Shimano Nabendynamo Einstellen – Eine Anleitung

Der Fahrrad Nabendynamo ist im Funktionsprinzip ein Generator. Dabei steht der Anker still und das Nabengehäuse dreht sich beim Fahren mit dem Laufrad.

Durch die Rotation des Nabengehäuses um den Anker ändert sich am Spulenkörper permanent das magnetische Feld und damit entsteht (durch Induktion) ein Wechselstrom mit drehzahlabhängiger Frequenz.

Es gibt auf dem Markt eine ganze Reihe unterschiedlicher Nabendynamos. Die Nennspannung ist bei allen Nabendynamos mit 6 Volt Wechselspannung gleich.

Leistung und Kompatibilität

Der 1,5 Watt Nabendynamo baut kleiner, wiegt weniger und erzeugt weniger Reibungswiderstand als ein 3 Watt Nabendynamo. Neben dieser Leistungs-Varianz beim Dynamo ist seit dem Einzug der LED-Lampen aber auch auf die passende Paarung aus Lampe und Dynamoleistung zu achten.

So kann eine LED-Beleuchtung durch einen 3 Watt Nabendynamo Schaden nehmen und im Gegenzug ein 1,5 Watt Nabendynamo für eine andere LED-Lampe dennoch zu lichtschwach dimensioniert sein.

Häufige Schäden und Fehlerbehebung

Zu den üblichen Schäden bei Nabendynamos zählen Korrosion im Innenraum durch Wassereintritt/Kondenswasser, Lagerschäden sowie Spiel zwischen Spulenkörper und Achse. Meist weisen Fehlfunktionen, Geräusche unter Last oder eine Schwergängigkeit auf Verschleiß oder Beschädigung hin.

Wenn die Fahrradlampen nicht mehr wie erwartet leuchten, kann die Ursache aber auch bei Lampe oder Kabel liegen. Prüfe also in diesem Fall zuerst, ob alle Leitungen noch eine sichere Kontaktierung an Lampen und Dynamo haben und ob die Leuchtmittel (Birnchen oder LED) noch intakt sind.

Am sichersten ist es, per Spannungsprüfgerät an den Dynamokontakten die ausgegebene Spannung zu prüfen, während du per Hand das Laufrad in beide Richtungen drehst.

Liefert der Dynamo lediglich in eine Richtung Strom (vorwärts oder rückwärts), dann ist mit großer Wahrscheinlichkeit nur einer der beiden Kontaktfahnen am Dynamo korrodiert.

Erforderliches Werkzeug

Um den Nabendynamo reparieren zu können, benötigst du das passende Werkzeug. Andere Nabendynamo-Modelle erfordern unter Umständen andere Werkzeuge und weichen in einzelnen Arbeitsschritten mehr oder weniger stark von unseren Beschreibungen ab.

Es gibt auch Nabendynamos, an denen du auf keinen Fall herumschrauben darfst, weil ausschließlich der Hersteller das dafür notwendige Werkzeug für Demontage und Montage bereithält. Ein Beispiel hierfür ist der SON28 Nabendynamo.

Es ist unerheblich, ob der Nabendynamo eingespeicht ist oder als Einzelteil vorliegt. Du hast dann eben nur mehr (bei Einzelteil) oder weniger (bei eingespeicht) viel Arbeit, wenn das Nabengehäuse gegen Mitdrehen gesichert werden muss (z. B. beim Lösen oder Festschrauben bestimmter Einzelteile).

Merke dir Reihenfolge und Position der Einzelteile beim Zerlegen, damit du bei der Montage später nichts in falscher Reihenfolge verbaust.

Orientiere dich bei der Ersatzteil-Beschaffung ausschließlich an der Modell-Bezeichnung (steht auf dem Dynamo-Gehäuse), solange der Hersteller nicht ausdrücklich eine Kompatibilität zu anderen Modellen ausweist. Das müssen dann aber nicht generell hochpreisige Neuteile sein.

Demontage und Reparatur am Beispiel Shimano DH-3N80

Wenn der Nabendynamo andere Störungen aufweist, musst du tatsächlich den Nabendynamo öffnen und den Anker ausbauen, um den Schaden zu ergründen. Die einzelnen Schritte stellen wir im Folgenden vor.

Dabei orientieren wir uns am Shimano-Modell DH-3N80. Wie oben schon erwähnt: Je nach Dynamo-Modell gibt es konstruktive Abweichungen in Aufbau und Demontage-Reihenfolge.

Bei manchen Dynamo-Modellen befindet sich Silikon zwischen den Kontaktfahnen und Trennscheiben als Abdichtung gegen Wassereintritt. Verwende ebenfalls Silikon oder Heißkleber, um eine solche Dichtung bei Bedarf zu verstärken bzw.

Vermutest du einen Schaden an den Kugellagern oder am Anker, musst du nach dem Ausbau der Kontaktplatte die Demontage fortsetzen. Die Verschlussscheibe ist aus Aluminium und das Anzugsmoment in der Schraubverbindung ist sehr hoch.

Die Gefahr ist groß, dass du ohne Original-Werkzeug den Verschlussring irreparabel beschädigst. Die Lagerkugeln sind danach auf beiden Nabenseiten zugänglich für Überprüfung, Reinigung und Schmierung.

Korrosion am Anker weist auf Wassereinbruch hin. Du musst dann die Ursache für die Undichtigkeit suchen. Das wird wahrscheinlich an den Einzelteilen der Kontaktplatte liegen (siehe oben).

Spiel zwischen Anker und Achse lässt sich erfassen, wenn du den Spulenkörper axial und radial gegen die Achse bewegst. Dieses Spiel kann die Ursache für Geräusche unter Last sein.

Du erkennst leicht, dass zwischen Achse und Sicherungsscheibe durch einen Nutenstein eine Verdrehsicherung erreicht wird. Also ist es tatsächlich nicht eine “Achse”, sondern eine “Welle” (Nur Wellen übertragen Drehmomente, Achsen dagegen nicht).

Achse, Nutenstein und Sicherungsblech voneinander trennen und reinigen (z. B. beidseitig die Dichtungen wieder aufschieben. Perfekt eingestellt ist das Lagerspiel, wenn der Anker sich spielfrei drehen lässt und gleichzeitig kein Widerstand spürbar ist, der über das gewöhnliche, stufenartige Abbremsen während der Drehung hinausgeht.

Das stufenartige Abbremsen resultiert aus den laufend wechselnden Magnetfeldern innenseitig.

Verkabelung der Fahrradbeleuchtung

Tauschen Sie an Ihrem Fahrrad mit Nabendyanmo einen defekten Frontscheinwerfer aus oder montieren erstmals eine Frontleuchte, dann ist dieses einfacher und schneller durchgeführt, als der Austausch des Rücklichts. Es gilt, die Lampe am Fahrrad zu montieren und das Lichtkabel am Nabendynamo anzuschließen.

Aktuelle Frontscheinwerfermodelle für Fahrräder bringen Ihr Verbindungskabel zum Nabendynamo gleich mit. Entweder ist dieses bereits fest mit der Lampe verbunden oder es liegt der Lampe bei und muss mit den Flachsteckern mit der Fahrradlampe verbunden werden.

Achten Sie bei der gesamten Verkabelung der Fahrradbeleuchtung auf die richtige Polung. Alle doppeladrigen Lichtkabel weisen eine schwarze und ein schwarz-weiße Ader auf. Das schwarz-weiße Kabel dient immer dem Masseanschluss.

Alle Einzelkomponenten der Beleuchtung weisen an Ihren Anschlüssen und Steckern entsprechende Symbole auf. Die stromführende Ader ist immer mit einem Plus-Symbol (+) gekennzeichnet.

Der Minuspol, also der Masseanschluss, ist in der Regel mit einem Minuszeichen oder mit 2 anderen Symbolen (das eine erinnert an ein schräg-gestelltes "m" oder es zeigt 3 Striche übereinander die nach unten hin immer kleiner werden) versehen. Verbinden Sie also immer Minus (Masse) mit Minus und Plus mit Plus.

Bringen Sie die Frontlampe entsprechend der Angaben des Herstellers an Ihrem Fahrrad an. Führen Sie das Lichtkabel von der Frontlampe an der Gabel herunter bis zum Nabendynamo. Sichern Sie das Stromkabel an der Gabel mit Kabelbindern oder Isolierband. So kann es nicht verrutschen und ist gegen Beschädigungen und Abreißen besser geschützt.

Wenn Sie auf Nummer Sicher gehen wollen, können Sie das empfindliche Lichtkabel auch durch einen dünnen Isolierschlauch schieben und dieses dann wiederum mit Klebeband oder Kabelbindern an der Gabel sichern.

Jetzt muss noch das andere Ende des doppeladrigen Lichtkabels der Frontlampe mit dem Nabendynamo verbunden werden. Leider gibt es bei den Anschlüssen der Nabendynamos, je nach Hersteller, verschiedene Stecker und Verbindungen, die sich bei den bekannten Markenherstellern (Shimano, Shutter Precision etc.) aber doch sehr ähneln.

Dem Nabendynamo liegt im Lieferumfang ein Verbindungsstück bei. Drücken Sie mit einem Schraubenzieher in die kleine Lasche, um das Innenteil aus dem Stecker zu holen. Dann werden die abisolierten Enden (ca. 1,5 cm) des Lichtkabels durch die Löcher des Einsatzes geschoben und dieser dann wieder in den Anschluss gesteckt. Achten Sie unbedingt auf die richtige Polung (Masse-Symbol).

Führen Sie abschließend eine Testfahrt mit dem Bike durch und betätigen den Schalter am Frontscheinwerfer. Die Lampe sollte nun leuchten.

Nabendynamo am Rennrad

Schmuddelwetter, schlechte Sicht, frühe Dunkelheit: Im Winter gehört Licht ans Rennrad - und bei nur 300 Gramm Mehrgewicht des neuen Shimano-Nabendynamos gegenüber einer Standardnabe gibt es kaum noch Argumente gegen eine richtige Lichtanlage.

Das Rennrad mit einem Nabendynamo auszustatten, ist nicht Jedermanns Sache - die Technik wurde bislang eher der Cityrad-Fraktion zugeordnet und hat für manchen Traditionalisten nichts am Rennrad verloren.

Doch inzwischen gehen auch den schärfsten Kritikern dieser kleinen Stromproduzenten die Argumente aus. Denn: Sie wiegen nicht mehr viel und liefern ununterbrochen Saft für Vorder- und Rücklicht: Unser Beispiel, Shimanos jüngstes Modell mit dem umständlichen Namen “DH-3N80” liefert drei Watt Leistung und entspricht damit den Anforderungen der Straßenverkehrs- Zulassungsordnung (StVZO).

Der Dynamo wiegt 490 Gramm, das sind etwa 300 Gramm mehr als eine normale Vorderradnabe. Der Mehreinsatz an Kraft, den man aufbringen muss, wenn die Lampen brennen, ist vernachlässigbar gering und wird durch den Vorteil dauerhafter und zuverlässiger Stromversorgung allemal wieder ausgeglichen.

Ein Vorteil, den das Dynamo-System auch von der Akku-Technik abhebt, da Ladezeiten entfallen und Stromausfälle aufgrund leerer Akkus ausgeschlossen sind.

Gepaart mit neuen LED-Scheinwerfern für Nabendynamos, wie sie beispielsweise Busch & Müller mit dem Modell “Lumotec IQ” oder Supernova mit dem edlen “E3” anbieten, gibt es kaum noch Argumente gegen die Dynamo-Technik. Das gezeigte Modell kostet 110 Euro und ist für 32 und 36 Speichen lieferbar.

Tipps und Tricks

  1. Wenn das Licht nicht leuchtet, liegt das meist an schlechter Verkabelung. Um zu checken, ob der Nabendynamo funktioniert, hat Ihr Radhändler eine Kontrollleuchte, die auf den Anschluss gesteckt wird.
  2. Führen Sie grundsätzlich ein Kabel für den Plus-Pol und ein Kabel für den Minus-Pol von Vorderlampe und Rücklicht zur Stromquelle. Die früher übliche Einfachverkabelung, bei der der Rückfluss über Rahmen und andere metallische Teile (“Masse”) erfolgte, war die Hauptursache für Ausfälle der Lichtanlage.
  3. Rücklichter gibt es zur Befestigung am Schutzblech und für Gepäckträger. In jedem Fall sind diese mit einem Rückstrahler kombiniert. Die StVZO schreibt unmissverständlich zwei davon vor, einer muss großflächig sein.

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