Der RX8 ist ein Gravel-Schuh aus dem Hause Shimano. RX steht für „Road Crossover“ und soll das Beste von Straßen- und XC-Schuhen vereinen. Aber was heißt das?
Mit den RX8 (RX800) brachte Shimano 2020 einen Gravelschuh auf den Markt, den ich dieses Jahr die dritte Saison am Fuß hatte.
Für jedes Terrain gemacht: Fahrradschuhe zum Graveln. Genau wie Gravelbikes müssen auch Gravelschuhe vielseitig einsetzbar sein. Wir zeigen, worauf es ankommt, und stellen Ihnen passende Modelle vor.
Was macht den Shimano RX8 besonders?
Der Shimano RX8* ist - im Unterschied zu Rennradschuhen - mit SPD-Cleats kompatibel, und hat im Vergleich zu XC-Schuhen ein etwas flacheres Zehen- und Fersenprofil. Das soll lt. Shimano für eine verbesserte Mobilität sorgen. Verbesserte Mobilität?
Im Gegensatz zum XC-Modell ist die Sohle aber weniger gummiert, also weniger geschützt und es fehlen die XC-typischen zwei Schraubstollen im vorderen Sohlenbereich. Hauptunterscheidungsmerkmal zu den teureren S-Phyre-Modellen ist aber das Schnürsystem. Im Gegensatz zum XC9 muss der RX8 mit nur einem BOA IP1 Drehverschluss auskommen.
Superleicht soll er sein - mit nur 265 Gramm (in Gr. 42). Das kommt ungefähr hin. Nackt, ohne Cleats und mit Original-Einlegesohle bringt Größe 44 293 Gramm auf die heimische Küchenwaage. Mit Cleats und meiner WINSOLE-Carboninnensohle sind es 360 Gramm.
A propos Innensohlen, die sind identisch mit denen des XC9. Auch beim RX8 legt Shimano Keile in zwei unterschiedlichen Höhen bei. Aber generell sind die Innensohlen vielleicht so „Mittelklasse“.
Von der Passform sind RX8 und XC9 ähnlich, wobei mir der Leisten des RX8 ein wenig schmaler vorkommt. Mit meinem normal breiten Füßen gibt es beim RX8 aber nichts zu bemängeln. Mit nur einem BOA IP1 sitzt der RX8 ähnlich gut am Fuß, wie der XC9.
Laufen kann man mit dem RX8 prima - nicht besser oder schlechter als mit dem XC9. Dafür hat der S-Phyre, dank seiner XC-Sohle mit den Schraubstollen einen Vorteil in steilen Schiebepassagen, mit lockerem Untergrund. Dort bietet der RX8 weniger halt. Aber das ist kein Gravel-Use-Case.
Im „normalen“ Graveleinsatz kommt die Sohle des RX8 beim Laufen nicht an seine Grenzen.
Bemerkenswert ist, wie gut der Kraftschluss des RX8 mit dem Shimano XTR Pedal ist. Das war mir schon beim S-Phyre aufgefallen. Auch bei der Belüftung des RX8 gibt es nichts zu meckern. In anderen Schuhen der Mittelklasse haben meine Füße bei warmem Wetter wesentlich mehr geschwitzt.
Angetan hat mich die Farbe meines Testmodells. Das Silber mit der Camouflage-Anmutung sieht affenscharf aus. Betonen möchte ich die schlanke Silhouette des RX8, die ihn wie ein Rennradschuh erscheinen lässt. Das finde ich gut, v.a.
Sie Sohle ist sehr steif und der Kraftschluss mit dem Pedal sehr gut. Preislich ist der RX8 sogar attraktiver, weil er zur gehobenen Schuhmittelklasse zählt, der XC9 hingegen im Premiumsegment angesiedelt ist.
Der neue Schuh verspricht eine optimierte Passform durch eine breitere Auflagefläche und einen integrierten Fersenstabilisator. Die breitere Auflagefläche hört sich gut an. Mir passte das Vorgängermodell gut, allerdings habe ich auch keinen besonders breiten Fuß. Mehr Platz im Zehenbereich ist darüber hinaus immer sinnvoll.
Die Carbonfaserverbundsohle hat den Steifigkeitswert 10 von 12. Das ist nicht nur für Gravelfahrer wichtig, die vom Rennrad kommen.
Von den alten RX8 weiß ich, wie enorm gut der Kraftschluss zwischen den steifen Sohlen und dem SPD-Pedalsystem ist.
Die Shimano RX8 Modellreihe
Zum RX801 gesellt sich der neue RX8R, ein Gravelschuh fürs Gröbere, den Shimano „Gravel-Abenteuer-Rennschuh“ nennt. Der RX8R „Rally“ ist ein RX801 mit eng anliegenden Strickbündchen, die das Eindringen von Staub und Steinchen verhindern sollen. Das hat sich Shimano von anderen Herstellern abgeschaut und sieht bei Gravelschuhen gut aus.
Für Leute, die beim Graveln die Schuhe immer auf dem Pedal haben, kennen das Problem mit Steinchen im Schuh nicht. Die RX8R gibt es nur Metallic Orange, einer Farbe die mir gut gefällt.
Nach unten runden die neuen Shimano RX6 das Gravelschuh-Portfolio der Japaner ab. Diese Schuhe erinnern sehr an den alten RX8, haben einen L6K BOA-Drehverschluss, und sind mit einem Gewicht von 580 Gramm nur unwesentlich schwerer als das RX801-Modell
Die Sohle der RX6 ist etwas weicher, aber der Steifigkeitswert 8 verspricht immer noch einen guten Druck aufs SPD-Pedal. Die RX 6 gibt es ab sofort in einer Frauenversion in Größen 36-43 und in den Farben Beige und Stone Grey. Der Herrenschuh ist in den Größen 38-48 verfügbar und kann in Green oder Black bestellt werden.
Alternativen und Vergleiche
Ähnlich wie bei Gravelbikes stellt sich auch bei den passenden Schuhen die Frage nach dem tatsächlichen Mehrwert gegenüber den klassischen Klickschuhen. Natürlich lassen sich Graveltouren auch mit Cross-Country- oder Straßenklickschuhen bewältigen - doch das ist nicht immer optimal. Unsere Tests haben gezeigt: Die Investition in spezielle Gravelschuhe lohnt sich.
Hochwertige Gravelschuhe vereinen den Tragekomfort von Rennradschuhen mit einer alltagstauglichen Sohle. Dank ihrer speziellen Außensohle ermöglichen sie sicheres Gehen, was bei Straßenradschuhen oft problematisch ist. Ihr griffiges Profil bietet zudem besseren Halt auf schotterigen Wegen. Besonders auf längeren Touren zahlt sich der Gehkomfort aus - sei es beim Café-Stopp oder abends am Lagerfeuer.
Gravel-Schuhe im Vergleich
Hier eine Zusammenfassung einiger getesteter Gravel-Schuhe:
| Schuh | Beschreibung | Fazit |
|---|---|---|
| Bontrager GR2 | Geeignet für lange Abenteuertouren, Langstreckenrennen und Cyclocross-Wettkämpfe. Weich gummierte Sohle. | Gelungener Gravel-Schuh für Langstrecken-Tourer und Graveller, die häufiger laufen. |
| Fizik Terra Atlas | Konzipiert für Gravel und Offroad-Radfahren. Bequemer Begleiter mit Boa-Drehverschluss. | Ein Performance-Gravelschuh zum fairen Kurs für jeden erdenklichen Einsatzbereich. |
| Quoc Grand Tourer II | Schuhmacherkunst mit Stil und Performance. Komfortabel und mit sehr guten Laufeigenschaften. | Britische Schuhmacherkunst auf den Bereich Fahrradfahren übertragen. |
| Shimano RX8 | Kombiniert Eigenschaften von Straßen- und Cross-Country-Schuhen. Sportliches Fahrgefühl mit enger Passform und steifer Sohle. | Guter Sweetspot für Renneinsatz und lange Tage auf dem Gravelbike. |
| Sidi Gravel | Weniger technisch, besonders in Braun und Grün optisch ansprechend. Gute Passform und Sohle. | Sowohl Mountainbiker als auch Graveller werden mit diesem Schuh glücklich. |
| Specialized S-Works Recon | Profimaterial mit steifer Carbonsohle. Lace-Variante für Style-Punkte. | Toll für Gravel- oder Straßenrennen, aber für längere Touren mit Hike-a-bike-Passagen zu hart. |
Cleats und Kompatibilität
An Gravelschuhen kommt das Zwei-Loch-Klicksystem zum Einsatz, das sich auch im MTB- und Tourenbereich bewährt hat - vielen auch als Shi- mano SPD bekannt, wenngleich es Alternativen von Crankbrothers, Look und Co. gibt. Dieses kompakte System ermöglicht zum einen, eine Außensohle drum herum konstruieren zu können, auf der Sie gehen können.
Ebenso wichtig ist, dass die kleinen Metall-Cleats auch verdreckt noch funktionieren. Ein Vorteil, den alle zu schätzen wissen, die schon einmal mit den klassischen, breiten Rennrad-Cleats von Look oder Shimano im Matsch, Sand oder Schnee stecken geblieben sind.
Braucht es wirklich Gravel-Schuhe?
Ehrlicherweise sei an dieser Stelle gesagt: Mit den meisten Cross-Country- und Trekking-Klickschuhen können Sie ganz vortrefflich graveln. Besonders Neulinge finden hier oft auch etwas günstigere Modelle. Reinrassige Gravel-Schuhe zeichnen sich jedoch durch ein etwas geringeres Gewicht aus, und rennorientierte Modelle bieten zudem eine steifere Sohle, ähnlich einem Rennradschuh.
Was leisten spezielle Gravel-Schuhe?
Weitere Qualitätsmerkmale von Gravel-Schuhen sind zum Beispiel verstärkte Zehenboxen und Fersenkappen, damit die Füße im Geröll besser geschützt sind. Hochwertige Modelle verfügen überdies oft über Boa-Drehverschlüsse oder Schnürsenkel statt Klett- oder Ratschenverschlüsse, mit denen sich die Schuhe sehr gut einstellen lassen.
Und den Style nicht vergessen!
Schnürsenkel zum Beispiel sind auch ein Faktor bei der letzten, nicht unwesentlichen Eigenschaft von Gravelschuhen: Style. Die Gravel- biker, die eine gewissen Aura von Coolness umweht, brauchen natürlich auch die passenden Schuhe, um ihren Look zu komplettieren.
Langzeittest Shimano RX8R Gravel Schuhe
Die RX800 werden von Shimano offiziell als Gravelbike-Modelle beworben. Passform, Sohle und Material unterscheiden sich nicht von Shimanos sportlichen MTB-Modellen. Die Sohle aus Carbon-Fasergewebe ist extrem steif, während sich die Stollen aus TPU angenehm soft (und damit rutschfest) geben. Ein- und Ausstieg gelingen dank Boa-Schnürung, die in beide Richtungen funktioniert, easy.
Die Passform überzeugt durch den Surround-Schnitt, bei dem sich das Obermaterial ohne Falten oder Kanten um den Fuß schmiegt. Monatelang zeigten sich die Schuhe trotz permanenter Hardcore-Einsätze bei Regen und Matsch widerstandsfähig. Dann begann der schleichende Verfall. Die Boa-Schnürung funktionierte nur noch schwergängig. Die Sohle verschliss. Dann löste sich die Gummilippe im Zuge langer, felsiger Tragepassagen ab. Verarbeitungsmangel? Nein. Eher normal bei einer so heftigen Dauerbelastung.
Shimano RX8R im Detail
Wenn der Schuh erstmal drückt, ist der Gravel-Spaß ganz schnell vorbei. Sei es wegen fehlendem Komfort oder weil sich Steinchen ihren Weg in den Schuh gesucht haben. Dabei ist es eigentlich völlig egal, ob das bei einem Gravel-Rennen oder einem ausgedehnten (Bikepacking-)Abenteuer passiert - schmerzende Füße sind um jeden Preis zu vermeiden. Der neue Shimano RX8R Gravel-Schuh versucht durch geschlossene Strickbündchen, in Form einer Knöchel-Manschette, jede Menge Schutz und Tragekomfort zu generieren. Daneben stehen aber auch Performance durch eine Carbonsohle sowie Gehkomfort und Traktion durch robuste und abriebfeste TPU-Stollen im Vordergrund.
Die Fakten des RX8R
- Sohle aus Carbon (Steifigkeitswert 10 von 12)
- Gewicht: 639 g (Paar, Größe 46)
- Kompatibel mit SPD-Pedalsystem
- Design: Bronze-goldener Farbverlauf, Obermaterial aus Kunstleder
- Heel-Lock-System
- Umschließender Oberschuh mit Socken-Look
- Zwei Fußgewölbepolster-Einsätze (Klettbefestigung)
- Boa Li2-Drehverschlüsse
- Normale und breite (wide) Variante verfügbar
Passform und Komfort
Das Standard-Modell ist aber auch generell nicht so eng, wie man es von anderen Shimano-Schuhen gewohnt ist und bietet genug Platz im Zehenbereich. Normal-breite Füße sollten keine Probleme mit dem Shimano RX8R Gravel-Schuh bekommen. Der Mittelfußbereich wird leicht gestützt, und durch den Heel-Lock sitzt der Fersenbereich straff, wodurch ein Hin- und Herrutschen vermieden wird. Auch bei der Größe hat sich bei Shimano etwas getan.
Erster Eindruck und Tragegefühl
Schon vor dem Anziehen machen die Shimano RX8R Gravel-Schuhe einiges her. Das Design wirkt schnittig und zudem offroad-tauglich. Schlammspritzer und Staub fallen kaum auf. Nur bei der Auswahl der Sockenfarbe ist man durch die schwarzen Strickbündchen etwas eingeschränkt.
Nach unzähligen Tests und Sockenwechseln konnten wir nur mit der Socken-Farbe Schwarz matchen. Alles andere wirkte immer fehl am Platz. Das Hineinschlüpfen fällt durch die straffen Strickbündchen ebenfalls nicht ganz so leicht, die Finger-Lasche hinten hilft. Ist man erstmal drin, bedarf es auch etwas Fummel-Arbeit, die extra Socken gerade zu bekommen. Sitzt dann alles am richtigen Fleck, stellt sich aber ein ausgesprochen angenehmes Tragegefühl ein.
Weiche und geschmeidige Übergänge überall zwischen Fuß und Schuh, keine harten Kanten und ein weiches Druckgefühl ergeben richtig viel Komfort und eine feste Passform. Das Schließen fällt mit dem Boa-Verschluss denkbar einfach und geht dazu auch noch ruckizucki. Der Klett-Strap am vorderen Schuh ist wohl eher für die Optik, die Zehenbox lässt sich damit kaum einstellen.
Performance auf dem Trail
Vor dem Aufsteigen steht das Gehen und zwar zum Fahrrad, was mit den Shimano RX8R Gravel-Schuhen ebenfalls sehr angenehm ist. Ohne die super steife Sohle ließe sich hier fast von einem Turnschuhgefühl sprechen. Für Hike a Bike-Einsätze taugt das, erst recht in Kombination mit dem stabilen und rutschfesten Profil. Das geringe Gewicht ist nicht nur beim Laufen, sondern auch beim Fahren spürbar. Der Schuh fühlt sich am Fuß leicht an und sorgt für eine sehr gute Kraftübertragung aufs Pedal.
Subjektiv sind die Vorteile der steifen Carbonsohle spürbar. Lange Einheiten sind mit dem Shimano RX8R kein Problem. Acht Stunden und mehr war der Schuh am Fuß, ohne Beschwerden hervorzurufen. Der Support durch den Heel-Lock ist vor allem am Anfang, durch ein leichtes Druckgefühl im Bereich über dem Achillessehnenansatz deutlich spürbar. Je länger der Gravel-Schuh im Einsatz ist, umso mehr vergisst man aber den Kontaktpunkt an der Hacke. In diesem Bereich bewegt sich die Ferse aber tatsächlich ziemlich wenig.
Fazit zum Shimano RX8R
Der Shimano RX8R Gravel-Schuh hält, was er verspricht. Die extra Socke sorgt für ein sehr angenehmes Tragegefühl, was sich besonders auf langen Touren bemerkbar macht und für viel Komfort sorgt. Er kann als bequemer und universeller Fahrradschuh mit SPD-Pedalsystem für Bikepacking-Abenteuer, (Long Distance) Gravel-Rennen und natürlich auch Trainingsrunden eingesetzt werden. Heel-Lock und wechselbare Fußgewölbepolster bieten Support und Stabilität.
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