Rennradfahrer. Du kannst hier eine größere Kassette mit bis zu 10 Kränzen montieren.
  • 105: Die Shimano 105-Gruppe ist die beliebteste Schaltgruppe von Shimano. Eine Shimano 105-Gruppe kann hinten 11 Kränze haben und vorne bekommt man zwei Kettenblätter. Also insgesamt 22 Gänge.
  • Ultegra: Mit der Shimano Ultegra-Schaltgruppe erhältst du eine echt professionelle Schaltgruppe für dein Rennrad. Alles ist aus leichten und sehr langlebigen Materialien gefertigt.
  • Dura Ace: Shimano Dura Ace ist die beste Schaltgruppe von Shimano. Hier bekommst du wirklich das Beste vom Besten.

MTB-Schaltgruppen: Komponenten und Funktionen

Schaltgruppen in höheren Preisklassen sind effizienter, langlebiger und ermöglichen einen leichtgängigeren Schaltvorgang, alles bei einem geringeren Gewicht. In diesem Blog-Beitrag klären wir die Grundlagen von Schaltgruppen, erläutern den Aufbau und die Funktionsweise und fassen die Unterschiede sowie die Hierarchie der einzelnen Modelle von Shimano und SRAM zusammen. So kannst du leichter entscheiden, welche Gruppe an deinem (neuen) Mountainbike seinen Platz finden soll.

Bestandteile einer Mountainbike-Gruppe

  • Die Tretkurbel: Hier nimmt die Kraftübertragung ihren Anfang. An den Kurbeln des Tretlagers befinden sich die Pedale, mit deren Hilfe die Antriebsgruppe in Gang gebracht wird.
  • Das Tretlager: Die Tretkurbeln werden auf der Tretlagerwelle befestigt, welche wiederum auf mehreren Innenlagern, dem Tretlager, gelagert sind.
  • Die Kassette (oder das Ritzelpaket): Die Kassette besteht aus mehreren Zahnkränzen, häufig Ritzel genannt, und befindet sich am Hinterrad des Mountainbikes.
  • Die Kette: Die Kette verbindet die Kettenblätter vorne mit der Kassette hinten und ist essentiell für den Antrieb des Mountainbikes.
  • Das Schaltwerk und der Umwerfer: Das Schaltwerk und der Umwerfer verschieben den Lauf der Kette über die Kettenblätter bzw. die einzelnen Ritzel der Kassette.
  • Die Schalthebel: Die Schalthebel befinden sich direkt am Lenker und sind dein Kontrollelement, um den Schaltvorgang über das Schaltwerk und den Umwerfer einzuleiten.
  • Die Bremsen: Ebenfalls Bestandteil einer Mountainbike Gruppe ist die Bremse. Auch wenn sie in den letzten Jahren immer mehr in eine eigene Kategorie gedrängt wurde, gibt es zu jeder Schaltgruppe die passende Bremse.

Shimano vs. SRAM - MTB-Schaltungen im Detail

Im MTB-Bereich gibt es bei der Schaltung eigentlich häufig nur die Wahl zwischen Shimano und SRAM. Wir geben euch einen Überblick über die Technologien der beiden Konkurrenten und die Hierarchien der einzelnen MTB-Schaltgruppen.

Shimano

Shimano ist aktuell der Marktführer in allen Fahrradsegmenten und hat das größte Portfolio an Schaltsystemen für den MTB-Bereich. Die meisten Gruppen wurden so entwickelt, dass sie sich auch kombinieren lassen, solange sie die gleiche Anzahl an Gängen besitzen. Die Schalthebel der japanischen Firma nutzen die Rapid Fire Technologie, welche über Daumen und Zeigefinger gesteuert werden. Die Technologie ermöglicht auch das Schalten mehrerer Gänge mit nur einem Druck. Die aktuellen Top-Gruppen sind die neue XTR M9100 sowie die XTR Di2.

Alle Schaltgruppen in der Übersicht:

  • Tourney: Die billigste Gruppe im Shimano-Sortiment ist keine Mountainbike-spezifische Gruppe und wird sowohl bei Einsteiger-Hardtails als auch bei Freizeit-Rädern, Crossbikes und ATBs eingesetzt.
  • Altus: Die Einsteiger-Gruppe von Shimano wird gelegentlich noch bei Budget-Mountainbikes eingesetzt, ist aber eigentlich wie die Tourney nicht wirklich für den Offroad-Einsatz geeignet.
  • Acera: Ebenfalls noch eine Einsteiger-Gruppe, aber schon mit 2x9 und 3x9 Gängen und vermehrtem Einsatz von leichten Aluminium.
  • Alivio: Die Top-Gruppe in Shimanos Freizeit-Rad-Bereich ist die Alivio, die schon so einige Technologien und Features der speziellen MTB-Gruppen übernimmt.
  • Deore: Die Shimano Deore Gruppe ist in dieser Liste die erste wirklich 100%ige MTB-Schaltgruppe und richtet sich an Neulinge genauso wie Fortgeschrittene.
  • SLX: Die SLX ist das Mountainbike-Äquivalent zur 105 im Rennradbereich: Das Arbeitstier unter den MTB-Gruppen unterscheidet sich in der Ausstattung und den Features nur geringfügig von teureren Gruppen, wiegt dafür aber mehr.
  • Zee: Die spezielle Downhill- und Freeride-Gruppe kostet ungefähr so viel wie die SLX und ist aktuell als 1x10 Schaltung erhältlich.
  • Deore XT: Nach der Deore wahrscheinlich die beliebteste MTB-Schaltgruppe. Die XT-Gruppe (häufig auch als Deore XT bezeichnet) liefert die erstklassige Performance im XTR-Format für weniger Geld und etwas mehr Gewicht und ist deshalb aus dem Segment der ambitionierten Mountainbike-Sportler nicht mehr wegzudenken.
  • XT Di2: Die elektronische Version der XT nutzt elektronisch gesteuerte Servomotoren, um den Schaltvorgang direkt am Schaltwerk einzuleiten.
  • XTR: Die Meisterklasse von Shimano hört auf den Namen XTR und besteht aus einer Mischung von Carbonteilen, Titan und hochwertigem Aluminium.

Die Übersetzung meines Schaltwerks

Was ist die Übersetzung meines Schaltwerks, und welche Rolle spielt sie? Die Übersetzung sagt aus, wie weit sich das Schaltwerk bewegt, wenn der Schalthebel den Schaltzug um einen Millimeter bewegt. Beispiel: als Shimano 1984 mit Dura-Ace S.I.S. die weltweit erste Klickschaltung einführte, hatte diese Schaltung eine Übersetzung von ca. 1,9. Für jeden Millimeter Zug am Schalthebel bewegte sich die Schaltung um 1,9 Millimeter.

Bald stellte sich für Shimano heraus, dass es technisch vorteilhaft war, die Übersetzung zu verändern. Also hatten sämtliche 6-, 7-, 8- und 9-fach Shimano-Schaltungen, die danach kamen, eine Übersetzung von 1,7. Hier wird die Übersetzung wichtig: Wer als Upgrade versucht hat, seine Shimano 105 8-fach Schaltung oder Schalthebel durch Dura-Ace 8-fach zu ersetzen, hat Schiffbruch erlitten - sie waren nicht kompatibel. Nur die Kombination aus neuem Schalthebel und neuer Schaltung hätte funktioniert, und das wäre entsprechend teuer geworden.

1997 brachen geradezu paradiesische Zustände aus, was die Standardisierung anbelangt: Die neue, 9-fache Dura-Ace 7700-Gruppe hatte ebenfalls eine Übersetzung von 1,7 und war mit allen anderen Shimano-Schaltwerken, egal ob für Rennräder oder für Mountainbikes (MTB) kompatibel. Schaltungen von Campagnolo haben dagegen eine andere Übersetzung, sie sind nicht kompatibel. SRAM bot zunächst „2:1“-Schaltungen und -Schalthebel an, die Shimano-kompatibel waren, bevor sie mit „1:1“ und dann mit „Exact-Actuation/EA“ eigene Entwicklungen betrieben.

Bis einschließlich der 10-fach Rennradgruppen blieb Shimano bei seinem Standard. Als 2010 die 10-fachen „Dyna-Sys“ MTB-Gruppen erschienen, wurde jedoch ihr Übersetzungsverhältnis auf circa 1,2 verändert - diese Schaltwerke sind nicht mit den vorigen kompatibel. Weil Shimano bei Dyna-Sys auch den Kabelzug an den Schalthebeln verändert hat, hat das 10-fach MTB-System, bestehend aus Schalthebel und Schaltung, trotzdem denselben Weg geschaltet wie das 10-fache Rennradsystem.

Das war wichtig, weil damit der Ritzelabstand der MTB- und Rennradkassetten gleich bleiben konnte. Genauso wie vorher die 8- oder 9-fach Kassetten, sind alle Shimano 10-fach Kassetten untereinander kompatibel, sie passen auf denselben Freilauf. SRAM 8-, 9- und 10-fach Kassetten sind übrigens mit ihren Shimano-Pendants kompatibel. Nur alte 7-fach Shimano- und SRAM-Schaltungen haben einen um 4,5 mm schmäleren Freilauf und Kassette.

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