Der Markt für Fahrradschaltungen ist hart umkämpft, insbesondere zwischen den beiden Giganten Shimano und Sram. Beide Komponentenriesen versuchen ihre eigenen Wege zu gehen und mit technischen Features aufzutrumpfen.
Shimano XT mit Dyna-Sys-Technologie
Ab diesem Frühjahr gibt es die Shimano XT mit Dyna-Sys-Technologie - und damit 3x10 Gängen. Kennzeichen der neuen Dyna-Sys-Parts: das markante "D".
Dyna-Sys-Parts im Detail
Für Shimano XT: Modellbezeichnung: SL-M770-10/R 2-Way-Release, Multi-Release Abnehmbare optische Ganganzeige. Dyna-Sys-Parts im Detail: KurbelgarniturFür Shimano XT: Modellbezeichnung: FC-M770-10 HOLLOWTECH II 42-32-24 Zähne Mittleres Kettenblatt aus Stahl/Carbon-Verbundwerkstoff
Shimano SLX mit Dyna-Sys-Technologie
Auch die SLX-Gruppe der Japaner kommt mit Dyna-Sys und 3x10.
Dyna-Sys-Schaltwerk für Shimano XT
Modellbezeichnungen: RD-M773-SGS/RD-M773-GS SHADOW Gesamtkapazität 43Z (SGS), 35Z (GS) Leit- und Spannröllchen mit gedichteten Lagern.
Dyna-Sys-Schaltwerk für Shimano SLX
Modellbezeichnung: RD-M663-SGS SHADOW Gesamtkapazität: 43Z.
Dyna-Sys-Parts im Detail: Umwerfer
Modellbezeichnungen für Shimano XT (4 Versionen):
- FD-M770-10 TOP SWING Umwerfer
- FD-M770-10E TOP SWING Umwerfer (Innenlagermontage)
- FD-M771-10 DOWN SWING Umwerfer
- FD-M771-10D Direct Mount Umwerfer
Modellbezeichnungen für Shimano SLX (4 Versionen):
- FD-M660-10 TOP SWING Umwerfer
- FD-M660-10E TOP SWING Umwerfer (Innenlagermontage)
- FD-M661-10 DOWN SWING Umwerfer
- FD-M661-10D Direct Mount Umwerfer
Dyna-Sys-Parts im Detail: Kassette
Für Shimano XT: Modellbezeichnung: CS-M771-10 Abstufungen: 11-36Z / 11-34Z / 11-32 Zwei Spider, auf die jeweils drei Ritzel montiert sind Aluminium-Verschlussring
Für Shimano SLX: Modellbezeichnung: CS-HG81-10 Abstufungen: 11-36Z / 11-34T Zwei Spider, auf die jeweils drei Ritzel montiert sind
Dyna-Sys-Parts im Detail: Kette
Für Shimano XT: Modellbezeichnung: CN-HG94 HG-X 10-fach-Kette Laufrichtungsgebundene Kette Finish: Zink-Legierung Nicht mit 10-fach-Rennradketten kompatibel!
Für Shimano SLX: Modellbezeichnung: CN-HG74 HG-X 10-fach-Kette Laufrichtungsgebundene Kette Finish: Grau Nicht mit 10-fach-Rennradketten kompatibel!
Vergleich: Shimano vs. Sram
Shimano und Sram treten zum Duell an - von der Einsteigergruppe bis zur Highend-Klasse. Seit Jahren eine Selbstverständlichkeit: Biker bedienen die Gänge bequem via perfekt gerastertem Schalthebel vom Lenker aus. Doch wer genauer hinsieht, erkennt die unglaubliche technologische Leistung dahinter. Selbst unter Last oder bei schlammigen Bedingungen wandert die Kette geschmeidig zwischen Ritzeln und Kettenblättern rauf und runter. Maschinenbau vom Feinsten.
Bei den unterschiedlichen Bedürfnissen der Biker reicht es aber nicht, eine einzige Gruppe anzubieten. Das Portfolio reicht sowohl bei Shimano als auch bei Sram von günstigen Einsteigerprodukten bis zur Highendklasse. Aber welche Gruppe ist für welche Biker die beste? Bei dieser Vielfalt an Gruppen geht der Überblick schnell verloren. MB beschreibt deshalb die wichtigsten Schaltkomponenten von Sram und Shimano im Detail und zeigt, welche Parts nicht nur optisch, sondern auch im Praxiseinsatz glänzen.
Das Testfeld reicht von den Einsteigergruppen Shimano Deore und Sram X.5 bis zu den exklusiven und hochpreisigen Klassen XTR und X.0. Dazwischen liegt Shimanos brandneue SLX, die in Zukunft die Deore LX ersetzen wird. Sram versucht mit der X.7 dagegenzuhalten. Eine Klasse darüber wetzt Shimano mit der Deore XT die Messer und tritt gegen die Sram X.9 an.
Parallel zu diesen Duellen musste auch Shimanos neue "No gravity"-Gruppe Saint zeigen, was sie kann. Ohne Konkurrenz, denn Sram bietet in diesem speziellen Segment keine eigens dafür ausgelegte Schaltungsgruppe an. Sram bietet im Gegensatz zu Shimano übrigens ohnehin keine reinrassigen Komplettgruppen an, sondern bedient sich, was die Kurbeln betrifft, bei der hauseigenen Marke Truvativ.
Bei Sram etwa legt der Schaltzug gegenüber Shimano den doppelten Weg zurück, um das Schaltwerk zu bewegen. Dadurch verdoppelt sich aber weder der Hebelweg, noch halbiert sich die Schaltkraft. Aber: Wenn sich der Schaltzug mit der Zeit längt, wirkt sich das beim 1:1-Übersetzungsverhältnis von Sram weniger aus als beim 1:2-Übersetzungsverhältnis von Shimano. Das Schaltwerk funktioniert deshalb ohne Nachjustierung länger. Das Ganze birgt aber auch den Nachteil, dass sich durch den größeren Weg in der Zughülle auch die Reibung vergrößert.
Der jüngste Streich von Shimano dagegen: Die "Shadow"-Technologie, die sich im Markt schnell etabliert hat. Die schmale Bauweise des Schaltwerks schützt wirksam gegen "Feindberührung" auf engen Trails. Perfekt auch in der Praxis auf dem Trail: das "Multi-Release"-Prinzip von Shimano, das Schaltsprünge über zwei Ritzel auf größere Gänge an der Kassettte ermöglicht. Solche Neuentwicklungen kommen in der Regel zuerst in der Top-Gruppe zum Einsatz und wandern erfahrungsgemäß erst mit der Zeit langsam zu den günstigeren Gruppen über.
Wer lieber ein paar Euro spart, aber trotzdem nicht auf hohe Qualität verzichten will, für den ist das mittlere Preissegment optimal. Einsteiger und Sparfüchse finden meist in der unteren Klasse das Passende. Gruppen, die unter Deore oder X.5 liegen, eignen sich zum sportlichen und ernsthaften Mountainbiken dagegen nicht, weil sie bei den hohen Belastungen im Gelände auf Dauer einfach überfordert sind.
Trotzdem kann viel Geld sparen, wer die Komponenten untereinander mixt - was sich insbesondere bei begrenztem Budget empfiehlt. So können Sie bereits mit einer Kurbel, die eine Klasse tiefer rangiert, einiges an Geld sparen. Wer seine Gruppe nicht sichtbar abwerten will, kann etwa durch eine günstigere Kassette sparen und trotzdem den Schein der Luxusklasse wahren. Vorsicht ist aber beim Mischen von Shimano- und Sram-Parts geboten. Während die Umwerferseite kompatibel ist, funktioniert der Mix auf Schaltwerksseite wegen des unterschiedlichen Schaltzugwegs nicht. Wer trotzdem kombinieren will, hat bei Sram die Möglichkeit, Shimano-kompatible Trigger-Hebel zu benutzen.
Zu den Standard-Shiftern bieten beide Hersteller jeweils eine Alternative an. Sram mit leichten Drehgriffschalter, die durch die hohe Schaltgeschwindigkeit bei Racern beliebt sind. Shimano bietet alternativ "Dual-Control"-Griffe an. Bremshebel, die gleichzeitig als Schalthebel dienen und sehr leicht sind. Das macht sie bei Racern beliebt - viele Tourenfahrer oder Enduro-Piloten kommen im technischen Terrain aber mit der Doppelbelegung der Hebel nicht zurecht. Wie sich die beiden Schaltungsriesen im Detail auch unterscheiden - sie verfolgen eine Strategie: durch unterschiedliche Technologien und Preisklassen ein möglichst breites Marktsegment abdecken.
Während Sram seine Trigger nur für den Daumen konzipiert, ermöglicht es Shimano, die hinteren Schalthebel mit Daumen oder Zeigefinger zu bedienen. Sram kennt keine Grenzen, was die Anzahl der geschalteten Gänge pro Hebelweg angeht. Mit etwas Übung gelingen zwei Kettenblätter oder bis zu fünf Ritzel mit einem Daumendruck. Die Anschlagschrauben platzieren die Amerikaner gut zugänglich an der Seite. In Sachen Umwerfermontage liegt aber Shimano vorn. Die schräg platzierte Schraube an der Schelle ermöglicht ungehinderte Fixierung am Sitzrohr. Im Klassenvergleich der Günstigen zeigen sich bereits erste Unterschiede. Die Deore-Shifter klicken definierter als die der X.5. Beim Umwerfer zeigen aber beide Gruppen Schwächen. Der Sprung in die nächste Klasse erfolgt bei Shimano deutlicher als bei Sram. Die knackigen Schaltvorgänge der neuen SLX unterscheiden sich kaum noch von der einer XT. Die X.7 kämpft noch mit dem Umwerfer, liefert aber eine ansonsten gute Schaltperformance ab. Beim Sprung in die Hochleistungsklasse legt Sram deutlich nach.
Die X.9 schaltet bereits im Sram-typischen Stil - knackig und präzise. Die XT befindet sich ähnlich wie die SLX am Zenit bei der Schaltperformance. In der Oberklasse setzen beide Hersteller noch einen drauf. Sram gefällt durch seine stark gerasterten X.0-Shifter. Durch den Einsatz von Carbon und Titan sinkt das Gewicht nochmals deutlich. Shimano kann mit der XTR sogar noch leichter, schaltet aber nicht ganz so knackig wie die XT.
Die richtige Gruppe hängt vom Einsatzgebiet, persönlichen Vorlieben und vom Budget ab. Wer Top-Performance sucht, kommt an X.0 oder XTR nicht vorbei. Mit etwas Cleverness lässt sich aber viel Geld sparen, indem man sich seinen individuellen Mix sucht.
Kompatibilität und Austauschbarkeit
Mehrere Nutzer diskutierten die Austauschbarkeit von Shimano-Schalthebeln. Es wurde festgestellt, dass bei Shimano bei 8-fach und 9-fach sowohl bei den MTB- als auch den Rennradkomponenten alle den gleichen Seilweg hatten. Sprich, alles ist untereinander austauschbar.
Allerdings gibt es Unterschiede zwischen den einzelnen Gruppen. Unterschiede sind (neben etwas anderem Design und Materialien):
- Keine Demontagemöglichkeit der Lenkerschelle (u.U. für irgendwelche Bastelumbauten relevant)
- Nur bis zu 3 Gangsprünge nach oben und 1 Gangsprung nach unten möglich.
Alternativen und Umstieg auf 10-fach
Es wurde die Frage aufgeworfen, was gegen einen Umstieg auf 10-fach spricht, wenn Neuteile benötigt werden. Die alten 9fach-Teile kann der TE auf seinen anderen Rädern noch auffahren. Die Vorteile der 10fach Schaltung gibt es gratis dazu. Ein weiterer diskutierter Vorteil der 10-fach Schaltung ist, vorne auf das dritte Kettenblatt verzichten zu können.
Einige Nutzer bevorzugen jedoch weiterhin 9-fach Schaltungen. Es gibt kein richtig oder falsch, ich kann mir eben jetzt für mich persönlich passende Antriebe zusammenstellen. Selbst mein neustes Rad hat 9fach (Sora). Ein wichtiger Grund gegen 10-fach: Man kann MTB-Teile und Rennradteile nicht mehr kombinieren. Andererseits kann man alte, vorhandene Sachen ja noch an anderen Rädern aufbrauchen.
Microshift Shifter
Es wurde auch kurz die Frage nach Erfahrungen mit Microshift Shiftern aufgeworfen.
Tipps zur Fehlersuche und Verbesserung der Schaltperformance
Um die Schaltperformance zu verbessern, wurden folgende Tipps gegeben:
- Knickfreie Zugverlegung mit möglichst großen Radien.
- Oberes Leitröllchen am Schaltwerk mit wenig seitlichem Spiel (z.B. die erwähnten Tacx-Rollen mit Kugellagern, gibts für ca.
9-fach vs. 10-fach: Eine Zusammenfassung der Vor- und Nachteile
Nachdem die Kompatibilität von Shimano bis 9-fach in sich kompatibel und ab 10-fach in sich kompatibel ist, dann sehe ich für mich jetzt also 2 Optionen:
Option für 9-fach:
- breitere Kette
- größere Auswahl an günstigen Kurbeln
- ich kann mein vierkant Tretlager weiterfahren (20€ Ersparnis)
Option für 10-fach:
- Zukunftsfaehig, neue tolle Produkte werden hierfür kommen
- Ersatzteile
- xt-Schalthebel
Verfügbarkeit von XT-Komponenten
Es wurde angemerkt, dass die besseren 9-Fach Shimano Komponenten (XT, SLX, Deore) auslaufen. Den XT- oder gar XTR-Hebel auf Halde zu legen ist bei deinem Fuhrpark sicher nicht verkehrt. Nur kommst du da bissl spät. Bei Rose, CNC und Kurbelix finde ich nix mehr. Alivio, Acera, das ist das höchste der Gefühle, womit Shimano den Markt noch versorgt. XT 9fach MTB Hebel scheint es nicht mehr zu geben.
Empfehlungen für den Kauf von Komponenten
Die Qualität einer Schaltung wird im Hebel entschieden, daher würde ich es umgekehrt machten: xt Schalthebel und Deore Schaltwerk! oh, okay. Aber ich finde keine XT-Schalthebel für nur 9 Gaenge hinten.
Shimano Gruppen im Vergleich
Hier ist eine Zusammenfassung der verschiedenen Shimano und Sram Schaltgruppen, die in dem Artikel erwähnt werden:
| Gruppe | Hersteller | Typ | Einsatzbereich |
|---|---|---|---|
| Deore | Shimano | Einsteiger | Sportliches Mountainbiken |
| SLX | Shimano | Mittelklasse | Vielseitig |
| Deore XT | Shimano | Höherwertig | Anspruchsvolle Fahrer |
| XTR | Shimano | High-End | Wettkampforientiert |
| X.5 | Sram | Einsteiger | Sportliches Mountainbiken |
| X.7 | Sram | Mittelklasse | Vielseitig |
| X.9 | Sram | Höherwertig | Anspruchsvolle Fahrer |
| X.0 | Sram | High-End | Wettkampforientiert |
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