Shimano MTB Radschuhe im Test: Gravity Flat GF6

Im August stellte Shimano ihre neue Gravity-Schuheserie für Klick- und Flatpedale vor. Herausragendes Merkmal ist die neue ULTREAD Außensohle, die ultimativen Grip bei maximaler Kontrolle in technischem Gelände verspricht. Wir haben den brandneuen Gravity Flat in der Ausführung GF6 für euch getestet.

Eure Hände, Po und Füße sind direkt mit dem Bike verbunden und daher extrem wichtig für Fahrperformance und Fahrgefühl. Barfuß kann man ja wohl kaum fahren, schon gar nicht auf Flatpedals mit scharfen Pins. Da kommen dann MTB-Schuhe mit speziellen Sohlen ins Spiel, die nicht nur eine perfekte Verbindung mit den Pins eingehen, sondern auch steif genug für eine gute Kraftübertragung sind. Nicht zuletzt wären wir auch glücklich über selbstreinigende und sehr haltbare Sohlen!

Voilà. Shimano, weltweit führender Hersteller von Fahrradkomponenten, blickt auf eine mehr als 100-jährige Firmengeschichte zurück und stellt seit über 30 Jahren auch Bikeschuhe her. Das Shimano-Team will an diesem Punkt mit der neuen Sohle ULTREAD ansetzen, die mit einer speziellen Gummimischung bei der neuen MTB-Schuhserie zum Einsatz kommt. Die ULTREAD Sohle will durch ein neues Profildesign mit Sechseckstruktur eine superstabile Verbindung mit den Pins am Flatpedal erzeugen.

Die neue Gravity-Schuhserie von Shimano

Die neue Gravity-Schuhserie von Shimano umfasst je drei Modelle für Klickpedal-Fahrer und für Liebhaber von Flatpedals. Für unseren fast dreimonatigen Test haben wir den hochwertigsten Flatpedal-Schuh der neuen Serie, den GF6, ausgewählt - für 159,95 € gehört er euch. Der GF6 ist in schlichtem Black oder elegantem Brown zu haben. Die Schuhspitzen sind leicht verstärkt und mit einer Gummierung versehen. Das Obermaterial besteht aus Kunstleder, ist zur Belüftung teilweise perforiert und zum Schutz der Knöchel im Innenbereich etwas hochgezogen.

Die Schuhe von Shimano fallen tendenziell etwas kleiner aus. Der GF6 umschließt fest den Fuß, ohne irgendwo zu drücken. Im Zehenbereich hat man viel Platz und somit ist der Schuh auch für breitere Füße gut geeignet. Das Wichtigste für einen MTB-Schuh ist jedoch sein Verhalten bei “artgerechtem” Gebrauch.

Der Shimano GF6 im Praxistest

Hier weiss der GF6 zu überzeugen: Die Pins der Flatpedale verbinden sich sehr gut mit der Sohle und lassen sich im Bedarfsfall auch schnell wieder lösen, um eine andere Fußposition auf dem Pedal einzunehmen. Bei der Sohlenhärte schlägt die Balance zwischen Steifigkeit für die Flatpedale und Flexibilität (zum Gehen) ganz klar in Richtung Steifigkeit aus, also zugunsten der Fahrperformance.

Der Shimano GF6 bietet kein Bling-Bling, dafür ist er äußerst solide, funktional, gut aussehend und eigentlich auch schick. Sehr angenehm ist der Tragekomfort. Die neue ULTREAD Außensohle überzeugt durch eine feste Verbindung mit den Pins der Flatpedale.

Vergleich zu Race-Schuhen

Im Gegensatz zu Klickpedal-Schuhen sind Modelle für Flatpedals nicht fest mit dem Pedal verbunden. Schuhe für Klicksysteme werden hingegen über sogenannte Cleats mit dem Pedal verbunden. Je nach Ausführung sind die Schuhe auf klassische Allmountain-Touren oder den Einsatz im Dirt- oder Bikepark zugeschnitten.

Weitere Flatpedal-Schuhe im Überblick

Der Vaude AM Moab Tech hat es bei unserem Test zum Testsieger geschafft. Das synthetische Obermaterial besitzt im Zehenbereich sowie an den Seiten große Mesh-Einsätze, wodurch der Schuh eine spürbar gute Belüftung besitzt. So ist der Schuh auch an heißen Tagen gut zu tragen, bei Regen oder Kälte wird es aber dadurch schnell nass und kalt im Schuh. Der Moab Tech ist somit ein MTB-Schuh für die warme Jahreszeit.

Ein erstes Highlight des Schuhs ist das Boa-L6-Verschlusssystem. Durch Ziehen des Verstellrades lässt sich der Schuh weit öffnen, um den Schuh bequem an- und ausziehen zu können. Durch Drehen am Rad werden die Schnüre gespannt, wodurch sich der Schuh optimal an den Fuß anpassen kann, und das vor allem schnell. Möchte man kurz vor der Abfahrt noch schnell den Schuh fester zuziehen, ist das sehr angenehm.

Die Zwischensohle des Schuhs ist bis zum Mittelfußbereich sehr stabil, was eine optimale Kraftübertragung auf das Flatpedal gewährleistet. Das zweite Highlight des Vaude AM Moab Tech ist die Außensohle. Im Groben besteht die Sohle aus zwei Bereichen. Im Fersen- sowie im Zehenbereich ist die Sohle stärker profiliert, was bei steileren An- und Abstiegen sowie bei Schiebepassagen für ordentlich Grip und somit Vortrieb im Gelände sorgt. Dazu trägt auch die »SUPtraction Flat« genannte Gummimischung bei, die weder zu weich, noch zur hart ist. Im Mittelfußbereich ist die Sohle kaum profiliert.

Dadurch und dank der Gummimischung setzten sich die Pins der Plattformpedale richtig in der Sohle fest. Somit ist der Grip auf den Pedalen stets gewährleistet, und hier hat uns der Schuh echt überrascht: Sowohl während einer klassischen Allmountain-Tour als auch im Bikepark auf einer schnellen und anspruchsvollen Abfahrt hatten wir stets das Gefühl, dass der Schuh auf der Pedale klebt, was ein sehr sicheres Fahrgefühl vermittelt. Sieht man genau hin, erkennt man, dass das leichte Hexagon-Profil in der Mitte sogar noch ein nach hinten geschupptes Design haben, was beim Schieben und Laufen für zusätzliche Traktion sorgt.

Ungewöhnlich auf den ersten Blick, aber sehr sinnvoll auf den Zweiten ist das asymmetrische Design des Schuhs. So ist auf der Innenseite der Schuh im Knöchelbereich höher geschnitten als am Außenknöchel. Letztlich ist der Vaude AM Moab Tech verdient unser Testsieger. Der Grip auf dem Pedal ist überragend, und das Boa-System sorgt für eine optimale Anpassung an den Fuß. Der Schuh ist komfortabel, vermittelt auf dem Trail ein Gefühl von Sicherheit und schützt zudem den Knöchel.

Der Vaude AM Moab Mid STX bietet einen hervorragenden Grip auf der Pedale. Der Vaude AM Moab Mid STX ist unsere Empfehlung, wenn Sie auf der Suche nach einem Schuh für das ganze Jahr und für jede Wetterlage sind. Dank der Sympatex-Membran ist der Schuh wasser- und winddicht und der hohe Schnitt bietet zusätzlichen Schutz vor dem Wetter.

Das Obermaterial des Schuhs besteht aus einem geölten und hydrophoben Nubuk-Leder aus zertifizierter Herstellung. Das bietet nicht nur eine tolle Optik, sondern auch einen Schutz vor Nässe, Schmutz und vor Beschädigung. Zusätzlich kommt bei dem Moab Mid STX eine zu 100 Prozent recycelte Sympatex-Membran zum Einsatz, wodurch der Schuh wasser- und winddicht ist.

Der Schuh ist ein klassischer Schnürer mit einem zusätzlichen Klettverschluss, der für zusätzlichen Halt im Schuh sorgt. Ein Haken ist, dass sich der Schuh aufgrund des hohen Designs etwas schwer an- und ausziehen lässt und etwas mehr Zeit beansprucht, vor allem mit dickeren Socken. Hier müssen die Schnürsenkel zunächst komplett gelockert werden, da sonst ein Hineinschlüpfen fast unmöglich ist. Dadurch dauert das Schnüren auch etwas länger, am Ende sitzt der Schuh aber sehr gut. Der Vaude AM Moab Mid STX bietet alles, was man sich von einem Schuh für schlechteres Wetter wünscht.

Er hält den Fuß bei Nässe sowohl auf dem Pedal als auch beim Laufen während kleineren Bike-and-Hike-Touren stets warm und trocken, an heißen Tagen wird es aber schnell mal warm im Schuh. Die Sohle ist eine Wucht und bietet stets Grip, egal unter welchen Umständen.

Der Shimano ET5 ist ein klassischer MTB-Schuh für Mountainbike-Touren, der gerade beim Pedalieren eine gute Figur macht, mit dem aber dennoch ein paar Meter zu Fuß zurückgelegt werden können. Der ET5 ist ein klassischer Schnürer, besitzt aber ein etwas ausgeklügelteres Schnürsystem, wodurch sich der Schuh gut an- und ausziehen lässt. Das synthetische Obermaterial besitzt im Zehenbereich und an den Seiten kleine Mesh-Einsätze, wodurch der Schuh gut belüftet ist und sich gerade an heißen Tagen sehr komfortabel trägt. Sollte es aber einmal nass werden, wird der Fuß schnell feucht.

Die Außensohle ist grob in zwei Bereiche eingeteilt. Im Mittelfußbereich ist das Profil etwas feiner, was einen besseren Halt auf den Plattformpedalen verspricht. Im Zehen- und Fersenbereich ist das Profil deutlich gröber, wodurch der Schuh auch im steilen Gelände, sollten mal ein Stück gegangen werden, für ordentlich Vortrieb sorgen soll. Tatsächlich ist gerade beim Gehen der Grip sehr gut, allerdings ist der ET5 durch das recht grobe Profil im Mittelfußbereich etwas schwammig auf dem Pedal. Das ist jedoch erst bei sehr anspruchsvollen Abfahrten bemerkbar.

Die Zwischensohle ist sehr steif, was beim Pedalieren sehr hilfreich ist, um die Kraft optimal auf das Pedal zu übertragen. Die Verarbeitung ist Shimano-typisch sehr gut und so gibt es von uns keine Beanstandungen. Letztlich ist der Shimano ET5 ein guter Allrounder und für ausgedehnte Allmountain-Touren im Sommer geeignet, aber weniger für den Parkeinsatz. Er sitzt sehr bequem am Fuß und die steife Zwischensohle überträgt die Kraft optimal auf das Flatpedal. Kurze Gehpassagen oder schnelle Bike-and-Hike-Touren mit geringerem Geh-Anteil nach dem Feierabend sind ebenfalls möglich.

Der Specialized 2FO Roost Flat Syn ist ein klassischer Flatpedal-Schuh im Sneaker-Design und überrascht mit erstaunlich viel Grip auf dem Pedal. Das synthetische Obermaterial erinnert ein bisschen an Leder und macht einen robusten Eindruck. An den Seiten verfügt der Schuh über zahlreiche kleine Belüftungslöcher, sowie einige wenige direkt unterhalb der Schnürung. Das sieht zwar nicht nach viel aus, dennoch ist die Belüftung des Schuhs durchaus gut, und auch an warmen Tag auf dem Bike bildet sich kein Hitzestau im Schuh.

Die klassische Schnürung ist sehr gut. Die breiten Schnürsenkel laufen gut durch die Ösen, wodurch sich der Schuh bequem an- und ausziehen lässt. Auch sitzt der Schuh gut am Fuß und passt sich beim Schnüren gut an. Im Knöchelbereich verfügt der 2FO Roost Flat Syn über eine verstärkte Polsterung, was dem Fuß im Schuh Stabilität verleiht und die Knöchel auf dem Bike schützt.

Das Herzstück des 2FO Roost Flat Syn ist jedoch die Sohle. Die Zwischensohle ist eher steif, bietet aber noch etwas Komfort, sollte während einer ausgedehnten Enduro-Tour doch mal das Bike geschultert oder geschoben werden. Die steife Sohle hat den Vorteil, dass beim Pedalieren die Kraft optimal an das Pedal weitergegeben wird und man dadurch während der Fahrt stets gute Rückmeldung vom Pedal oder dem Bike selbst hat.

Als Laufsohle kommt die sogenannte SlipNot-Sohle zum Einsatz. Die leicht profilierte Sohle ist überwiegend flach und nur minimal im Vorderfußbereich nach oben gebogen, wodurch sich der Schuh auf kurzen Gehpassagen etwas bequemer läuft. Die Gummimischung ist eher weich und erinnert an Autoreifen für die Rennstrecke. Einmal auf dem Pedal, bohren sich die Pedalpins quasi in die Sohle hinein, ohne dabei Löcher oder irgendwelche Beschädigungen in der Sohle zu hinterlassen. Tatsächlich ist der Specialized 2FO Roost Flat Syn bis dato der Schuh mit dem besten Grip im Test.

Selbst bei Nässe kann man sich auf den Grip verlassen. Möchte man unterwegs die Position des Fußes auf dem Pedal verändern, muss dieser tatsächlich leicht angehoben werden. Am Ende bekommt man mit dem Specialized 2FO Roost Flat Syn einen klassischen Flatpedal-Mountainbike-Schuh, der den bis hierhin besten Grip auf dem Pedal aufbaut. Somit ist der Mountainbike-Schuh ein idealer Begleiter auf Enduro-Touren oder auf schnellen und anspruchsvollen Trails mit dem Big-Bike im Bikepark.

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