Der Hersteller Shimano erweitert sein Angebot an Antriebssystemen für City-E-Bikes um ein weiteres System. Im Gegensatz zu den Pedelec-Antrieben E6000 und E6100 schlägt der Shimano Steps E5000 nicht die Brücke zwischen dem City- und Trekking-E-Bike-Bereich, sondern richtet sich ganz konkret an das komfortable Bummeln durch die Stadt. Ziel ist es, eine günstige Alternative zu anderen E-Bike-Antriebssystemen zu schaffen und den Fahrspaß in der City somit auch für Menschen mit schmalerem Portemonnaie zu eröffnen.
Shimano Steps E5000: Leicht und günstig für die Stadt
Innenstädte sind Schauplatz verschiedener Aktivitäten, vom Einkaufen über Arbeiten bis hin zur Freizeitgestaltung. Für all solche Tätigkeiten soll der Shimano Steps E5000 die geeignete Unterstützung bieten. Die kompakte Bauweise des Elektromotors kommt der Idee des Fahrens wie auf dem Fahrrad entgegen. Das geringe Gewicht von nur 2,5 kg trägt maßgeblich dazu bei, das Fahrgefühl auf einem E-Bike mit Shimano Steps E5000 Antriebssystem so natürlich wie möglich zu halten. Obwohl das E5000 E-Bike Antriebssystem mit 40 Nm etwas weniger Drehmoment vorweist als zum Beispiel der Shimano Steps E6100, ist die Unterstützung des Elektromotors einem anstrengenden Alltag angemessen.
Akkus und Schaltoptionen beim Shimano E5000
Das komfortabelste und effektivste Nutzen eines E-Bikes fühlt sich nicht für jeden Menschen gleich an. Nicht nur die Akkuleistung, sondern auch die Akkuposition haben Einfluss auf die Fahreigenschaften eines City- oder Urban-E-Bikes. Im Fall des Shimano Steps E5000 hat man über beide Faktoren die Kontrolle. Die E-Bike Modelle können mit integriertem Akku, mit Gepäckträgerakku oder mit Unterrohrakku versehen werden. Sowohl Ketten- als auch Nabenschaltungen, als auch elektronische Schaltungen sind mit dem Shimano Steps E5000 kombinierbar. Dazu zählt nicht zuletzt auch die speziell für E-Bikes entwickelte Getriebenabe Shimano Nexus Inter-5E, die einen Übersetzungsumfang von 263% und fünf Gänge anbietet.
Die individuelle Anpassung des Shimano E5000
Aus einer Palette von Gangschaltungen und Akkuoptionen wählen zu können, ist bereits ein interessantes Angebot. Über eine Bluetoothschnittstelle lässt sich der Antrieb mit der Shimano e-Tube App auf dem eigenen Smartphone verbinden. Mit diesem System ist es nun möglich den Fahrmodi Eco, Normal und High bestimmte Fahrprofile zuzuweisen, die sich wiederum anpassen lassen. Über ein simples Menü lässt sich einstellen, ob die Unterstützung durch den Antrieb eher dynamisch, oder doch lieber etwas zurückhaltender ausfallen soll.
Shimano Steps E5000: Mit Display, Smartphone oder Junction Box
Möglichst viele hilfreiche Informationen während der Fahrt oder doch lieber ein aufgeräumtes City E-Bike Cockpit? Es ist eine weitere Entscheidung, die einem der japanische Hersteller überlässt. Das Shimano Steps E5000 Antriebssystem lässt sich entweder mit einem hauseigenen Display steuern, mit dem persönlichen Smartphone und der e-Tube App, oder aber auch nur mit der Junction-Box EW-EN100. Das Display oder auch das Drittgerät können ohne Schwierigkeit abgenommen werden. Somit reduziert man die Anzeigefunktionen mit Akkustand und gegenwärtigem Unterstützungsmodus auf das Wesentliche und kann sie wieder hinzuziehen, wenn man sich mehr Funktionen wünscht.
Der Shimano EP801 im Detail
Das Update von EP8 auf EP801 geschah fast unbemerkt. Zwar vermarktete Shimano die neuen Autoshiftfunktionen, die der EP801 mit der Elektroschaltung Di2 parat hält. Doch von mehr Power unter der Haube verriet Shimano erst einmal nichts. In der Realität ist der neue Motor aber deutlich stärker geworden und hat damit die Lücke zu Boschs Performance CX geschlossen. Neben der großen Verfügbarkeit des Motors in vielen spannenden E-MTBs ist auch die breite Auswahl an Batterieoptionen ein Pluspunkt. Die meisten Hersteller setzen auf Akkus von Drittanbietern und haben dadurch Freiheit bei der Konstruktion ihrer Bikes. So fallen die E-MTBs mit Shimano-Antrieb besonders vielfältig aus.
Die Fakten zum Shimano EP801
- Gewicht: 2,65 Kilo
- Akkugrößen: Diverse Hersteller von 360 bis 900 Wattstunden, große Auswahl
- Fahrstufen: Eco, Trail, Boost / Optional bis zu 15 Stufen individuell konfigurierbar
- Leistungsdaten (max.) aus dem Labor: 79 Newtonmeter, 545 Watt
- Mit Shimano Di2 automatische Schaltung möglich
- Systemupdates über die App möglich
Der Charakter des Shimano EP801
Charakterbildend für den Steps-Antrieb EP801 ist nach wie vor der drehmomentstarke Schub von unten, also bei niedriger Trittfrequenz und geringem Fahrerinput. Positiv fällt auch die geschmeidige Modulation und das sanfte Einsetzen des Vortriebs auf - das gelingt besser als beim Vorgänger. Lediglich beim Pendeln um 25 km/h stört der On-off-Charakter und der deutlich spürbare Wechsel von ein- und ausgeschaltetem Motor.
Die Geräuschkulisse ist nicht gerade die große Stärke des EP801. Bergauf gehört er zu den lauteren Antrieben, vergleichbar mit dem Bosch Performance CX. Die Frequenz des Shimano ist allerdings etwas tiefer und wird von den meisten Testern eher positiv wahrgenommen. Bergab klappert der Motor leider deutlich, was je nach Bike unterschiedlich störend ausfällt.
Die Kraftentfaltung des Shimano EP801
Der EP801 schiebt im Boost-Modus schon bei gemäßigtem Tritt mit voller Leistung an. Dazu passt das kernige Drehmoment. Wer sich vom Motor mit geringem Kraftaufwand auf den Berg schieben lassen möchte, bekommt vom EP801 bereits maximalen Schub - mehr als von der Konkurrenz. So kann sich der Shimano-Motor bei entsprechender Fahrweise deutlich stärker anfühlen, als ein Bosch Performance CX.
Auffällig: Schon bei geringem Fahrerinput von 110 Watt gibt der EP801 seine maximale Leistung ab. Das macht so drastisch kein anderer Antrieb im Test. Leistung und Drehmoment liegen in der Spitze auf Bosch-CX-Niveau.
Die Spitzenleistung ist grob auf Augenhöhe mit den Besten, fällt allerdings bei hoher Kadenz zu früh ab. Das kann in schwierigen Uphills ein deutlicher Nachteil sein. Wer vor einer Stufe stark Beschleunigen will, um Schwung zu holen, fällt in dieses Leistungsloch und wird vom EP801 im Stich gelassen. Auch bei einer Trittfrequenz zwischen 80 und 90 liegt die Leistung etwas unterhalb eines Bosch CX, Brose Drive SMag oder Pinion MGU.
Auffällig im Labortest ist der drastische Leistungsabfall des Shimano EP801 bei sehr hohen Trittfrequenzen. Auch wenn im konstanten Fahrbetrieb kein E-Biker deutlich über 100 Umdrehungen tritt - bei kurzen Beschleunigungen auf dem Trail ist diese Charakteristik ein deutlicher Nachteil.
Im Vergleich mit der Konkurrenz wird deutlich: Über weite Strecken verläuft die Leistungskurve des EP801 nahezu identisch mit Bosch CX und Pinion MGU. Doch bei sehr hoher Trittfrequenz bricht die Leistung ein, wo andere Motoren weiter durchziehen.
Display und Remote
Die klassischen Steps-Displays (SC-EM800 und SC-EN600) sitzen kompakt und gut geschützt hinter dem Lenker. Die Ablesbarkeit ist gut, die Informationstiefe eher gering. Navigationsansichten und eine prozentgenaue Akkuanzeige gibt’s bei den schlanken Shimano-Screens nicht. Allerdings lässt sich der Antrieb unkompliziert via Bluetooth mit Garmin und Co. connecten. Hier ist dann auch ein genauer Akkustand in Prozent abrufbar. Insgesamt ist der Kompromiss aus dezenter Optik, guter Ablesbarkeit und Informationsgehalt bei Shimano gelungen und gefällt vor allem sportlichen Bikern.
Das Shimano SC-EN600 sieht dem EM800 sehr ähnlich, verzichtet aber auf den Knopf, an dem durchs Menü gescrollt werden kann. Dafür wird der Akku-Stand in zehn statt fünf Schritten angezeigt.
Dazu passt der Remote-Hebel SW-EN600 mit LED-Anzeige, der auch standalone ohne Display funktioniert. Die Ergonomie ist nicht so gut wie beim klassischen 800er-Drücker.
Die günstige Kombilösung SC-EN500 ist Taster und Display in einem. Wenig Infos, mäßige Ergonomie und obendrein keine Schnittstelle zur E-Tube-App - hier lohnt ein Update auf hochwertigere Kombis!
Die Akkus für Shimanos EP801
Bei den Batterien gibt Shimano den Bike-Herstellern viel Freiheit. Kombis mit Akkus von Drittherstellern sind möglich. So kommen die allermeisten E-MTBs mit Shimano-Motor inzwischen nicht mehr mit den eher sperrigen und schweren Original-Shimano-Batterien. Entsprechend groß ist die Vielfalt am Markt. Von der 360er-Minibatterie (Orbea) bis zum 900er-Riesenakku (Canyon und Norco) gibt es zig Varianten, teils auch mit Range Extender.
App und Connectivity
Besonderheit bei Shimanos E-Tube-App ist der Finetune-Modus. Hier können nicht nur die Unterstützungs-Modi individuell angepasst, sondern auch bis zu 15 verschiedene Stufen aktiviert werden. Wer eine besonders feine Abstufung der Unterstützungsmodi wünscht, wird hier glücklich. Auch gut: Es können zwei unterschiedliche Presets eingestellt werden, die direkt am Display angewählt werden können. So kann man zum Beispiel eine akku-schonende Einstellung zum Höhenmeter sammeln auf langen Touren und ein zweites Setup für volle Power auf kurzen Rides voreinstellen. Auch Systemupdates gibt es unkompliziert übers Smartphone. Schade: Das Verbinden mit dem Bike dauert gerne mal etwas länger - auch wenn Smartphone und Bike schon mehrmals gekoppelt waren.
Gelungen ist dagegen die Kompatibilität mit anderen Geräten. Egal ob Garmin, Wahoo, Sigma und Co. Der Computer zeigt dann auch einen genauen Akkustand in Prozent und Infos zur Einstellung der Schaltautomatik an und übernimmt sogar die Geschwindigkeitsinformationen vom Hinterrad des E-Bikes. So wünschen wir uns das!
EMTB Bewertung des Shimano EP801
Der Shimano EP801 gehört zu den lauteren E-MTB-Motoren. Das Fahrgefühl ist nicht aggressiv, der starke Schub bei geringem Fahrerimpuls vermittelt aber auch nicht gerade dezent-natürliches Fahrgefühl.
Stärken:
- Kraftvoll bei geringem Gewicht
- Viele Akku-Optionen
- Option auf Automatik-Schaltung
- Sportlich-schlanke Display-Optionen
- Optional bis zu 15 fein abgestufte Fahrmodi
- Kompatibilität mit Garmin und Co.
Schwächen:
- On-off-Charakter an der Abschaltgrenze
- Leistungsloch bei sehr hoher Trittfrequenz
- Klappert bergab
Der Shimano EP6 im Vergleich
Schon zur Eurobike 2022 präsentierte Shimano den neuen EP6-Motor. Zeitgleich mit dem Update des EP8 auf den neuen EP801. Was die beiden neuen E-Bike-Motoren der Japaner wirklich auszeichnet, blieb aber erstmal etwas unklar. Und es dauerte auch eine ganze Weile, bis E-Bikes mit den neuen Antrieben in die Läden rollten. Inzwischen sind sowohl das Topmodell EP801, als auch die günstige Variante EP6 am Markt angekommen. Und wir konnten beide Mittelmotoren in verschiedenen Testbikes ausführlich fahren. Zeit für einen Kassensturz. Sind EP801 und EP6 wirklich spürbar unterschiedlich?
Durch den günstigeren Einkaufspreis soll der EP6 den Bike-Herstellern günstigere Einstiegspreise ermöglichen. In den meisten Fällen verbauen die Firmen an den günstigen Modellen den EP6, wo an teureren Ausstattungsvarianten der EP801 zum Einsatz kommt. Die Anschraubpunkte sind identisch, ebenso die Bauform und Größe. So kann man theoretisch problemlos zwischen den beiden Motoren wechseln.
Äußerliche und technische Unterschiede
Äußerlich sind EP6 und EP801 auf den ersten Blick identisch. In der Realität sind die Unterschiede aber größer, als es der optische Eindruck vermuten lässt. Zwar liefern beide Antriebe nominell 85 Newtonmeter maximales Drehmoment, doch die Spitzenleistung unterscheidet sich klar. 100 Watt soll der EP6 weniger liefern, als der EP801, sagt Shimano. Damit liegt er vom Leistungsniveau auf einer Ebene mit dem “alten” EP8(00), dem Vorgänger des aktuellen Topmodells.
Der zweite markante Unterschied liegt im Material des Gehäuses. Während EP8 und EP801 auf ein besonders leichtes Magnesiumgehäuse setzen, ist der EP6 aus Aluminium. Das führt zu einem Gewichtsunterschied von rund 300 Gramm. Während EP801 und EP8 (2,65 kg) im Klassenvergleich mit Bosch (2,9 kg) und Brose (3,1 kg) besonders leicht ausfallen, landet der EP6 - trotz geringerer Leistung - mit 3,0 Kilo gewichtstechnisch nur im Mittelfeld.
Die Fakten zum Shimano EP6
- Gewicht: 3,0 Kilo
- Max. Drehmoment: 85 Nm
- Alu- statt Magnesiumgehäuse beim EP8
- 100 Watt weniger Spitzenleistung als EP801
- Kompatibel mit allen Steps-Komponenten der 2. Generation (wie EP801)
- Kompatibel mit Shimano Di2-Elektroschaltung mit Auto- und Freeshift
- Diverse Akku-Optionen und Größen, je nach Hersteller
- Bis zu 15 U-stufen freischaltbar über E-Tube-App
Elektronik, App und Connectivity
Entscheidender Grund für die Neuauflage von EP801 und EP6 war eine neue elektronische Infrastruktur. Das Ziel: Die Motoren mit den elektronischen Schaltsystemen Shimano XT Di2 und Cues Di2 zu kombinieren. Das heißt: Auch der günstige Shimano-Antrieb ist bei entsprechender Hardware mit den Funktionen Autoshift und Freeshift kompatibel.
Auch bei den App-Features orientiert sich der EP6 an seinem großen Bruder. Über die Applikation E-Tube können Updates auf alle Systemkomponenten gezogen werden. Außerdem lassen sich die Unterstützungsstufen auf persönliche Vorlieben oder besondere Einsatzgebiete einstellen. Besonderheit: Shimano bietet zwei Presets an, die direkt am Display oder der Remote ausgewählt werden können. Im zweiten Preset können bis zu 15 Unterstützungsstufen freigeschaltet werden. Heißt: Auf Wunsch sind Biker nicht auf die drei Stufen Eco, Trail und Boost beschränkt - sondern können sehr fein gestufte Modi nach individuellen Bedürfnissen konfigurieren.
Stichwort Connectivity: Das Shimano-System kann über ANT+ mit Geräten à la Garmin gekoppelt werden. Hier gibt´s dann sogar eine prozentgenaue Akku-Anzeige, die die Steps-Displays nicht bieten.
Display und Remote
Bei den Displays und Bedienelementen steht den Bike-Herstellern eine recht breite Palette zur Auswahl. Klassisch sind die Farbdisplays, die gut geschützt hinter dem Lenker sitzen. Sie bieten einen gesunden Mittelweg aus schlankem Design und guter Informationstiefe. Eine echte Kommandozentrale gibt es unter den Displays nicht. Für Features wie die Navigation müssen Shimano-Biker auf Smartphone oder Bike-Computer zurückgreifen. Auch eine prozentgenaue Akkuanzeige bieten die Steps-Displays nicht.
Die klassische Remote SW-EN800 ist ebenfalls schlicht und schlank gehalten. Zwei ergonomische Knöpfe direkt am Griff, mehr nicht. Doch inzwischen wird auch immer häufiger die SW-EN600 verbaut. Der Taster ist nicht ganz so ergonomisch, dafür hat er LEDs und mehrere Bedienknöpfe an Bord. So kann er auch alleine, ohne separates Display, genutzt werden. Akkustand und Unterstützungsstufe werden dann sehr rudimentär über kleine LEDs angezeigt.
Eine komplette Stand-alone-Lösung ist das Bedienteil SC-E5000, bei dem ein kleines Schwarz-Weiß-Display direkt am Schalter mit am Griff sitzt. Die günstige Kombi aus Bedienteil und Display kann mit den teureren Steps-Komponenten nicht mithalten: mäßige Ergonomie, geringer Informationsgehalt. Außerdem fehlt eine Bluetooth-Schnittstelle, sodass der Motor für Feineinstellungen oder Updates nicht mit dem Smartphone gekoppelt werden kann.
Die Akkus für Shimanos EP6 E-Bike Motor
Auch hier bleibt Shimano seiner Philosophie treu: Der EP6 kann ebenso wie die anderen Steps-Antriebe mit diversen Akkus von anderen Zulieferern kombiniert werden. Das gibt den Bike-Herstellern viel Entfaltungsspielraum und Freiheit bei der Konzeption und führt dadurch zu einem bunten Angebot an Kombinationen. Die hauseigenen Shimano-Akkus (500 oder 630 Wattstunden) werden inzwischen eher selten verbaut.
Der Shimano EP6 im Praxistest
Um es gleich auf den Punkt zu bringen: Die Leistungsunterschiede zwischen EP801 und EP6 existieren nicht nur auf dem Papier. Im direkten Vergleich ist der günstigere Shimano-Motor spürbar schwächer. Auch das vergleichbare Niveau mit dem EP800 kann unser Popometer bestätigen. Wer auf maximalen Schub Wert legt, wird im Vergleich zu einem Bosch CX, Shimano EP801 oder Brose Drive SMag klare Abstriche wahrnehmen.
Der Unterstützungscharakter ist typisch Shimano: Schon bei gemächlichem Tritt gibt der Motor im Boost-Modus seine volle Leistung ab. Im “Bummel-Modus” kann er sich dadurch sogar deutlich stärker anfühlen, als ein Performance CX. Auch beim Drehmoment, also bei sehr niedrigen Trittfrequenzen, schiebt er kernig an. Einen Schwachpunkt teilt er sich mit seinem großen Bruder: Bei extrem hohen Trittfrequenzen geht dem Motor zu früh die Puste aus und die Leistung lässt nach. Im klassischen Fahrbetrieb spürt man das nicht, doch beim dynamischen Beschleunigen, zum Beispiel vor Stufen und Hindernissen in kniffeligen Anstiegen, kann das den Flow und die Kletterstärke drastisch einbremsen.
Ebenfalls auf ähnlichem Niveau wie EP8 und EP801: Die Geräuschkulisse. Bergauf ist der Motor immer klar hörbar, brummt aber in einer recht angenehmen Frequenz. Bergab klappert auch der EP8 beim rollen über Hindernisse recht deutlich. Diesen Bug hat er auch mit Boschs CX gemein. Die Geräuschkulisse variiert von Bike zu Bike - selbst mit identischem Motor. Im Schnitt aller Testbikes mit Shimano-Motoren können wir keinen Sound-Unterschied zwischen EP6 und EP801 ausmachen.
Shimano STEPS E8000: Ein bewährter E-Mountainbike-Motor
Der Shimano STEPS E8000 gehört zu den am weitesten verbreiteten E-Mountainbike-Motoren. Obwohl er jetzt schon vier Jahre auf dem Buckel hat, werden noch immer neue Bike-Modelle auf Basis des kompakten Motors entwickelt. Die Hardware des 70 Nm starken Shimano STEPS E8000-Motors ist seit seiner Vorstellung 2016 weitestgehend unverändert. Doch das macht ihn nicht zwangsläufig schlechter. Denn bei seiner Einführung war er einer der modernsten und innovativsten Motoren auf dem Markt.
Dank kontinuierlicher Softwareupdates, verbesserter Connectivity, neuer Akkus, Display- und Remote-Optionen wurde das Shimano STEPS E8000-System immer wieder modernisiert. Als einer der ersten Motorenhersteller hat Shimano einen Geschwindigkeitssensor entwickelt, der sich problemlos ins Ausfallende integrieren lässt und mit einem Magneten an der hinteren Bremsscheibe funktioniert.
Akkus und Integration
Shimano bietet zwei externe Akkus mit 418 Wh und 504 Wh sowie zwei interne mit jeweils 504 Wh an. Letztere unterscheiden sich vor allem im Gewicht, in der Form und Größe voneinander. Auf den internen BT-E8035-Akku haben die Bike-Hersteller lange gewartet. Der ältere BT-8020-Akku stellt noch immer viele Fahrradhersteller mit seiner klobigen Form vor große Herausforderungen bei der Integration ins Unterrohr, während der neue BT-E8035-Akku deutlich kleiner, leichter und besser zu integrieren ist. Shimano stellt es den Bike-Herstellern aber frei, auch Akkus von Drittherstellern zu nutzen. Dadurch gibt es auch zahlreiche Shimano-Bikes mit 600 Wh und mehr.
Display und Remote-Optionen
Auch das minimalistische SC-E8000-Display ist seit 2016 im Programm. Dennoch zählt das kompakte Display mit seiner geschützten Position neben dem Vorbau nach wie vor zu unseren Favoriten, obwohl es serienmäßig nicht mit der Shimano E-TUBE RIDE Tracking-App kompatibel ist. Die dazugehörige SW-E8000-Remote sorgt hingegen oftmals für Kompatibilitätsprobleme mit der Variostütze. Glücklicherweise können sich die Hersteller auch im STEPS E7000-Baukasten bedienen und auf das noch kleinere Schwarz-Weiß-Display und die minimalistische E7000-Remote zurückgreifen. Wer will, kann auch den winzig kleinen EW-EN100-Dongle verbauen und ähnlich wie bei Specialized gänzlich auf Remote und Display im Cockpit verzichten.
Fahreigenschaften und Leistung
Auf dem Trail bietet der Shimano STEPS E8000 drei Unterstützungsstufen: Eco, Trail und Boost, wobei die dynamisch-progressive Stufe Trail die Unterstützung sehr feinfühlig über den gesamten Leistungsbereich regelt. Unter den Allroundern ist der Shimano auch im Boost-Modus mit 300 % Unterstützung der schwächste Motor im Test und muss sich - FAZUA und Specialized SL1.1 ausgenommen - an steilen Rampen der Konkurrenz geschlagen geben. An der maximalen Motorpower merkt man dem STEPS E8000 sein Alter ebenso an wie am leichten Tretwiderstand über der 25-km/h-Schwelle.
Die einzelnen Stufen lassen sich mit der E-TUBE-App noch jeweils in drei Stufen fein tunen. So genau und individuell wie z. B. beim Specialized-Motor ist es aber nicht möglich. Der Shimano STEPS E8000 überzeugt vor allem durch sein modulares Cockpit, bei dem Hersteller und Kunden zwischen tollen Optionen wählen können. Auch die Integration ins Bike ist dank kompakter Maße und freier Akkuwahl vorbildlich. Der progressive Trail-Modus macht richtig Laune.
Vergleich ausgewählter Shimano Mittelmotoren
| Motor | Gewicht | Max. Drehmoment | Akkugrößen | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|
| Shimano EP801 | 2,65 kg | 85 Nm | 360-900 Wh (Drittanbieter) | Automatik-Schaltung möglich, bis zu 15 individuell konfigurierbare Fahrstufen |
| Shimano EP6 | 3,0 kg | 85 Nm | Diverse (je nach Hersteller) | Aluminiumgehäuse, kompatibel mit Shimano Di2, bis zu 15 U-Stufen freischaltbar |
| Shimano STEPS E8000 | ca. 2,8 kg | 70 Nm | 418 Wh / 504 Wh | Kompakte Bauweise, modulares Cockpit, progressive Trail-Modus |
| Shimano STEPS E5000 | 2,5 kg | 40 Nm | Variabel | Günstige Option für City-E-Bikes, natürliche Fahrgefühl |
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