Die Schaltgruppe hat maßgeblichen Einfluss auf die Performance eines Rennrads. Dabei hat man die Wahl zwischen Rennrad-Gruppen von Shimano, Sram oder Campagnolo. Bevor man sich näher mit Rennrad-Gruppen befasst, sollte erst einmal definiert sein, worum es sich dabei überhaupt genau handelt.
Insgesamt gehört also alles, was das Fahrrad sich nach vorne bewegen lässt und es wieder zum Stehen bringt, zur Rennrad-Gruppe. Somit ist sie maßgeblich für die effiziente Fortbewegung und die Sicherheit verantwortlich. Aufgrund dessen erfährt sie an den stark performance-orientierten Rädern beim Radsport sowie beim Triathlon eine besondere Bedeutung.
Bestandteile und Funktionsweise einer Rennrad-Schaltung
Im Folgenden wird der Schwerpunkt auf dem Antrieb liegen, da dieser eine höhere Bedeutung für die Performance als die Bremsen hat. Wie bereits angedeutet, kommt es bei einer Rennrad-Schaltung stark auf die Details an. An der Kurbel befinden sich Kettenblätter bzw. An Rennrädern findet man üblicherweise vorne zwei Kettenblätter und hinten neun bis zwölf Ritzel. Aber hier gibt es zwischen den verschiedenen Modellen Unterschiede.
Der Schalthebel
Von elementarer Bedeutung für die Funktion der Rennrad-Schaltung ist natürlich der Schalthebel. Dieser befindet sich vorne an der gebogenen Seite des Lenkers. In der Vergangenheit war der Markt bei den Rennrad-Schaltungen recht einfach zu überblicken. Man kam an der mechanischen Schaltung genauso wenig wie an der mechanischen Felgenbremse vorbei. Doch der Markt hat sich gewandelt, so dass einem gleich eine Reihe von Optionen erwartet. Genauso treten hydraulische Scheibenbremsen in Konkurrenz zu den immer noch stark verbreiteten Felgenbremsen. Bei diesem Thema ist allerdings Vorsicht geboten. Denn Scheibenbremsen und Felgenbremsen lassen sich nicht einfach gegenseitig tauschen.
Kurbelarmlänge
Zugegeben, die Kurbelarmlänge ist nicht das Erste, womit man sich bei einem Rennrad auseinandersetzt. Sie kann aber beim Treten eine zentrale Bedeutung einnehmen. Dabei handelt es sich um die Standardgrößen, welche die großen Hersteller wie Shimano, Sram und Campagnolo anbieten. Um die passende Kurbelarmlänge zu ermitteln, zählt die eigene Körpergröße nur bedingt. Sie bietet erst einmal eine grobe Orientierung. Einer höheren Bedeutung kommt dabei der Bein- bzw. Außerdem hängt die Kurbelarmlänge auch stark von der Frequenz ab, mit der man in die Pedale tritt.
Wie bereits erwähnt, investiert man mit einer längeren Kurbel deutlich mehr Kraft. Dafür kommt man mit einer Kurbelumdrehung aber weiter voran. Mit einer kürzeren Kurbel darf man erwartungsgemäß vom Gegenteil ausgehen: Der Kraftaufwand beim Treten verringert sich, allerdings geschieht auch das gleiche mit der zurückgelegten Strecke. Die Wahl der Kurbel hängt also auch mit dem Fahrertypen zusammen. Tipp: So überzeugend die Effizienz einer langen Kurbel auch sein kann, sollte man nicht zu schnell von einer kurzen Kurbel absehen.
Mechanische vs. Elektrische Schaltungen
Elektrische Schaltgruppen sind zwar recht neu auf dem Markt, trotzdem ist dieser Vergleich ein wichtiger. Hier geht es schon fast um eine Grundsatzfrage, zumindest aber um eine Geschmacksfrage. Bei elektronischen Schaltungen sorgen dagegen elektronische Impulse dafür, dass das Schaltwerk und der Umwerfer betätigt werden. Das Schaltsignal wird dabei über Kabel bzw.
Bei der elektronischen Schaltung handelt es sich zweifelsohne um die modernste Variante. Ist dieses Schaltsystem technisch interessant, so birgt es auch einige Vorteile. Ein etwaiges Nachjustieren entfällt. Das Schaltsystem lässt sich einfach und problemlos montieren. Dieses Schaltsystem ist leichter als ein mechanisches.
Mechanische Schaltungen sind weniger anfällig für Schäden. Für mechanische Schaltungen bekommt man vielerorts einen guten Service und leicht Ersatzteile. Mechanische Systeme sind deutlich günstiger als elektronische.
Will man eine Empfehlung aussprechen, könnte man es sich einfach machen. Schließlich liegt es nahe, die teureren und modernen elektronischen Schaltsysteme vor allem Profis und ambitionierten Hobbyfahrern zu empfehlen. Denn die Frage des Komforts ist hier vielleicht noch entscheidender als das Niveau des Fahrers. So macht eine elektronische Schaltung die Gangwechsel deutlich leichter und präziser, was sich beim Fahren angenehm bemerkbar macht. Allerdings ist man bei einer elektronischen Schaltung nicht unbedingt schneller unterwegs. Der Grund, weswegen auch viele Profis weiterhin auf mechanische Systeme vertrauen, liegt im geringeren Gewicht desselben. Darüber hinaus lässt sich die Mechanik-Schaltung leicht reparieren.
Shimano Schaltgruppen im Detail
Shimano profitiert von seiner hervorragenden Stellung am Fahrradteile-Markt. In vielen Segmenten liegt der japanische Qualitätshersteller vorne, so auch bei den Schaltkomponenten. Bei den beiden Schaltgruppen Dura-Ace und Ultegra handelt es sich um die Top-Schalttechnologie von Shimano. Wer dagegen keine Spitzentechnologie wünscht, finden in der 105, der Tiagra oder der Sora preisgünstigere Einstiege in den Rennradsport.
Dura-Ace
Diese Schaltgruppe hat sich ihren Status als Top-Material redlich verdient. Wer sich die höchste Leistung für sein Rennrad wünscht, bekommt mit dieser Schaltgruppe genau das richtige Material. Schließlich hat Shimano die Dura-Ace derartig optimiert, dass eine optimale Gesamtperformance entstanden ist.
Ultegra
Diese Schaltgruppe von Shimano ist in vielen Punkten mit der Top-Gruppe Dura-Ace identisch. Dabei trumpft dieser kleine Bruder der Referenzgruppe mit einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis auf. Wer also ein ehrgeiziger Rennradfahrer ist, aber nicht unbedingt die absolute Top-Gruppe benötigt, findet mit der Shimano Ultegra die optimale Lösung.
Tiagra
Wie oben bereits erwähnt, ist die Tiagra Gruppe an Einsteiger gerichtet und bietet einen günstigen Preis mit guter Funktionalität, allerdings leichten Abstrichen in puncto Gangauswahl und Ergonomie. Tiagra verfügt über eine Kurbel mit zwei oder drei Kettenblättern, obwohl eine dreifach Kurbel im Rennrad Bereich recht selten anzutreffen ist, und einer 10-Fach Kassette. Seit der 4700er Serie ist die Tiagra auch mit hydraulischen Scheibenbremsen erhältlich. Die Brems-Schalthebel sind in ihrer Form sehr ähnlich zur aktuellen 105er und Ultegra. Die Felgenbremshebel unterscheiden sich hingegen stark von der Ergonomie der neuesten Hebel.
Die Auswahl an Übersetzungen der Kassette sind recht eingeschränkt im Vergleich zu den hochwertigeren Gruppen.
105
Bei jeder neuen Generation der 105er schreiben die Fachzeitschriften “die 105er ist näher an Ultegra als je zuvor” und es stimmt. Die R7000 Ist fast identisch zur Ultegra was die Ergonomie und Übersetzungen angeht. Die Brems-Schaltgriffe gibt es sogar in einer kleineren Version für Fahrer*innen mit kleinen Händen.
Wie auch die mechanischen Ultegra und Dura Ace, gibt es auch die 105er Gruppe nur noch mit zweifach Kurbeln und 11 Ritzeln an der Kassette. Die Übersetzungsbandbreite wird über die Kettenblätter (Standard 53-39, Semi-Compact 52-36 oder Compact mit 50-34 Zähnen) und die Kassette erzeugt, die es mit einer maximalen Zähnezahl von 25 bis 34 Zähnen gibt.
Ultegra R8000
Jetzt kommen zum ersten mal in der Gruppenreihenfolge Leichtbaukomponenten und besonders hochwertige Materialien zum Einsatz. Das bedeutet zum einen Gewichtsersparnis und etwas genauere Schaltvorgänge sowie ein präziseres Schaltgefühl. Sowohl die Kette als auch die Kassette bekommen eine spezielle Beschichtung, die für schnellere Schaltvorgänge sorgt. Insgesamt sorgen viele Anpassungen im Detail für ein spürbar besseres Schaltverhalten und geringeres Gewicht gegenüber der 105er Gruppe.
Dura Ace R9100
Carbon, Titan und ein unvergleichliches Finish. Die Dura Ace ist als Top Gruppe bis ins letzte Detail entwickelt und definitiv an die Rennfahrer und absoluten Enthusiasten gerichtet. Hier geht es darum, die letzten Gramm Gewichtsersparnis herauszukitzeln und weniger um eine Verbesserung der hervorragenden Schaltperformance der Ultegra.
Di2 Ultegra 8100 und Dura Ace 9200
Mit dem 12. Ritzel, neuen Schaltungstechnologien und verbesserter Bremsperformance sitzen die Ultegra und Dura Ace Di2 Gruppen an der Spitze der Rennrad Gruppen von Shimano. Das zusätzliche Ritzel an der Kassette wurde schlau integriert und sorgt für eine besonders feine Abstufung bei fast jeder Geschwindigkeit. Die Hyperglide+ Technologie aus den neuesten MTB Gruppen wurde in die neuesten Di2 Gruppen adaptiert und macht Schaltvorgänge geschmeidiger und schneller. Die größte Neuerung neben dem 12. Ritzel ist die kabellose Übertragung von Schaltbefehlen der Bremsschalthebeln.
Sram Schaltgruppen
Der US-Hersteller Sram hat sich bislang vor allem mit Spitzen-Komponenten im MTB-Bereich einen guten Namen gemacht. Allerdings macht Sram auch mit fortschrittlichen Technologien für Rennräder auf sich aufmerksam. Für jeden, der leichte Komponenten, hohe Präzision und Innovationen im Fahrrad-Bereich mag, ist Sram ein klingender Name.
Dabei kommt das Unternehmen auf ausgefeilte, neue Lösungen und zieht seine Vorteile unter anderem aus der Adaption von MTB-Technologie in den Rennrad-Bereich. Auf diese Weise entstehen Schaltgruppen mit Alleinstellungsmerkmalen. Aufgrund dessen nimmt Sram eine sehr interessante Stellung bei der Schalt-Technologie für Rennräder ein und macht Shimano mächtig Konkurrenz.
Hier sind die Gruppen hierarchisch nach einer Qualität geordnet. Während es sich bei der Red also um die absolute Top-Gruppe von Sram handelt, findet man in der Apex eine Einsteiger-Gruppe.
Im Allgemeinen findet man jedoch in jeder Sram-Schaltgruppe eine hohe Qualität vor, so dass man sich am besten ganz nach dem Einsatzzweck sowie dem Grad der Professionalität bzw. dem Leistungsniveau beim Rennradfahren entscheidet. Wer also die höchsten Ansprüche verfolgt und sehr professionell unterwegs ist, findet in der Red eine äußerst hochwertige und fortschrittliche Rennrad-Gruppe.
Wer dagegen ambitioniert ist, aber nicht zwingend die absolute Spitzen-Technologie benötigt, hat mit der Force eine gute Lösung gefunden. Sie ist vom Niveau her in etwa mit der Ultegra von Shimano zu vergleichen. Die Rival bietet dabei immer noch eine hohe Qualität und zahlreiche Optionen. Sie ist allerdings etwas schwerer als die Force, wodurch der Preis aber auch günstiger ist. Am preisgünstigsten ist jedoch klar die Apex. Die Red ist bei zahlreichen Profi-Teams im Einsatz und spielt ohne Zweifel in der obersten Liga bei den Rennrad-Gruppe mit. Sie verfügt über das Alleinstellungsmerkmal, dass sie die leichteste Rennrad-Gruppe auf dem gesamten Markt ist. Es wird schnell ersichtlich, dass die Red als Schaltgruppe Maßstäbe setzt. Sram hat sie sogar als „Höhepunkt der Rennrad-Technologie“ bezeichnet.
Campagnolo Schaltgruppen
Der italienische Hersteller Campagnolo konzentriert sich bei hochwertigen Schaltungen ganz auf den Rennrad-Bereich. Im Gegensatz zu den beiden Hauptkonkurrenten Shimano und Sram kann man hier also von einem Spezialisten sprechen. Dabei weist die Firma eine lange Tradition und ebenso viel Leidenschaft auf. Seit mehr als 80 Jahren treibt Campagnolo bereits Innovationen im Rennrad-Bereich voran. Ihre einmalige Tradition nutzen die Italiener für High-End-Gruppen.
Wie bereits erwähnt, hat Campagnolo lediglich fünf Gruppen im Angebot. Dabei konzentriert sich der Hersteller voll und ganz auf den High-End-Bereich, so dass man Einsteiger-Gruppen vergeblich sucht. Die Preise setzen bei Campagnolo höher als bei Shimano und Sram ein. Das liegt daran, dass hier bereits die vermeintlichen Einsteiger-Gruppen auf einem hohen Niveau liegen. So bringt auch die günstigste Gruppe Centaur herausragende Eigenschaften mit. Ein minimales Gewicht und maximale Effizienz: Die Super Record erfüllt Ansprüche der Extraklasse. Zweifelsohne bietet die Super Record den modernsten Stand der Technologie bei den Rennrad-Gruppen.
Zusammenfassung der Shimano Schaltgruppen
Bis auf Tiagra sind die aktuellen Rennrad Schaltgruppen alle mit zweifach Kurbeln und 11-fach Kassetten ausgestattet. Die großen Unterschiede liegen in der Verarbeitungsqualität, den Fertigungstoleranzen und verwendeten Materialien.
Glossar wichtiger Begriffe
- Bowdenzug: Stahlseil, das den Schaltimpuls vom Schalthebel mechanisch an das Schaltwerk oder den Umwerfer überträgt.
- Bremsschalthebel: Kombination aus Bremshebel und Schalthebel, vor allem an Rennrädern und Gravelbikes genutzt.
- E-Schaltung: Schaltung, bei der der Schaltimpuls per Kabel oder Funk übertragen wird und elektrische Stellmotoren den Schaltvorgang auslösen.
- Einfach-Antrieb: Schaltung mit nur einem Kettenblatt an der Kurbel.
- Entfaltung: Weg, den ein Fahrrad mit einer Kurbelumdrehung effektiv zurücklegt.
- Freilaufkörper: Bauteil der Nabe, das die Kraftübertragung beim Treten ermöglicht und das Rollen ohne Kurbelbewegung erlaubt.
- Hebelschellen: Ermöglichen die Montage von Schalthebeln direkt an der Lenkerschelle des Bremshebels.
- Kapazität: Angabe der Übersetzungsbandbreite aller Gänge einer Schaltung.
- Kettenlinie: Gibt an, um wie viel Millimeter rechts von der Rahmenmitte die Kette auf dem Kettenblatt läuft.
- Kettenschloss: Hilfsmittel zur Reparatur eines Kettenrisses unterwegs.
- Lochkreisdurchmesser: Angabe der Kompatibilität von Kettenblättern.
- Nabenschaltung: Schaltung, die das Gewicht der Schaltung auf die Hinterradnabe zentriert und sich im Stand schalten lässt.
- Narrow-Wide: Zahnprofil der Zähne an Kettenblättern von Einfach-Schaltungen, das für optimalen Halt der Kette sorgt.
- Schaltauge: Gewinde, an dem das Schaltwerk in den Rahmen geschraubt wird.
Verwandte Beiträge:
- Shimano GRX Schaltwerk 11-fach: Test & Kaufberatung
- Shimano Dura Ace Kassette 11-fach: Test, Vergleich & Kaufberatung
- Shimano XT Übersetzung: Die optimale Übersetzung finden
- Shimano EP8 App Einstellungen: Optimale Einstellungen für Deine E-Bike Tour
- BMW Motorrad Modelle: Unglaubliche Triumphe bei Leserwahlen & Top-Angebote in Siegen entdecken!
- Unvergessliche Radtour: Eger Radweg von Cheb nach Karlsbad – Die ultimative Streckenbeschreibung!
Kommentar schreiben