Rennradschuhe mit Klickpedal-Kompatibilität sind bei Rennrädern schon vor vielen Jahren zur Norm geworden, spezielle Rennradschuhe gibt es seit Jahrzehnten. Waren vor 40 Jahren noch Lederschuhe erhältlich, die in sogenannten Hakenpedalen gefahren wurden, sind inzwischen sensibel auslösende Klickpedale der Standard - und Rennradschuhe, die aus raffinierten Kunstfaser-Kombinationen hergestellt werden und mit zahlreichen technischen Funktionen ausgestattet sind. Im Test haben wir uns 27 Modelle der verschiedensten Preisklassen angesehen, vom günstigen Einsteigerschuh bis hin zum teuren Luxusmodell.
Technologien und Merkmale
DYNALAST Leisten ist ein anatomisch geschwungener Leisten, der kantige Übergänge beseitigt und erstklassig an die natürliche Form des Fußes angepasst ist.
Das BOA-Schnellschnürsystem hat sich in den vergangenen Jahren in den verschiedensten Sportarten etabliert. Ein filigran wirkender, aber hochfester Nylonfaden wird hierbei auf eine in einem Drehknopf untergebrachte Spule aufgerollt. Zieht man am Drehknopf, wird die Rasterung ausgeklinkt und die BOA-Schnürung lässt sich mühelos öffnen.
Im Rennradsektor haben sich einige wenige Pedaltypen durchgesetzt: Shimano SPD-SL, Look, Time und Speedplay. Zwar gibt es noch einige andere Hersteller, diese spielen jedoch auf dem Massenmarkt eine untergeordnete Rolle. Die vier genannten zeichnet eines aus: Die Kraft wird über recht voluminöse Plastikelemente übertragen, die Pedalplatten oder Cleats genannt werden. Im Gegensatz zu den kleinen Metallcleats für Mountainbikes bestehen die größeren Rennrad-Cleats zum Großteil aus Plastik. Sie stützen den Schuh auf einer größeren Fläche auf dem Pedal ab, um die Kraft flächiger übertragen zu können.
Testberichte und Modelle
Shimano SH-RC502 Rennrad Schuhe
Das Produkt SH - RC502 Rennrad Schuhe der Marke Shimano bei bike - components. Mit Netzgewebe / TPU und Kunstleder bezogener Oberschuh in optimaler Aufteilung sorgt für eine bequeme Passform und ein geringes Gewicht. Umschließender, wenig überlappender Oberschuh gewährt einen passgenauen Sitz.
Die SH-RC502 von Shimano sind mit nur 540 Gramm eine der leichtesten Rennradschuhe im Test! Was gleich bei der ersten Ausfahrt auffällt, ist die direkte Kraftübertragung. Durch die carbonfaserverstärkte Zwischensohle verpufft auf dem Weg Richtung Pedal wenig Energie, gerade bei langen, kräftezehrenden Anstiegen kann der Shimano voll überzeugen. Durch den recht schmalen Schnitt sitzen die Füße fest in den Schuhen, da schlackert und wackelt nichts. Gut hat uns auch die Belüftung gefallen - auf der Unterseite an der Front befinden sich Lüftungsschlitze, die die Luft in den Schuhinnenraum führen und auch ausreichend groß sind, sodass man tatsächlich einen Lüftungs- bzw. Effekt spürt. Nicht zuletzt hat Shimano die Aufteilung der Sohle in unseren Augen einwandfrei gelöst. Ohne zu viel Material zu applizieren und damit das Gewicht in die Höhe zu treiben, hat Shimano die Sohle des Schuhs rutschsicher gemacht.
Shimano RC702
Shimano ist mit dem RC702 ein speziell für ambitionierte Rennradfahrer toller Schuh gelungen. Im Hinblick auf Kraftübertragung und Einstellbarkeit erreicht der Schuh im Test Bestwerte. Mit knapp 600 Gramm Paargewicht ist der RC702 einer der leichteren Rennradschuhe im Test.
Gleich bei der ersten Testrunde merken wir: Dieser Schuh hängt viele andere besonders hinsichtlich der Kraftübertragung ab. Mit einem zweifachen BOA-Schnellschnürsystem und einer Carbonsohle ausgestattet, kann man mit dem RC702 ausgezeichnet Druck aufbauen. Auch auf Zug erfüllen die Schuhe ihre Aufgabe als Teil des Antriebsstrangs ganz ausgezeichnet.
Shimano S-PHYRE XC903
Der neue Shimano S-PHYRE XC903 Rennschuh richtet sich an Cross Country- und Gravel-Fahrerinnen und -Fahrer, die ein leichtes und leistungsfähiges Schuhwerk für anspruchsvolle Renneinsätze suchen. Das Modell kombiniert ein atmungsaktives Obermaterial aus Mikrofaser-Kunstleder mit einer steifen Sohle aus Carbonfaser-Verbundstoff. Shimano gibt die Steifigkeit mit 11 von 12 an, was laut Hersteller dem Niveau von Rennradschuhen für Profi- und Elite entspreche. In der Größe 43 bringt der S-PHYRE XC903 laut BIKE-Messung 327 Gramm auf die Waage (inkl. Cleats; Herstellerangabe: 293 g / 42 / ohne Cleats).
Für eine präzise Anpassung an den Fuß setzt Shimano beim XC903 auf zwei hochwertige BOA Li2 Drehverschlüsse. Diese ermöglichen eine Mikroeinstellung der Passform. Der untere Drehverschluss verfügt zudem über eine Sicherung gegen unbeabsichtigtes Auslösen durch Stöße. Ergänzt wird das Verschlusssystem durch eine schlanke, flache Crossover-Schnürung im Vorfußbereich.
Die Außensohle des S-PHYRE XC903 besteht aus der Shimano Ultread XC Gummimischung. Sie verfügt über ein spezielles Profilmuster, das laut Hersteller für ordentlich Grip im Rennen sorgen soll. Zusätzlich liegen dem Schuh Stollen in spezieller Form bei, die im Vorfußbereich noch einmal mehr Traktion geben sollen.
Herausragend am neuen Shimano Rennschuh XC903 sind die Passform und die steife Sohle, die wirklich jedes Watt in Pedalpower umsetzt. Die Sohle hat zwar guten Grip, durch die Steifigkeit geht sich damit - außer steil bergauf - dagegen etwas mühsam. Eben wie in Rennradschuhen. Die Belüftung ist gut. zu gut für kalte Tage auf jeden Fall. Das Gewicht der Schuhe ist im Vergleich zu vielen anderen XC-/Gravel-Schuhen ok, aber nicht auf Rekordniveau. Dafür ist der Preis von 370 Euro auf der luftigen Höhe eines S-Works-Schuh, der dann aber leichter ist. Allerdings ist die von uns getestete Farbe ein echter Hingucker und kam bei vielen sehr gut an.
Weitere getestete Modelle
- Scott Road Team BOA: Ein fairer Preis, Komfort und geeignet für viele Fußtypen.
- Van Rysel RCR: Innovativer Schuh mit toller Kraftübertragung und komfortablem Sitz.
- Sidi Ergo 6: Wertige Verarbeitung und gutmütige Passform, ideal für breitere Füße.
- Mavic Cosmic BOA: Hoher Tragekomfort, Schnellschnürsystem und geradlinige Optik zu einem heißen Preis.
- Q36.5 Dottore Clima: Ein Meisterwerk mit überragender Haptik und Verarbeitung, jedoch hochpreisig.
- Specialized Torch 2.0: Tolle Kraftübertragung und hochwertige Verarbeitung.
- Bontrager Circuit: Bequeme Passform und schnörkelloses Design.
- Fizik Vento Omna: Elegantes Design, einfache Bedienung und geringes Gewicht, aber empfindliches Obermaterial.
- Luck Evo: Preisgünstig und überraschend komfortabel, besonders für breite Füße.
Anforderungen an Rennradschuhe
Rennradschuhe müssen spezielle Anforderungen erfüllen. Rennradschuhe sollten relativ passgenau sitzen. Im Gegensatz zu Wanderschuhen, wo durchaus ein wenig »Luft« sein kann, sind Rennradschuhe Teil des Antriebs. Man sollte stets im Hinterkopf behalten, dass man beim Rennradfahren nicht nur nach unten auf die Fahrradkurbel drückt, sondern der Antriebsvorgang auch das »Ziehen« bei der Aufwärtsbewegung der Kurbel beinhaltet.
Rennradschuhe sind ausschließlich zum Rennradfahren gedacht, das spiegelt sich auch im Profil wider. Für den kurzen Weg von der Haustür zum Rennrad, zum Getränkeholen im Supermarkt oder zum Café nach der Tour sind Rennradschuhe geeignet.
Vergleichstabelle ausgewählter Modelle
| Modell | Gewicht pro Schuh (Größe 43) | Besondere Merkmale | Preis (ca.) |
|---|---|---|---|
| Shimano SH-RC502 | 270g | Leicht, direkte Kraftübertragung, gute Belüftung | ~120€ |
| Shimano RC702 | 300g | Hohe Kraftübertragung, BOA-Schnellschnürsystem | ~180€ |
| Shimano S-PHYRE XC903 | 327g | Steife Sohle, BOA Li2 Drehverschlüsse, guter Grip | ~370€ |
| Mavic Cosmic BOA | k.A. | Hoher Tragekomfort, Schnellschnürsystem | ~100€ |
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