Wie alle anderen Gebrauchsgegenstände unterliegt auch das Fahrrad gewissen negativen Einflüssen, wie zum Beispiel Verschleiß oder aber auch einfach nur „dem Zahn der Zeit“. Dabei kommt es nicht immer darauf an, ob Sie Viel- oder Gelegenheitsfahrer sind. Im Falle einer springenden Fahrradkette ist ebenfalls der erste Schritt, sich auf die Suche nach der Ursache zu begeben.
Häufige Ursachen für eine springende Kette
- Falsch eingestellte Schaltzugspannung: Oftmals ist eine falsch eingestellte Schaltzugspannung schuld an der springenden Kette.
- Verschmutzung: Es könne eben auch möglich sein, das die Fahrschaltung springt, weil der Umwerfer oder der Shifter so extrem verschmutzt sind und die Kette daher nicht mehr sauber auf den Zähnen aufliegt.
- Verschleiß: Wenn diese Fehlerquellen aber ausgeschlossen werden können, ist es ebenfalls möglich, dass die Kette und oder die Ritzel im Laufe der Zeit einfach zu sehr abgenutzt sind. Dies kann ebenfalls ein Springen der Fahrradschaltung verursachen.
- Verbogenes Schaltauge: Das Schaltauge ist die Verbindung zwischen Schaltwerk und Rahmen und gibt bei einem Sturz als Erstes nach, um die anderen Teile zu schonen.
Erste Schritte zur Fehlerbehebung
Die Suche nach der Ursache ist immer der erste Schritt zur Lösung. Im zweiten Schritt empfehlen wir meist den Versuch zu unternehmen, das Problem selbst zu lösen. Je besser Sie Ihr Bike kennen, desto einfacher ist es. Zuviel Respekt vor der Technik hält gerade Hobbybiker oftmals ab, selbst Hand anzulegen. Dabei lohnt sich ein genauer Blick um festzustellen, dass ein Problem mit etwas Einsatz und der nötigen Geduld manchmal gar nicht so unlösbar ist wie es scheint. Mit unseren Ratgebern und Anleitungen versuchen wir, Sie dabei bestmöglich zu unterstützen.
Schaltzugspannung einstellen
Oftmals ist eine falsch eingestellte Schaltzugspannung schuld an der springenden Kette. In den meisten Fällen springt die Kette am hinteren Schaltwerk, die vorderen Kettenblätter stehen für gewöhnlich zu weit auseinander. Stellen Sie im Anschluss den letzten sauber schaltbaren Gang vor dem Kettensprung ein. Springt die Kette über das erste oder letzte Ritzel muss zunächst der Schaltbereich am Schaltwerk eingestellt werden. Springt die Kette weiterhin muss wahrscheinlich die Zugspannung eingestellt werden. Die Einstellschrauben für diesen Vorgang befinden sich für gewöhnlich am Lenker, direkt am Schalthebel. Durch das Drehen an der Schraube wird die Spannung erhöht bzw. gelöst. An dieser Stelle ist Fingerspitzengefühl und vor allem Geduld gefragt. Um die richtige und saubere Einstellung zu finden, sollten Sie die Schraube jeweils um ¼ Drehung bewegen und anschließend alle Gänge durchtesten.
Nabenschaltung justieren
Bei der sogenannten Nabenschaltung befindet sich hinten am Schaltgehäuse eine kleine Kette mit einem Bowdenzug. Dieser schaltet die Gänge. An der Kette befindet sich außerdem ein kleines Schraubgewinde, mit welchem man die Fahrradschaltung eingestellt bzw. ganz fein justiert werden kann. Hier ist es wichtig, immer nur ein ganz kleines feines Stückchen weiter zu drehen und die Funktionsweise sofort zu testen.
Weitere mögliche Defekte
Wenn es nicht an der Justierung liegt, dass die Schaltung rausspringt, könnte der Defekt auch am Schalthebel selbst oder am Bowdenzug liegen. Am besten testen Sie mal, ob die Drehgriffschaltung oder der Schalthebel sauber einrastet. Bei der Kettenschaltung hingegen kann es natürlich ebenfalls am Bowdenzug oder am Schalthebel liegen. Vielleicht sind die Seilzüge aber auch nur trocken und klemmen deshalb ein wenig.
Verschleiß erkennen und beheben
Wenn stark abgenutzt oder gar fehlende Zähne in der Kette erkannt werden, muss eine neue Kassette oder einzelner Zahnkranz (soweit möglich) eingebaut werden - ebenso eine neue Kette. Eine ausgeleierte Kette läuft nicht mehr auf allen Ritzeln, sie wird lediglich durch die Zähne und die Kette mitgeschliffen und sollte alsbald getauscht werden. Da Kettenschaltungen direkt dem Schmutz und der Nässe ausgesetzt sind, passiert dies hier entsprechend häufiger. Ebenfalls können Sie die Ritzelkassette und die Kette selber mit Reinigungsbenzin reinigen.
MTB-Schaltung einstellen
Schaltauge prüfen und richten/tauschen
Ist das Schaltauge - das meist aus Aluminium besteht und den Rahmen bei Stürzen schützen soll - stark verbogen, geht beim Schalten so gut wie nichts mehr. Stark verbogene Exemplare tauscht man besser aus. Um sie behutsam auszurichten, arbeitet man am besten mit einem speziellen Richtwerkzeug. Am besten, man besorgt sich für den Fall der Fälle schon mal ein Austauschschaltauge (Achtung: Je nach Hersteller und Modell unterschiedlich!) und steckt es ins Werkzeugfach des Bike-Rucksacks.
Anschläge einstellen
Zwei kleine Schrauben haben eine große Wirkung: Die sogenannte H-Schraube (High) und L-Schraube (Low) begrenzen die äußersten Positionen des Schaltwerks. Damit verhindern sie, dass die Kette über das kleinste bzw. größte Ritzel hinausspringt - das schützt sowohl das Material als auch deine Sicherheit.
- Die H-Schraube regelt den unteren Anschlag (kleinstes Ritzel)
- Die L-Schraube regelt den oberen Anschlag (größtes Ritzel)
Ein falsch eingestellter Anschlag führt oft dazu, dass Gänge gar nicht erreichbar sind oder die Kette abspringt.
Zugspannung justieren
Hast du die Begrenzungsschrauben richtig eingestellt, aber deine Schaltung zickt immer noch rum? Dann ist mit hoher Wahrscheinlichkeit die Zugspannung nicht optimal. Das bedeutet: Der Schaltzug, der vom Schalthebel zum Schaltwerk führt, hat entweder zu wenig oder zu viel Spannung - und dadurch trifft die Kette nicht punktgenau auf das gewünschte Ritzel.
Woran erkennst du falsche Zugspannung?- Die Kette wechselt nicht sauber in den nächsten Gang: Meist zu wenig Spannung.
- Die Kette springt über das gewünschte Ritzel hinaus: Meist zu viel Spannung.
- Zwischen den Gängen ist kein klarer Übergang, sondern es schleift oder rattert: Die Spannung ist unklar oder instabil.
Ein häufiger Fehler ist auch, dass sich die Stellschraube (Barrel Adjuster) am Schalthebel oder am Schaltwerk verstellt hat - unbemerkt durch Transport oder Erschütterung.
Vorbeugende Maßnahmen
Speziell zum Frühjahrsanfang bzw. wenn eine größere Fahrrad-Tour ansteht, sollte man unbedingt die Funktionen aller beweglichen Teile am Fahrrad prüfen - unter anderem natürlich auch die Fahrradschaltung! Wenn die Schaltung springt, muss man nicht extra in ein Fahrradgeschäft bzw.
Wie oft man seine Kette ölen muss, hängt davon ab wie oft man fährt und bei welchen Bedingungen. Vor dem Ölen sollte man auf jeden Fall den Antrieb und die Kette putzen. Am besten nicht nur mit Wasser und Waschmittel, sondern auch mit Kettenreiniger, der fettlösend wirkt. Das ist wichtig, da Öl quasi anziehend auf Dreck wirkt und sich mit diesem über die Zeit verbindet. Falls man altes Öl nicht entfernt, wird es zu einer üblen Patina, welche für eine erhöhte Reibung im Antrieb sorgt, und somit jeden Schaltvorgang beeinträchtigt. Sieht dein Antrieb wie auf dem Bild aus, solltest du Putzen, Entfetten und dann neu Ölen!
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