Shimano Nabenschaltung montieren und einstellen: Eine detaillierte Anleitung

Nabenschaltungen von Shimano, wie die Serien "Inter" und "Nexus", sind für ihre Zuverlässigkeit und geringen Wartungsaufwand bekannt. Dennoch kann es vorkommen, dass eine Justierung oder sogar eine Montage der Schalteinheit erforderlich ist. Im Folgenden finden Sie detaillierte Anleitungen, wie Sie diese Arbeiten selbst durchführen können.

Montage der Schalteinheit

Hier wird Schritt für Schritt beschrieben, wie Sie eine Schalteinheit für eine 8-Gang Shimano Nexus Nabenschaltung montieren. Mit etwas Geschick und dem richtigen Werkzeug ist dies auch für Laien machbar.

  1. Zuerst setzen Sie die Metallkappe, dann den Zahnkranz auf. Auf der 8-Gang Nabe ist die Kappe oft bereits montiert.
  2. Setzen Sie ihn am besten so herum auf, dass später eine möglichst gerade Kettenlinie mit dem Kurbeltrieb zustande kommt. In den meisten Fällen wird die Wölbung nach innen zeigen.
  3. Anschließend legen Sie den Sicherungshebel auf.
  4. Verriegeln Sie den Hebel gemäß der Aufschrift (Lock).

Im Folgenden zeigen wir Ihnen - unterstützt durch ein Video - Schritt für Schritt, wie Sie die Schalteinheit an einer 7-Gang Shimano-Nabenschaltung montieren. Mit etwas handwerklichem Geschick und dem passenden Werkzeug ist dieser Vorgang auch für Einsteiger problemlos zu bewältigen.

Staubkappe und Zahnkranz montieren

Setzen Sie zuerst die Staub- bzw. Metallkappe auf die Nabe und schrauben Sie anschließend den Zahnkranz auf. Achten Sie darauf, dass die Kettenlinie zum Kurbeltrieb möglichst gerade verläuft.

Shimano Nabenschaltung einstellen

Wenn Sie Probleme beim Schalten haben oder ein beschädigter Schaltzug ausgetauscht werden muss, ist es wichtig, die Shimano Nabenschaltung korrekt einzustellen. Diese Justierung ist vor allem notwendig, wenn Sie Ihr Hinterrad ausbauen mussten. Da die Arbeiten einerseits simpel, aber doch viel Zeit dafür draufgeht, sollten Sie ein Ausbau des Hinterrades - soweit es geht - vermeiden, selbst wenn Sie eine Reifenpanne zu beheben haben.

  1. Bringen Sie dafür den Schalthebel auf die erste Stufe.
  2. Unterhalb des Schalthebels wird die Hülle des Schalthebels mit drei kleinen Schrauben zusammen gehalten. Damit Sie das alte Schaltseil demontieren können, müssen Sie diese Hülle abnehmen, indem Sie diese drei kleinen Schrauben lösen.
  3. Schneiden Sie nun am anderen Ende des Schaltzugs, also an der Achse des Hinterrads, das Schaltseil durch.
  4. Fädeln Sie nun das neue Schaltseil am Schalthebel neu ein und ziehen Sie es vorbei an den drei Führungsrollen, die Sie im Schalthebel sehen, durch die Einstellschraube hinein in die neue Außenhülle. Achten Sie jedoch darauf, dass die neue Außenhülle genauso lang ist wie die alte. Am besten legen Sie die alte Außenhülle neben die neu, bevor Sie diese montieren, und gleichen die Länge der neuen Außenhülle genau an die Länge der alten an.
  5. Der nächste Schritt ist, dass Sie den Befestigungsbolzen, der an der Nabenschaltung eingehängt wird, auf der richtigen Länge auf das Schaltseil montieren. Ausgehend vom Ende der Außenhülle, also genau dort, wo am Hinterrad das Schaltseil die Außenhülle verlässt, messen wir genau 10,1 cm (im Falle einer Inter-3 Nabenschaltung) bzw. 12,7 cm (in Falle einer Inter-7 bzw. Nexus Inter-8 Nabenschaltung) ab und fixieren genau an diesem Punkt den Bolzen.

Bei einigen Modellen von Shimano Nabenschaltungen variiert dieser Schritt dadurch, dass das Schaltseil einerseits auch um eine Umlenkrolle gelegt wird, andererseits wird das Schaltseil nicht über einen Befestigungsbolzen an der Nabe eingehängt, sondern das Schaltseil wird mit einer Klemmschraube an der Nabe befestigt.

Feinjustierung der Nabenschaltung

  1. Schalten Sie zuerst in den vierten Gang, um die Nabenschaltung justieren zu können.
  2. Abhängig vom Modell Ihrer Shimano Nabenschaltung finden Sie entweder oberhalb der Nabe zwei rote Markierungsstriche oder unterhalb der Kettenstrebe (am besten stellen Sie dazu Ihr Fahrrad auf dem Kopf) ebenfalls zwei rote bzw. gelbe Markierungsstriche.
  3. Legen Sie nun mittels Schalthebel die erste Stufe ein und danach erneut die vierte Stufe und kontrollieren Sie, ob die beiden Striche noch exakt neben einander stehen.

Nach korrekter Einstellung der Nabenschaltung dürfen Sie nun eine Testfahrt durchführen.

Hinterrad Ausbau und Einbau bei Nabenschaltungen

Möchten Sie bei Ihrem Fahrrad mit einer Nabenschaltung das Hinterrad ausbauen, müssen Sie zuerst in die erste Stufe schalten. Der nächste Schritt ist, dass Sie die Schutzkappe, die sich an der hinteren Radnabe befindet, abnehmen, um zum Schaltseil freien Zugriff zu haben. Jetzt, nachdem Sie die Verbindung der Nabenschaltung zum Schaltseil getrennt haben, können Sie nun das Hinterrad entfernen. Mittels Ringschlüssel können Sie die Mutter, mit denen am hinteren Ausfallenden die Achse befestigt ist, von der Achse los schrauben. Bevor Sie auch die Unterlegscheiben wegnehmen, merken Sie sich bitte genau die Position, wie sie eingebaut sind. Schaut Ihr Ausfallende nach horizontal nach hinten, müssen Sie zuerst das Hinterrad etwas in das Ausfallende hineinschieben, um die Fahrradkette von dem Ritzel nehmen zu können. Möchten Sie das Hinterrad schließlich wieder einbauen, dann müssen Sie genau umgekehrt vorgehen.

Werkzeug für den Aus- und Einbau

Zum Ein- und Ausbau der aktuell verbreiteten Nabenschaltungen der Hersteller Shimano, Rohloff und SRAM gestaltet sich recht einfach. Dies bedeutet auch, dass du nur wenig Werkzeug benötigst um diese Arbeit zu bewerkstelligen.

  • Einen passenden Maulschlüssel um die Schraubachse zu lösen
  • Gegebenenfalls weitere Maulschlüssel zum lösen des Schaltzugs
  • Einen Schlitzschraubenzieher, sofern die Nabe über eine zusätzliche Abstützung am Rahmen verfügt (dies ist bei Naben mit Rücktrittbremsen oft der Fall)

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Ausbau

  1. Bremsen lösen: Wenn dein Hinterrad durch eine Felgenbremse gebremst wird muss du diese öffnen um das Rad später entnehmen zu können.
  2. Naben mit Rücktrittbremse: verfügen auf der Nicht-Antriebsseite, das heißt auf der in Fahrtrichtung linken Seite, über eine Abstützung für die integrierte Bremse. Diese Stütze wird über eine Schraube mit einer Schelle an der Kettenstrebe verbunden. Löse diese Schraube mithilfe eines passenden Schraubenziehers (meist Schlitz). Eventuell musst du einen Maulschlüssel zum Gegenhalten an der Mutter auf der Rückseite nutzen.
  3. Lösen der Schaltzüge: Bei den Nabenschaltungen von Shimano und SRAM schaltest du hierzu in den ersten Gang. In diesem ist der Schaltzug am wenigsten stark gespannt und lässt sich daher am einfachsten lösen. Wenn du dem Verlauf des Schaltzugs folgst wirst du sehen, dass die Außenhülle an einer Halterung, die parallel zur Kettenstrebe verläuft, endet. Der Innenzug wird durch diese Halterung hindurch geführt und wird dann in einem Hebel eingehängt. Wenn du diesen Hebel ein wenig nach vorne drückst solltest du den Innenzug aus diesem Hebel aushängen können. Nun lässt sich auch die Außenhülle aus ihrer Halterung ziehen.
  4. Achse lösen: Um das Hinterrad aus dem Rahmen nehmen zu können musst du nun die Achse lösen. Die Naben von Shimano und SRAM sind mit jeweils einer Mutter auf jeder Seite im Rahmen befestigt. Entferne diese Muttern samt Unterlegscheiben. Merke dir, die Reihenfolge und die Position der Unterlegscheiben.
  5. Rad herausnehmen: Nun kannst du das Hinterrad aus den Rahmen nehmen. Hebe dann die Kette vom Ritzel.

Einbau eines Hinterrades mit Nabenschaltung

Beim Einbau des Hinterrades gehst du im Prinzip in umgekehrter Reihenfolge vor wie beim Ausbau. Allerdings musst du hierbei auf ein paar Dinge achten, damit das Rad hinterher richtig im Rahmen sitzt.

  1. Rad einsetzen: Lege die Kette um das Ritzel und setze die Nabe in die Ausfallenden. Achte dabei auf die richtige Position des Rades. Die Führung für den Schaltzug muss an der richtigen Stelle sitzen und auch die Bremsabstützung muss, sofern eine solche vorhanden ist, an der richtigen Position sitzen.
  2. Auf geraden Sitz achten: Wenn sich die Nabe in den Ausfallenden deines Rades verschieben lässt, schiebe das Hinterrad so weit nach hinten, dass die Kette gut gespannt ist. Achte bei der Befestigung darauf, dass das Hinterrad gerade ist.
  3. Züge befestigen: Damit dein Rad wieder einsatzbereit ist, musst du nun noch die Züge bzw. den Zug befestigen. Bei SRAM und Shimano Nabenschaltungen setzt befestigst du den Innenzug hierzu in der dafür vorgesehenen Vertiefung. Dann Ziehst du die Außenhülle so weit nach hinten, dass du ihn wieder in die Halterung einhängen kannst.
  4. Bremsen befestigen: Wenn dein Hinterrad über eine extra Abstützung an der Kettenstrebe verfügt, denke daran, diese wieder zu montieren. Wenn dein Rad über Felgenbremsen verfügt, hänge diese wieder ein.
  5. Funktionen testen: Bevor du dich wieder auf dein Rad setzt überprüfe noch die folgenden drei Funktionen:
    • Dreht sich das Rad ohne zu schleifen?
    • Lassen sich alle Gänge durchschalten?
    • Funktionieren die Bremsen?

Ist dies der Fall wünschen wir viel Spaß beim Radfahren!

Weitere Tipps zur Fehlerbehebung

Wenn eine - ansonsten zuverlässige - Shimano Schaltung plötzlich klackernde Geräusche von sich gibt und der Gangwechsel nicht mehr reibungslos funktioniert, hilft in den meisten Fällen nur eines: Shimano Nabenschaltung einstellen. Die Nachjustierung gehört zu den essenziellen Handgriffen, die jeder Biker beherrschen sollte.

Dass man seine Nabenschaltung einstellen muss, merkt man in der Regel an einigen untrüglichen, mitunter recht nervigen Zeichen. So kann es zum Beispiel vorkommen, dass der Gang unter Belastung ohne Zutun des Fahrers einfach rausspringt. Außerdem können Störgeräusche auftreten. Grundsätzlich gilt: Eine schwergängige Nabenschaltung sollte immer genauestens überprüft und gegebenenfalls nachjustiert werden.

Shimano Nabenschaltung einstellen - das ist sogar für Ungeübte in wenigen Minuten machbar. Die prinzipielle Vorgehensweise ist unabhängig von der Art der Shimano Nabenschaltung stets die Gleiche.

Die drei Schritte zur optimalen Einstellung

  1. Einlegen eines geeigneten Ganges: Shimano Nabenschaltungen lassen sich grundsätzlich nur dann optimal einstellen, wenn man einen mittleren Gang eingelegt hat. Dieser ist typischerweise mit einer kleinen Markierung versehen.
  2. Überprüfung der Markierungslinien auf der Nabe: An der Getriebenabe befinden sich hinter einem kleinen Schutzfenster zwei gelbe Markierungslinien, die im Idealfall - bei einer optimal eingestellten Schaltung - mittig übereinander liegen. Sind die Markierungen leicht versetzt zueinander, muss die Shimano Nabenschaltung justiert werden.
  3. Einstellung der Spannung des Bowdenzugs: Die Justierung erfolgt entweder direkt an der Nabe (bei einer 3-Gang-Schaltung) oder über eine Einstellschraube am Drehgriff (bei einer 7-, 8- und 11-Gang-Schaltung). Für die Justierung einer 3-Gang-Schaltung benötigt man einen 10er Maulschlüssel, um die Kontermutter der Einstellschraube zu lösen. Ansonsten ist das Vorgehen bei allen Modellen identisch: Die Einstellschraube muss so lange gedreht werden, bis die oben beschriebenen Markierungslinien und der Referenzpunkt in einer geraden Linie zueinander liegen.

Obligatorischer Testlauf

Zum vollständigen Einstellen einer Shimano Nabenschaltung gehört immer ein obligatorischer Test nach der Justierung. Hierzu schaltet man zunächst mehrmals hoch und runter. Anschließend überprüft man, ob sich die Markierungslinien und der Referenzpunkt im mittleren Gang immer noch an der vorgesehenen Stelle an der Nabe der Shimano Nabenschaltung befinden.

Beschädigte Außenhülle des Bowdenzugs

Ist die Außenhülle des Bowdenzugs der Nabenschaltung beschädigt, geknickt oder bereits zerrissen, kommt man um eine fachmännische Reparatur nicht herum. Wer seine Fahrrad Nabenschaltung einstellen will, sollte deshalb immer einen genauen Blick auf den Zug und dessen Hülle werfen. Denn: Reißt der Schaltzug während eines Bremsmanövers, kommt es beinahe unweigerlich zu einem Unfall.

Wichtig: Anders als die reine Einstellung der Schaltung ist die Reparatur eine Angelegenheit für Personen mit Fachwissen und handwerklichem Können. Das Hinterrad muss ausgebaut und wieder eingebaut werden, bestimmte Einzelteile müssen überprüft und gegebenenfalls ausgetauscht werden.

Zusammenfassung

Nabenschaltungen werden aufgrund ihrer großen Zuverlässigkeit gerne an Sorglos-Rädern genutzt. Sie funktionieren in den meisten Fällen über lange Zeit zuverlässig und nahezu wartungsfrei. Wenn das Hinterrad mit der Nabenschaltung dann doch einmal ausgebaut werden muss, dann liegt der Grund dafür meist nicht in der Nabe, sondern beispielsweise in einem platten oder abgefahrenen Reifen.

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