Shimano Rennrad Trikot Test: Ein umfassender Überblick

Shimano S-Phyre: Höchste Ansprüche für performance-orientierte RennfahrerShimano hat seine Rennradbekleidungslinien S-Phyre, Evolve und Sumire überarbeitet und will mit der Linie S-Phyre performance-orientierte Rennfahrer ansprechen. Entwicklungsziele sind bestmögliche Performance und Aerodynamik. Neue Materialien wie das Taiana Drag-Zero-Gewebe mit Golfball-Profil in der Front, auf den Oberarmen und den Schultern sollen den Luftwiderstand reduzieren. Der sehr enge Schnitt soll verhindern, dass Faltenwurf entsteht oder Material im Wind flattert. Dank weichen, dehnfähigen Materials soll der Tragekomfort aber hoch sein. Das Taiana Drag-Zero-Gewebe ist so konstruiert, dass Wind möglichst wenig eindringt, sondern oben und unten am Körper vorbeigeführt wird. Ein leichter Kompressionseffekt soll die Muskulatur unterstützen. Weitere Features sind ein umgedrehter Reißverschluss, Klebenähte, verlängerte Ärmel, Silikonbündchen und elastischen Rückentaschen. Das neue S-Phyre-Trikot ist in einem schwarzen Stealth-Look erhältlich, wahlweise mit neongrünen oder dunkelblauen Elementen am Rücken.

S-Phyre Bibshort

Die neue S-Phyre Bibshort soll laut Shimano besonders leicht sein und Wasser gut abweisen. In Windkanaltests soll sie besonders ab 36 km/h einen Vorteil bieten. Das Polster besteht aus vier Schichten, Shimano verspricht hier hohen Komfort, Haltbarkeit, angenehmes Klimamanagement, Belüftung und schnelles Abtrocknen. S-Phyre Trikot und Hose sollen 189,95 bzw. 229,95 Euro kosten.

Evolve: Komfort für Jedermänner und Hobbysportler

Die Evolve-Linie spricht ambitionierte Jedermänner und Hobbysportler an und punktet laut Shimano mit großem Komfort auch bei langen Ausfahrten. Entspannte Schnitte, Atmungsaktivität, praktische Staumöglichkeiten und reflektierende Elemente charakterisieren die Evolve-Teile. In den weichen Sensitive Plus-Stoff wurden laut Shimano per Laser Löcher geschnitten, die an Front und Rücken sowie unter den Armen für Belüftung sorgen sollen. Das Trikot bietet UV-Schutz 50, kommt mit langem Frontreißverschluss und verfügt über Rückentaschen mit einzelnen Fächern für Wertsachen, Verpflegung und Werkzeug sowie einer wasserdichten Rückentasche.

Die Evolve-Linie kommt in den vier Farben türkis, dunkelblau, burgunderrot und anthrazit. Die Preise bleiben unverändert: Trikot und Hose kosten 149,95 bzw. 169,95 Euro.

Sumire: Damenspezifische Rennradbekleidung

Die Damen-Rennradbekleidungslinie Sumire kommt ebenfalls mit vier neuen Farben für 2020. Die Schnitte sind damenspezifisch und sollen inebesondere im Schulter-Brustbereich für höheren Tragekomfort sorgen als Unisex-Trikots. Die Materialien sind laut Shimano ebenso leicht wie angenehm zu tragen, mit Stoppern an den Bündchen. Die Reißverschlüsse sind versteckt, reflektierende Elemente erhöhen die Sichtbarkeit im Straßenverkehr, am Rücken bieten drei Taschen Platz für Schlüssel, Handy und Co.

Test: Shimano W’s Eleganza Bib Shorts

Schön zu sehen, dass Shimano seine W’s Eleganza Bib Shorts in Italien schneidern lässt. Die Italiener blicken auf eine lange Tradition in der Sportbekleidungs-Industrie zurück. Da verwundert es kaum, dass die Eleganza wirklich astrein verarbeitet ist. Auch das Stoffgefühl selbst ist sehr angenehm. Das sehr leichte und weiche Material liegt angenehm auf der Haut. Dass die Italiener ihr Handwerk verstehen, merkt man auch am Schnitt.

Material und Verarbeitung

Die Hosenbeine werden mit nur einer einzigen Naht zusammengehalten, die zudem schön flach ausgeführt ist. Druckstellen? Gibt es hier keine, lediglich wirklich sensible Sportlerinnen könnten die Nähte als etwas kratzig empfinden. Auch die nahtlosen Beinabschlüsse mit ihrem schmalen Silikonstreifen liegen angenehm auf der Haut und halten gut die Position beim Treten.

Trägerdesign

Bei den Trägern setzt Shimano ebenfalls auf dünnes, eher straffes Gewebe. Das zeigt sich schon beim Anziehen etwas störrisch und rollt sich stark ein. Auch während der Fahrt legen sich die Träger in Falten und liegen nicht ganz so angenehm auf den Schultern. Das wurde bei der Herrenhose Distanza etwas besser gelöst.

Drop-Tail-Funktion

Von der Idee her gut: Shimano spendiert seiner Langstreckenhose eine sogenannte Drop-Tail-Funktion für die Toilettenpause. Wenn die Blase drückt, schlägt man sich ins Gebüsch, zieht die Hose hinten über den Po und spart sich das umständliche Trikot-Ausziehen - so der Gedanke. Wegen der straffen Träger lässt sich die Shimano W’s Eleganza Bib Shorts aber auch mit Schmackes nicht so recht nach unten ziehen und so bleibt einem nichts anderes übrig als sich doch wieder obenrum zu entkleiden - schade.

Sitzpolster

Das Sitzpolster kann dem Long-Distanz-Aspekt nicht ganz gerecht werden. Es ist zwar gut platziert und durchgehend mitteldick gepolstert, wodurch die Sitzknochen stets sauber aufliegen. Insgesamt bietet das Polster aber nur wenig Support und fällt recht weich aus. Auf langen Strecken drücken die Sitzknochen das Sitzpolster damit schneller durch. Ein etwas strafferer Schaum wäre hier die bessere Wahl gewesen.

Details und Bewertung

Aufwändig konstruierte Bib Shorts mit sehr wenigen, sauber geführten Nähten, die bei sensiblen Fahrerinnen aber leicht kratzig sein können. Das Material ist angenehm weich und dünn, aber dennoch ausreichend straff. Die nahtloses Bündchen an den Beinen bleiben sauber in Position. Weniger gelungen sind die stark einrollenden und zu dünnen Träger. Etwas schmales, weiches Polster.

Laura und Meike haben beide ein Set aus Radtrikot und Radhose sowie einer Windjacke zum Testen erhalten. Derzeit gibt es drei unterschiedliche Designs für Damen. Laura und Meike bekamen jeweils ein Set mit frischen hellblau und pink Tönen in Größe M sowie eine Windjacke in Pink in Grösse L für Meik bzw. Das Design ist perfekt für eine schöne Sommerausfahrt. Der frische Look macht Spaß. Die Damen Radkollektion von Shimano ist sehr hochwertig verarbeitet. Beim Trikot kommt hauptsächlich Polyester mit Elastan zum Einsatz. Das Material riecht „vollgeschwitzt“ nicht unangenehm und kann mit 30 Grad in der Waschmaschine gewaschen werden. Die Radhose ist eher etwas kürzer geschnitten. Bei Größe M ist die Beininnenlänge 20 Zentimeter. Sie hat am Bauch einen sehr angenehm zu tragenden breiten Bund, der nicht drückt. Auch die Beinabschlüsse sind schön breit, sodass sie nicht einschneiden. Bei eher dünnen Beinen kann das Hosenbein etwas rutschen, da nur wenige Gumminoppen im Abschluss verarbeitet sind, was aber nicht wirklich störend ist.

Das Radtrikot besitzt einen wirklich sehr schönen figurbetonten Schnitt und ist nicht zu kurz geschnitten, was bei diversen Damenkollektionen häufiger der Fall ist. Das Material ist super angenehm, atmungsaktiv und elastisch. Die Bündchen an den Armen sind breit und nicht zu eng oder zu weit geschnitten. Der Reißverschluss auf der Vorderseite ist so verarbeitet, dass er nicht kratzt oder scheuert. Besonders gut fanden wir die drei Rückentaschen, die viel Platz für Armlinge, Jacke, Handy, Schlüssel, Geld, etc. bieten. Pluspunkt für uns war, dass die mittlere Tasche eine wasserfestes Innentäschchen hat, dass den Inhalt vor Regen und Schweiß schützt.

Die Jacke hat einen sehr guten Schnitt - nicht zu weit, nicht zu eng und auch nicht zu kurz. Besonders die Arme haben eine sehr gute Länge und Bündchen als Abschluss, sodass die Ärmel nicht gefühlt in Richtung Ellbogen rutschen, wenn man auf dem Rad sitzt. Praktisch ist auch die Tasche mit Reißverschluss auf dem Rücken, der übrigens auch mit einem Reflektorstreifen eingefasst ist. Besonders ins Auge fällt der luftige und elastische Streifenstoff an den Seiten, der der Jacke noch ein bisschen mehr Pepp verleiht und sie noch atmungsaktiver macht.

Alle getesteten Teile sitzen sehr gut und sind bequem. Sie sind atmungsaktiv und trocknen schnell und haben alle Gimmicks wie Taschen und Reflektoren, die Frau auf dem Rad braucht.

Daumen hoch für die neue Damen Radkollektion von Shimano. Wir mögen den Look und die Schnitte unseres neuen Radoutfits. Das Preis-Leistungs-Verhältnis passt für uns auch.

Test: 12 Lange Rennrad-Trikots

Noch ein Langarmtrikot oder doch schon eine Jacke? Die Übergänge sind fließend - genau wie die Wetterbedingungen im Frühjahr oder Herbst, die Ansprüche der Rennradfahrer und, nicht zuletzt, die Namensgebung vieler Bekleidungshersteller. Entsprechend schwierig ist die Definition, was eine richtig gute Übergangsjacke leisten muss: Neben langen Ärmeln soll sie vor allem guten Schutz vor Fahrtwind bieten, gleichzeitig aber wärmer sein als eine reine Windweste, aber keineswegs so dick und wärmend wie eine Winterjacke. Eben das perfekte Oberteil für die ersten längeren Ausfahrten im Frühling.

Preisspanne und Einsatzbereich

Mit diesen Vorgaben hat RoadBIKE 12 Hersteller kontaktiert und um passende Testprodukte gebeten. Das erste Ergebnis: Die Preisspanne der eingereichten Produkte ist groß. Sie reicht von der mit 118 Euro eher günstigen Clima Protection 2.0 3Season von Alé bis zur Cosmic Pro Wind Jacke von Mavic, die mit 220 Euro fast doppelt so viel kostet. Eine Menge Geld zwar, doch erweisen sich einige Modelle im Testfeld als erstaunlich vielseitig, was die Investition durchaus rechtfertigen kann.

Vor dem Kauf sollten Sie sich jedoch unbedingt überlegen, für welchen Einsatzzweck Sie die Übergangsjacke benötigen: Wer bereits eine ausreichend warme Winterjacke besitzt, sollte sich eher bei den etwas dünneren Modellen umsehen - diese sind in der Übersichtstabelle mit 1 bis 3 Eiskristallen gekennzeichnet. Sie sind eher für Tage ab etwa 10 °C geeignet und bieten wegen des dünneren, oft luftigeren Materials zudem meist eine etwas bessere Atmungsaktivität. Die wärmeren Modelle mit 4 bis 5 Eiskristallen schützen hingegen deutlich besser vor Kälte und können mit einem warmen Unterhemd und/oder einer Zwischenschicht durchaus an kälteren, nicht zu eisigen Tagen mit Temperaturen um 0 °C eine Winterjacke ersetzen.

Vergleich verschiedener Modelle

Im Testfeld erwies sich das Langarmtrikot Windbreaker von Shimano als die wärmste Übergangsjacke mit nahezu komplettem Windschutz, lediglich ein etwas luftigerer Streifen am Rücken hilft bei der Feuchtigkeitsregulierung. Zudem ist der Schnitt eher leger, sodass problemlos noch zusätzliche Lagen drunter passen. Wegen des leichten, angenehm elastischen Materials schmiegt sie sich gleichzeitig aber auch extrem gut an und setzt bei der Passform die Maßstäbe, knapp gefolgt vom Alpha Wind Jersey von Castelli, dem die Tester ebenfalls sehr gute Trageeigenschaften attestierten.

Kritikpunkte

Kritik äußerten die Tester hingegen am Brevet Insulated Jacket von Rapha: Die aus sehr atmungsaktivem und gleichzeitig warmem Polartec-Alpha-Material bestehende Jacke trägt sich zwar gut, ist aber am Rücken zu kurz geschnitten, das dünne Bündchen konnte zudem ein Hochrutschen nicht verhindern. Beim Windschutz überzeugte die Cosmic Pro Wind Jacke von Mavic die Testfahrer und sicherte sich die Bestnote in dieser Disziplin, knapp vor dem Langarmtrikot Windbreaker von Shimano und dem Castelli Alpha Wind Jersey.

Testfazit

Das beste Gesamtpaket in diesem Test kommt von Castelli: Das Alpha Wind Jersey FZ sitzt hervorragend, bietet sehr guten Wind- und Nässeschutz, ohne schwitzig zu werden und ist weder zu warm noch zu kalt - genau so muss eine Übergangsjacke sein. Klarer Testsieg! Knapp dahinter rangieren die etwas wärmere Cosmic Pro Wind Jacke von Mavic und die milleintermediaJacket_evo7 von Assos als eher leichte Übergangsjacke.

Shimano S-Phyre im Detail

„Shimano S-Phyre“ - bereits der Name klingt vielversprechend. Shimano verspricht eine Bekleidungsserie, die den allerhöchsten Ansprüchen gerecht werden soll. Für Sportler, die sich auf ihre Leistung konzentrieren wollen - ohne Kompromisse. Als ich mein neues Trikot und die zugehörige Bib-Shorts aus der edlen Verpackung nehme, bin ich richtig neugierig! Bereits der erste Eindruck, der uns bei unserer Shimano S-PHYRE Schulung im Ladengeschäft vermittelt wurde, ließ meine Erwartungen nicht gerade kleiner werden. Der Stoff fühlt sich schon beim ersten Anfassen wahnsinnig angenehm an und der Shimano Fachmann trumpfte mit jeder Menge technischer Argumente auf. S-Phyre soll die Kraftübertragung maximieren und den Energieverlust minimieren. Kein einziges Watt soll dem Fahrer durch Luftwiderstand oder Reibung verloren gehen, Aerodynamik auf ein neues Level gehoben.

Material und Verarbeitung

Shimano hat für die Bekleidungsserie einen eigenen komplett neuen Stoff entwickelt. Der Stoff der S-Phyre-Serie ist besonders fein und eng gewebt und bleibt trotz seiner speziell entwickelten Faserstruktur dennoch elastisch. Das S-Phyre Trikot besteht aus 75% Polyester und 25% Elastan, was jetzt nicht ungewöhnlich klingt, aber auf diese besonders feine Webstruktur kommt es eben an. Und hierfür hat Shimano einiges an Technik investiert.

Zielsetzung

Möglichst geringer Luftwiderstand, keine Reibung, kein Überhitzen, eine Bekleidungs-Linie der Extraklasse, das war Shimanos Intention für die S-Phyre Serie. Dein Körper soll sich nicht mit dem Temperaturausgleich beschäftigen und hierfür überflüssige Kraft verschwenden, du sollst deine Kraft zum Pedalieren nutzen. Shimano hat hier wahre Wunder vollbracht und die Zahlen aus den Tests bestätigen es.

Erster Eindruck und Passform

Beim Auspacken des Trikot ist mir direkt der „besondere“ Stoff aufgefallen, ich kann ihn gar nicht anders betiteln, einfach „besonders“. Ein solches Trikot hatte ich bisher noch nicht in der Hand. Der Stoff fühlt sich sehr glatt und sehr geschmeidig an. Bei den Bibshorts fällt auf, dass der Stoff etwas dicker gefertigt ist und je nach Beinpartie eine andere Struktur aufweist. Das macht Sinn, denn gerade im Innenbeinbereich, muss die Hose einiges mehr an Reibung aushalten. An den Außenschenkeln hingegen kommt luftigeres Material zum Einsatz. Erstmal reinschlüpfen in das Trikot. Es sitzt wie angegossen! Es schmiegt sich an den Körper an und wirft nahezu keine Falten und bietet dem Wind somit keine Chance. Genau das erwartet man von einem gut-sitzenden Trikot, wenn man gerne schnell und windschnittig unterwegs ist, im Wind flatternder Stoff ist unerwünscht. Keine störenden Nähte. Shimano hat, wo es nur geht, auf überflüssige Nähte verzichtet. Mir fällt auf, dass die üblichen Nähte auf den Schultern bei diesem Trikot nicht vorhanden sind. Vorderseite und Rückseite sind also aus einem Stück gefertigt. Wow, das hatte ich bisher bei noch keinem Trikot. Hier ging es Shimano nicht darum beim Stoff zu sparen, sondern darum ein möglichst komfortables und top-funktionales Trikot zu entwickeln. Mein erster Eindruck sagt mir, dass ist Shimano definitiv gelungen. Ich bin gespannt, ob sich dieser Eindruck beim Fahren später auch bestätigt.

Funktionalität und Details

Ein Trikot für Rennradfahrer muss auch immer etwas Platz für kleinere Utensilien bieten. Natürlich wurde auch an Trikottaschen gedacht. Eine professionelle Wettkampf-Hose sagt Shimano über die Bibshorts. Die Hose hat eine sehr gute Passform. Sie bietet breite Träger und gummierte Beinabschlüsse, die gegen Verrutschen helfen. Auch ein neues Sitzpolster hat Shimano für die S-Phyre Serie entwickelt. Eine schwierige Aufgabe, denn wenn es um Sitzpolster geht, hat so ziemlich jeder Radfahrer andere Vorlieben und Vorstellungen vom optimalen Polster. Hier hat Shimano den Spieß umgedreht, nicht vom Sattel aus das Polster optimieren, sondern von den Sitzknochen ausgehend optimalen Komfort zu bieten. Das Polster besteht aus 3 Schaumstofflagen mit unterschiedlichen Dichten, zum Rand hin verläuft das Polster abgeschrägt. Das Sitzpolster ist nur ringsherum am Polster-Rand in die Bib eingenäht. Wenn die Hose in Bewegung ist, bleibt es aber genau dort, wo es hingehört. Mit ein Grund dafür ist, dass es im hinteren Bereich zweigeteilt ist.

Weitere S-Phyre Produkte

Die S-Phyre Serie umfasst neben Trikot und Bib-Shorts auch einen Race-Einteiler (wie oben im Text schon erwähnt). Ebenso gehören Kurzfinger-Handschuhe sowie passende Socken zur Serie. Handschuhe und Socken durfte ich ebenfalls ausprobieren. Bis ins kleinste Details hat man hier die komplette Serie aufeinander abgestimmt. Die Handschuhe sitzen wie eine zweite Haut mit tollem Gripp. Ihre vorgegebene Form kommt der Anatomie der Hand entgegen. Die Materialverarbeitung sorgt für faltenfreien Griff! Die Socken sind punktuell auf die S-Phyre Schuhe abgestimmt, das sorgt an den typischen Reibungspunkten für optimalen Sitz (Shimano nennt es strategisches Strukturdesign). Sitzt perfekt, rutscht nicht und schmiegt sich am Körper an. Tatsächlich gibt es keinerlei störende oder unbequeme Nähte, die mich von meiner Fahrt ablenken. Der Feuchtigkeitstransport ist spitze, ich fühle mich richtig wohl in dem Material und gut klimatisiert.

Shimano ist wirklich eine Top-Bekleidungs-Kollektion mit innovativen Detail gelungen. Natürlich hat das Ganze auch seinen Preis. Wer aber nach dem Besten vom Besten sucht und keine Kompromisse eingehen will, wird hier genau das Richtige finden. Material in Premiumqualität, mit High-End-Funktion in jedem Zentimeter Stoff. S-PHYRE Bekleidung wird es sowohl in den hier vorgestellten dünnen Sommer-Varianten, als auch in einer Winterkollektion geben. Erhältlich sind die S-Phyre-Artikel in den Farben Schwarz und Neon-Gelb.

Shimano Winterbekleidung im Test

Draußen ist es richtig kalt: Perfekte Bedingungen, um ein geschlossenes Winteroutfit zu testen! Gute Bekleidung sollte jetzt umfangreichen Schutz vor den Elementen bieten und ausreichend atmungsaktiv sein, damit die Nässe von innen bei Belastung nicht zum Problem wird. Shimano hat dafür jedenfalls einen Plan - das lassen die zahlreichen Schildchen erahnen, die an den Sachen hängen. Vor allem beim aktuellen Wintertrikot kommen neueste Materialtechnologien zum Einsatz. Die Auffälligste darunter ist sicherlich das weiterentwickelte Metallic Thermal Tech: Der Hersteller gibt an, dass das Gewebe die vom Körper abgegebene Infrarotstrahlung reflektiere, um so die zwischen Haut und Kleidung befindliche Luftschicht effektiv zu wärmen. Es sieht jedenfalls auch sehr funktionell aus! Zudem wurde die wasserabweisende Beschichtung nach eigenen Angaben verbessert. Diese Technologien sind Part von SHIMANO 37 °C und sollen also der Thermoregulierung dienen.

Passform und Komfort

Was die Größe angeht, habe ich mich exakt an die Größentabelle gehalten. Bei einer Größe von 1,79 m und 75 kg (also eigentlich 70 kg + 5 kg Winterspeck :-)) ordnet sie mich für Hose und Trikot bei Größe L ein. Und das passt wirklich gut! Die Passform ist gut abgestimmt für ein warmes Wintertrikot: nicht zu eng, nicht zu weit. Radbekleidung für den Winter sollte nicht ganz so eng sein wie das Sommertrikot. Durch den breiten Hüftbund sitzt Shimanos Winter Thermal Langarmtrikot fest und rutscht nicht, der Kragen schließt gut, so dass keine Luft eindringen kann, aber auch nicht zu eng, so dass es unangenehm wäre. Die Arme haben die richtige Länge, sie rutschen auf dem Rad nicht - auch in tief gebückter Haltung mit Griff am Unterlenker - hoch, was eine unangenehme Wärmebrücke bilden würde.

Details und Funktionalität

Die Rückentaschen sind gut erreichbar und bieten ausreichend Platz. Die spezielle wasserabweisende Beschichtung auf dem verwendeten Stoff kann man fühlen. Innen ist das Material angeraut, zudem sind die vorderen Nähte getapt, der Reißverschluss innen ist mit Stoff hinterlegt. Für niedrige Temperaturen braucht es aber ganz klar eine richtige Jacke - übrigens würde ich auch diese nur mit einem langen Unterhemd tragen. Mein Standard-Setup für die Kälte ist eigentlich die normale Radhose mit einer langen Tights drüber - auch die doppelten Träger wärmen dann. Ich war etwas skeptisch, ob die Winter Bib Tights allein reicht. Die Träger sitzen gut, durch das Meshmaterial kann die Feuchtigkeit entweichen. Bei meiner erwähnten doppelten Trägerkombi des einstigen Winteroutfits war ich hier immer als erstes durchgeschwitzt.

Winter Bib Tights

Der Reißverschluss am Bauch ist super praktisch - das klassische Trägerhosenproblem beim Wasserlassen damit nicht vorhanden! Und beim Fahren ist er nicht zu spüren, so dass er keineswegs stört. Ebenfalls praktisch sind die Reißverschlüsse an den Beinenden: Sie machen das Anziehen ganz klar einfacher. Reflektierende Elemente gibt es, aber es könnten mehr sein. Das Polster sitzt sich gut.

Windbreak Reflective Handschuhe

Für einen Winterhandschuh macht der Windbreak Reflective einen eher dünnen Eindruck. Das ist natürlich erstmal gut für die Lenker-Kontrolle, dachte ich. Aber wird das nicht zu kalt? Die fehlende Dicke täuscht. Shimano hat hier eine gute Mischung aus winddichtem Stoff und angerautem Material innen gefunden, die warme Finger bis 0 °C möglich macht. Dezente Polster sorgen für Komfort, damit sind auch längere Strecken kein Problem. Die Verarbeitung ist in Ordnung, die Handschuhe sind robust genug, um einige Winter-Radsaisons mitzumachen - das spürt man.

Überschuhe

Meine 44er-Sidi-Radschuhe passen in die Überschuh-Größe L (42-44). Auch das Anziehen geht gut: Erst die Fußspitze rein, der Cleat rutscht dann in seine Öffnung - dann die Verse hochziehen, Reißverschluss schließen, Klett ebenso - fertig. Dass hier kein Wasser eindringen kann, fühlt man direkt. Das Material ist widerstandsfähig, aber dennoch flexibel genug, um die Trett-Bewegung mitzumachen und beim Anziehen keine Probleme zu bereiten. Die S1100R H2O schließen eng am Bein ab, was wichtig ist, denn sonst läuft das Wasser hier rein. Das gilt es zu vermeiden, sonst wird es bereits bei wenig Regen richtig nass. Kalte Füße waren bisher, bei Touren von knapp über Null bis ca. 8 °C, überhaupt kein Problem. Die Überschuhe bieten Schutz und machen exakt, was sie sollen. Sie sind laut Shimano bis zu einer Temperatur von 0 °C geeignet.

Fazit zur Winterbekleidung

Besonders das Trikot hat mich überzeugt. Schlichtes Design, gute Verarbeitung, tolles Gesamtpaket aus Wärme und Schutz, die Passform ist top. Auch die Hose bringt eine gute Wärmeleistung. Shimano gibt einen Temperaturbereich bis 0 °C an. Das ist etwas optimistisch, denke ich. Spätestens bei 3 - 4 °C braucht man mehr Material-Power, dann wäre zumindest eine winddichte Membran angebracht. Auch hier stimmen Passform, Leistung und Preis.

Abschließende Gedanken

Ich war schon ein wenig positiv überrascht: Shimano-Bekleidung kann eine gute Alternative zur teuren Konkurrenz sein, zu den großen Marken im Bereich der der Radsportbekleidung. Reflektierende Details sind vorhanden, aber es könnten mehr sein und sie könnten durchaus etwas präsenter erscheinen - gerade bei der Hose. Denn beim heutigen Verkehrsaufkommen ist das ein Muss!

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0