Shimano Linkglide: Testberichte und Erfahrungen

Die Shimano Linkglide Technologie wurde entwickelt, um die Haltbarkeit und Schaltleistung von Kettenschaltungen zu verbessern, insbesondere bei E-Bikes. Hier finden Sie eine Zusammenfassung von Testberichten und Erfahrungen von Nutzern mit den Linkglide Kassetten und zugehörigen Komponenten.

Was ist Shimano Linkglide?

Shimano hat mit der Linkglide-Technologie auf die höheren Belastungen von E-Bikes reagiert. Diese Technologie zeichnet sich durch mehr Material und einen Gang weniger aus, was zu einer verbesserten Zuverlässigkeit führen soll. Auch Alltagsbiker ohne E-Antrieb profitieren von der größeren Langlebigkeit der neuen Ketten und Kassetten.

LINKGLIDE ist das Zauberwort, welches der Komponentengruppen DEORE und der DEORE XT in 2022 zu mehr Haltbarkeit verhilft. Spätestens in 2022 müssen jedoch keine Einbußen mehr bei der Haltbarkeit des Antriebsstrangs hingenommen werden, denn Shimano stattet seine Deore XT (1×11-fach) und Deore (1×10-fach) Schaltgruppen mit der brandneuen LINKGLIDE Technologie aus.

E-MTB Fahrer finden das Zahnprofil an der Kassette nun verfeinert vor. Einerseits verhilft die Zahnspitzenform zu einer Verschleiß-Reduktion, wobei die Performance der Kette gleichermaßen verbessert wird. Zeitgleich wurde seitens Shimano an Design und Position der Schalthilfen gewerkelt. Die Kette wechselt nun sanfter zwischen den einzelnen Ritzeln, wodurch auch hier wieder Kettensprünge vermieden werden und eine gewisse Leichtigkeit während des Schaltens und Pedalierens entsteht.

Als Schaltwerke für die neuen LINKGLIDE Kassetten stehen die ebenfalls neue Deore XT 1×11-fach sowie Deore 1×10-fach Schaltung zur Seite. Ein verbesserter Stabilisator kümmert sich um höhere Kettenstabilität. Die passenden LINKGLIDE Schalthebel für das neue Antriebssystem gibt es für die Deore XT 11-fach entweder als Variante mit Klemmschelle oder als I-SPEC EV Integrationssystem. Über einen instant release (Zug wird direkt bei Betätigung des Hebels freigegeben) wird zusätzlich ein reaktionsschneller und unmittelbarer Schaltvorgang auf Trails erreicht.

Vor allem e-Bikes mit hohem Drehmoment gehen als Gewinner des neuen Systems hervor, weshalb es in e-Mountainbikes besonders nützlich ist. Auch Schalten und Fahren unter hoher Last stellt mit der innovativen Technologie kein Risiko mehr dar. LINKGLIDE erlaubt die gewohnt nahtlose Schaltung, für die bisherige Shimano-Schaltungen ebenfalls bekannt sind. Damit sie sich auf den ersten Blick von herkömmlichen Komponenten abheben, hat Shimano das System mit einem passenden Logo versehen.

LINKGLIDE vs. HYPERGLIDE

Produktnews: Als Alternative zu den HYPERGLIDE+ Komponenten führt Shimano mit LINKGLIDE eine weitere Technologie für ein sanftes und reibungsloses Schalten ein. Während die HYPERGLIDE+ Komponenten gezielt für ein geringes Gewicht entwickelt wurden, steht bei dem etwas schweren LINKGLIDE die Haltbarkeit im Vordergrund.

Im Rennen zählt bekanntlich jede Sekunde. Um ambitionierten Radsportlern beim Kampf gegen die Uhr oder die Konkurrenten den vielleicht entscheidenden kleinen Vorteil zu verschaffen, führt Shimano die HYPERGLIDE+ Komponenten in seinem Programm. Einen anderen Denkansatz verfolgt der japanische Hersteller mit der neuen LINKGLIDE Technologie. Hierbei geht es eher um Komfort, Fahrfreude und Haltbarkeit. Die mit der neuen Technologie ausgestatteten Komponenten sollen selbst bei hohem Pedaldruck einen sanften, ruckfreien und reibungslosen Gangwechsel ermöglichen. Damit profitieren nach Angaben insbesondere auch E-Bike Einsteiger mit wenig Erfahrung von den Vorzügen der LINKGLIDE Technologie.

Verfügbar ist die neue LINKGLIDE Technologie für Shimano DEORE XT 1×11 und DEORE 1×10. Die neu vorgestellten Komponenten umfassen für die jeweilige Gruppe spezielle Schalthebel, Schaltwerke, Ketten und Kassetten. Jede dieser Komponenten wird mit einem LINKGLIDE Logo gekennzeichnet sein, eine leichte Unterscheidung von den regulären DEORE XT und DEORE Teilen ist somit sichergestellt. Nicht ganz unwichtig, da reguläre und LINKGLIDE Komponenten untereinander nicht kompatibel sind.

Wer also sein aktuelles 11- oder 10-fach System auf LINKGLIDE umbauen möchte, muss daher Kassette, Schaltwerk und Hebel durch die entsprechenden neuen Komponenten ersetzen. Grund für die Inkompatibilität ist die neue Form der Kassettenzähne. Eine robustere und dickere Basis der Zähne verstärkt den Bereich, an dem die Abnutzung am stärksten ist, während eine ebenfalls veränderte Form der Zahnspitzen sowie spezielle Anfasungen den Rückhalt der Kette auf den Zähnen sowie das einfache Lösen der Kette beim Abrollen optimieren. Ebenfalls verbessert wurden die Schalthilfen, wodurch die Kette noch sanfter und ruckfreier über die Ritzel gleiten soll.

Weil die Ritzelabstände der Kassette unterschiedlich sind, haben die neuen Schalthebel ein anderes Übersetzungsverhältnis als bei anderen 11- bzw. 10-fach-Systemen. Ebenfalls zum Sortiment gehören dementsprechend neue DEORE XT 1×11 und DEORE 1×10 Schaltwerke.

Kompatibilität

Wer auf die Deore XT und Deore mit LINKGLIDE Technologie zurückgreift, sollte zuletzt bedenken, dass diese nicht mit anderen Shimano Komponenten kompatibel sind. Kassette, Schaltwerk, Schalthebel (und optional die Kette) müssen daher aufgerüstet werden. Der Fahrer bekommt damit jedoch alle Vorteile, welches das System in seiner Gänze bietet.

Erfahrungen von Nutzern

  • Ein Nutzer berichtet von anfänglichen Schwierigkeiten, möchte die Linkglide aber nicht mehr hergeben. Er hat mit einer KMC Kette noch nie 7000 km erreicht, während diese in der Regel bei 3000 km verschlissen waren.
  • Eine Frau fährt LG500 11-fach mit Performance Line Motor und hat über 7.000 km zurückgelegt, ohne dass ein Austausch notwendig war.
  • Ein anderer Nutzer wechselte die Linkglide Kette nach 4300 km, wobei er von Öl auf Squirt Wachs umgestiegen ist.
  • Ein Nutzer berichtet, dass seine KMC Kette auf Linkglide 11-fach nach 3000 km eine Längung von 0,8 aufwies.

Shimano Cues als Alternative?

Statt Sora, Altus, Claris, Alivio und Acera wird es in Zukunft nur noch eine einzige Produktfamilie geben. Die Cues. Mit dem Fokus auf Langlebigkeit und leichter Bedienbarkeit soll die Cues alle Anwendungen vom E-Bike über Trekkingräder bis hin zu günstigen Mountainbikes und neuerdings sogar günstigen Rennrädern abdecken. Ob das gelingt? Wir konnten die Cues in verschiedenen Ausführungen schon ausgiebig fahren.

Die Einsteigergruppe Cues U4000 schaltet nur neun Ritzel am Hinterrad. Die Mittelklasse Cues U6000 hat schon zehn oder sogar elf Ritzel hinten. Die Topgruppe Cues U8000 schaltet immer elf Gänge im Heck und ist sogar als Di2-Variante mit elektronischer Ansteuerung verfügbar. Für Experten: Die Zahlenlogik der Cues folgt ungefähr den Mountainbike-Schaltungen. Die 6000er entspricht in etwa dem Deore-Zwölffach-Niveau, die 8000er der XT. Die 4000er liegt darunter.

Alle modernen Shimano-Schaltungen abseits der allergünstigsten Varianten liegen funktional auf einem sehr hohen Niveau. Das gilt auch für alle Varianten der Cues. Sauber eingestellt wechseln sie die Gänge schnell und zuverlässig. Ist das nicht der Fall, liegt’s fast immer an verschlissener oder falsch eingestellter Hardware - da kann die Schaltung selbst nicht viel dafür. Fakt ist schlicht: Die Technologien der einstigen Top-Gruppen sind längst auch im Einsteigermarkt angekommen.

Fazit

Die Shimano Linkglide Technologie scheint eine vielversprechende Lösung für Fahrer zu sein, die Wert auf Haltbarkeit und Zuverlässigkeit legen, insbesondere bei E-Bikes. Die Erfahrungen der Nutzer deuten auf eine längere Lebensdauer der Komponenten hin, was den höheren Preis rechtfertigen könnte.

Zusätzliche Informationen

Shimano bietet die LinkGlide-Technik beim 1x10 Deore (M5130-Serie) und beim 1x11 Deore XT Antrieb (M8130-Serie). Der Unterschied zu den 12fach-Versionen der Deore und Deore XT liegt im Materialaufwand. Stärkere Kette, stärkere Ritzel und ein stärkeres Kettenblatt sollen für die höhere Haltbarkeit sorgen. Damit wird die Schaltgruppe aber nicht nur schwerer, sondern es ändern sich auch die Übersetzungsverhältnisse.

So sind LinkGlide-Komponenten nicht mit den herkömmlichen Deore- und Deore XT-Teilen kombinierbar. Wer also auf LinkGlide wechseln möchte, der muss die komplette Schaltgruppe samt Schalthebel tauschen. Lediglich Ketten, die als „E-Bike Rated“ erkennbar sind, sind mit den LinkGlide-Komponenten kombinierbar.

Durch den erhöhten Materialaufwand sollen LinkGlide-Ketten und -Kassetten dreimal länger halten als die der herkömmlichen Shimano-Komponenten. Doch neben der Haltbarkeit erhöht sich auch das Gewicht. Mit 780 Gramm soll die LinkGlide Deore-XT-Kassette ungefähr 369 Gramm mehr wiegen als eine Deore XT 11fach-Kassette. Zum Vergeich: die 12fach-Kassette mit 10-51 Zähnen wiegt 469 Gramm. Die neue 10fach Deore-Kassette soll 634 Gramm auf die Waage bringen.

Als Kette kommt bei beiden Antrieben die LG500-Version mit 257 Gramm zum Einsatz. Die Kette ist auch mit anderen 11fach-Antrieben von Shimano kompatibel.

Shimano Auto-Shift-Funktion

Das Shimano Auto-Shift-System ist ähnlich wie ein PKW mit Automatikschaltung. Das System überwacht die Fahreraktivität und wandelt verschiedene Sensordaten in die richtige Gangwahl um - und legt diesen Gang dann auch selbsttätig ein. Der E-Bike-Motor und die Schaltgruppe sind dafür eng vernetzt und per Kabel verbunden. Das ergibt ein geschlossenes E-Bike-System aus Motor, Schaltgruppe, Display, Motor- und Schaltungs-Remote.

Bei Shimano ist das mit dem EP 801 oder EP 6 Motor kombiniert mit einer 11-fach Linkglide Di2 Gangschaltung möglich. Coast- und Startshift funktionieren auch mit der elektronischen Di2 12-fach Gangschaltungen von Shimano. Der Langlebigkeit halber bietet Shimano den vollen Automatikmodus allerdings nur bei der 11-fach Variante an - das kostet gegenüber den 12-fach Hyperglide Kassetten 55% Bandbreite.

Konfiguration via E-Tube Ride App

Über die E-Tube Ride App von Shimano lassen sich die unterschiedlichen Fahr- und Schaltmodi noch weiter konfigurieren. An Fahrmodi bietet Shimano ganze sieben Stück, die ihr alle auch noch nach euren Vorlieben individualisieren könnt. Weiterhin lassen sich auch beide Auto-Shift-Modi 1 und 2 unterschiedlich konfigurieren und anpassen. Das heißt im Klartext: Wer sich richtig reinfuchsen will und sich zutraut, das System ideal auf die eigenen Bedürfnisse zuzuschneiden, hat bei Shimano gewissermaßen freie Hand und kann das System genau für sich und seine Wünsche konfigurieren.

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