Die Shimano Nexus 11-Gang-Nabenschaltung ist eine beliebte Wahl für Tourenräder und Fahrräder, die in gemischten Umgebungen eingesetzt werden, bei denen schnelle und zuverlässige Schaltvorgänge erforderlich sind, während die Mechanik vor Schmutz, Feuchtigkeit und schlechten Straßenoberflächen geschützt ist. Sie zeichnet sich durch ihre 11 internen Gänge und eine Bandbreite von 408% aus. Doch wie schlägt sie sich im Vergleich zu anderen Nabenschaltungen auf dem Markt?
Shimano Alfine: Eine Premium-Alternative
Mit der sportlich ausgelegten Alfine, auch S500 genannt, hat Shimano einen neuen Komponentensatz in Premiumversion für eine neue Kategorie sportlicher Fahrräder mit Nabenschaltungen entwickelt. Die S500 verfügt unter anderem über eine optisch wie technisch aufgewertete 8-Gang-Nabe, hydraulische Scheibenbremsen, eine Kurbelgarnitur, spezielle Bremsgriffe und RapidFire Plus-Schalthebel. Alle Teile der Gruppe wirken optisch sehr ansprechend und dürften Shimano-typisch wohl dauerhaft verlässlich arbeiten.
Im Vergleich zur üblichen 8-fach-Nabe ist die Alfine gewichtsoptimiert und verwendet Nadellager wie bei der 8-Gang-Premiumversion gegen Verschleiß und besonders hohe Effizienz. Zudem besitzt die Alfine ein edel poliertes, geschmiedetes Nabengehäuse und einen filigranen Kettenspanner, der Radherstellern das Verbauen einer Alfine in Serienrahmen mit senkrechtem Ausfallende erlaubt. Ganz nebenbei erleichtert der Kettenspanner auch den Radausbau beziehungsweise -einbau bei Transport oder einer Reifenpanne erheblich.
Alfine Kurbelgarnitur
Übrigens besitzt die Alfine-Kurbelgarnitur (Einfach- oder Doppelblatt-Version) ein integriertes Achsrohr für erhöhte Steifigkeit, Gewichtsersparnis und einfache Montage. In der Ein Kettenblatt-Version ist sie mit einem integrierten Kettenschützer ausgestattet, damit die Bekleidung nicht verschmutzt. Ihr Übersetzungsumfang entspricht den erprobten Nexus 8-Gang-Nabenschaltungen.
Shimano Nexus: Ein Überblick
Es gibt die Nexus 8 und Nexus 8 Premium. Premium hatte als Erkennungsmerkmal mal einen roten Ring und läuft leichter, da Nadellager statt Gleitlager verwendet werden. Beide Nexus-Naben haben keine Perma-Ölfüllung. Alfine 8 und Alfine 11 sind oft besser verarbeitet. Die 8er Alfine ist wahrscheinlich nur eine schöner designte Nexus 8 Premium in besserer Fertigungsqualität. Die 11er Alfine kostet gleich 200-300,- EUR mehr, hat drei Gänge mehr nach oben und läuft im Ölbad.
Leider ist genau diese Version recht anfällig, man hört oft Klagen in den Fahrradforen: „Die Nabe mit Rücktritt hielt keine 500 Kilometer“, „China-Schrott durch billige Produktion“, usw. … glaube ich persönlich alles. Viele ehrliche Radhändler bestätigen, dass die Naben ganz unterschiedlich leicht laufen und bestreiten nicht, dass es bei Shimano zeitweise „Problemnaben“ gab bzw. immer noch gibt.
2005 kaufte ich ein Stevens City-Flyer mit einer Shimano Nexus 8-Gang Premium Nabenschaltung und bin bis heute begeistert. Die Nabe hat bei mir ca. 18.000 km gehalten, danach habe ich das innere Getriebe einfach komplett ausgetauscht, weil es teigiger wurde.
Im Gegensatz zur Premium-Version fehlen der optisch identischen Nabe (äußerlich ohne roten Streifen) die leichtgängigen Nadellager. Diese wurden durch billige Gleitlager ersetzt und erzeugen ca. 2-3% mehr innere Reibung. Dies ist z.B. spürbar an den Pedalen, die sich im Freilauf beim Rollen ständig mitdrehen wollen.
Vergleich: Alfine vs. Nexus
Laut Fachhändler sollen beide Alfine-Versionen besser laufen, als die günstigeren Nexus-Varianten, die Shimano mittlerweile ebenfalls auf Wunsch in Schwarz (-matt) lackiert. Den roten Streifen der älteren Nexus-Premiumversion gibt es seit 2014 nicht mehr. Es ist von Shimano nie genau gesagt worden, wie sich die Alfine- und Nexus Premium- Nabe voneinander unterscheiden.
Zwei klare Unterschiede werden gern unter den Tisch gekehrt: Die Alfinenabe konnte auch vor ein paar Jahren schon mit einer Scheibenbremsaufnahme geliefert werden, das gab es bei der Nexus früher nicht - jetzt aber schon (Stand Februar 2025). Um die höheren Kräfte einer Scheibenbremse an der Nabe aufnehmen zu können, ist die Alfine-Achse anfangs etwas stabiler konstruiert worden.
Außerdem der „schicke Rapid-Fire-Hebel“ besteht bei der Alfine aus einem Daumenschalter, mit dem man pro Hub immer nur 2 Gänge herauf- oder herab schalten kann. Was sich nach einem kleinen Detail anhört, ist bei der günstigeren Nexus besser gelöst: Man bremst an einer roten Ampel aus hoher Geschwindigkeit ab und kann mit einem Drehschalter mit einer mühelosen Bewegung vom 8. in den 1. Gang schalten. Das ist ein echter Vorteil.
Die Tücken der Alfine 11
3 Gänge mehr spreizen den Wirkungsgrad einer Nabe natürlich immens, aber es gibt leider eine kleine Tücke: Die 3 Gänge liegen alle über dem 5. Gang. Im Normalfall sind Nabenschaltungen also so konstruiert, dass die Durchschnittsgeschwindigkeit möglichst in einem 1:1 Gang ohne Getriebe gefahren werden kann.
Die 11-Gang Alfine-Version verschenkt dadurch meiner Ansicht nach ihr eigentliches Potenzial, denn Ihre zusätzlichen 3 Gänge liegen alle über dem reibungsarmen 5. Gang der Nexus-Naben. Heißt auf Deutsch: Der ehemals leichte, fünfte Gang fehlt bei der Alfine 11. Ich fahre mit der 11-Gang-Alfine also im 6. oder 7. Gang von 11 Gängen und muss ständig das Planetengetriebe mit all den Reibungsverlusten bewegen. Die alte Nexus im 5. Gang (also 1:1 ohne Zahnrädchen übersetzt) läuft da sicherlich einen Tick leichter.
Der große Vorteil der Alfine 11-Gang-Nabe, liegt für mich nicht in den 3 Gängen mehr, sondern in ihrer leichtgängigen Perma-Ölfüllung, die dadurch ein leichteres Treten ermöglicht, als alle Nexus-Versionen samt der Alfine 8. Es gibt genau aus diesem Grund sogar Fahrrad-Freaks, die eine Shimano 8-Gang-Nexus-Schaltung auf Ölfüllung umgebaut haben: Nabe auseinander nehmen, Loch in die Trommel bohren, Ölnippel reindrehen, alles peinlich säubern, wieder zusammenbauen und eine leichtgängige Öl-Füllung á la Rohloff genießen.
Alternativen: Rohloff und Inter 5E
Die edle Rohloff Speedhub bremst im Gegensatz zu Nexus, Alfine und Co nur halb so stark. Außerdem hat sie eine Zulassung für Tandems, auch das fehlt den Shimano Naben. Die Rohloff Getriebenaben sind für mich persönlich der beste Kompromiss zwischen Wartungsfreiheit & Leichtläufigkeit an einem schnellen Rad für weite Touren.
Die 2018 vorgestellte Inter 5E-Nabe von Shimano wurde speziell für E-Bikes bzw. Pedelecs entworfen. Die unteren Gänge wurden reduziert und weisen bei einer Übersetzungsbandbreite von 263% höhere Gangsprünge auf. Zielgruppe sind interessanterweise City- und Trekkingbikes, also bezahlbare Massenprodukte (Straßenpreis ab ca.
Wartung und Langlebigkeit
Wartungsarmut und lange Haltbarkeit lassen den 4-8 Prozent geringeren Wirkungsgrad im Vergleich zur Kettenschaltung gerade bei ambitionierten Pendlern, Commuterbikes und VielfahreInnen mit kräftigen Beinen gut verschmerzen, weil der Antrieb unauffällig jahrelang seinen Dienst tut. Wird die Getriebeeinheit wie von Shimano empfohlen in Öl getaucht, werden die Geräusche meist zurück gehen. Die Nabe schaltet sich danach angeblich wieder leichter und präziser.
Die meisten Shimano Naben verschleißen im Alltag immer noch durch eindringende Feuchtigkeit und Schmutz. Falls Wasser eingedrungen ist, rostet die Nabe von innen bis sie schrottreif ist, wenn sie nicht demontiert und getrocknet wird. Deshalb benötigt die Nabe regelmäßig ein Öl-Tauchbad: Dabei werden alte Metall-Partikel herausgespült.
Tabelle: Vergleich Shimano Nabenschaltungen
Die folgende Tabelle bietet einen Überblick über verschiedene Shimano Nabenschaltungen und ihre Eigenschaften:
| Modell | Gänge | Übersetzungsbereich | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Nexus 7 | 7 | 244% | Geringes Nabengewicht, optional mit Rücktrittbremse |
| Nexus 8 | 8 | 307% | Leichter Berggang, optional mit Rücktrittbremse |
| Alfine 8 | 8 | - | Geringes Gewicht, geringer Reibungswiderstand, Ölbad |
| Alfine 11 | 11 | 406% | Geringes Gewicht, geringer Reibungswiderstand, Ölbad |
| Inter 5E | 5 | 263% | Speziell für E-Bikes, robustes Planetengetriebe |
Hinweis: Die Angaben zu Wirkungsgraden bzw. Reibungsverlusten bei Nabenschaltungen schwanken stark. Objektive Messungen hängen stark von der Belastung ab.
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