Shimano Rennradschuhe Breite Ausführung Test: Finden Sie den perfekten Schuh für Ihre Füße

Einen passenden Rennradschuh zu finden, kann eine Herausforderung sein. Ein Schuh muss zum eigenen Fuß passen und sein Preis zum Portemonnaie. Die wichtigste Aufgabe von Rennradschuhen ist es, die aufgebrachte Kraft möglichst effizient aufs Pedal zu übertragen, für besseren Vortrieb und mehr Fahrspaß, erst recht bei mehrstündigen Fahrten.

Die Bedeutung der Passform

All diese Aspekte sind natürlich von Fuß zu Fuß individuell. Tendenziell orientieren sich die meisten Rennradschuhe noch immer an dem italienischen „Businessleisten“, der eher schmal und für einen „spitzen“ Vorderfuß gedacht ist. Viele müssen sich somit damit abfinden, dass ihre Füße nicht der modischen „Idealproportion lang und schmal“ entsprechen. Und: Die Füße werden in der Regel mit zunehmendem Alter breiter.

Daher ist es wichtig zu wissen, ob der eigene Fuß eher schmal oder eher breit ist. Glücklicherweise haben immer mehr Hersteller auf diese Diskrepanz reagiert. So hat etwa Shimano die Fußleisten seiner Radschuhe bereits vor einigen Jahren geändert und bietet die Modelle nun in den Varianten „normal“ und „breit“ an.

Worauf Sie bei der Anprobe achten sollten

Natürlich darf der Fuß im Schuh nicht hin und her rutschen, andererseits ist genügend Zehenfreiheit wichtig. Ebenso wie guter Halt an der Ferse, damit der Fuß in der Zugphase nicht herausrutscht. Eine unnachgiebige Fersenschale, die den Fuß fest umschließt, hilft dabei.

Hier sind einige Tipps, die Ihnen bei der Anprobe helfen:

  • Sohle raus, Fuß drauf: Wenn der Fuß links und rechts nicht weit über die Sohle ragt, ist die Breite richtig. Vorne sollten allerdings nicht mehr als fünf Millimeter Platz sein. Sonst ist der Schuh zu groß und der Fuß rutscht.
  • Kniebeugen machen: Drückt der Schuh irgendwo, ist dies ein schlechtes Zeichen. Die Ferse sollte fest umschlossen, der Mittelfuß muss stabilisiert sein. Auf den Mittelfußgelenken innen und außen darf kein Extradruck entstehen.
  • Testfahrt auf einem Rollentrainer: Im Idealfall ist in einem Fachgeschäft vor dem Kauf zudem ein kurzes Testfahren auf einem Rollentrainer möglich.

Wenn der Schuh passt, sollte er guten Halt bieten, besonders an der Ferse, und keinen Schlupf zulassen. Selbstverständlich darf er an keiner Stelle drücken.

Unterschiedliche Verschlusssysteme

Beim Blick auf die Verschlusssysteme zeigen sich erste Unterschiede. Zwar setzen viele Testkandidaten auf mindestens einen Drehverschluss am Spann, doch einige Modelle bieten einen zweiten Drehverschluss zur optimalen Druckverteilung auch im Zehenbereich. Andere setzen am Vorderfuß auf einen Klettverschluss. Einige verzichten gänzlich auf eine zweite Option zur Anpassung, hier sorgt lediglich ein Drehverschluss an der Zunge für festen Halt im Schuh.

Egal ob vom Zulieferer oder als Eigenentwicklung: Drehverschluss ist nicht gleich Drehverschluss. Die Details und Funktionsweisen der verschiedenen Systeme im Test:

  • SIDI Tecno-3-System: Um drehen zu können, muss man bei Sidi den Hebel nach oben klappen. Einseitiges Betätigen der seitlichen Drücker lockert die Drahtspannung in feiner Rasterung, beidseitiges Drücken öffnet komplett.
  • BOA IP1/Li2, Habu: Zum Einrasten runterdrücken, zum stufenweisen Festziehen oder Lockern drehen, zum Öffnen nach oben ziehen.
  • Northwave xDial: Drehen am Rädchen fixiert den Fuß; drückt man von oben auf den Metallhebel, lockert sich die Spannung in definierten Rastschritten. Zum Öffnen des Verschlusssystems zieht man den Metallhebel vom Rädchen weg.

Material und Steifigkeit der Sohle

Wer keine Kraft am Berg oder beim Sprint verlieren möchte, sollte auf eine steife Sohle setzen. Eine zu starke Verwindung der Sohle wirkt sich auf die Supinationsstellung der Beinachse aus. Dies führt bei Radsportlern nicht selten zu einer Überlastung an der Fußaußenseite.

Einige Radschuh-Hersteller - wie zum Beispiel Northwave oder Scott - machen auf ihren Sohlen Angaben über den sogenannten Steifigkeitsindex. Somit ist ein solcher Index auch nicht mit einer bestimmten Einheit wie zum Beispiel „Millimeter pro Newtonmeter“ verbunden, sondern ein bloßer allgemeiner Orientierungswert.

Beim Obermaterial finden sich meist drei Varianten: „klassisches“ Kunstleder, relativ fest und fein perforiert; ein sehr dünner, reißfester Mesh-Kunstfaser-Mix, der Schweiß in Form von Wasserdampf nach außen transportieren soll; und offenporiges Strickmaterial, das sich wie eine feste Socke um den Fuß schmiegen soll.

Gewicht und Belüftung

Zusätzlich sollten Sie auf ein leichtes Gewicht der Schuhe achten. Ist es zu hoch, kann es sich unangenehm bemerkbar machen. Belüftungsschlitze in den Rennradschuhen verhindern Hitzestau und schwitzige Füße.

Shimano RC702 und RC502 WIDE im Detail

Der Shimano RC702 ist ein speziell für ambitionierte Rennradfahrer toller Schuh. Im Hinblick auf Kraftübertragung und Einstellbarkeit erreicht der Schuh im Test Bestwerte. Mit knapp 600 Gramm Paargewicht ist der RC702 einer der leichteren Rennradschuhe im Test. Er ist mit einem zweifachen BOA-Schnellschnürsystem und einer Carbonsohle ausgestattet.

Die SH-RC502 WIDE Rennrad Fahrradschuhe von SHIMANO sind ideal für Training und Rennen ausgestattet. Der universell einsetzbare RC5 Fahrradschuh bietet eine sehr steife Carbon-Sohle und damit eine ordentliche Kraftübertragung aufs Pedal. Außerdem überzeugt er durch eine bequeme Passform und geringes Gewicht. Die WIDE Version des Schuhs verfügt über mehr Platz im Innenraum. Der Schuh ist mit einem BOA L6-Drehverschluss ausgestattet.

Technische Daten des Shimano SH-RC502 WIDE:

Merkmal Wert
Sohlen-Steifigkeitsindex 8.0
Gewicht ca. 482 g (Größe 42, Paar)
Kompatibilität Rennrad-Pedalsysteme mit 3-Loch-Standard

Weitere empfehlenswerte Modelle

Neben Shimano gibt es auch andere Hersteller, die Rennradschuhe in breiter Ausführung anbieten:

  • Sidi Ergo 6: Der Sidi Ergo 6 begeistert durch seine wertige, langlebige Verarbeitung und die sehr gutmütige Passform, durch die sich auch Rennradler mit etwas breiteren Füßen wohlfühlen.
  • Bontrager Circuit: Allein schon durch ihre relativ breite Passform kommen sie unserem Tester entgegen - Rennradler mit schmaleren Füßen könnten sie allerdings etwas zu breit finden.
  • Luck Evo: Der Schuh ist echt breit! Wie bei wenigen anderen Schuhen im Test hat der Fuß angenehm viel Bewegungsfreiheit.

Fazit

Die Wahl des richtigen Rennradschuhs ist eine individuelle Entscheidung, die von der Fußform, den persönlichen Vorlieben und dem Einsatzzweck abhängt. Wenn Sie breite Füße haben, sollten Sie gezielt nach Modellen in breiter Ausführung suchen und die Schuhe vor dem Kauf unbedingt anprobieren. Achten Sie auf eine gute Passform, ausreichend Zehenfreiheit, einen festen Fersenhalt und eine steife Sohle. Berücksichtigen Sie auch das Gewicht, die Belüftung und das Verschlusssystem der Schuhe.

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