Diese Anleitung zeigt, wie man eine Vierkantkurbel und das BSA Innenlager demontiert, wechselt, wartet und wieder montiert. Der Ablauf der Montage/Demontage ist für folgende Kurbeltypen "Vierkant" von Truvativ, Tune, RaceFace, FSA ähnlich.
Wenn Sie die Kurbel an Ihrem Fahrrad austauschen oder zum Beispiel an das Innenlager gelangen möchten, müssen Sie zunächst die vorhandene Kurbel demontieren. Mit dem passenden Spezialwerkzeug, einem Kurbelabzieher, können Sie sich diese kraftaufwändige Arbeit deutlich erleichtern. Dieses Werkzeug kostet nur wenige Euro und macht sich deshalb schnell bezahlt.
Benötigte Werkzeuge
- 8 mm Inbusschlüssel
- Kurbelabzieher
- Innenlager-Werkzeug (je nach Lagertyp)
- 16 mm Maulschlüssel oder eine Knarre
- Schraubendreher
- Passender Steckschlüssel mit Nuss (SW14)
1.0 Kurbel und Lagerschalen demontieren
1.1 Demontage von Vierkant-Kurbeln
Vierkant-Kurbeln von Shimano haben in der Regel keinen integrierten Kurbelabzieher. Das trifft auch für ältere Kurbeln von Tune oder RaceFace zu. Zur Demontage ist ein Kurbelabzieher notwendig.
- Als erstes mit dem Schraubendreher die Staubschutzklappe aus der Shimano-Kurbel hebeln.
- Zuerst die Kurbelschraube mit dem 8er-Inbus entfernen (gegen den Uhrzeiger drehen). Am besten verwenden Sie dazu eine Ratsche mit einem langen Griff, damit Sie eine bessere Hebelwirkung haben. Sollten Sie jedoch keine Ratsche zur Hand haben, können Sie auch den Steckschlüssel am hinteren Ende des Kurbelabziehers auf die Kurbelschraube stecken und mit einem Schraubenschlüssel gegen den Uhrzeigersinn herausdrehen.
- Danach den Kurbelabzieher in das Gewinde hineindrehen. In der Innenseite der Kurbel finden Sie ein Gewinde. Genau in dieses Innengewinde passt das Außengewinde am Ende des Kurbelabziehers. Überprüfen Sie, ob dieses Gewinde in einem sauberen und unbeschädigten Zustand ist, falls nötig, müssen Sie den Dreck und Schmutz vom Innengewinde beseitigen.
- ACHTUNG: Gehen Sie vorsichtig vor, sonst geht das Gewinde schnell kaputt. Bevor Sie den Kurbelabzieher gebrauchen, müssen Sie den inneren Teil, also die Spitze, soweit es geht zurück drehen, dass es fast bündig ist mit dem Außengewinde. Es ist ratsam, diese Spitze mit etwas Fett (z.B. Shimano Lagerfett) einzuschmieren, um später beim Herausziehen der Kurbel die Reibung auf die minimieren. Die besseren und daher auch teureren Modelle verfügen über eine mit drehender Spitze, wodurch quasi keine Reibung beim Drehen entsteht. Schrauben Sie anschließend das Außengewinde des Kurbelabziehers vorsichtig im Uhrzeigersinn in das Innengewinde der Kurbel. Passen Sie besonders auf, dass die Gewinde sauber ineinander laufen und sich nicht verkanten.
- Den Abzieher komplett von Hand ins Gewinde eindrehen.
- Wichtig: Vorher immer den Bolzen des Abziehers komplett zurück drehen. Darauf achten, dass der Abzieher komplett eingedreht wird und nicht nur ein paar Gewindegänge. Sonst könnte es passieren, dass beim Abziehen der Kurbel das Gewinde mit rausgerissen wird und die Kurbel ist dann nicht mehr zu gebrauchen.
- Jetzt den inneren Teil des Abziehers eindrehen. Mit einem Schraubenschlüssel können Sie noch etwas den Kurbelabzieher weiter hinein drehen. Aber drehen Sie diesen mit viel Gefühl hinein, damit Sie das Gewinde nicht überdrehen. Ihre Kräfte brauchen Sie für den nächsten Arbeitsschritt. Setzen Sie mit der einen Hand halten Sie die Kurbel fest, während Sie mit der anderen Hand das Innenteil des Kurbelabziehers mit einem passenden Schraubenschlüssel hineindrehen.
- Den blauen Hebel im Uhrzeigersinn drehen. Falls Sie einen Abzieher mit Schlüsselaufnahme haben, braucht dafür in der Regel einen 16 er Maulschlüssel. Dadurch, dass das Innenteil immer weiter hinein gedreht wird, jedoch an der Achse ansteht, wird die Kurbel, die ebenfalls fest mit dem Kurbelabzieher fest verschraubt ist, richtig von der Vierkantachse gezogen. Dafür brauchen Sie vor allem am Anfang richtig viel Kraft, da die Kurbel in der Regel sehr fest auf dem Vierkant sitzt.
- Durch Drehen wird der Bolzen gegen die Innenlager-Achse gedrückt und die Kurbel wird vom Vierkant geschoben.
- ACHTUNG: Sollte dieser Vorgang schwer gehen oder Geräusche machen, dann aufhören den es stimmt etwas nicht. Nochmal den Abzieher abschrauben und alles kontrollieren. Ursache hierfür könnte eine noch anliegende Unterlegscheibe der Kurbelschraube sein.
- Diese stößt dann an der Innenlagerwelle an, so wird die Kurbel herausgedrückt und kann abgenommen werden. Ein Kurbelabzieher ist ein Spezialwerkzeug zur Demontage von Fahrradkurbeln. Er besteht aus zwei beweglichen Teilen. Um den Abzieher fest mit der Kurbel zu verbinden, wird der eine Teil des Abziehers in das Kurbelgewinde gedreht (Schritt 3).
1.2 Innenlager Demontieren
Sind die Kurbeln entfernt, können jetzt die Lagerschalen demontiert werden. Dabei beginnt man mit der Antriebsseite. Dafür ist ein spezielles Innenlagerwerkzeug notwendig. Auch dieses Werkzeug unterscheidet sich je nach Lagerart. Für Shimano-Innenlager braucht man einen "Vielzahnschlüssel".
- Vorsicht: Beim Abrutschen besteht Verletzungsgefahr.
- Zum lösen der Lagerschale an der Antriebs-Seite im Uhrzeigersinn drehen. Sollte sich das Innenlager nicht lösen lassen und festgebacken sein, sprühen Sie gehörig WD40 oder einen anderen Rostlöser von oben in das Sattelrohr und lassen dieses erst mal einen Tag einwirken. Meistens lässt sich das Innenlager danach lösen.
- Rutsch das Innenlager-Werkzeug bei der Demontage aus der Verzahnung beachten Sie den den Tipp » Hilfsmittel
- Zum lösen der linken Lagerschale (Gegenüber) gegen den Uhrzeigersinn drehen. Jetzt kann das Innenlager ausgebaut werden.
Im Laufe der Zeit hat sich einiges an Dreck am Innenlager und im Gewinde angesammelt. Das Lagergehäuse und auch die Lagerschalen sollten sorgfältig gereinigt werden. Insbesondere auf das Gewinde achten, damit es sauber ist.
2.0 Innenlager einbauen und Montage der Kurbel
Jetzt sollte das Gewinde mit einem Lagerfett eingeschmiert werden. Dabei nicht zu sparsam sein. Die rechte Lagerschale sollte im Konusbereich (Innen) auch gut gefettet werden, damit später keine Knack-Geräusche auftreten. Jetzt kann das Innenlager wieder eingebaut werden.
- Zuerst die Lagerschalen dem Antrieb gegenüber (links) zuerst ca. 10 mm eindrehen, damit beim EINSCHRAUBEN des Innenlagers an der Antriebsseite sich nicht verkantet.
- Danach das eigentliche Innenlager (rechts) eindrehen. Auch hier von Hand eindrehen. Antriebs-Seite ist gegen Uhrzeigersinn / Gegenüber ist im Uhrzeigersinn.
- Jetzt mit dem Innenlagerwerkzeug zuerst die Lagerschale an der Antriebsseite mit ca. 55-65 Nm anziehen. Die Lagerschale gegenüber mit ca. 45-55 Nm . Zuerst die Lagerschalen von Hand eindrehen.
2.1 Montage der Kurbeln
Bei der Vielzahnkurbel die Verzahnung vor dem AUFSETZEN fetten (vorher säubern) und die Kurbeln mit dem 8er-Inbus montieren. Beim Aufsetzen der Kurbeln auf Leichtgängigkeit achten, ansonsten ist der Vielzahn schnell beschädigt und somit ein neues Innenlager fällig.
ACHTUNG: Bei Vierkantkurbeln diese nicht fetten. Das Fett bewirkt, dass sich Kurbel leichter auf den Vierkant drücken lässt und das kann dazu führen, dass die Kurbel weiter auf den Vierkant rutscht. Um Knackgeräusche vorzubeugen, den Vierkant vorher gut säubern.
Wichtig ist, dass beide Kurbeln die richtige Stellung haben (180 ° versetzt). Damit Sie leichter die Vierkantkurbeln montieren können, fetten Sie zu Anfang etwas den Vierkant an den Enden der Achse ein. Vermeiden Sie zu viel Fett, sonst können Sie die Kurbeln nicht in die endgültige, feste Position bringen. Das führt dazu, dass die Kurbeln nicht ordentlich sitzen und schneller locker werden. Drücken Sie die Kurbel so weit wie möglich auf die Vierkantachse, ohne dass sie sich jedoch dabei verkantet.
Die Vierkantkurbel wird erst aufgesetzt und dann durch anziehen der Schraube in die End-Position gebracht. Die Kurbelschrauben ziehen Sie mit ca. 35 - 40 Nm an. Fetten Sie als nächstes das Gewinde der Kurbelbefestigungsschraube und deren Unterlegscheibe ein, um später ein lästiges Schleifgeräusch zu vermeiden. Mit dieser Kurbelschraube pressen Sie die Kurbel richtig fest auf den Konus der Achse und befestigen die Kurbel darauf. Genauso, wie wir Ihnen bei der Demontage von der Vierkantkurbel, eine Ratsche mit einem langen Griff empfohlen haben, wäre eine solche Ratsche auch jetzt wieder sinnvoll, da sie mit dieser die Kurbelschraube richtig fest anziehen können, um der Kurbel auch einen festen Sitz zu verschaffen. Der vorgeschlagene Anzugsdrehmoment liegt bei Kurbelschrauben bei 35 N/mm², kann sich aber je nach Hersteller auch unterscheiden.
Bevor Sie zum Abschluss der Arbeiten die Staubkappe darauf setzen, machen Sie eine Probefahrt mit ihrem Fahrrad und treten dabei immer wieder fest in die Pedalen. Hören Sie damit sofort auf, wenn Sie merken, dass die Kurbel locker sitzt. Wenn Sie ihre Probefahrt beendet haben, versuchen Sie nochmal, die Kurbelschraube weiter hinein zu drehen. Setzen Sie hinterher die Staubkappe wieder auf die Kurbel.
Seit Jahrzehnten ist der konisch zulaufende Vierkant ungeschlagen die Nummer 1 , wie man die Tretkurbeln mit dem Tretlager verbindet. Um Beschwerden in den Knien vorzubeugen oder abzuhelfen und damit die Kraft in den Beinen effektiv auf die Kurbeln übertragen werden kann, sollten Sie die richtige Kurbellänge wählen. Wie können Sie die richtige Kurbellänge ermitteln? Als Faustregel gilt: Die richtige Länge der Kurbel ist 1 / 10 der Körpergröße.
Die Tretkurbeln demontieren oder abziehen ist also nötig, wenn Sie diese durch neue ersetzen wollen. Aber auch wenn das Innenlanger quietscht und daher überprüft werden muss, müssen Sie die Tretkurbeln demontieren. Die Arbeit ist nicht unbedingt schwierig, jedoch erfordert es viel Kraft und Anstrengung, um die Vierkantkurbeln von der Achse zu montieren und wieder darauf zu bringen.
Als erstes hebeln Sie mit einem spitzen Gegenstand wie einen Schlitzschraubenzieher die Kappe ab, die auf beiden Enden der Tretachse aufgesteckt ist. Achtung! Drehen Sie nächstes die Kurbelschraube mit einem passenden Steckschlüssel entgegen dem Uhrzeigersinn heraus.
Nun kommt auch schon der Kurbelabzieher zum Einsatz.
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