Die meisten Fahrräder sind beim Kauf mit einer Gangschaltung ausgestattet. Natürlich gibt es aber auch 1-Gang-Bikes. Bei der „Dual Drive“ Gangschaltung von SRAM werden Kettenschaltung und Nabenschaltung miteinander kombiniert.
Häufige Ursachen für Schaltprobleme
Deine Schaltung funktioniert nicht mehr, macht komische Geräusche oder die Kette springt? Für das alles kann eine falsch eingestellte Schaltung der Grund sein. Es gibt aber noch ganz andere Ursachen, die man oft nicht auf dem Schirm hat.
Hier sind fünf Tipps, die helfen können, wenn das Einstellen nicht funktioniert:
1. Verschleiß
Immer in Bewegung erleidet der Antrieb unserer Bikes einiges an Abrieb - besonders zusammen mit Schmutz und Witterung. Mit Messlehre und/oder Augenmaß lässt sich dieser Verschleiß erkennen: Sind die Zähne (Zacken) an der Kassette oder am Kettenblatt abgerundet, sollten diese getauscht werden. Bei der Kette kommt es darauf an, ob sich der Abstand zwischen den Kettengliedern vergrößert hat, was mit der Zeit bei jeder Kette passiert. Mit dem bloßen Auge ist dies nicht zu erkennen, deshalb benötigt man ein Messwerkzeug. Lässt sich dieses zwischen die Kettenglieder schieben, ist die Kette sozusagen ausgeleiert und muss ersetzt werden. Aber Obacht: es gibt unterschiedliche Kettenlehren für 11- bzw. 12-Fach Ketten. Es lohnt sich außerdem Teile zusammen zu tauschen. Eine neue Kette auf rund gefahrenen Kettenblatt- oder Kassettenzähnen kann springen und ist so bald wieder hinüber.
2. Reibung
Wie oft man seine Kette ölen muss, hängt davon ab wie oft man fährt und bei welchen Bedingungen. Vor dem Ölen sollte man auf jeden Fall den Antrieb und die Kette putzen. Am besten nicht nur mit Wasser und Waschmittel, sondern auch mit Kettenreiniger, der fettlösend wirkt. Das ist wichtig, da Öl quasi anziehend auf Dreck wirkt und sich mit diesem über die Zeit verbindet. Falls man altes Öl nicht entfernt, wird es zu einer üblen Patina, welche für eine erhöhte Reibung im Antrieb sorgt, und somit jeden Schaltvorgang beeinträchtigt. Sieht dein Antrieb wie auf dem Bild aus, solltest du Putzen, Entfetten und dann neu Ölen!
3. Schaltauge oder Schaltkäfig verbogen
Das Schaltauge ist die Verbindung zwischen Schaltwerk und Rahmen und gibt bei einem Sturz als Erstes nach, um die anderen Teile zu schonen. Mit einem Spezialtool kann man selbst oder ein Mechaniker im Radladen ein verbogenes Schaltauge erkennen und richten. Ist ein Schaltauge zu stark verbogen, muss man es tauschen. Dabei gilt es zu beachten, dass viele Hersteller ihre eigenen Standards haben und nicht jedes beliebige Schaltauge zu jedem beliebigen Rad passt. Ein weiteres Teil, das schnell mal verbogen ist, ist der Schaltkäfig. Das fällt leider nicht immer gleich auf. Um einen verbogenen Schaltkäfig zu erkennen, baut man diesen am besten aus und legt diesen auf eine glatte Oberfläche. Liegt der Schaltkäfig nicht plan auf, ist dieser verbogen und man muss ihn tauschen oder soweit es möglich ist gerade biegen.
Bei allen "Biegereien" am Rad muss man sich aber bewusst sein, dass das Material an dieser Stelle dadurch weiter geschwächt wird und sogar brechen kann. Außerdem erlischt dadurch mit großer Sicherheit die Herstellergarantie für dieses Teil.
4. Schalthebel und Schaltkabel
Wenn eine Schaltung nicht mehr funktioniert, muss das nicht immer am Schaltwerk oder dem Umwerfer liegen, auch der Schalthebel kann defekt sein. Ist der Ratschen-Aufbau im Inneren des Schalthebels abgenutzt oder verschmutzt, kann dieser Gänge überspringen oder für ungleichmäßiges Schalten sorgen. Ebenso der Schaltzug, welcher, falls gerostet, in seiner Hülle mehr Reibung erzeugt. Um dem vorzubeugen, empfiehlt es sich, ab und zu einen Tropfen Kettenöl auf den Schaltzug zu geben. Nicht aber in den Schalthebel, da dies zur Verschmutzung beitragen kann.
5. Kettenumschlingung
Das Schaltwerk einzustellen, sollte anhand einer detaillierten Anleitung möglich sein. Ansonsten liegt das Problem eventuell doch noch bei Grund 1 bis 4. Ein oft vernachlässigter Schritt beim Einstellen ist das Justieren der Kettenumschlingung. Diese stellt man an Sram-Schaltwerken anhand einer Schablone und bei Shimano-Schaltwerken mit einem Maßband ein. Kettenumschlingung bedeutet, wie nah das Schaltwerk die Kette an die Kassette führt. Je näher das Schaltwerk an der Kassette steht, umso weiter umschlingt die Kette die Ritzel der Kassette. Dabei gibt es einen vom Hersteller genau definierten Abstand, indem die Kette am besten läuft.
Detaillierte Fehlerbehebung und Reparatur
Reinigung der Schaltung
Der häufigste Grund für eine schwer gehende Schaltung sind angesammelte Verunreinigungen. Schlechtes Wetter oder Geländefahrten gehen an keinem Fahrrad spurlos vorbei. Dieser Schmutz kann sich bevorzugt am Umwerfer und den dazugehörigen Zahnrädern (am Hinterrad), aber auch in den Ummantelungen der Schaltzüge befinden. Für die Reinigung benötigen Sie zunächst warmes Wasser mit etwas Spülmittel und eine alte Zahnbürste. Der Umwerfer am Hinterrad führt, je nach ausgewähltem Gang die Kette, und ist somit von zentraler Bedeutung für eine funktionierende Gangschaltung. Reinigen Sie den Umwerfer und die dazugehörigen Zahnräder vorsichtig und gründlich mit der Seifenlauge und der Zahnbürste. Befreien Sie auch die Kette von allen Schmutzpartikeln. Wenn alles wieder trocken ist, schmieren Sie im Anschluss alle Komponenten ausreichend mit Kriechöl. Schützen Sie den Boden und Ihre Kleidung vor Verunreinigungen. Beachten Sie auch, dass das Öl nicht mit der Felge in Berührung kommt, da sonst die Bremsleistung negativ beeinträchtigt werden kann.
In den meisten Fällen reichen diese Maßnahmen schon aus, um das Problem zu beheben. Geht Ihre Schaltung immer noch schwer, sollten die Ummantelungen der Schaltzüge gereinigt werden. Dafür lösen Sie den Schaltungszug vom Umwerfer bis zum Schaltgriff. Die Ummantelung können Sie in die Spülmaschine legen, so wird der Schmutz ganz einfach gelöst. Im Anschluss fädeln Sie den Schaltungszug wieder ein und befestigen ihn an der Schraube des Umwerfers. Geben Sie an dieser Stelle und am Schalthebel (am Lenker) ebenfalls einen Tropfen Kriechöl. Nun sollte Ihre Gangschaltung wieder einwandfrei und leicht funktionieren.
Schaltauge überprüfen und richten
Das Schaltauge verbindet am Fahrrad den Rahmen und die Schaltung - genau genommen das Schaltwerk. Ist das Schaltauge - das meist aus Aluminium besteht und den Rahmen bei Stürzen schützen soll - stark verbogen, geht beim Schalten so gut wie nichts mehr. Am besten, man besorgt sich für den Fall der Fälle schon mal ein Austauschschaltauge (Achtung: Je nach Hersteller und Modell unterschiedlich!) und steckt es ins Werkzeugfach des Bike-Rucksacks.
Das Schaltauge ist ein unscheinbares Teilchen am Mountainbike, das oft dafür verantwortlich ist, dass die Schaltung nicht einwandfrei funktioniert. Man bemerkt es aber sofort, wenn es verbogen oder gebrochen ist.
Ein Schaltauge findet sich an jedem Bike. Oft wird es übersehen. Und doch kommt ihm eine entscheidende Funktion zu. Das Schaltauge fungiert als Sollbruchstelle zwischen Rahmen und Schaltwerk. Es soll beide vor gröberen Schäden schützen, wenn das Schaltwerk etwa an einer Wurzel oder einem Ast hängen bleibt. Deshalb ist das Schaltauge aus sprödem Material gefertigt. Wird die Belastung zu hoch, bricht es. Bevor es knackt, kann es aber auch verbiegen. Dann funktioniert die Mountainbike-Schaltung nur noch eingeschränkt, da die Flucht von Schaltwerk und Ritzeln nicht mehr stimmt. Bisweilen sind Schaltaugen sogar im Neuzustand leicht verbogen. Um sie behutsam auszurichten, arbeitet man am besten mit einem speziellen Richtwerkzeug. Stark verbogene Exemplare tauscht man besser aus.
Zum Ausrichten des Schaltauges muss das Hinterrad gerade im Rahmen sitzen, und es sollte keinen Seitenschlag haben. Danach wird mit der Richtlehre oben und unten an der Felge Maß genommen. Ist das Schaltauge gerade, sollte der Abstand der Lehre zur Felge überall gleich sein. Falls nicht, das Schaltauge vorsichtig zurechtbiegen.
Bei stark verbogenen oder gebrochenen Schaltaugen hilft nur ein Tausch. Es gibt abhängig vom Bike-Rahmen unzählige Schaltaugentypen. Am besten besorgt man sich schon vor dem Defekt eines auf Reserve. Bei der Montage Drehmomentangabe des Herstellers beachten. Eine nicht funktionierende Schaltung macht ein Fahrrad unfreiwillig zum Singlespeed.
Schalthebel warten und reparieren
Wenn die Schaltung mal wieder hakt und ihr Gänge nicht hoch oder runter schalten könnt, liegt das bei einer indexierten Schaltung nicht selten an einem verdreckten bzw. verklebten Innenleben des Schalthebels durch altes Fett. Wenn ihr Glück habt, könnt ihr das Problem beheben, ohne, dass ihr den Schalthebel zerlegen müsst. Viele Hebel haben kleine Wartungsöffnungen (kleines Loch). Nehmt euch einfach einen Entfetter oder WD-40 und sprüht dies in die Öffnung und am besten auch in jede andere Ritze, die ihr am Hebel finden könnt. Danach betätigt ihr die Schaltung ganz oft nach oben und nach unten. Wenn das Fett im Schalthebel schon sehr alt ist, werdet ihr dieses kaum von außen lösen können. Dann könnt ihr den Schalthebel nur noch zerlegen und reinigen. Meistens reicht es dabei aber schon, wenn ihr die größeren Abdeckungen entfernt.
Wenn der Shimano Schalthebel 7 fach lediglich durch Verklebungen oder ausgetrocknete Bauteile nicht mehr einwandfrei funktioniert, so kann ein wenig Fett in der Schaltung ausreichen, um das Problem zu beheben. Oft handelt es sich jedoch um ein schwierigeres Problem, sodass der Schalthebel freigelegt werden muss, um ihn zu reparieren bzw.
Nach dem Entfernen des Gehäuses hat man freie Sicht auf das Innenleben der Shimano Schaltung. Auch wenn es verschiedene Modelle der Shimano Schaltwerke gibt, ähneln sich die meisten Varianten in der Funktionsweise. Im Allgemeinen ist es nicht erforderlich, alle Schrauben zum Öffnen des Gehäuses zu lösen, denn normalerweise hält nur eine einzelne Schraube die Staubschutzkappe. Innen befinden sich mehrere Federelemente und Zahnrädchen in dem Schalthebel. Die Rädchen und die krallenähnliche Mechanik, die von einer Feder betrieben wird, sorgen für die gezielte Schaltung in die schweren und leichten Gänge. Wenn man den Shimano Schalthebel bedient, drückt die entsprechende Feder gegen die Kralle an die Rädchen, sodass die nächste Position einrastet: Die aufgebaute Spannung der Feder rückt das Schaltungskabel weiter, was wiederum das gesamte Schaltwerk auf das benachbarte Ritzel springen lässt. Bei einem Defekt der Schaltung ist eine Kontrolle der Federn, Rädchen und Krallen im Schalthebel oft der erste Schritt. Eventuell muss man etwas Schmiermittel bzw. Öl hineingeben, damit sich die einzelnen Teile wieder ordnungsgemäß bewegen lassen.
Als Erstes baut man den Schaltzug aus. Die Experten empfehlen, dafür den höchsten Gang einzustellen. Nach der Demontage des Gangschalters vom Fahrradlenker entfernt man sämtliche Schrauben, damit man Zugriff auf den Mechanismus hat. Hier ist große Konzentration gefragt, um den Überblick über die Reihenfolge der zahlreichen Teile zu behalten. Zubehör und Bauteile werden mit dem entsprechenden Mittel gereinigt und gut abgewischt. Wenn sie getrocknet sind, behandelt man sie noch mit Sprühöl, damit die beweglichen Elemente nicht zu schnell verschleißen. Danach fügt man alles zusammen und montiert den Schalthebel am Fahrradlenker. Wenn diese Wartungsarbeiten nicht zum gewünschten Erfolg führen, so braucht man einen neuen, funktionstüchtigen Shimano Schalthebel.
Zusammenfassung der Ursachen und Lösungen
| Problem | Mögliche Ursachen | Lösungsansätze |
|---|---|---|
| Schwergängige Schaltung | Verschmutzung, Verklebung, Rost | Reinigung, Schmierung, Austausch der Schaltzüge |
| Ungenaues Schalten | Verbogenes Schaltauge, verschlissene Kette/Kassette | Schaltauge richten/tauschen, Kette/Kassette erneuern |
| Defekter Schalthebel | Verschmutzung, Abnutzung, defekte Mechanik | Reinigung, Schmierung, Austausch des Schalthebels |
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