Shimano Nexus Getriebeöl wechseln: Eine detaillierte Anleitung

Nabenschaltungen von Shimano Nexus erfreuen sich großer Beliebtheit, da sie im Vergleich zu Kettenschaltungen als wartungsärmer gelten. Um die Mechanik optimal zu erhalten, sollte die Schaltung dennoch alle 6 Monate oder alle 1.000 Kilometer gewartet werden. Bei widrigen Wetterbedingungen oder starker Beanspruchung können diese Intervalle auch kürzer sein.

Für die Wartung Ihrer Nexus 7-Gang Nabenschaltung bietet Shimano ein komplettes Öl-Tauch-Set an. Der Arbeitsvorgang umfasst den Ausbau der internen Einheit der Nabe, den Öl-Tauchvorgang sowie den Wiedereinbau der internen Einheit. In der folgenden Anleitung können Sie alle wichtigen Schritte für die Schmierung Ihrer Shimano Nabenschaltung nachlesen.

Vorbereitung und Ausbau der Getriebeeinheit

  1. Spannen Sie die zwei abgeflachten Seiten der Nabenachse in einen Schraubstock und nehmen Sie die Staubkappe ab.
  2. Wenn die Bremseinheit entfernt wurde kann anschließend die Nabenhülse abgezogen werden.
  3. Wenn eine Rücktrittbremse vorhanden ist, müssen Sie vor dem Öl-Bad noch die Bremsschuheinheit abziehen.
  4. Mit dem Wartungs-Kit von Shimano gelingt die Schmierung der Einheit schnell, einfach und sicher.
  5. Im nächsten Schritt wird die Bremsarmeinheit angebracht.
  6. Schrauben Sie danach den linken Konus sowie die linke Mutter wieder an.

Ölbad für die Shimano Nexus 8-Gang Nabenschaltung

Shimano bietet für die Schmierung der Nabenschaltung 8-Gang Nexus von Shimano ein praktisches und komplettes Öl-Tauch-Set an. Der Wartungsvorgang umfasst den Ausbau der internen Einheit der Nabe, den Öl-Tauchvorgang sowie den Wiedereinbau der internen Einheit. Lesen Sie in der nachfolgenden Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie Sie Ihre Shimano Nexus 8-Gang Nabenschaltung korrekt warten sollten.

Um ein Ölbad zu basteln, habe ich eine 1,5 Liter Cola-Flasche am oberen Drittel abgeschnitten und das Getriebeöl in das Gefäß geschüttet. Achtung: nicht gleich einen ganzen Liter nehmen. Das Volumen vom Getriebe und der Achse muss man mindestens abziehen, sonst schwappt es über. Das klappte ganz ausgezeichnet in dem anderen Teil der Cola-Flasche, die ich als Trichter auf die original Ölflasche gesteckt hatte. Steht ziemlich stabil. Derweil habe ich auch das Gehäuse gesäubert.

Ich hatte festgestellt, dass man durch Auswaschen in Waschbenzin oder Petroleum eine Menge Dreck und Späne zusätzlich dabei herausbefördert, das könnte einen Versuch Wert sein.

Alternative: Umbau auf Ölbadschmierung (Nexus 8)

Bei der teureren Shimano Alfine Nabe sorgt ein permanentes Ölbad samt Ölwechselschraube dafür, dass das Öl ohne Demontage der Nabe bequem von außen gewechselt werden kann. Die Alfine ist dafür gegen Ölverlust abgedichtet.

Im kalten und verregneten Frühling 2021 habe ich mich an einem Nachmittag endlich aufgerafft, um meine alte Nexus-8-Nabe auf Ölbadschmierung umzubauen und damit technisch fast in den Stand einer Alfine zu befördern. Eigentlich ist der Umbau ganz einfach, allerdings hab ich ihn an einem eingespeichten 28-Zoll Rad mit einfachsten Mitteln und relativ unbedarft vorgenommen.

Die Vorteile des Umbaus liegen auf der Hand: Die Nabe verschleißt durch ein permanentes Ölbad weniger, ist weniger anfällig für eindringende Feuchtigkeit, läuft dauerhaft leichter und sie erstarrt durch einfache Ölwechsel mit Spülöl nicht bis zum Exodus in ihrem eigenem Dreck.

Benötigte Teile und Werkzeuge

  • Als einziges Teil wird eine öldichte Linsenkopfschraube benötigt.
  • Der Einfachheit halber entschied ich mich für die „Shimano Schraube mit Dichtung für SG-S700 / SG-S7001-11 Getriebenabe“ - also der Original Alfine Dichtungsschraube mit O-Ring, die schon ab 2,- EUR käuflich zu erwerben ist.
  • Weiterhin braucht man neben dem klassischen Werkzeug für die Demontage der Getriebeeinheit ein Gehäusedichtmittel wie z.B.

Umbau Schritte

  1. Zunächst wird die Nexus-Getriebeeinheit aus der Nabe genommen.
  2. Mehr Spaß macht der Umbau, wenn die Nabe vor der Demontage zumindest grob mit einem Tuch gereinigt wird.
  3. Insbesondere die graue Kunststoffdichtung hinter dem Ritzel muss beim Einbau fettfrei sein, da sie mit Silikon abgedichtet werden muss.
  4. Für die Positionierung der Schmieröffnung wähle ich den rauen, nicht polierten Bereich im Nabenmantel, damit die Ölschraube keinesfalls mit der Mechanik der Getriebeinheit in Berührung kommen kann.
  5. Auf der Außenseite der Nexus-Nabe übertrage ich das Maß an eine glatte Stelle ohne Höcker mit einem wasserfesten Filzstift.
  6. Zunächst bohre ich ein 3mm-Loch vor. Dazu wähle ich beim Akkubohrschrauber die langsamere, aber starke Getriebeübersetzung, damit der Bohrer nicht so heiß läuft.
  7. Von der Leichtigkeit überwältigt bohre ich danach ein 5mm-Loch nach, damit der M6 Gewindeschneider „noch genügend Fleisch“ hat.

Wichtige Hinweise zur Ölmenge

Eine große Frage stellt sich nun: Wieviel Öl kann ich sinnvollerweise in die Nexus-Nabe füllen ohne dass es wieder heraus läuft? Meine Hoffnung bestand in der geringen Ölwechselmengenangabe der Alfine-Nabe von 25 Milliliter Öl. Das entspricht ungefähr der Menge von knapp 2-3 Esslöffeln.

Erschreckenderweise reicht schon die Menge eines einzigen Teelöffels aus (ca. 5ml), um bei geradem Stand oder während der Fahrt aus der Nabe auszulaufen. Damit hatte ich nicht gerechnet, denn dieser eine Teelöffel wäre ungefähr die Mindestmenge, um alle beweglichen Teile der Nabe ölfeucht zu halten.

Abdichtung für das Dauer-Ölbad

Bei der Fahrt wird das Öl durch die Zentrifugalkraft nach außen an den Nabenkorpus geschleudert. Deshalb muss nun die Staubkappe auf der Kettenseite sorgfältig abgedichtet werden.

Die Dichtung der Staubkappe an der Ritzelseite und die Dichtungsnut in der Nabe werden mit Bremsenreiniger entfettet. Dieser Schritt ist wichtig, damit die Gehäusedichtmasse ihren Zweck erfüllen kann.

Hinweis: Da die Staubkappe mit der Nabe quasi leicht verklebt wird, lässt sie sich nicht mehr so leicht lösen. Oder anders gesagt: Die Getriebeeinheit kann in Zukunft nicht mehr so leicht aus der Nexus-Nabe entfernt werden. Wird sie entfernt, muss das alte Dichtungsmaterial vor dem erneuten Abdichten sorgfältig entfernt werden.

Nabenschaltung korrekt einstellen

Wenn Sie Probleme beim Schalten haben oder ein beschädigter Schaltzug ausgetauscht werden muss, müssen Sie die Shimano Nabenschaltung wieder korrekt einstellen. Diese neue Justierung ist vor allem notwendig, wenn Sie Ihr Hinterrad ausbauen mussten. Da die Arbeiten einerseits simpel, aber doch viel Zeit dafür draufgeht, sollten Sie ein Ausbau des Hinterrades - soweit es geht - vermeiden, selbst wenn Sie eine Reifenpanne zu beheben haben.

  1. Bringen Sie dafür den Schalthebel auf die erste Stufe.
  2. Unterhalb des Schalthebels wird die Hülle des Schalthebels mit drei kleinen Schrauben zusammen gehalten. Damit Sie das alte Schaltseil demontieren können, müssen Sie diese Hülle abnehmen, indem Sie diese drei kleinen Schrauben lösen.
  3. Schneiden Sie nun am anderen Ende des Schaltzugs, also an der Achse des Hinterrads, das Schaltseil durch.
  4. Fädeln Sie nun das neue Schaltseil am Schalthebel neu ein und ziehen Sie es vorbei an den drei Führungsrollen, die Sie im Schalthebel sehen, durch die Einstellschraube hinein in die neue Außenhülle. Achten Sie jedoch darauf, dass die neue Außenhülle genauso lang ist wie die alte. Am besten legen Sie die alte Außenhülle neben die neu, bevor Sie diese montieren, und gleichen die Länge der neuen Außenhülle genau an die Länge der alten an.
  5. Der nächste Schritt ist, dass Sie den Befestigungsbolzen, der an der Nabenschaltung eingehängt wird, auf der richtigen Länge auf das Schaltseil montieren.

Ausgehend vom Ende der Außenhülle, also genau dort, wo am Hinterrad das Schaltseil die Außenhülle verlässt, messen wir genau 10,1 cm (im Falle einer Inter-3 Nabenschaltung) bzw. 12,7 cm (in Falle einer Inter-7 bzw. Nexus Inter-8 Nabenschaltung) ab und fixieren genau an diesem Punkt den Bolzen.

Bei einigen Modellen von Shimano Nabenschaltungen variiert dieser Schritt dadurch, dass das Schaltseil einerseits auch um eine Umlenkrolle gelegt wird, andererseits wird das Schaltseil nicht über einen Befestigungsbolzen an der Nabe eingehängt, sondern das Schaltseil wird mit einer Klemmschraube an der Nabe befestigt.

  1. Schalten Sie zuerst in den vierten Gang, um die Nabenschaltung justieren zu können.
  2. Abhängig vom Modell Ihrer Shimano Nabenschaltung finden Sie entweder oberhalb der Nabe zwei rote Markierungsstriche oder unterhalb der Kettenstrebe (am besten stellen Sie dazu Ihr Fahrrad auf dem Kopf) ebenfalls zwei rote bzw. gelbe Markierungsstriche.
  3. Legen Sie nun mittels Schalthebel die erste Stufe ein und danach erneut die vierte Stufe und kontrollieren Sie, ob die beiden Striche noch exakt neben einander stehen.

Nach korrekter Einstellung der Nabenschaltung dürfen Sie nun eine Testfahrt durchführen.

Ausbau des Hinterrads

Möchten Sie bei Ihrem Fahrrad mit einer Nabenschaltung das Hinterrad ausbauen, müssen Sie zuerst in die erste Stufe schalten.

Der nächste Schritt ist, dass Sie die Schutzkappe, die sich an der hinteren Radnabe befindet, abnehmen, um zum Schaltseil freien Zugriff zu haben. Jetzt, nachdem Sie die Verbindung der Nabenschaltung zum Schaltseil getrennt haben, können Sie nun das Hinterrad entfernen.

Mittels Ringschlüssel können Sie die Mutter, mit denen am hinteren Ausfallenden die Achse befestigt ist, von der Achse los schrauben. Bevor Sie auch die Unterlegscheiben wegnehmen, merken Sie sich bitte genau die Position, wie sie eingebaut sind. Schaut Ihr Ausfallende nach horizontal nach hinten, müssen Sie zuerst das Hinterrad etwas in das Ausfallende hineinschieben, um die Fahrradkette von dem Ritzel nehmen zu können.

Möchten Sie das Hinterrad schließlich wieder einbauen, dann müssen Sie genau umgekehrt vorgehen.

Öl und Fett für die Wartung

Die Gretchenfrage lautet also: Welches Öl und welches Fett darf man für die Wartung der Shimano Nexus / Alfine Naben bei Freilauf-, Rollerbrake- oder Rücktrittversion benutzen?

Mit einem Bad in Getriebeöl SAE 80W90 GL4 macht man sicherlich erstmal nichts verkehrt (ohne Gewähr). Das Getriebe-ÖL SAE 80 GL4 wird z.B. bei alten MZ-Motorrädern verwendet. Konstruktionsbedingt könnten diese Anforderungen also sehr gut mit der Nexus-Funktionsweise hinkommen.

Die fast wartungsfreie Rollerbrake-Bremse selbst benötigt übrigens einmal im Jahr Shimano Rollerbrake-Spezialfett, um zuverlässig zu funktionieren.

Wartungsintervalle

Auch wenn Nabenschaltungen grundsätzlich wenig pflegeintensiv sind, empfiehlt der Hersteller, dass die Produkte spätestens alle 2000 Kilometer einmal pro Jahr gewartet werden sollten, um die Mechanik bestmöglich zu erhalten. Wenn häufig schlechte Wetterbedingungen im Spiel sind, können sich diese Intervalle sogar verkürzen.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0