Shimano Saint Bremse Testbericht: Eine Ikone auf dem Prüfstand

Die Shimano Saint hat sich auf den Downhill-Podien der Welt etabliert und sich zu einer echten Ikone entwickelt. Als sicherheitsrelevantes Bauteil am Mountainbike unterziehen wir neue Bremsen regelmäßig einem besonders harten Test. Was hilft einem der ergonomischste Hebel oder die leichteste Bremse, wenn sie in Extremsituationen den Dienst quittiert?

Technische Details und Spezifikationen

Hier sind einige Details zur Shimano Saint:

  • Preis: 660 Euro (kompletter Bremsensatz mit 180-mm-Bremsscheiben, Schrauben und Adaptern)
  • Gewicht: 481 Gramm (Vorderradbremse inklusive Scheibe, Schrauben und Adapter)
  • Dosierbarkeit: 6 von 6 Punkten
  • Standfestigkeit: 3 von 6 Punkten
  • Bremskraft: 4 von 6 Punkten
  • Ergonomie: 6 von 6 Punkten
  • Details: Vierkolbenbremse mit Mineralöl, gesinterten Belägen und Kühlrippen an Scheiben und Belägen. Die Bremsscheibe mit Kühlrippen ist ausschließlich mit Centerlock-Aufnahme erhältlich. Mit I-Spec-B-Schalthebeln kombinierbar.

Ergonomie und Bedienung

Mit nur einem Finger lässt sich der Saint unglaubliche Power bei gleichzeitig gutem Feedback entlocken, wodurch man die Lage auch bei Vollgas stets unter Kontrolle hat. Uns gefiel die Ergonomie der Hebel, ganz im Gegensatz zur Druckpunktverstellung, die so wirkt, als wäre sie jemandem im Nachhinein eingefallen - dementsprechend funktioniert sie auch nicht sonderlich gut. Trotz einiger Jahre auf dem Buckel ist die Saint genauso ergonomisch wie die Konkurrenz. Der Hebel liegt angenehm in der Hand und ist werkzeuglos verstellbar.

Bremsleistung und Standfestigkeit

Im Labor ist die Saint noch immer ganz vorne mit dabei und beeindruckt mit massiver Power und nahezu keinem Fading. Auf dem Trail ist die Verzögerung angenehm und kontrollierbar, mit einem Finger lassen sich die Räder bei jeder Geschwindigkeit blockieren. Die Bremskraft ist selbst im steilen Gelände ausreichend. Die Bremspower ist sowohl bei Nässe als auch im Trockenen perfekt.

Bei hoher Temperatur (unter anhaltender, extremer Belastung) erleidet die Bremse aber den Hitzetod. Der Aluminiumkern der Scheibe ist das schwächste Glied der Kette und schmilzt. Die Shimano-Bremsscheiben schmelzen bei 500 Grad.

Langzeittest und Zuverlässigkeit

Nach einer langen Saison erwies sich die Shimano Saint als echte Dauerläufer. Einmal montiert, gab es keinerlei Probleme. Gäbe es ein Grundgesetz für Mountainbikes, müsste Paragraph eins lauten: Die Funktion der Bremse ist unantastbar.

Vergleich mit anderen Bremsen

Die Testkandidaten sind allesamt mit vier Kolben pro Sattel bestückt und eigentlich für den Downhill-Einsatz konzipiert. Angesichts der Tatsache, dass unser Testquartett aus den potentesten Bremsen besteht, die der Markt zu bieten hat, ist das Ergebnis ernüchternd. Drei von vier Bremsen haben in Extremsituationen mit verformten Scheiben oder Fading zu kämpfen.

Hier ist ein kurzer Überblick über die getesteten Bremsen:

Bremse Preis Gewicht (mit Scheibe) Dosierbarkeit Standfestigkeit Bremskraft Ergonomie
Magura MT7 HC3 508 Euro 447 Gramm / 180 mm 4/6 6/6 3/6 6/6
Shimano Saint 660 Euro 481 Gramm / 180 mm 6/6 3/6 4/6 6/6
Sram Code RSC 690 Euro 509 Gramm / 180 mm 6/6 5/6 5/6 6/6
TRP Quadiem G-Spec 508 Euro 521 Gramm / 180 mm 4/6 2/6 2/6 5/6

Fazit

Trotz einiger Jahre auf dem Buckel ist die Saint genauso ergonomisch wie die Konkurrenz. Der Hebel liegt angenehm in der Hand und ist werkzeuglos verstellbar. Die Bremskraft ist selbst im steilen Gelände ausreichend.

Der einzige Nachteil der Saint ist ihr Gewicht, das aber gleichzeitig der Grund für diese kraftvolle und zuverlässige Performance ist.

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