Die Frage nach einem geeigneten Ersatz für Maguras Royal Blood ist unter Fahrradenthusiasten weit verbreitet. Viele Anwender mischen bedenkenlos Magura- und Shimano-Öl, ohne nennenswerte Ausfälle zu verzeichnen. Shimano nutzt wohl für seine Scheibenbremsen sogar Magura-Patente.
Es gibt Berichte, dass anstelle von Royal Blood auch Corex, Motorex, Dieselöl, Haushaltsöl oder anderes Hydrauliköl verwendet wird. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Hydrauliköl und Bremsflüssigkeit definitiv nicht kompatibel, nicht austauschbar und auch nicht mischbar sind.
Magura (ÖL)-Hydraulikbremsen gelten als wartungsfrei, da Hydrauliköl nicht hygroskopisch ist. Hydraulische Magura Felgenbremsen können jahrzehntelang ohne Wechsel im Einsatz sein, solange das System dicht ist und keine Flüssigkeit verliert.
Für i:sy Pedelecs mit Scheibenbremsanlage, die für mineralische Flüssigkeit gedacht ist, kann man bedenkenlos LHM+ verwenden. Ganz dicht sind solche Anlagen ja nie, mindestens das Löchlein zum Druckausgleich im Vorratsbehälter mit der Außenluft gibt es ja. Von daher erscheinen die 37 Jahre Wechselintervall schon etwas übertrieben.
Die Materialien der Dichtungen sind entscheidend, da sie die andere Flüssigkeit nicht aushalten. Wenn man eine DOT5 Bremse mit Magura-Öl befüllt, quellen die Dichtungen auf und die Bremse funktioniert nicht mehr. Maguras sind in ihren Dichtungen auf das Öl angewiesen. Bremsflüssigkeit aus dem Kfz-Bereich kann Bauteile und Dichtungen der Magura angreifen, da sie sehr aggressiv und extrem entwässert ist, um den Siedepunkt gegen Dampfblasenbildung hoch zu setzen.
Als Faustregel gilt: Hydrauliköl sollte es vermutlich schon sein. Im Prinzip sollte also z.B. auch die grüne Hydraulikflüssigkeit von Citroen gehen. Ob das wirklich so ist? Keine Ahnung.
Ich nutze schon seit Jahren das Zentralhydraulik-Öl von Liqui-Moly sowohl bei hydraulischen Felgen- als auch Scheibenbremsen. Bei den mir bekannten Scheibenbremsen wird über das Öl-Reservoir ein Gummiteil/eine Membran gelegt, welche sich bei schwindendem Öl absenkt und gerade dafür sorgt, dass das System zwar mehr oder weniger Öl in die Leitung geben kann, nach außen hin aber dennoch dicht ist, soweit das im Rahmen der Physik möglich ist.
Viskosität von Gabelölen und Motorölen
Worauf man vor allem achten muss, ist die Viskosität, angegeben in cSt (Centistokes) bei 40°C und 100°C. Von Rock Shox wurde früher 15wt Gabelöl empfohlen. Achtung, dieses ist sehr viel niedrigviskoser als ein 15W Motoröl!
Rockshox verwendet Torco RFF Öle für ihre Gabeln, eine Mischung aus synthetischen und mineralischen Ölen. Rockshox ändert jedoch die Gradierung ihrer Produkte: RS2.5=Torco RFF 5, RS5=Torco RFF 7, RS10=Torco RFF 15 und RS15=Torco RFF 20.
Bei der Verwendung von Red Line Oil entspricht RS10 einer Mischung aus 28% Extra Light und 72% Light. Für sehr kaltes Wetter kann eine Mischung aus 93% Medium und 7% Heavy verwendet werden.
Wichtig: Die SAE-Klassen beziehen sich auf einen bestimmten Temperaturbereich. Die erste Zahl vor dem W (Winter) bezieht sich auf Kälte und die zweite Zahl auf Hitze bei 100°C. Daher lässt sich ein 15W40 schlecht mit einem 15er Gabelöl vergleichen. Man sieht also das die SAE Angaben für uns absolut uninteressant sind.
Öle für Dämpfung und Schmierung
Bei Gabeln mit offenem Ölbad wird für Dämpfung und Schmierung dasselbe Gabelöl verwendet. Hierbei werden zugunsten der Dämpfung Kompromisse eingegangen. Es ist ein Irrglaube, man könne mit einem dünneren Öl die Performance an einen leichteren Fahrer anpassen. Der Lowspeed Regler hat mehr Wirkung und die Dämpfung bei niedrigen Geschwindigkeiten wird weicher.
Mischbarkeit von Ölen
Öle innerhalb eines Herstellers und gleichen Typs sind problemlos mischbar. Ergibt dies also ~40% Öl mit niedriger Viskosität (dünnflüssig) und ~60% Öl mit hoher Viskosität (dickflüssig). Wir benötigen zwar keine 100°C aber damit ließe sich der Viskositätsindex berechnen d.h. reagiert.
Auch der Viskositätsindex (VI) sollte ähnlich sein. Je höher der VI, desto weniger verdickt das Öl bei Kälte.
Fette für Tretlager
Ein Thema ist noch, dass die Tretlager ja mit geringstem Reibmoment laufen sollen. Die Fette sind ggf (in meinem Tretlager so vorgefunden) sehr niedrig viskos (dünnflüssig). Das ist gut für das Reibmoment aber schlecht für das Tragbild bei den Betriebsbedingungen.
Ein weiteres Thema ist, dass das Fett bei Rollen ja noch mindestens eine wichtige Aufgabe mehr hat. Schutz von Komponenten, abweisen von Salzwasser , Sperrwirkung,..usw.
Zusammenfassung
Die Wahl des richtigen Öls für Fahrradbremsen und Federgabeln ist entscheidend für deren optimale Funktion und Lebensdauer. Es ist wichtig, die Viskosität und Kompatibilität der verschiedenen Öle zu berücksichtigen und die Herstellervorgaben zu beachten.
| Öltyp | Viskosität bei 40°C (cSt) | Viskosität bei 100°C (cSt) |
|---|---|---|
| Rockshox RS2.5 (Torco RFF 5) | Unbekannt | Unbekannt |
| Rockshox RS5 (Torco RFF 7) | Unbekannt | Unbekannt |
| Rockshox RS10 (Torco RFF 15) | Unbekannt | Unbekannt |
| Rockshox RS15 (Torco RFF 20) | Unbekannt | Unbekannt |
Verwandte Beiträge:
- Shimano GRX Schaltwerk 11-fach: Test & Kaufberatung
- Shimano Dura Ace Kassette 11-fach: Test, Vergleich & Kaufberatung
- Shimano XT Übersetzung: Die optimale Übersetzung finden
- Shimano EP8 App Einstellungen: Optimale Einstellungen für Deine E-Bike Tour
- Ultimative Tipps zur E-Bike Akku Lagerung für maximale Lebensdauer! So hält dein Akku ewig
- Elite Quick-Motion Fahrrad-Rollentrainer Test: Revolutioniere Dein Indoor-Training Jetzt!
Kommentar schreiben