Shimano Powermeter Nachrüsten: Eine Anleitung

Du kannst die Shimano Kurbelgarnitur von deinem Rennrad prima selber ersetzen. Das klingt vielleicht kompliziert, ist es aber wirklich nicht. Wir zeigen dir Schritt für Schritt, wie es geht. Hier montieren wir übrigens den neuen Shimano Ultegra Stages doppelseitigen Powermeter. Die Schritte hierfür sind nämlich dieselben wie bei einer normalen Shimano Kurbelgarnitur.

Werkzeug und Vorbereitung

Eine Shimano Kurbelgarnitur ersetzen? Du brauchst nicht viel Werkzeug, um deine Shimano Kurbelgarnitur zu ersetzen. Einen Drehmomentschlüssel brauchst du nicht unbedingt, aber er ist sehr praktisch. Du kannst auch einen normalen Inbusschlüssel verwenden, aber dann kannst du deine neue Kurbelgarnitur weniger präzise festdrehen.

Demontage der alten Kurbelgarnitur

  1. Der erste Schritt ist das Entfernen deiner Pedale. Hierfür brauchst du den Inbus- oder Pedalschlüssel.
  2. Die Kurbeln sind immer an der linken Seite deines Fahrrads befestigt. Die zwei Schrauben in der Kurbel sorgen dafür, dass diese gut hält. Drehe also erst diese zwei Schrauben lose.
  3. Die Schraubenmutter aus Plastik hält die beiden Kurbelarme nun noch fest. Die Kurbelmutter sitzt eigentlich nie besonders fest und du kannst sie mit dem Kurbelschlüssel einfach lösen.
  4. Die linke Kurbel sitzt oft ziemlich fest. Jetzt kannst du die linke Kurbel vom Tretlager abnehmen. Dafür brauchst du vielleicht ein bisschen Kraft. Um die Kurbel zu lösen, kannst du ein wenig an ihr rütteln.
  5. Nun kannst du die Drive Side mit den Kettenblättern vom Tretlager abnehmen.

Reinigung und Vorbereitung des Tretlagers

Die Kurbelgarnitur nimmst du wahrscheinlich nicht oft ab. Mit einem sauberen Tuch kannst du den Schmutz so gut es geht abwischen. Mach das ordentlich! Auf Wasser solltest du jedoch besser verzichten, damit es nicht in deine Lager kommt. Fette deine neue Kurbel und auch die Innenseite vom Tretlager.

Montage der neuen Kurbelgarnitur

  1. Jetzt kannst du die Drive Side wieder durch dein Tretlager stecken. Hol dir die Kette auf die richtige Seite, bevor du die Kurbel durch das Tretlager steckst. Wenn’s dir trotzdem passieren sollte, ist das natürlich auch keine Katastrophe. Mit einem Kettennieter und einem neuen Kettennietstift liegt deine Kette im Handumdrehen wieder auf der richtigen Seite. Während des Einschiebens kannst du die Kette auf das kleinste Blatt legen.
  2. Wenn die Fahrradkette an Ort und Stelle ist und dein rechter Kurbelarm gut sitzt, kannst du die linke Kurbel auf den sichtbaren Teil deines Tretlagers schieben. Achte auf die Position des Kurbelarms auf der Drive Side und wähle natürlich die gegenüberliegende Position. In unserem Beispiel montieren wir einen Stages Powermeter. Achte darauf, dass du die beiden Kurbelarme in einer horizontalen, einander gegenüber gestellten Linie montierst. Vergiss auch nicht, ein wenig Montagefett auf der Innenseite des Gewindes deiner neuen Kurbel aufzutragen.
  3. Jetzt kannst du händisch die Kurbelmutter wieder festdrehen. Rüttel ein kleines(!) bisschen mit dem Kurbelarm, während du die Kurbelmutter mit dem Kurbelschlüssel andrehst. Dadurch kannst du Spiel in der Kurbelgarnitur vorbeugen. Hierbei musst du gut aufpassen. Das Anziehen der Kurbelschrauben muss gleichmäßig geschehen und mit der richtigen Dosis Kraft. Drehe nicht erst die eine und dann die andere Schraube fest. Drehe sie immer abwechselnd stets fester. Baue dabei den Druck so auf, dass die Kraft gleichmäßig verteilt wird. Du kannst sie in 4 Schritten festziehen. Ansonsten kann es sonst passieren, dass die eine Schraube vielleicht mit 12 Nm fest ist, die andere aber viel fester.
  4. Wenn die Schrauben fest sind, kannst du dein Tretlager auf Spiel kontrollieren. Dazu hältst du mit der einen Hand dein Fahrrad fest und rüttelst mit der anderen am Kurbelarm. Gib deinem Kurbelarm einen tüchtigen Schubs. Wenn er nicht 1 ganze Runde flüssig herumdreht, sitzt deine Kurbelmutter zu fest. Dreht er mehr als nur eine Runde? Ist das der Fall?
  5. Wenn alles soweit gut montiert ist, kannst du jetzt auch die Pedale wieder befestigen. Achte darauf, welches das linke und welches das rechte Pedal ist. Wenn du das richtige Pedal hast, kann das Fahrrad die meiste Arbeit selbst erledigen. Zunächst jedoch mit Montagefett schmieren natürlich!

Abschließende Überprüfung

Jetzt darfst du auf dein Fahrrad hüpfen und prüfen, ob alles gut funktioniert. In diesem Fall merkst und hörst du nichts auffälliges. Wenn du eine normale Kurbelgarnitur montiert hast, bist du fertig! Fertig! Die alte Shimano Ultegra Kurbelgarnitur haben wir durch einen neue Ultegra Stages doppelseitigen Powermeter ersetzt. Fährst du schon mit einem einseitigen Powermeter von Stages? Dann musst du nur noch einen rechten Powermeter dazu kaufen.

Einseitige oder beidseitige Leistungsmessung?

Beidseitig messende Powermeter erfassen die Kraft beider Beine, einseitig messende Powermeter erfassen die Kraft eines Beins, meist auf der Nicht-Antriebsseite, also links. Bei einseitigen Systemen wird die gemessene Kraft verdoppelt und darüber die Gesamtleistung angenommen. Da unsere Beine in der Regel nicht gleich stark sind, ist hier ein gewisser Fehler enthalten.

Im Gegensatz zu den meisten einseitigen Kurbel- und Pedal-Powermetern kannst Du bei einem Pedal-Powermeter von Favero wählen, ob Du die rechte oder die linke Seite mit der Messtechnik ausstatten möchtest. Ein beidseitig messender Powermeter liefert genauere Daten, ist aber auch teurer.

Bei beidseitigen Systemen wird noch einmal zwischen der „gemeinsam" beidseitigen und der individuell beidseitigen Messung unterschieden. Werden beide Beine individuell erfasst, benötigt der Powermeter zwei unabhängig voneinander messende Sensoren plus die dazugehörigen Sendeeinheiten. Aktuell können das nur die Pedal-Powermeter, der Shimano-Powermeter mit Dehnmessstreifen in beiden Kurbelarmen und die Rotor-2INPower-Systeme mit Sensoren in der Kurbelachse und im rechten Kurbelarm.

Sie erfassen die gesamte Kurbelumdrehung, also die Druck- und die Zugphase für jedes Bein. Bei einem gemeinsam beidseitig messenden System wird dagegen eine Hälfte einer Kurbelumdrehung dem einen Bein und die andere Hälfte dem anderen Bein zugeordnet und so die Gesamtleistung berechnet. Das ist das Funktionsprinzip der SRAM- und Quarq-Powermeter, deren Messsensoren entweder im Spider oder im Kettenblatt sitzen.

Suchst Du einen Powermeter für eine leistungsbasierte Trainingssteuerung, als Kontrollinstanz zum Pacing oder zum Einstieg in die Powermeter-Welt, ist eine einseitige Messung ausreichend. Beidseitig messende Systeme sind vor allem dann für Dich interessant, wenn Du weißt, dass Du eine nennenswerte Dysbalance zwischen beiden Beinen hast. Zum Beispiel, wenn Du von einer Verletzung zum Training zurückkehrst, durch die ein Bein stärker geschwächt wurde.

Möchtest Du Dich mit dem Bewegungsablauf beim Pedalieren und der Effizienz Deines Tritts genauer auseinandersetzen, ist ein getrennt beidseitig messendes System empfehlenswert.

Shimano Dura Ace FC9100-P Powermeter

Der Platzhirsch aus Japan kommt mit seinem ersten Leistungsmesser. Das klassische Design ist erhalten geblieben. Lies hier mehr! Shimano hat im Zuge der Neuauflage seiner Rennrad-Referenz-Gruppe auch eine Kurbelversion mit Leistungsmessung im Angebot. Während der Industrieführer aus Japan bisher keine Leistungsmesser im Sortiment hatte und das Feld Mitbewerbern und Drittherstellern überließ, ändert sich dies mit der Dura Ace FC9100-P.

Erster Eindruck

Die inneren Werte des Leistungsmessers lassen sich erst bei genauerem Hinsehen erkennen. Äußerlich kommt die Kurbelgarnitur im regulären Gewand der Serienkurbel daher. Auf der Antriebsseite befinden sich ein zusätzlicher Ladeport und eine LED, die an der regulären Kurbel nicht zu finden sind. Ebenso sind auf der Innenseite des linken Kurbelarms die verbauten Dehnmessstreifen zu erkennen. Auch zu erkennen ist ein auf dem Rahmen montierter Mangnet, der als Gegenstück zu den in er Kurbel verbauten Trittfrequenzsensor dient.

Die Abdeckung für den Magneten kommt im schwarzen und auch im weißen Gewand daher, so dass sich diese an jede Rahmenfarbe anpassen lässt. Fährt gerne: Rennrad, Gravel Bikes: OPEN U.P., Vortrieb Modell 1.2 Björn Der Ladeport ist leicht zu erreichen und unauffällig. Auf der Rückseite der Kurbel versteckt sich die Technik. Shimano nutzt bei der Kurbel eine echte links/rechts Messung und hat in beiden Kurbelarmen Dehnmessstreifen verbaut, um eine exakte Messung der jeweiligen Kraft zu ermöglichen. Bei einigen anderen Herstellern lässt sich zwar auch eine Balance messen, jedoch findet hier dann häufig eine Messung im Spider statt und die Balance wird mithilfe der Trittfrequenz extrapoliert. Der Leistungsmesser aus Japan liefert hier jedoch aufgrund seiner Funktionsart in diesem Fall genauere Ergebnisse. Optisch kaum erkennbar ist hier ein vollwertiger Powermeter integriert.

Setup

Um zu exakten Ergebnissen zu kommen sind bei der Verwendung von Leistungsmessern vor allen zwei Dinge zu beachten. Zum einen sollte die aktuellste Firmware verwendet werden. Im Falle des Shimano Powermeters sorgt die E-TUBE Smartphone-APP via Bluetooth dafür, dass das Gerät sich auf dem neusten Stand befindet. In dem Test habe ich die Firmware-Version 4.0.7 verwendet. Zweitens sollte eine Nullpunkt-Kalibrierung bei Powermetern regelmäßig stattfinden. Hierzu stellt man das Rad ausgeklickt vor Fahrtantritt auf einer flachen Fläche ab. Der antriebsseitige Kurbelarm wird vertikal zum Boden hinausgerichtet. In dieser Position wird nun die Kalibrierung durchgeführt. Diese wird ausgelöst via Bluetooth über die App, via ANT+ über das den Radcomputer oder aber direkt am Gerät selber durch Drücken der Taste am Ladeport.

Performance

Die Leistungsdaten sendet die Kurbelgarnitur über den ANT+ Funkstandard. Eine Weitergabe dieser Daten über Bluetooth ist mit der aktuellen Firmware nicht vorgesehen. Der Bluetooth-Standard dient lediglich zur Konfiguration des Geräts über die E-TUBE App. Um also die Daten für die Verwendung mit Zwift, TrainerRoad oder ähnlichen direkt an das Smartphone oder Tablet zu senden ist ein passender USB-ANT+ Dongle notwendig.

Nach ca. 300 Stunden wird das Aufladen nötig - das ist für viele eine ganze Saison! Dura-Ace steht für höchste Ansprüche - technisch als auch optisch. Die Integration des Powermeters in die Topgruppe Dura-Ace war ein logischer Schritt für Shimano. Betrieben wird der Leistungsmesser mit einem fest verbauten Lithium-Ionen-Akku. Dieser lässt sich über das beiliegende magnetisch anschließbare Ladekabel laden. Eine komplette Ladung reicht nach Angaben für 300 Stunden Nutzungszeit. Mit meinen eigenen Fahrten konnte ich diese Dauer nicht erreichen. Seinen Dienst hat mir der Leistungsmesser aber stets zur Verfügung gestellt. Die Daten waren leicht zu verstehen und sehr präzise!

Funktional sind die Dura Ace Komponenten natürlich jeder Kritik erhaben. Schaltvorgänge laufen (hier in der mechanischen Version) so geschmeidig, dass man sich eine Verbesserung bei kommenden Generationen des Klassenprimus kaum vorstellen kann. Die notwendige Steifigkeit, die gerade bei Schaltvorgängen sinnvoll ist, wird durch die zusätzlichen Sensoren nicht beeinträchtigt. Die übersendeten Ergebnisse waren mit der aktuellen Firmware-Version für mich zu jeder Zeit logisch nachvollziehbar. Der Powermeter zeigte die absoluten Leistungsdaten wie die relative Rechts-Links-Verteilung bei Minusgraden, Regen und Sonnenschein stets verlässlich an. Ausfälle oder Verbindungsabbrüche habe ich zu keinem Zeitpunkt während des dreimonatigen Tests erfahren.

Björn ist mehr als zufrieden mit dem Shimano Dura-Ace Powermeter.

SPD Wattmesser Pedale umbauen

Der Umbau ist tatsächlich viel einfacher als man denkt. Mit haushaltsüblichem Werkzeug zu bewältigen und nahezu Risikofrei. Sensoren zur Wattmessung sind denkbar empfindlich. Sie müssen auf extrem feine Materialverformungen reagieren (auch wenn wir viel Kraft und Gewicht auf das Material ausüben, so ist der Sensor selbst extrem empfindlich). Doch diese Modifikation in der Heimwerkstatt ist ungefährlich für den Sensor. Denn die Elektronik sitzt gekapselt und geschützt abseits der Pedalplattform. Da nur die Plattform gewechselt wird ist alles sicher.

Zwar wird in dieser Anleitung das Originalteil des Herstellers (Favero Assioma) nicht modifiziert. Aber eben ein Pedalkörper einer anderen Marke installiert. Somit ist fragwürdig ob die Garantie des Produkts erhalten bleibt. Vermutlich würde die Kulanz des Herstellers das hergeben, aber versprechen kann man das nicht. Insofern: Bitte beachtet, dass ihr alle Modifikationen an euren Produkten unter eigener Verantwortung durchführt.

Die Basis für diesen Hack sind Favero Assioma Pedale. Die einen Leistungsmesser an der Pedalachse haben. Die Achse selbst ist universell und bei anderen Herstellern baugleich im Einsatz. Jedoch sind nicht alle Pedale kompatibel mit diesem Umbau. Favero Assioma Uno - Rechtseitiger Power Meter mit Pedalachse (Update 31-12-2020: Die Assioma Uno (einseitige Messung) ist nur möglich mit dem linken Pedal, nicht mit dem rechten! Siehe Details unten) Shimano Pedale sind beispielsweise nicht kompatibel. Denn diese werden zwar ähnlich auf eine Achse montiert. Jedoch sind unterschiedliche Gewinde am Werk. Auch das Lager ist anders.

Ich hatte tatsächlich zum Testen ein paar Shimano PD ES600 SPD Pedale auseinander genommen. Die Achse ist zwar sehr ähnlich zu den Favero Assioma Pedalen, aber eben nicht gleich. Auch ist das Lager anders aufgebaut. Aktuell bekannt als kompatibel zum Austausch sind Pedale von Xpedo. Diese haben die baugleiche Spindel zur Aufnahme der Pedalplattform. In folgender Anleitung werde ich ein paar „M-Force 3“ von expedo zum Umbau nutzen.(Update 31-12-2020: Besser geeignet sind die M-Force 4 oder 8, welche 3-fach gelagert sind, siehe Kapitel dazu weiter unten) Schwierigkeitsgrad: leichtWerkzeug: Sechskant-Schlüssel-Set, 6mm-Nuss (Kopf) und Drehmomentschlüssel

Zuerst müssen die Pedale von den Kurbelarmen genommen werden. Bei allen Gewinden an den Pedalen gilt: Umgekehrte Drehrichtung beachten. Viele der Gewinde sind Links- oder Rechtsgewinde (je nachdem ob inneres oder äußeres Gewinde und/oder ob linkes oder rechtes Pedal). Geht am besten immer mit viel Gefühl an die Sache! Zur Demontage auch die Tipps in der Anleitung zur Montage der Pedale beachten. An den Pedalen ist die Drehrichtung einfach zu merken: rechtes Pedal mit Rechtsgewinde und linkes Pedal mit Linksgewinde!

Wie folgt könnt ihr die Favero Assioma Pedale umbauen. Übrigens bietet Favero Assioma auch Ersatzteile für die Wattmesser-Pedale. Man kann den Sensor mit Pedalachse einzeln schon für knapp 419,00 Eur (aktueller Preis 2020-09-21) bestellen. Vergesst aber nicht auch ein Ladegerät für die Pedale zu bestellen, da dieses beim Ersatzteil nicht mitgeliefert wird.

Für mein Umbauprojekt verwende ich xpedo Pedale.Statt des rechten „stummen“ Pedals werde ich ein Favero Assioma Uno (rechtsetiger Leistungsmesser) installieren.An den Pedalen muss lediglich eine Staubkappe entfernt werden.Hinter der Kappe liegt die eigentliche Mutter.Mit einer 9mm Nuss wird das interne Gewinde gelöst. Hier muss die Pedalachse gesichert werden (Sechskant).Hier muss das umgekehrte Gewinde beachtet werden (rechtes Pedal hat ein Linksgewinde; aufgeschraubt wird im Uhrzeigersinn).Die Pedalachse und Körper können einfach getrennt werden. Es liegen keine Lager offen! Das ist wichtig, denn bei Shimano-Pedalen würden jetzt Kugellager entgegen kommen.

Die beiden Achsen nebeneinander. Die Favero hat ein ca 2mm längeren Q-Faktor.Etwas von der Schmierung von der alten Achse übernehmen und den neuen Pedalkörper auf die Assioma Achse stecken.Die Montage geht genauso leicht wie die Demontage vorher.Beide Achsen links und rechts nebeneinander.Die rechte Seite wird nun etwas breiter ausfallen (ca 2mm erweiterter Q-Faktor). Das könnte man durch Favero Assioma Duo Pedale verhindern, sind aber deutlich teurer. Insofern werde ich hier für das Experiment mit dieser assymetrischen Lösung leben müssen.

Tipp: Übrigens müsst ihr bei der Montage der Pedale am Kurbelarm vorsichtig sein. Häufig wird angenommen, dass Pedale nicht allzu fest montiert werden müssen. Da aufgrund der umgekehrten Drehrichtung die Pedale sich „selbst festziehen“. Das ist jedoch falsch! Pedale müssen mit sehr hohem Druck befestigt werden - mehr dazu im Artikel zur Montage der Pedale.

3- oder 2-fache Lagerung des Pedalkörpers (Update 31-12-2020)

Über zwei bzw. drei versiegelte Kugellager sind in der Regel Pedalkörper mit den Spindeln verbunden. Diese sind dann die Kontaktpunkte, auf denen die Kraft entsprechend wirkt. Zudem ist die Versiegelung wichtig, damit möglichst wenig Schmutz in die Lager gelangen kann. Gehen wir auf die Punkte im Detail ein. Favero Assioma Pedale sind dreifach gelagert. Sie haben also drei Kontaktpunkte mit der Spindel. Bei der Lagerung gibt es tatsächlich einen wesentlichen unterschied, welcher auch mit der Spindel-Kompatibilität einhergeht.

Expedo M-Froce Pedale gibt es mit den Seriennummern 3, 4 und 8. In meiner Anleitung habe ich die M-Force 3 verwendet. Laut Hersteller finde ich diese etwas verwirrende Angabe: Bearings: 1x sealed industrial bearing, 2x plain bearings per pedal Ergibt dies in Summe 2 oder 3 Lager? Tatsächlich fehlen mir hier offizielle Aussagen des Herstellers, die über diesen Produkttext hinaus gehen würden. Laut xpedo.com werden die M-Force 3 als „1 Sealed Cartridge/1 DU“ beschrieben. Ich gehe also davon aus, dass der Körper nur 2 Lager hat. Die M-Force 3 könnte ich zwar zerlegen um Klarheit zu bekommen, jedoch sind die inneren Lager nicht gedichtet und vermutlich lose. Das ist mir tatsächlich zu aufwändig, da es immer eine risikoreiche Sache ist lose Lager aufzumachen. Die viel Zeit kosten kann. Die Zahl der Kugellager gibt auch die Form der Spindel an. Schließlich müssen diese Kontaktpunkte perfekt zusammenpassen. Doch ist diese in diesem Fall unterschiedlich, weil die M-Force 3 nur 2 Lager haben?

Schauen wir mal im Detail: Die Länge der Spindel an der relevanten Stelle (äußerstes Lager und innerstes Lager) ist nahezu gleich. Man kann beim Vermessen mit einer Schiebelehre zwar einen minimalen Unterschied festestellen, dieser liegt aber weit unter einem halben Millimeter (gemeint ist der Abstand zwischen den Lagern maximal links / rechts). Hier noch Mal genauer mit Markierungen unter der Lupe betrachtet: Im grünen Bereich liegt die Dichtung. Am roten Ende (ganz rechts) liegt der wichtigste Lager auf, der am weitesten außen liegt. Das ist (im Fall der M-Force 3) der gedichtete (hochwertigere) Lager, da hier die meiste Kraft wirkt. Etwa an der roten Linie in der Mitte liegt dann der zweite Lager der M-Force Pedale (ungedichtetes Lager). Bei Favero sind es in dem Bereich zwei weitere gedichtete Lager.

Zwar ist die Zahl der Lager unterschiedlich, jedoch hat dies keine Auswirkung auf die Spindelform und Größe. In dem relevanten Bereich ist diese gleich. So zumindest meine Beobachtung. Kommen wir zur Dichtung. Diese ist an beiden Seiten relevant, aber an der Innenseite noch etwas wichtiger. Denn hier liegt auch ein Teil der Abdeckung des Sensors auf. Die Dichtung ist ein Gummiring und dann eine Kunststoffrolle, die zwischen Spindel und Körper liegt. Jedoch liegt hier keine Kraft auf! Der Anschlag beim Anschrauben der Pedale liegt am Lager (ganz außen), der Pedalkörper berührt den Sensor nicht. Die Dichtung schließt zwar fast bündig am Sensor ab, aber hier wirkt keine relevante Kraft. Da diese über die innen liegenden (zwei) Lager aufgenommen wird. Auch erfüllt die Dichtung weiterhin ihre Funktion, so nach meiner Beobachtung.

Tatsächlich scheint die Kombination nicht an der Zahl der Lager zu scheitern. Die Form ist soweit ausreichend identisch und scheint mit der Spindel im Detail kompatibel. Am wenigsten Sorgen würde ich mich um den Sensor, da dieser wirklich ausreichend Abstand hat und der Pedalkörper diesen nicht tangiert. Zwei kleine Punkte bleiben aber, die minimal Bauchschmerzen bereiten. Einerseits ist nicht klar, wie das Innenleben der M-Force 3 ganz genau ist. Es ist nicht auszuschließen, dass es minimale Unterschiede gibt die langfristig zu einem Problem werden könnten. Zudem hat der Pedalkörper in der von mir gewählten Konstruktion ein minimales Spiel. Das liegt etwa bei einem halben Millimeter, in dem sich der Körper unabhängig von der Spindel bewegen kann. Das ist durchaus bedenklich, ist mir aber beim initialen Aufbau nicht aufgefallen.

Ich bin diese Pedale nun über Brevets und sehr viel Trainingseinheiten etwa 4 Monate und etwas über 1.000km gefahren. Probleme sind noch keine aufgetreten. Zudem sind die Wattwerte soweit stabil. Ich werde sobald möglich noch einen Vergleich mit anderen Wattmessern durchführen, um eventuelle Einflüsse auf die Messgenauigkeit festzustellen. Aber bis dahin werde ich die M-Force 3 Faveros weiter fahren. Wer aber ebenfalls umbauen möchte empfehle ich besser auf die M-Force 4 oder M-Force 8 zu setzen, welche die gleiche Zahl an Lagern wie die Assioma Pedale aufweisen.

Links, Rechts, Uno, Duo (Update - 31-12-2020)

Ein kleiner Fehler hatte sich noch im Originalbeitrag eingeschlichen. Nämlich, dass ich beim ersten Umbau die rechte Pedalspindel verwendet hatte. Das wäre in meinem Fall ideal, denn dann könnte ich die Pedale gegen andere Powermeter-Pedale testen, die ebenfalls Linksseiter sind. Jedoch ist das bei den Favero Assioma Pedalen nicht möglich. Da diese ebenfalls Linksseiter sind. Die Annahme, dass beide (rechtes und linkes Pedal) als „Unos“ funktionieren können, ist falsch. Nur die Linke ist als Master-Unit definiert und schickt die Daten an eine Head-Unit (GPS Computer) weiter. Das rechte Pedal alleine ist „dumb“ - es kann alleine nicht sprechen. Somit muss man bei der Auswahl der Pedale darauf achten, dass man beim Uno-Aufbau auch immer die linke Pedalspindel nimmt. Uno-Rechtsseitig ist nicht drin.

Alternativen zu diesem Hack

Neben den Favero Assioma gibt es noch die Möglichkeit direkt vom Hersteller SPD-Pedale mit Wattmesser zu beziehen. Und zwar von IQ-Square. Jedoch sind diese Pedale zwar seit Jahren angekündigt, mit einer erfolgreichen Kickstarter-Kampagne. Aber bis heute nicht ausgeliefert! Als einer der Backer der Kampagne bin ich noch immer guter Hoffnung, dass das Produkt auch demnächst kommt (erste Tests und Reviews sind bereits veröffentlicht). Aber das wäre die erste echte Alternative für MTB-Pedale zu diesem Hack. Ansonsten bleiben auch noch andere Optionen.

Beispielsweise Watt-Sensoren die an der Kurbel ansetzen. Auch diese sind relativ flexibel, wenn man eine einseitige Lösung akzeptiert (Sensor am linken Kurbelarm). Das Angebot von 4iiii zur „Precision Power Meter“ Kurbel (ab 259Eur). Oder der Stages Kurbelarm (aktueller Preis 2020-09-21) liegt bei 299Eur. Diese Preise kann aktuell keiner unterbieten. Jedoch hat man die meiste Flexibilität mit Sensoren am Pedal. Bleibt übrig zu sagen: jedes System hat seine Vor- und Nachteile!

Auf die Stärken und Schwächen einseitiger Messungen werde ich Mal in einem zukünftigen Beitrag eingehen.

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