Shimano Positron Schaltzug Funktion und Reparatur

Unter dem Namen "Positron" hat Shimano Ende der 1970er die erste indexierte Kettenschaltung eingeführt. Im Gegensatz zu modernen Schaltungen sind die Schaltpositionen für das Schaltwerk aber nicht im Schalthebel, sondern im Schaltwerk festgelegt. Dazu rastet im Schaltwerk eine gefederte Kugel in entsprechenden Aussparungen in einem runden Blech ein.

Der Umwerfer vorne wird auch bei Positron mit einem Friktionsschalthebel "stufenlos" bewegt und benötigt ggf. eine leichte Trimmung, wenn man hinten den Gang wechselt. Wie bei modernen Schaltwerken kann man auch bei Positron die exakte Ausrichtung des Schaltwerks durch verschiedene Stellschrauben anpassen. Nach dem Kürzen des Drahts auf die benötigte Länge wird eine spezielle Schutzkappe auf das Ende aufgesetzt, um Verletzungen zu vermeiden.

Besonderheiten des Positron-Schaltzugs

Das besondere gegenüber heutigen Kettenschaltungen ist bei der Positron, daß die Rasterung nicht im Schalthebel sondern im Schaltwerk sitzt. Bei heutigen Schaltwerken wird die eine Schaltrichtung über die Federkraft im Schaltwerk bedient und die Gegenrichtung über den Schalt- Zug betätigt.

Bei Gangwechseln muss das Schaltwerk in beide Richtungen aktiv bewegt werden - deshalb ist der Schaltzug ein starrer Draht und keine flexible Litze.

Reparaturhinweise und Fehlersuche

Ein häufiges Problem ist, dass die Federkraft nicht wie gewohnt nach außen arbeitet, sondern nach innen zur Nabe hin. D.h. wenn man von 1-5 schaltet, läuft die Kette problemlos von außen nach innen über die Zahnräder, aber sie kehrt dann nicht mehr nach außen zum kleinsten Rad zurück. In diesem Fall sollte man zuerst prüfen, ob das Schaltwerk nachgestellt werden muss. Dazu hat es eine Schraube, die im Fenster des Schaltarms sichtbar ist. Einfach diese Schraube nach links oder rechts drehen.

Dabei siehst Du, in welche Richtung sich das Schaltwerk bewegt. In Deinem Fall müsste es sich nach aussen (also weg von der Nabe) bewegen. Nicht zu viel drehen, sonst stimmts in der anderen Schaltrichtung nicht mehr. Also wenig drehen und dazwischen das Schalten probieren.

Es gibt einen Drahtzug und eine Federkraft, die den Käfig nach innen zur Nabe drückt. Wenn der Zug das Schaltwerk (aktuell gegen die Federkraft!)zurückdrücken soll, dann könnte dies die Erklärung sein, dass es nicht mehr zurückgeht. Dann kann man nicht mehr ziehen aber drücken und zusammen mit der Federkraft funktioniert das Schaltwerk in diese eine Richtung.

Bau doch mal den Zug aus bzw. klemme ihn zumindest am Schaltwerk ab. Dann müßte man feststellen können, ob der Zug noch in Ordnung ist. Wenn der Draht gebrochen ist, lässt sich das Schaltwerk ja garnicht schalten. Eigenartig ist aber, dass es bis auf das letzte Ritzel funktioniert.

Der Stahldraht der Positron besteht aus einem einzigen Draht von vielleicht 2 mm Dicke (falls ich mich hier grob verschätze, verzeiht mir, es ist schon so lange her). Die heute üblichen Schaltseile bestehen aus vielen dünnen miteinander verdrehten Drähten.

Ein weiteres Problem kann sein, dass der Drahtzug nicht komplett in einer Hülle liegt, sondern ca. 20 cm frei liegt. Schau doch einfach mal beim Schalten, wie sich der Draht im Bereich verhält, wo er offen liegt. Wie Du ja selbst schon vermutest, dürfte er sich dort nach außen verbiegen und kann daher das Schaltwerk nicht mehr betätigen.

Einstellung der Positron Schaltung (5-Gang Variante)

  1. Zug einbauen.
  2. Am Schalthebel auf die Position 3 stellen (ist meistens rot markiert).
  3. Zug straff ziehen.
  4. Kette über das mittlere Ritzel legen.
  5. Rasterscheibe auf die mittlere Einkerbung stellen.
  6. Mit Hilfe der Justierschraube das Schaltwerk genau unter das 3.te Ritzel einstellen.
  7. Zug festklemmen.

Die Positron funktioniert dann auf Zug ((Gang 4 und 5) und Druck (Gang 2 und 1).

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