Das Shimano Saint Schaltwerk ist speziell für den Einsatz im Freeride- und Downhill-Bereich konzipiert und auf XTR-Niveau angesiedelt. Es ist für 1x10 Gänge ausgelegt und mit einer Kettenführung ausgestattet, die ein Abspringen der Kette verhindert. In diesem Artikel werden wir uns das Shimano Saint Schaltwerk genauer ansehen und es mit anderen Schaltgruppen von Shimano und Sram vergleichen.
Shimano vs. Sram: Ein Duell der Giganten
Im Schaltungssektor gibt es einen Zweikampf zwischen Shimano aus Japan und dem amerikanischen Herausforderer Sram. Der Markt ist hart umkämpft, da die Schaltung eine wesentliche Rolle am Bike spielt. Gänge wechseln gehört zu den Grundbedürfnissen beim Biken und betrifft jeden, der sich auf zwei Stollenreifen bewegt.
Sowohl Shimano als auch Sram bieten ein breites Portfolio an, das von günstigen Einsteigerprodukten bis zur High-End-Klasse reicht. Um einen Überblick zu verschaffen, werden die wichtigsten Schaltkomponenten von Sram und Shimano im Detail beschrieben und gezeigt, welche Parts nicht nur optisch, sondern auch im Praxiseinsatz glänzen. Das Testfeld reicht von den Einsteigergruppen Shimano Deore und Sram X.5 bis zu den exklusiven und hochpreisigen Klassen XTR und X.0.
Technische Details und Innovationen
Beide Komponentenriesen versuchen, mit technischen Features aufzutrumpfen. Bei Sram legt der Schaltzug gegenüber Shimano den doppelten Weg zurück, um das Schaltwerk zu bewegen. Wenn sich der Schaltzug mit der Zeit längt, wirkt sich das beim 1:1-Übersetzungsverhältnis von Sram weniger aus als beim 1:2-Übersetzungsverhältnis von Shimano. Das Schaltwerk funktioniert deshalb ohne Nachjustierung länger. Allerdings vergrößert sich durch den größeren Weg in der Zughülle auch die Reibung.
Der jüngste Streich von Shimano ist die "Shadow"-Technologie. Die schmale Bauweise des Schaltwerks schützt wirksam gegen "Feindberührung" auf engen Trails. Perfekt auch in der Praxis auf dem Trail ist das "Multi-Release"-Prinzip von Shimano, das Schaltsprünge über zwei Ritzel auf größere Gänge an der Kassette ermöglicht. Solche Neuentwicklungen kommen in der Regel zuerst in der Top-Gruppe zum Einsatz und wandern erfahrungsgemäß erst mit der Zeit langsam zu den günstigeren Gruppen über.
Die Shimano Saint im Detail
Parallel zu diesen Duellen musste auch Shimanos neue "No gravity"-Gruppe Saint zeigen, was sie kann. Ohne Konkurrenz, denn Sram bietet in diesem speziellen Segment keine eigens dafür ausgelegte Schaltungsgruppe an.
Stürze und Defekte gehören im Gravity-Bereich zum Alltag. Die Zee-Gruppe mit ihrem guten Preis-Leistungs-Verhältnis ist daher eine gute Wahl, wenn du von deinen Komponenten hohe Leistung zu einem fairen Preis erwartest. Von der Qualität und vom Preis her ist die Zee-Gruppe mit der SLX-Gruppe vergleichbar. Sie schaltet ebenfalls 1x10 Gänge.
Mischen und Sparen: Tipps für das individuelle Setup
Es kann viel Geld sparen, wer die Komponenten untereinander mixt - was sich insbesondere bei begrenztem Budget empfiehlt. So können Sie bereits mit einer Kurbel, die eine Klasse tiefer rangiert, einiges an Geld sparen. Wer seine Gruppe nicht sichtbar abwerten will, kann etwa durch eine günstigere Kassette sparen und trotzdem den Schein der Luxusklasse wahren. Vorsicht ist aber beim Mischen von Shimano- und Sram-Parts geboten. Während die Umwerferseite kompatibel ist, funktioniert der Mix auf Schaltwerksseite wegen des unterschiedlichen Schaltzugwegs nicht. Wer trotzdem kombinieren will, hat bei Sram die Möglichkeit, Shimano-kompatible Trigger-Hebel zu benutzen.
Alternativen und Besonderheiten
Zu den Standard-Shiftern bieten beide Hersteller jeweils eine Alternative an. Sram mit leichten Drehgriffschalter, die durch die hohe Schaltgeschwindigkeit bei Racern beliebt sind. Shimano bietet alternativ "Dual-Control"-Griffe an. Bremshebel, die gleichzeitig als Schalthebel dienen und sehr leicht sind. Das macht sie bei Racern beliebt - viele Tourenfahrer oder Enduro-Piloten kommen im technischen Terrain aber mit der Doppelbelegung der Hebel nicht zurecht.
Während Sram seine Trigger nur für den Daumen konzipiert, ermöglicht es Shimano, die hinteren Schalthebel mit Daumen oder Zeigefinger zu bedienen. Sram kennt keine Grenzen, was die Anzahl der geschalteten Gänge pro Hebelweg angeht. Mit etwas Übung gelingen zwei Kettenblätter oder bis zu fünf Ritzel mit einem Daumendruck. Die Anschlagschrauben platzieren die Amerikaner gut zugänglich an der Seite.
Vergleich der Schaltperformance
Die knackigen Schaltvorgänge der neuen SLX unterscheiden sich kaum noch von der einer XT. Die X.7 kämpft noch mit dem Umwerfer, liefert aber eine ansonsten gute Schaltperformance ab. Beim Sprung in die Hochleistungsklasse legt Sram deutlich nach. Die X.9 schaltet bereits im Sram-typischen Stil - knackig und präzise. Die XT befindet sich ähnlich wie die SLX am Zenit bei der Schaltperformance. In der Oberklasse setzen beide Hersteller noch einen drauf. Sram gefällt durch seine stark gerasterten X.0-Shifter. Durch den Einsatz von Carbon und Titan sinkt das Gewicht nochmals deutlich. Shimano kann mit der XTR sogar noch leichter, schaltet aber nicht ganz so knackig wie die XT.
Tabellarische Übersicht ausgewählter Schaltgruppen
| Schaltgruppe | Hersteller | Preis (ca.) | Gewicht (ca.) | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|
| XTR | Shimano | Hochpreisig | Sehr leicht | Top-Performance, Carbon |
| Saint | Shimano | Mittel bis Hoch | Robust | Freeride/Downhill |
| SLX | Shimano | Mittel | Mittel | Shadow-Technologie |
| X.0 | Sram | Hochpreisig | Leicht | Carbon, Titan |
| X.9 | Sram | Mittel | Mittel | Präzise Schaltperformance |
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