Shimano Mineralöl vs. Tektro Mineralöl: Ein Vergleich für Fahrradbremsen

Die Wahl der richtigen Bremsflüssigkeit ist entscheidend für die Leistung und Zuverlässigkeit von hydraulischen Fahrradbremsen. Shimano und Tektro verwenden Mineralöl in ihren Bremssystemen, aber was sind die Unterschiede und wie schneiden sie im Vergleich zu DOT-Bremsflüssigkeiten ab? Dieser Artikel bietet einen Überblick.

Mineralöl vs. DOT: Ein grundlegender Unterschied

Hydraulische Bremsen für Fahrräder verwenden entweder Mineralöl oder DOT-Bremsflüssigkeit. Es ist wichtig zu wissen, dass diese beiden Arten von Bremsflüssigkeiten niemals gemischt werden dürfen, da sie unterschiedliche Eigenschaften haben und die Dichtungen im Bremssystem beschädigen können.

Mineralöle sind in der Regel haltbarer und greifen Kunststoffe und Lacke nicht an. Auch Hautkontakt ist weniger kritisch als mit DOT. Dennoch solltest Du Hautkontakt vermeiden und das Mineralöl direkt wegwischen oder abwaschen, wenn Du etwas gekleckert hast.Generell sind Mineralöle sehr haltbar und können oft jahrelang in einer Bremse ihren Dienst verrichten.

DOT-Bremsflüssigkeiten (DOT 3, DOT 4 und DOT 5.1) sind hygroskopisch, das heißt, sie ziehen Wasser an. DOT sollte in Fahrradbremsen regelmäßig erneuert werden, da es hygroskopisch ist und Wasser zieht - auch durch mikroskopisch kleine Ritzen und Poren im System.

Hier ist eine tabellarische Übersicht der wichtigsten Unterschiede:

EigenschaftMineralölDOT-Bremsflüssigkeit
HygroskopischNeinJa
Auswirkungen auf Lacke und KunststoffeGeringAggressiv
HaltbarkeitLangKürzer (regelmäßiger Wechsel erforderlich)
Mischbarkeit mit WasserNein (trennt sich)Ja (bildet eine homogene Flüssigkeit)

Shimano und Tektro: Mineralöl im Detail

Die spezifischen Eigenschaften von Mineralöl in Bremsen können im Detail zwischen den Herstellern variieren, da sie nicht genormt sind. Bei Forstbetrieben wird teilweise Bio-Öl verwendet. Ob sich das mit den mineralischen verträgt, würde ich nicht probieren.

Einige Nutzer haben jedoch berichtet, dass sie auch Hydrauliköle aus dem Automobilbereich, der Landwirtschaft und dem Baugewerbe erfolgreich verwendet haben. Vorsicht hingegen bei KFZ-Bremsflüssigkeit (SRAM, Hayes): DOT 3, 4 und 5.1 sind untereinander mischbar (alle glycolbasiert). DOT 5.0 ist mit dem Rest nicht mischbar.

Es ist wichtig, die Kompatibilität des Öls mit den Dichtungen im Bremssystem sicherzustellen. Der wurde warscheinlich weicher weil deine Dichtungen damit nicht umgehn.

Vor- und Nachteile von Mineralöl

Vorteile:

  • Geringere Wartung: Mineralöl muss seltener gewechselt werden als DOT-Bremsflüssigkeit.
  • Umweltfreundlicher: Mineralöl ist weniger schädlich für die Umwelt und einfacher zu entsorgen.
  • Lackverträglichkeit: Mineralöl greift Lacke und Kunststoffe nicht an.

Nachteile:

  • Viskosität bei niedrigen Temperaturen: Einige Nutzer berichten von Problemen mit erhöhter Viskosität bei tiefen Temperaturen.
  • Nicht standardisiert: Die Eigenschaften können je nach Hersteller variieren.

DOT-Bremsflüssigkeit: Vor- und Nachteile

Vorteile:

  • Hoher Siedepunkt: DOT-Bremsflüssigkeiten haben in der Regel einen höheren Siedepunkt als Mineralöle, was sie widerstandsfähiger gegen Hitzebedingte Bremsausfälle macht.
  • Verfügbarkeit: DOT-Bremsflüssigkeiten sind weltweit in fast jeder Autowerkstatt und Tankstelle erhältlich.

Nachteile:

  • Hygroskopisch: DOT-Bremsflüssigkeiten ziehen Wasser an, was den Siedepunkt senkt und regelmäßige Wartung erfordert.
  • Schädlich: DOT-Bremsflüssigkeiten sind aggressiv gegenüber Lacken, Kunststoffen und der Haut.
  • Entsorgung: DOT-Bremsflüssigkeiten müssen als Sondermüll entsorgt werden.

Wartung und Handhabung

Unabhängig davon, ob Du Dich für Mineralöl oder DOT entscheidest, ist eine regelmäßige Wartung Deiner Bremsen unerlässlich. Dazu gehört das Entlüften des Systems, um Luftblasen zu entfernen, und die Überprüfung der Bremsbeläge auf Verschleiß.

Bei der Handhabung von DOT-Bremsflüssigkeit ist Vorsicht geboten. Schutzhandschuhe benutze ich bei der Wartung nie. Dabei ist mit DOT weniger unangenehm, weil man, wie Ulrike schon schrieb, Gerätschaften und Hände einfach mit Wasser abspülen kann. Mineralöl muss man intensiver mit Reinigungsmitteln entfernen.

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