Shimano Schaltung Umwerfer Funktion: Eine detaillierte Anleitung

Der Umwerfer ist ein zentrales Bauteil der Kettenschaltung am Fahrrad. Er steuert die Kette auf den verschiedenen Kettenblättern, wenn der Schalthebel betätigt wird. Insbesondere beim Mountainbiken ist der Umwerfer durch seine exponierte Position Stößen und Stürzen ausgesetzt, was eine Neueinstellung erforderlich machen kann, um reibungslose Schaltvorgänge zu gewährleisten.

Grundlagen und Funktionsweise

Die meisten modernen Fahrräder sind mit einer Kettenschaltung ausgestattet. Schaltwerke und Umwerfer mögen kompliziert erscheinen, sind aber im Grunde einfache Mechanismen. Das trifft besonders auf Umwerfer zu, die hauptsächlich aus einem gebogenen Metallkäfig bestehen, der seitwärts bewegt wird.

Funktionsprinzip:

  • Der Umwerfer drückt die Kette seitwärts, sodass sie in einem Winkel auf dem Kettenblatt verläuft.
  • Beim Hochschalten auf ein größeres Kettenblatt helfen spezielle Schalthilfen, die Kette einzufangen und einen weicheren Schaltvorgang auszulösen.
  • Der Umwerfer nutzt den oberen Kettentrumm für den Schaltvorgang, während das Schaltwerk den unteren Trumm nutzt.
  • Da der obere Trumm die Pedalkräfte überträgt, ist es wichtig, beim Schalten vorne etwas nachzulassen, um die Kette weniger zu belasten.

Verschiedene Umwerfertypen

Es gibt verschiedene Arten von Umwerfern, die sich in ihrer Befestigung und Zugführung unterscheiden:

  • Klemme (1 1/8 Zoll / 28,6 mm): Wird an das Sitzrohr geklemmt.
  • Anlötteileinheiten: Werden an spezielle Aufhänger montiert, die entweder angelötet, geschraubt oder geklebt sind.
  • E-Typ Umwerfer: Sitzen auf einer Platte, die vom Abschlussring des Innenlagers gehalten wird.
  • Top Pull Umwerfer: Werden durch einen von oben herangeführten Schaltzug angesteuert.

Die Neigung der Kette relativ zum Umwerfer wird durch den Winkel des Sitzrohrs, die Tretlagerhöhe und die Größe des Hinterrads beeinflusst. Umwerfer sind für unterschiedliche Winkel spezifiziert, was besonders bei Fahrrädern mit kleinen Laufrädern wichtig ist.

Montage und Ausrichtung

Umwerfer schalten am besten, wenn sie so tief wie möglich montiert werden, ohne dass der Käfig das größte Kettenblatt berührt. Moderne Umwerfer sind entweder für zwei oder drei Kettenblätter optimiert. Bei einem Dreifachumwerfer ragt die untere Kante der inneren Käfigplatte deutlich über die äußere Käfigplatte hinaus.

Wichtige Punkte bei der Montage:

  • Parallele Ausrichtung: Das Leitblech sollte parallel zu den Kettenblättern stehen.
  • Höhe: Die Unterkante des Umwerfer-Leitblechs sollte etwa zwei Millimeter über dem großen Kettenblatt verlaufen.
  • Abstand: Zwischen Leitblech und Kettenblatt sollten an der engsten Stelle ca. 2-3 mm Abstand sein.

Einstellung des Umwerfers

Die Einstellung des Umwerfers umfasst die Ausrichtung des Leitblechs zu den Kettenblättern und die Begrenzung der Bewegungsfreiheit in beide Richtungen. Hier ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung:

1. Grobausrichtung

Eine grobe Ausrichtung erleichtert die spätere Feinjustierung.

2. Unterer Anschlag

Schalten Sie vorne auf das kleinste Kettenblatt und hinten auf das größte Ritzel. Stellen Sie den unteren Anschlag (L-Schraube) so ein, dass das innere Leitblech etwa einen Millimeter von der Kette entfernt ist und nicht schleift.

3. Schaltzugspannung

Spannen Sie den Schaltzug wieder ein. Über die Spannschraube am Schalthebel können Sie die Spannung erhöhen oder verringern. Erhöhen Sie die Zugspannung, wenn Probleme beim Hochschalten auftreten.

4. Oberer Anschlag

Schalten Sie vorne auf das größte Kettenblatt und hinten auf das kleinste Ritzel. Stellen Sie den oberen Anschlag (H-Schraube) so ein, dass die Kette nicht nach außen abgeworfen wird.

5. Funktionsprüfung

Führen Sie eine Probefahrt durch, um Ihre Einstellungen zu überprüfen. Schalten Sie alle Gänge durch und achten Sie auf Schleifgeräusche oder Schwierigkeiten beim Schalten.

Detaillierte Schritte zur Umwerfer-Einstellung

  1. Position kontrollieren:
    • Schalten Sie aufs größte Ritzel und kleinste Kettenblatt. Die Unterkante des Umwerfer-Leitblechs sollte etwa zwei Millimeter über dem großen Kettenblatt verlaufen.
    • Das äußere Leitblech muss parallel zu den Kettenblättern stehen.
  2. Justierung:
    • Entspannen Sie den Schaltzug und lösen Sie die Befestigungsschraube des Umwerfers.
    • Justieren Sie den Umwerfer und halten Sie ihn in der richtigen Position fest.
    • Drehen Sie die Schraube wieder gemäß Herstellerempfehlung fest (meistens 5 bis 7 Newtonmeter).
  3. Endanschläge einstellen:
    • Kontrollieren Sie den Abstand des inneren Leitblechs zur Kette bei entspanntem Zug. Stellen Sie den Abstand mit der innen liegenden Endanschlagschraube (L-Schraube) ein.
    • Lassen Sie die Kette auf dem großen Blatt und schalten Sie aufs kleinste Ritzel. Justieren Sie den Umwerfer mit der äußeren Endanschlagschraube (H-Schraube).
  4. Zugspannung überprüfen:
    • Die Spannschraube des Umwerferschaltzuges muss ganz hineingedreht und der Schaltgriff entspannt sein.
    • Straffen Sie den Zug, indem Sie ihn festhalten, die Zugklemmschraube öffnen, den Zug straffziehen und wieder klemmen (Drehmoment 5 bis 7 Newtonmeter).
  5. Funktionstest:
    • Testen Sie die Schaltungseinstellung vor der Fahrt gründlich. Schalten Sie bei wechselnder Kurbeldrehzahl mehrmals schwungvoll vom großen aufs kleine Blatt.
    • Wiederholen Sie die Prüfung mit der Kette auf dem kleinsten Ritzel.

Troubleshooting

Auch nach sorgfältiger Einstellung können Probleme auftreten. Hier einige mögliche Ursachen und Lösungen:

  • Verbogenes Leitblech: Ersetzen Sie den Umwerfer.
  • Verschlissene Kette oder Kettenblätter: Tauschen Sie die verschlissenen Teile aus.
  • Verbogene Zähne an den Kettenblättern: Biegen Sie die Zähne vorsichtig zurück oder ersetzen Sie das Kettenblatt.
  • Schwergängiger Schalthebel: Überprüfen Sie den Zustand des Schaltzuges und der Hülle, reinigen und schmieren Sie den Umwerfer.
  • Schalthebel hakt: Sprühen Sie Kriechöl in die Mechanik des Schalthebels.

Spezielle Aspekte

Umwerfer und Kettenblattgröße

Wenn man einen Umwerfer mit einem Kettenblatt einsetzt, das viel kleiner ist als die Spezifikation des Umwerfers vorgibt, wird die hintere Kante des Umwerfers sehr weit vom Kettenblatt entfernt sein, wenn man die vordere Kante nah genug eingestellt hat.

Kompatibilität mit Ritzelzahl

Viele Umwerfer sind für eine spezielle Ritzelzahl hinten spezifiziert. Das ist aber tatsächlich hauptsächlich eine Marketing- und keine technische Unterscheidung. Es stimmt natürlich, dass die Käfige etwas schmaler geworden sind, um den schmaleren Ketten mit mehr Ritzeln gerecht zu werden.

Trimmung

Wenn man hinten schaltet, ändert sich der Winkel der Kette am Umwerfer. Bei klassischen Umwerfern konnte man diesen trimmen, indem man ganz leicht am Schalthebel des Umwerfers rückwärts zog. Mit dem Aufkommen von indexierten Schalthebeln wurde die Möglichkeit des Umwerfer-Trimmens eingeschränkt. Der Bedarf nach Trimmung hängt stark von der Kettenstrebenlänge ab.

Anzugsdrehmomente

Hier eine Tabelle mit den empfohlenen Anzugsdrehmomenten:

Komponente Drehmoment
Befestigungsschraube des Umwerfers 5 bis 7 Nm
Zugklemmschraube 5 bis 7 Nm
Schellen an Carbonrahmen (beginnend) 2,5 Nm

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