Shimano Nabenschaltung 5-Gang Wartung: Eine umfassende Anleitung

Shimano Nabenschaltungen sind grundsätzlich wartungsarm, aber der Hersteller empfiehlt dennoch, die Produkte spätestens alle 2000 Kilometer oder einmal pro Jahr zu warten, um die Mechanik bestmöglich zu erhalten. Bei häufig schlechten Wetterbedingungen können sich diese Intervalle sogar verkürzen. Dieser Artikel bietet eine detaillierte Anleitung zur Wartung und Pflege, insbesondere für die Shimano Nexus 5-Gang Nabenschaltung.

Wartungsintervalle und -umfang

Auch wenn Nabenschaltungen durch ihre Kapselung vor Dreck nahezu wartungsfrei sind, verbleiben winzige, abgeriebene Metallpartikel in der Nabe. Diese können wie bei einer Kettenschaltung nicht einfach abfallen, sondern schmirgeln permanent an den Oberflächen der Kugel- und Nadellager samt der Lagerflächen.

Shimanos Wartungs-Empfehlung für die Nexus-Schaltung lautet, jedes Jahr oder alle 2.000 Kilometer ausbauen, reinigen, in ein Ölbad legen und zusätzlich gefettet wieder einbauen. Einige Fahrradhändler bieten einen kostspieligen Ölwechsel an, bei dem die innere Schalteinheit der Nexus-(bzw. Alfine 8)-Nabe ein paar Minuten in ein spezielles Naben-Öl von Shimano getaucht wird. Nach dem Abtropfen werden die Kugellager noch mit einem weißen Shimano-Spezialfett einmassiert, die Schalteinheit wird wieder in die gereinigte Nabe eingebaut und das Hinterrad wird wieder montiert.

Das Ölbad: Was bringt es?

Nach dem Abtropfen werden die Kugellager noch mit einem weißen Shimano-Spezialfett einmassiert, die Schalteinheit wird wieder in die gereinigte Nabe eingebaut und das Hinterrad wird wieder montiert. Diese positiven Effekte verstärkten sich nach hundert Kilometern Radfahren noch. Ein Jungbrunnen für meine Nexus Premium sowie für meine Beine! Die Maßnahme ist für Vielfahrer oder Fahrradpendler also überzeugend.

Werkzeuge und Materialien

Für die Wartung einer Shimano Nexus Nabe benötigen Sie:

  • Schraubstock
  • Ringschlüssel
  • Gummihammer oder Holzklotz
  • Getriebeöl für Motorroller bzw. Motorräder (SAE 80W90 GL4)
  • Hochwertiges, wasserfestes Lagerfett (weißes Fett mit hohem Nylon- bzw. Silikonanteil)
  • Öl-Behälter zum Tauchen
  • Shimano Rollerbrake-Spezialfett (falls Rollerbrake vorhanden)

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Wartung

  1. Ausbau der Getriebeeinheit: Spannen Sie die beiden abgeflachten Seiten der Nabenachse in einen Schraubstock ein. Um eine Shimano Nexus-8 oder Alfine zu zerlegen, muss man nur die 15er-Sicherheitsmutter abschrauben und den darunter liegenden gekonterten Konus lösen. Danach lässt sich die Nabe von der Getriebeeinheit abziehen. Falls die Getriebeeinheit klemmt, kann sie mit einem weichen Gegenstand, wie einem Gummihammer oder Holzklotz vorsichtig heraus geklopft werden. Achtung, die Getriebeeinheit kann dann leicht herausfallen, also an der Gegenseite festhalten! et voilà, danach kann die komplette Nexus-Getriebeeinheit aus der Nabe gezogen werden.
  2. Reinigung und Ölbad: Die komplette Shimano Nexus 8 Getriebeeinheit: Eine Säuberung, ein Ölbad und gutes Lagerfett reichen zur Wartung aus. Als Ölbad wird einfach ein handelsübliches Getriebeöl für Motorroller bzw. Motorräder genommen (Literpreis ca. 5-10 Euro). Als Öl-Behälter zum Tauchen kann z.B. eine leere Eisdose dienen. Die Nexus- oder Alfine- Getriebeeinheit wird darin maximal bis zum Konuslager der Antriebsseite mindestens 1h eingelegt, evtl. über Nacht.
  3. Fetten der Lager: Die beiden Konus-Kugellager außen und das große Kugellager an der Ritzelseite werden zusätzlich noch mit hochwertigem, wasserfesten Lagerfett eingestrichen. In den Foren steht: Weißes Fett mit hohem Nylon- bzw. Silikonanteil benutzen. Es darf die verwendeten Kunststoffteile und Dichtungen nicht aufquellen lassen. Achtung bei montierten Rollerbrakebremsen: Diese können sehr heiß werden und das Lagerfett schmilzt. Bitte unbedingt einen Fachhändler nach der richtigen, hitzerestistenten Fettsorte fragen oder das empfohlene Shimano-Spezial-Fett benutzen.
  4. Zusammenbau: Spannen Sie wieder die beiden abgeflachten Seiten der Nabenachse in einen Schraubstock ein. Im nächsten Schritt wird die Bremsarmeinheit wieder angebracht. Schrauben Sie danach den linken Konus sowie die linke Mutter wieder an.

Nabenschaltung richtig einstellen

Wenn Sie Probleme beim Schalten haben oder ein beschädigter Schaltzug ausgetauscht werden muss, müssen Sie die Shimano Nabenschaltung wieder korrekt einstellen. Diese neue Justierung ist vor allem notwendig, wenn Sie Ihr Hinterrad ausbauen mussten.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Einstellung

  1. Bringen Sie dafür den Schalthebel auf die erste Stufe.
  2. Schneiden Sie nun am anderen Ende des Schaltzugs, also an der Achse des Hinterrads, das Schaltseil durch. Fädeln Sie nun das neue Schaltseil am Schalthebel neu ein und ziehen Sie es vorbei an den drei Führungsrollen, die Sie im Schalthebel sehen, durch die Einstellschraube hinein in die neue Außenhülle. Achten Sie jedoch darauf, dass die neue Außenhülle genauso lang ist wie die alte. Am besten legen Sie die alte Außenhülle neben die neu, bevor Sie diese montieren, und gleichen die Länge der neuen Außenhülle genau an die Länge der alten an.
  3. Der nächste Schritt ist, dass Sie den Befestigungsbolzen, der an der Nabenschaltung eingehängt wird, auf der richtigen Länge auf das Schaltseil montieren. Ausgehend vom Ende der Außenhülle, also genau dort, wo am Hinterrad das Schaltseil die Außenhülle verlässt, messen wir genau 10,1 cm (im Falle einer Inter-3 Nabenschaltung) bzw. 12,7 cm (in Falle einer Inter-7 bzw. Nexus Inter-8 Nabenschaltung) ab und fixieren genau an diesem Punkt den Bolzen. Bei einigen Modellen von Shimano Nabenschaltungen variiert dieser Schritt dadurch, dass das Schaltseil einerseits auch um eine Umlenkrolle gelegt wird, andererseits wird das Schaltseil nicht über einen Befestigungsbolzen an der Nabe eingehängt, sondern das Schaltseil wird mit einer Klemmschraube an der Nabe befestigt.
  4. Schalten Sie zuerst in den vierten Gang, um die Nabenschaltung justieren zu können. Abhängig vom Modell Ihrer Shimano Nabenschaltung finden Sie entweder oberhalb der Nabe zwei rote Markierungsstriche oder unterhalb der Kettenstrebe (am besten stellen Sie dazu Ihr Fahrrad auf dem Kopf) ebenfalls zwei rote bzw. gelbe Markierungsstriche. Legen Sie nun mittels Schalthebel die erste Stufe ein und danach erneut die vierte Stufe und kontrollieren Sie, ob die beiden Striche noch exakt neben einander stehen.
  5. Nach korrekter Einstellung der Nabenschaltung dürfen Sie nun eine Testfahrt durchführen.

Eine falsch eingestellte Gangschaltung kann ganz schön nervig sein, deshalb zeigt David in diesem Video, wie man mit wenigen Handgriffen schnell und einfach die Nabenschaltung wieder zum Laufen bekommt.

Es ist in der Regel recht deutlich bemerkbar, dass eine Nabenschaltung neu eingestellt werden muss. Meistens lässt sich der gewünschte Gang nicht bzw. nur mit sehr viel Kraft einlegen oder du musst den Drehgriff weiter drehen, als es die aufgedruckte Anzeige vorgeben würde. Auch ungewollte Schaltvorgänge gehören zu den gängigen Problemen.

Gelbe Markierung überprüfen

Bei einer Shimano Nexus 3-Gang Nabe findet man die Markierung an der silbernen Nabenschaltbox direkt am Ausfallende. Hier sollte der gelbe Streifen mittig zwischen den beiden weißen Begrenzungslinien liegen. Bei Nexus 7-/8-Gang und Alfine Modellen sind die Markierungen hingegen direkt am Nabenkörper angebracht. Um den gelben Streifen einsehen zu können, muss lediglich der Kettenschutz etwas verschoben werden. Jetzt sollte der kleine Streifen mit der zweiten gelben Markierung eine Linie bilden. Praktisch: Die Markierungen sind oben und unten angebracht, so dass sie sowohl bei einem auf dem Kopf stehenden Fahrrad einsehbar sind, als auch im Montageständer. Bei allen Modellen gilt: Sind die Markierungen nicht wie oben beschrieben, muss nachgestellt werden. Das funktioniert mittels der Spannung des Schaltzugs

Spannung des Schaltzugs einstellen

Je nach Modell wird die Spannung des Schaltzugs am Schalthebel oder an der Nabe eingestellt. Bei der Nexus 3-Gang Nabe ist letzteres der Fall, weshalb du entweder mit der Hand oder mit einem 10er Maulschlüssel die Mutter an der Nabenschaltungsbox lösen musst. Nun kannst du an der Stellschraube drehen, bis die gelbe Markierung mittig zwischen den weißen Begrenzungsstreifen steht. Dann ziehst du die Befestigungsmutter wieder an, damit sich die Stellschraube nicht verstellen kann. Zum korrekten Anzugsmoment achte bitte auf die Angaben des Herstellers. Bei den übrigen Shimano Modellen kannst du die Zugspannung direkt werkzeuglos an der Stellschraube am Schaltgriff einstellen. Auch hier drehst du so lange nach links oder rechts, bis die gelbe Markierung passt. Nach der Einstellung der Zugspannung solltest du bei allen Nabenschaltungen einmal in den ersten Gang und einmal über den Referenzgang hinaus schalten. Die Markierungen sollten danach im Referenzgang immer noch passgenau sein. Sollte die Einstellung mittels der Stellschrauben nicht möglich sein, weil du sie nicht weit genug drehen kannst, muss der Seilzug an der Nabe gelöst und mit etwas mehr Spannung festgezogen werden. Das geht am besten mit einer schmalen Zange. Wichtig ist, dass die Stellschrauben davor auf eine mittlere Position gedreht werden, um im Anschluss genug Spielraum zu haben. Die Feinjustierung erfolgt nämlich erneut mit den Stellschrauben.

Einstellung testen

Wenn sich die gelben Markierungen wieder an Ort und Stelle befinden, solltest du die Schaltperformance testen. Das geht denkbar einfach: Schalte langsam durch alle Gänge, ohne den Drehgriff über die jeweilige Anzeige zu drehen. Lassen sich alle Gänge präzise, knackig und ohne großen Kraftaufwand einlegen, scheinst du alles richtig gemacht zu haben. Der nächste Gegenanstieg wird somit zum Kinderspiel.

Häufige Probleme und Lösungen

Bekannt geworden sind Probleme bei Nexus-Winterfahrern-Innen: Das rechte Kugellager samt Konus am Ritzel leidet unter massivem Verschleiß durch eingedrungenen Schmutz. In älteren Versionen der Shimano-Nexus-Nabe verabschiedet sich auch gern das große Nexus-Kugellager in der Nähe des Antriebsritzels in Form von zerborstenen Lager-Einzelteilen, die bei Weiterfahrt durch Metallpartikel in kürzester Zeit die gesamte Nabe schrotten. Beide Kugellager auf der Ritzelseite sollte man deshalb besonders im Auge behalten.

Welches Öl und Fett verwenden?

Die Gretchenfrage lautet also: Welches Öl und welches Fett darf man für die Wartung der Shimano Nexus / Alfine Naben bei Freilauf-, Rollerbrake- oder Rücktrittversion benutzen? Mit einem Bad in Getriebeöl SAE 80W90 GL4 macht man sicherlich erstmal nichts verkehrt (ohne Gewähr). Das Getriebe-ÖL SAE 80 GL4 wird z.B. bei alten MZ-Motorrädern verwendet. Konstruktionsbedingt könnten diese Anforderungen also sehr gut mit der Nexus-Funktionsweise hinkommen. Die fast wartungsfreie Rollerbrake-Bremse selbst benötigt übrigens einmal im Jahr Shimano Rollerbrake-Spezialfett, um zuverlässig zu funktionieren.

„Ich würde grundsätzlich kein Öl nach der Spezifikation GL 5 verwenden. Hier werden dem Öl Zusätze beigemischt die bei einer Hypoidverzahnung notwendig sind. Durch diesen Ölzusatz wird die Oberfläche immer leicht angefressen um eine gewisse Rauhtiefe an der Oberfläche zu erreichen. Somit bleibt das Öl besser haften. Dieser Ölzusatz ist aber Gift für einen gerade verzahnten Planetenradsatz.

Wartungszyklus

Ich werde meinen Nabenschaltungs-Wartungszyklus von ehemals 12 Jahren nun auf alle zwei Jahre erhöhen. Mein subjektives Fazit mit einer Nexus Premium Nabe von 2005: Die Shimano Nexus- und Alfine-Naben sind nur dann „wartungsfrei“, wenn ihre Basis-Schmierung durch kundige Hände alle x-Tausend Kilometer erneuert wird. Ob das nun wirklich alle 2 - 3.000 Kilometer laut Shimano Wartungsplan sein muss oder ob man - wie ich - mehr als 12.000 Kilometer problemlos durchfährt, die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen. Eine Kettenschaltung muss ständig gewartet werden und trotzdem auch bei guter Pflege: Alle 2.000-3.000 Kilometer tut man gut daran, die Verschleißteile austauschen.

Shimano Nexus Inter-5E

Die Shimano Nexus Inter-5E Nabenschaltung stellt eine überzeugende Übersetzungsbandbreite von 263 % bereit. Die Auswahl aus fünf Gängen klingt unter diesem Gesichtspunkt nicht nach besonders viel. Bei einer Fahrgeschwindigkeit unter 25 km/h wird die City e-Bike Fahrt maßgeblich durch den Antrieb begleitet. Daher verringert sich die eigene Anstrengung beim Pedalieren. Der Shimano Steps E6100 unterstützt die Pedalleistung intelligent und erleichtert somit große Gangsprünge, bei denen Kraft benötigt wird. Der Elektromotor gestaltet den Sprung in den höheren Gang mit.

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