Shimano Schalthebel 11 Fach Test: Ein umfassender Überblick

Shimano bietet eine breite Palette an Schalthebeln mit 11-fach-Technologie an, die sowohl für Mountainbikes als auch für Gravelbikes geeignet sind. Dieser Artikel beleuchtet verschiedene Modelle und deren Leistung im Detail.

Shimano Schaltgruppen im Überblick

Eine Schaltgruppe besteht meist aus Schaltwerk (hinten), Umwerfer (vorne), Kurbelgarnituren, Kassetten, Kettenblätter, Schalthebeln, Bremshebeln und den dazugehörigen Scheibenbremsen. Manchmal werden vom Hersteller des Fahrrads aber auch Komponenten ausgetauscht, sodass die Teile nicht alle der gleichen Gruppe angehören.

  • Shimano Tourney: Für Einsteiger- und Freizeit-Fahrräder konzipiert.
  • Shimano Altus: Einstiegs-Schaltgruppe mit solider Leistung zu einem erschwinglichen Preis.
  • Shimano Acera: Ermöglicht erste Erfahrungen im Gelände.
  • Shimano Alivio: Für Alltagsfahrten und leichtes Gelände geeignet, zeichnet sich durch reibungslose und präzise Schaltvorgänge aus.
  • Shimano Deore: Hochwertige und leistungsstarke Schaltgruppe für Gelände- und Mountainbike-Touren, robust und zuverlässig.
  • Shimano SLX: Bietet Langlebigkeit, Zuverlässigkeit, Präzision und ein reibungsloses Schaltverhalten für Mountainbiker.
  • Shimano Deore XT: Zuverlässige Schaltleistung, präzise Gangwechsel und robuste Bauweise für Mountainbikes.
  • Shimano XTR: Für höchste Ansprüche an die Leistung von Mountainbikes, bietet schnelle und präzise Schaltung für anspruchsvolle Trail-Sessons.

Shimano GRX RX800: Die Gravel-Schaltgruppe im Test

Shimano bietet mit der GRX RX800 eine Schaltgruppe speziell für Gravel-Bikes und deren Anforderungen an. Der Schaltgruppen-Gigant aus Japan, der im Pro-Peleton die meisten Bikes ausstattet, hat erkannt, dass Gravel-Bikes spezielle Anforderungen an die eingesetzten Komponenten mit sich bringen. Mit der GRX-Familie möchte uns Shimano die perfekte Basis für endlosen und sorgenfreien Gravel-Spaß liefern - sowohl beim Schalten als auch beim Bremsen. Und das zu jeder Zeit, an jedem Ort und ohne zu meckern.

Die Shimano GRX-Gravel-Schaltgruppe ist in drei Abstufungen erhältlich und setzt sich aus der hochpreisigen RX800, die auf Shimano ULTEGRA-Niveau einzuordnen ist, der RX600 (105-Niveau) und der günstigen RX400 (Shimano TIAGRA-Niveau) zusammen.

Details und Erfahrungen im Dauertest

In den letzten Monaten hatten wir so einige Gravel-Bikes im Test, die mit allen Varianten der Shimano GRX-Schaltgruppe ausgestattet waren. Wie aber schlägt sich die mechanische RX800 im harten Dauertest über knapp 2.000 km? Eins sei verraten: Geschont wurde die Gruppe dabei nicht! Die ST-RX810-Schalthebel mit mechanischem Schaltsystem und hydraulischer Bremsanlage fallen wirklich groß aus, gerade im Vergleich zu den ST-RX815-Hebeln der elektronischen GRX Di2-Schaltgruppe. Optisch sind sie definitiv Geschmackssache. Fahrer, die entweder in der kalten Jahreszeit mit Handschuhen fahren oder große Hände besitzen, werden sich jedoch über das große Volumen freuen, ermöglicht es doch viele Griffpositionen.

Bergab wissen die ST-RX810-Schalthebel zu überzeugen und bieten durch die Profilierung auf dem Gummiüberzug, die sich auf langen Tagestouren mit 10 Stunden im Sattel jedoch merkbar in die Hände drückt, massig Grip. Der Drehpunkt des Schalt-/Bremshebels wurde sinnvoll verändert und zeigt sich extrem verbessert. Dadurch entwickelt man in den Hoods so viel Brems-Power, dass man in sehr steilem Gelände, in dem man ungern noch tiefer in die Drops gehen möchte, weiter in den Hoods fahren kann. Ein nicht zu verachtendes Vertrauens-Plus, sollte man nicht in den Unterlenker gehen wollen!

Neben dem optischen Aspekt, der vor allem an kleinen Gravel-Bikes ins Gewicht fällt, ist leider auch die Qualität der Beschichtung der Bremshebel negativ aufgefallen. Bereits der kleinste Kontakt zieht sofortige Kratzer mit sich, wodurch die ST-RX810-Bremshebel schnell mitgenommen aussehen. Positiv ist jedoch die Funktion der Beschichtung hervorzuheben. Auch ohne Handschuhe hat man bei nassen Bedingungen stets genügend Grip.

Bremsleistung der GRX-BR-RX810-Bremse

In puncto Brems-Power macht der Shimano GRX-BR-RX810-Bremse so schnell niemand etwas vor! Sie punktet nicht nur durch ordentlich Biss, sondern lässt sich noch dazu sehr intuitiv modulieren. Bei voller Zuladung und langen und steilen Bikepacking-Abfahrten, bei denen man es notgedrungen auch mal schleifen lassen muss, kam die Bremse am Hinterrad jedoch ans Limit. Um hier genügend Reserven zu haben, empfehlen wir den Umstieg auf eine 160er-Scheibe.

Schaltperformance und Wartung

Testfahrer Ben hat während der sechs Monate und den knapp 2.000 km genau eine Nachjustierung vornehmen müssen: das Nachspannen der Schaltzüge um eine halbe Umdrehung. Sonst nichts! Wie komfortabel ist das denn? Und das bei Fahrten durch staubiges Gelände, schlammige Pfade, hohes Gras und Flussdurchquerungen. Der Vorteil gegenüber der GRX Di2-Gruppe, die wir in der Vergangenheit ebenfalls oft und gerne gefahren sind, ist die einfache Wartung im Schadensfall an jedem Ort der Welt. Bei einem kaputten Akku oder einem Kabelriss an der Di2 seid ihr erstmal aufgeschmissen.

Die Schalt-Performance ist über jeden Zweifel erhaben und hat während des Tests mit klar definierten Schaltvorgängen geglänzt, die mit deutlichem Feedback einrasten. Der Clutch-Mechanismus am Schaltwerk verhindert effektiv das Schlagen der Kette auf die Kettenstreben und sorgt dadurch für ein ruhiges Fahren auf holprigen Wegen.

Shimano Deore XT M8000 im Detail

Die Shimano XT M8000 ist eine sehr unauffällige Schaltgruppe. Sie soll ohne Geräusche, schnell und exakt in den Gang wechseln, den ich brauche. Die Kette soll nicht abspringen und der Verschleiß soll sich ebenfalls in Grenzen halten und das ist der Fall.

Besondere Merkmale der Deore XT

  • Vielseitigkeit: Angeboten als 1x11, 2x11 und 3x11 Variante.
  • Kassette: 1x11 Gruppe mit 11-42 Kassette, 2-fach und 3-fach mit 11-40 Zähnen.
  • Kurbel: Spider tauschbar, um von Einfach- auf 2-fach umzurüsten.
  • Trigger: Hochwertiger Eindruck, Daumenhebel aus Metall.
  • Schaltwerk: Shadow Plus mit ultrastarker Feder.
  • Umwerfer: High Direct Mount Side Swing Umwerfer.

Fahrtest und Performance

Auffällig ist aber der deutliche und knackige Druckpunkt für das Runterschalten am Hinterrad. Die Schaltung schaltet sauber, exakt und zuverlässig. Ein weiterer Pluspunkt ist die hohe Federspannung des Schaltwerkes.

Shimano XTR im Test

Die Elffach-XTR-Gruppe ist wie ein Ferrari-Motor: ein absolutes Highend-Produkt mit tadelloser Funktion bei geringstem Gewicht, allerdings teuer im Unterhalt.

Details zum XTR-Test

  • Umwerfer/Schaltwerk: Schalten kraftvoll und präzise.
  • Kurbel: Beschichtung nicht sehr widerstandsfähig.
  • Kette: Geringes Gewicht, aber geringe Haltbarkeit.
  • Kassette: Ritzel verschleißen schnell.
  • Schalthebel/Züge: Sehr direkt, reibungsarm.

Shimano Ultegra: Eine vielseitige Rennrad-Schaltgruppe

Mit einem nie dagewesenen Variantenreichtum soll Shimanos jüngste Generation der Shimano Ultegra die Anforderungen aller Rennrad-Kategorien erfüllen. Von der Schaltgruppe gibt es allein vier Grundversionen: neben der mechanischen Schaltung auch eine elektronische Di2, und beide ­sowohl für Felgen- wie für hydraulische Scheibenbremsen.

Technische Vorteile und Verarbeitung

Dass sich die Ultegra, traditionell die Nummer zwei in Shimanos Produkt-Hierarchie, technisch wie optisch stark an der aktuellen Top-Gruppe Dura-Ace orientiert, überrascht nicht. Verarbeitet sind die Komponenten ­indes auf höchstem Niveau, ­wie man es von Shimano gewohnt ist.

Erfahrungen mit den Ultegra Schalthebeln

Wirklich frappierend ist, um wie viel besser die neue Gruppe schaltet. Mit der aktuellen Generation wird Shimanos Vorsprung gegenüber der Konkurrenz deutlich (unabhängig vom Funktionsprinzip), einen spürbaren Unterschied zwischen Ultegra und der viel teureren Dura-Ace hingegen gibt es nicht.

Obwohl die ­Federspannung des Schaltwerks etwas ­erhöht wurde, sind die Bedienkräfte und Hebelwege bei den neuen Shimano-Gruppen geringer als je zuvor. Dabei wirkt das System keinesfalls ­teigig, der Hebel meldet mit ­einem hör- und spürbaren „Klick“ den vollzogenen Schaltschritt.

Shimano MTB-Schaltungen im Überblick (Modelljahr 2020)

Shimano Schaltungen gelten bei MTB-Sportlern seit Jahren als ausgereifte und stets verlässliche Schaltgruppen mit Top-Performance.

Shimano XT M8100

Das erste Mal in der Geschichte der XT kommt die Mittelklasseschaltung aus Japan in einer 1x12-Version auf den Markt. Für Fans von zwei Kettenblättern gibt es die Gruppe laut Shimano ab Anfang 2020 auch mit Umwerfer und 10-45 Kassette sowie verschiedenen Kettenblattversionen.

Shimano SLX M7100

Günstiger und schwerer: Das ist meist das Credo der SLX-Gruppe im Vergleich zur Mittelklassegruppe XT. In Sachen Funktion und Performance steht die SLX der Schwestergruppe nur in wenigen Dingen nach.

Shimano XTR M9100

Mit der M9100 stellten die Japaner 2018 ihre erste 1x12-Mountainbike-Schaltung vor. Weiterhin bietet Shimano die Topgruppe mit Umwerfer an, die 2x12 Antriebe kommen mit einer speziellen Kassette, deren Spektrum 10-45 umfasst.

Shimano XTR M9000 Di2

2014 präsentierte Shimano die erste elektronische Schaltung fürs Mountainbike. Die Gänge werden von einem elektronische Stellmotor am Schaltwerk gewechselt, der seine Befehle vom Schalthebel per Kabel übermittelt bekommt.

Weitere Shimano Gruppen im Überblick

  • Shimano XTR M9000: Als Zweifach-Gruppe entwickelt, 2x11-Varianten mit Shadow Plus Technologie.
  • Shimano XT M8000: Solide Gruppe für wenig Geld, als 2x11-Gruppe entwickelt, umrüstbar auf 1x11.
  • Shimano XT M8000 Di2: Elektronische Di2-Technologie, besonders sinnvoll für Zweifach-Antrieb.

Zusammenfassung

Shimano bietet eine breite Palette an 11-fach Schalthebeln für verschiedene Anwendungen, von Gravelbikes über Mountainbikes bis hin zu Rennrädern. Die Modelle unterscheiden sich in Preis, Gewicht, Leistung und Technologie. Die Wahl des richtigen Schalthebels hängt von den individuellen Bedürfnissen und Vorlieben des Fahrers ab.

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