Shimano Schaltwerk 12 Fach Test: Ein umfassender Überblick

Shimano springt erst 2019 mit XT und SLX auf den 12fach-Zug auf. Seit Sommer 2019 sind zudem die günstigeren SLX- und XT-Gruppen mit Zwölffach-Kassetten ausgestattet. Mittlerweile sind acht Zwölffach-Varianten über sämtliche Preisklassen erhältlich. Sowohl bei Shimano als auch bei Sram sind die einzelnen Bauteile der unterschiedlichen Antriebe untereinander kompatibel. So kann sich jeder Biker seinem Budget entsprechend seinen Antrieb auch selbst konfigurieren. Die günstigsten Upgrade-Kits aus Schaltwerk, Kassette, Kette und Schalthebel gibt es ab 167 Euro. Das zusätzlich nötige Nachrüstkettenblatt für die alten Kurbeln kostet ab 40 Euro.

Überblick: Sram vs. Shimano 12fach-MTB-Schaltgruppen

Sram-Schaltgruppen

  • XX1 Eagle AXS
  • X01 Eagle AXS
  • XX1 Eagle
  • X01 Eagle
  • GX Eagle AXS
  • GX Eagle
  • NX Eagle
  • SX Eagle

Shimano-Schaltgruppen

  • XTR
  • Deore XT
  • SLX
  • Deore

Im Folgenden werden die einzelnen Shimano-Schaltgruppen genauer betrachtet:

Shimano Deore - M6100

Für das Modelljahr 2021 erweiterte Shimano sein 1x12-Angebot um die günstigere Deore M6100. Um die Nummer vier in Shimanos Komponentenhierachie massentauglich zu machen, setzt Shimano die neue Deore-Schaltung sogar unterhalb der 300-Euro-Preisgrenze an. Alle neuen Shimano Deore 12fach-Komponenten sind seit dem Modelljahr 2021 im Handel erhältlich.

Freilaufstandard: Micro-Spline

Bandbreite: 510 %

Preis Schaltgruppe: ca. 300 Euro

Shimano SLX - M7100

Die SLX war bis zum Modelljahr 2020 Shimanos Einstieg in die Zwölffach-Klasse. Bei ähnlichem Preis ist sie über 200 Gramm leichter als Srams NX-Eagle-Pendant. Allerdings wird beim Umrüsten auch ein neuer Freilaufkörper für zirka 60 Euro fällig. In der Praxis funktioniert die Schaltung sehr gut. Vielen gefällt das weichere Schaltgefühl des Hebels sogar besser als das des teureren XT-Hebels.

Freilaufstandard: Micro-Spline

Gewicht Schaltgruppe: 1857 Gramm

Kurbelgewicht: 649 Gramm

Bandbreite: 450 % / 510 % / 623 % (2fach)

Preis Upgrade-Kit: 167 Euro

Preis Schaltgruppe: 270 Euro

Shimano Deore XT - M8100

Die XT-Gruppe von Shimano kombiniert seit Jahrzehnten annehmbare Preise mit höchster Qualität. Da macht auch das neue M8100-Ensemble keine Ausnahme. Aufgrund des guten Preis-Leistungsverhältnisses wird sie oft auch als "Volksschaltung" bezeichnet. Ihre Funktion ist tadellos. Lediglich die hohen Handkräfte des Schalthebels gefallen nicht jedem.

Freilaufstandard: Micro-Spline

Gewicht Schaltgruppe: 1798 Gramm

Kurbelgewicht: 641 Gramm

Bandbreite: 450 % / 510 % / 623 % (2fach)

Preis Upgrade-Kit: 267 Euro

Preis Schaltgruppe: 412 Euro

Shimano XTR - M9100

Nach einem Werksbrand bei Shimano musste man lange auf die neue XTR-Kurbel warten. Mittlerweile ist die Top-Gruppe der Japaner komplett erhältlich. Der Schalthebel drückt sich sportlich straff, dafür wechselt die Kette blitzschnell und leise die Ritzel. Eine elektronische Di2-Version der 12fach XTR-Schaltung gibt es aktuell nicht.

Freilaufstandard: Micro-Spline

Gewicht Schaltgruppe: 1497 Gramm

Kurbelgewicht: 531 Gramm

Bandbreite: 450 % / 510 % / 623 % (2fach)

Preis Upgrade-Kit: 552 Euro

Preis Schaltgruppe: 999 Euro

Sram NX Eagle

Srams NX-Eagle-Gruppe ist kein Leichtgewicht, hat aber einen großen Vorteil: Ihre Kassette ist mit dem Jahrzehnte alten HG-Freilauf von Shimano kompatibel. Mit dem 11er-Abschlussritzel ist ihre Bandbreite geringer als bei allen anderen Zwölffach-Antrieben. Das Schaltgefühl ist minimal undefinierter, und sie läuft etwas lauter als die hochwertigeren Antriebe von Sram.

Freilaufstandard: HG-Standard

Gewicht Schaltgruppe: 2074 Gramm

Kurbelgewicht: 707 Gramm

Bandbreite: 455 %

Preis Upgrade-Kit: 187 Euro

Preis Schaltgruppe: 268 Euro

Sram GX Eagle

In den Punkten Gewicht, Preis und Schaltgefühl ist die GX der Shimano XT minimal überlegen. Dafür hat sie eine zehn Prozent geringere Bandbreite. Unterm Strich kann man sagen: Beide Schaltgruppen funktionieren auf ähnlichem Niveau. Die GX Eagle von Sram hat also auch das Zeug zur Volksgruppe. Rein von der Funktion ist kaum ein Unterschied zur X01 oder XX1 Eagle zu spüren.

Freilaufstandard: XD

Gewicht Schaltgruppe: 1711 Gramm

Kurbelgewicht: 612 Gramm

Bandbreite: 500 %

Preis Upgrade-Kit: 260 Euro

Preis Schaltgruppe: 377 Euro

Sram XX1 Eagle / XX1 Eagle AXS

Die XX1 Eagle ist die leichteste Zwölffach-Schaltgruppe auf dem Markt. Neben der normalen Version mit Schaltzug gibt es noch eine teurere, elektronische AXS-Variante komplett ohne Kabel. Die X01 Eagle ist ähnlich hochwertig, für den Enduro-Einsatz aber etwas robuster verarbeitet. Der Schalthebel drückt sich definiert, aber weich. Ein Traum von einer Schaltung!

Freilaufstandard: XD

Gewicht Schaltgruppe: 1434 Gramm

Kurbelgewicht: 469 Gramm

Bandbreite: 500 %

Preis Upgrade-Kit: 744 Euro / 1089 Euro

Preis Schaltgruppe: 1199 Euro / 1525 Euro für AXS

Shimano 105 12-fach Schaltgruppe

Was Shimano mit der neuen Gruppe vorgestellt hat, ist Feinmechanik auf höchstem Niveau. Natürlich gibt es nach wie vor viele, die sich auch eine mechanische Ultegra mit zwölf Ritzeln wünschen, aber nach einer Runde mit der beeindruckend souverän funktionierenden 105 stellt sich die Frage fast zwangsläufig, wie sich eine Ultegra - außer in Sachen Prestige und eventuell beim Gewicht - noch groß abheben könnte.

Die Entscheidung der Japaner, dass es eben keine mechanischen Ultegra- und Dura-Ace-Gruppen mit zwölftem Ritzel geben soll, wird so nachvollziehbarer. Und was die Schaltperformance angeht, gibt’s bei der neuen 105 nix zu meckern. Das neue, komplett überarbeitete Shadow-Schaltwerk erlaubt die bereist erwähnten extrem geschmeidigen Gangwechsel, und auch der Umwerfer hebt die Kette selbst unter Last klag- und problemlos auf das jeweils andere Kettenblatt.

Am Cockpit gefällt die verbesserte Ergonomie der STIs, die sehr angenehm in der Hand liegen und viele Griffvarianten erlauben. Ein weiteres Highlight sind die neuen Kassetten: Die 105 gibt es neben dem bekannten 11-34er-Paket nun auch mit 11-36er-Kassette. Gerade diese erlaubt es zusammen mit einer 50/34-Kompaktkurbel auch, steile Rampen mit kniefreundlich hoher Trittfrequenz in Angriff zu nehmen. Auf langen Pässetouren werden wohl die meisten Hobbyfahrer die leichtere Übersetzung durchaus zu schätzen wissen. Und das Beste dabei: Dank dem zusätzlichen Ritzel geht nichts von der bekannten, ausreichend feinen Gangabstufung verloren. Das 36er-Rettungsringritzel kommt quasi als Bonus.

Weiterhin profitiert die neue 105 von verbesserten Bremsen. Dank des größeren Abstands zwischen Bremsbelägen und -scheiben (wie schon bei der Ultegra Di2 und Dura-Ace Di2) neigt sie weniger zum Schleifen, lässt sich aber dennoch sehr gut dosieren und gefällt mit ihrem präzisen Druckpunkt.

Zuverlässige Technik, einwandfreies Schaltverhalten, Top-Ergonomie: Mit der 105-Gruppe bietet Shimano eine preiswerte Alternative zu teurer Elektronik.

In Sachen Ergonomie sind die neuen Hebel der 105 der Konkurrenz weit überlegen. Die Hände finden eine üppige Auflagefläche auf den Griffgummis; gleichzeitig sind die Griffkörper schlank genug, damit auch kleine Hände sie gut umgreifen können. Zwischen Hebel und Lenker ist am oberen Ende viel Platz und im Wiegetritt stört keine Kante; weiter unten nähert sich der Bremshebel schwungvoll dem Unterlenker und auch kurze Finger können ihn dort gut fassen. Auch in Bremsgriffhaltung ist der Bremshebel sehr gut erreichbar und bietet eine große Fläche für die Finger. Auch eine Griffweiteneinstellung ermöglicht der Hebel, wegen der ausgefeilten Form ist sie aber eigentlich gar nicht notwendig.

Vor allem das Schaltverhalten des vorderen Umwerfers finden wir im positiven Sinne bemerkenswert: Beim Wechsel aufs große Kettenblatt muss zunächst ein angenehm definierter Widerstand überwunden werden - danach geht alles rasend schnell und die Kette rastet in Sekundenbruchteilen sauber auf dem benachbarten Blatt ein. Es fühlt sich an wie das Umlegen eines hochwertigen Schalters - bis auf ein vernehmbares “Klick” fast lautlos, ohne Schleifen, ohne Klemmen, egal, wie viel Druck auf dem Pedal lastet.

Auch umgekehrt fällt die Kette stets sicher. Die Gänge hinten wechseln etwas weniger definiert, aber, wie von Shimano gewohnt, geschmeidig und tadellos - zumindest, sofern die korrekte Kassette montiert ist.

An unseren Testrädern sind, wenn überhaupt, nur marginale Unterschiede im Schaltverhalten auszumachen. Die Bedienkräfte sind bei allen niedrig und auch die sensible Schaltung hinten arbeitet über alle zwölf Ritzel präzise und ohne Verzögerungen.

Die Gruppe bringt ansonsten alle Stärken und Schwächen mit, die auch für die Di2-Variante gelten. Kräftige und sehr gut dosierbare Scheibenbremsen sowie ein gutes Verschleißverhalten verbucht sie auf der Habenseite. Die Kette ist von der Mountainbike-Gruppe SLX entliehen und als haltbar und preiswert bekannt, ebenso wie die große 11-36-Kassette.

Mit den Kassetten 11-34 und 11-36 bietet Shimano zwar viel Spielraum für steile Anstiege und zielt auf wenig trainierte Freizeitsportler.

Shimano XT 12-fach im Dauertest

Typisch Shimano gibt es auch bei der neuesten XT-Gruppe das volle Programm: von der Bremse bis zum Kettenschloss, das es endlich auch in Shimanos Portfolio geschafft hat. Beim Erstkontakt fällt sofort der coole Look von Schaltwerk und hohlgeschmiedeter Kurbel ins Auge. Letztere hat sich bei so manchem harten Bodenkontakt zwar einige Kratzer eingefangen, funktioniert aber nach wie vor auch ganz ohne Schutzvorrichtungen einwandfrei.

Sowohl Shimanos XTR- als auch XT- und SLX-12-fach-Schaltungen verrichten ihre Schaltvorgänge auf nahezu vergleichbar hohem Niveau. Der größte Unterschied zwischen den Komponenten liegt meist im Gewicht und den verbauten Materialien, wie z. B. der Trigger: In dem der XT-Gruppe steckt bereits deutlich mehr Technik als bei der SLX-Gruppe. Denn er verfügt über Multi-Release: kann also mit nur einem Klick zwei Gänge schwerer schalten.

Die 12-fach XT-Kassette setzt mit ihren 10-51 Zähnen auf 510 % Bandbreite und ist mit 471 g relativ leicht. Möglich machen das die zwei größten Ritzel, die aus Alu gefertigt und obendrein auf einem leichten Alu-Spider befestigt sind. Trotz des weicheren Materials hält sich der Verschleiß der größten Ritzel nach über einem Jahr Dauereinsatz bei allen Wetterbedingungen absolut in Grenzen. Um ausreichend Platz für das kleinste Ritzel auf dem Freilauf zu schaffen, benötigt die XT-Gruppe unbedingt einen MICRO SPLINE-Freilauf.

Die Steighilfen in der Kassette und die Kette hat Shimano perfekt aufeinander abgestimmt. So kann die XT auch unter Volllast noch extrem sauber und zuverlässig schalten wie kaum ein anderes System am Markt.

Während Kette, Kurbel, Kassette und Trigger der Shimano XT absolut überzeugen können, ist das Schaltwerk das Sorgenkind der Komplettgruppe. Positiv neben dem Look ist vor allem das robuste Design, das auch so manchen Steinkontakt über die 14 Monate lediglich mit einigen Schönheitskratzern überstanden hat. Auch härtere Impacts, bei denen sogar das Schaltauge am G1 gewechselt werden musste, hat es ohne Murren weggesteckt. Das Einstellen der Schaltung ist easy. So erlaubt z. B. eine aufgedruckte Markierung am Käfig die perfekte Einstellung der Umschlingung in Sekundenschnelle. Ebenfalls einfach einzustellen ist die Stärke der Shadow+ Dämpfung, die Kettenschlagen verhindern soll.

Die Shimano XT 12-fach-Schaltung überzeugt mit hervorragender Schaltqualität unter Last und einem starken Kompromiss aus Leichtbau und bezahlbarem Preis. Hinzu kommen eine klasse Ergonomie, einfaches Setup und die fast einzigartige Multi-Release-Funktion.

Shimano XTR M9200 Di2 Wireless-Schaltgruppe

Mit der neuen Shimano XTR M9200 Di2-Schaltgruppe bringt der japanische Komponenten-Gigant erstmals eine vollständig kabellose Schaltgruppe auf den Markt. Verdammt schnell, präzise und robust soll sie sein.

Die neue XTR M9200 Di2-Schaltgruppe soll nun schnelle und präzise Schaltvorgänge liefern und dabei vor allem robust sein. Bislang gab es nur für E-MTBs eine elektronische Di2-Gruppe, welche aber durch ein Kabel mit dem Shimano-Motorsystem verbunden war.

Dabei setzt Shimano aber weiterhin auf die Montage an einem Schaltauge, optimiert aber ihr neues XTR-Schaltwerk auf den von SRAM eingeführten UDH-Standard.

Das elektronische RD-M9250-Schaltwerk ist entweder mit einem kurzen als auch mittellangen Käfig verfügbar, um unterschiedliche Kassetten-Bandbreiten abzudecken. Für E-MTBs gibt es ein neues und kabelgebundenes Schaltwerk namens RD-M9260, das weiterhin die FREE SHIFT- und AUTO-SHIFT-Funktionen unterstützt.

Zusätzlich zu allen einzelnen Komponenten gibt es für 999 € auch ein Upgrade-Kit, das Schaltwerk, Schalthebel, Akku und Ladegerät enthält. Eine gesamte Gruppe gibt es leider nicht zu kaufen und ihr müsst hier alle Einzelpreise kombinieren. So kommt ihr dann bei ca. 2.000 € für eine komplette XTR-Gruppe raus.

Durch seine keilförmige Konstruktion und das flach gehaltene Profil soll es nicht so leicht an Hindernissen hängenbleiben und so vor Beschädigungen bewahrt sein. Solltet ihr doch einmal einen Stein treffen - was wir während unseres Tests definitiv getan haben - kann das Schaltwerk dank der sogenannten Automatic Impact Recovery-Funktion etwas nach hinten ausweichen, um den Schlag abzuschwächen. Danach rastet es elektronisch wieder in seine ursprüngliche Position ein - cool.

Laut Shimano hält der Akku ca. 340 km, wenn man von 30 Schaltvorgängen pro Minute ausgeht, was ziemlich ist. Nach 20 Minuten geht das Schaltwerk zudem in einem Schlafmodus über und lässt sich nur Betätigung des Schalthebels und nicht durch Wackeln wieder aufwecken. Das ist praktisch, denn so müsst ihr den Akku beispielsweise bei der Autofahrt nicht entnehmen, wo er sich sonst durch Vibrationen entladen würde.

Was die Kettenspannung angeht, hat Shimano am neuen XTR M9250 Di2-Schaltwerk auf eine Kupplung verzichtet. Stattdessen setzt der Komponenten-Hersteller auf ein doppelt gefedertes Design, was dem Schaltkäfig eine extreme Spannung verleiht, aber auch zu Problemen führt.

Laut Shimano ist das neue Schaltwerk für die Verwendung mit UDH-Schaltwerken optimiert, auf die nahezu jedes moderne MTB setzt. Das soll die Schaltperformance nochmal verbessern, bedeutet im Umkehrschluss aber auch, dass die neuen Schaltwerke an Rahmen ohne UDH-Schaltauge nicht so optimal funktionieren.

Der SW-M9250 Di2-Schalthebel glänzt mit super Ergonomie und vielen Einstellmöglichkeiten. Mit einem kleinen Inbus lassen sich die Schaltwippen in ihrer Position verdrehen oder auch tauschen, denn es gibt eine größere und eine kleinere Wippe - praktisch! Zudem gibt es mehrere Schaltmodi und eine Multi-Shift-Funktion, wenn ihr den Schalthebel gedrückt haltet. Drückt ihr einen Hebel komplett durch, könnt ihr zwei Gänge auf einmal schalten, oder mit einem Einzelklick einen Gang. Über die Shimano E-TUBE App lassen sich die Tasten auf eure Bedürfnisse konfigurieren.

Die neue CS-M9200 12-fach-Kassette gibt es sowohl in einer 10-51- als auch in einer 9-45-Abstimmung und beide Modelle setzen auf die HYPERGLIDE+ Technologie. Mit ihr sollen durch spezielle Schaltgassen die Schaltvorgänge unter Last noch reibungsloser werden - eine Technologie, die Shimano schon seit längerem in ihre Modelle integriert.

Die Schaltgeschwindigkeit kann per E-TUBE App in fünf Stufen eingestellt werden. Solltet ihr euch für die schnellste Stufe entscheiden, ist das neue XTR-Schaltwerk der ungeschlagene King in Sachen Schaltgeschwindigkeit, allerdings nimmt auch die Qualität der Schaltvorgänge mit steigender Geschwindigkeit ab und wir hatten während unserer Testfahrten mit höherer Schaltgeschwindigkeit ungewöhnlich viele unsaubere Schaltvorgänge. Zudem ist während der sehr schnellen Schaltvorgänge meist ein sehr metallisches Einrasten der Gänge hörbar, was etwas ungesund klingt. Je langsamer ihr mit der Schaltgeschwindigkeit werdet, desto sanfter werden die Schaltvorgänge und desto geringer wird das metallische Einrast-Geräusch.

In der Abfahrt erzeugt das XTR-Schaltwerk dann leider eine sehr hohe Geräuschkulisse bei Stufen oder Kompressionen, denn hier ist bei jeder Stufe ein lautes und metallisches Knallen vom Schaltwerk zu hören. Das kommt daher, dass die B-Screw des Schaltwerks gegen das Schaltauge knallt, wenn das Schaltwerk nach einer Kettenlängung - also beim wieder Ausfedern - zurück dreht. Das ist leider sehr störend.

Schaltgruppe TRP Evo 12 im Test

Die Marktführer Shimano und Sram vom Thron zu stoßen, haben schon viele probiert. Und nie geschafft. Auch nicht Tektros Performance-Marke TRP. 2023 wagten sie mit der Evo 12 einen weiteren Anlauf. Wir haben die mechanische Gruppe anderthalb Jahre lang getestet.

Kurz & knapp: TRP Evo12

  • 1x12-Schaltgruppe für MTBs
  • erhältlich in Schwarz oder Gold
  • Kurbelarmlänge: 165 & 170 mm
  • Kassette: 10-52 Zähne, Microspline
  • Gewicht: 1642 g
  • Preis: ab 1334 Euro (UVP)

Wie gehabt ist der Kampf gegen das Kettenschlagen das große Ziel: Eine Kupplung mindert das Zurückschnellen des Käfigs, eine weitere die Rotation des Schaltwerks ums Schaltauge herum. Beide Dämpfungen sind zu- und abschaltbar. Der neue Schalthebel bringt 139 g inklusive Klemmschelle auf die Waage. Der Preis: ab 110 Euro. Cool ist, dass der Schaltzug nicht im Bogen, sondern parallel zum Lenker verläuft.

Der Upshift-Hebel ist in seinem Winkel um +/- 20 Grad verstellbar, sodass die gute Ergonomie weiter auf eigene Präferenzen getrimmt werden kann. Fünf Gänge lassen sich am Stück schalten, aber auch Single-Shift lässt sich einstellen. Die formschöne Carbon-Kurbel mit schickem Finish kostet 389 Euro. Die Kurbel mit 30-mm-Spindel wird es in den Armlängen 165 und 170 mm geben. Gewichtstechnisch soll sie bei 504 g ohne Kettenblatt liegen.

Mit Microspline nutzt TRP Shimanos Freilauf-Standard. Die unteren zehn Ritzel der Evo-12-Kassette (372 g) sind aus einem Stahlstück gefräst. Für die beiden leichtesten Gänge setzt TRP auf 7075-Alu. Die Abstufung reicht von 10 bis 52 Zähnen. Abgerundet wird das TRP-Paket mit eigens entwickeltem Tretlager sowie X12-Kette von KMC (270 g).

Preislich liegt der UVP ohne Tretlager folglich bei 1334 (schwarz/silber) bzw. 1414 Euro (gold), also deutlich über den üblichen Marktpreisen für Shimanos XTR und etwas über Srams XX1. Beim Gewicht liegt man mit 1642 g für Schaltwerk und -hebel, Kassette (10-52 Zähne, Microspline), Kette (kommt von KMC) sowie Kurbel samt Kettenblatt hingegen etwas unterhalb der mechanischen Sram XX1 Eagle oder Shimano XTR.

Auf dem Trail sorgt die Schaltung von Tag eins an für saubere, zügige Schaltperformance bei leisem Lauf über Kettenblatt und Kassette. Die hochwertige Haptik und gute Ergonomie des Triggers gefallen, er verfügt zudem über einen Schiebehebel, mit dem man wählen kann zwischen Single-Shift und bis zu fünf Gänge auf einmal. Alltagstaugliches Feature ist der Cage Release, der zwar nicht so simpel wie bei Sram ist, aber prima funktioniert, wenn man einmal den Dreh raus hat. Der Spannungsmechanismus Hall Lock auf der Oberseite des Schaltwerks sorgt dafür, dass die Schaltung zudem kaum klappert.

Tabelle: Vergleich Shimano 12-fach Schaltgruppen (basierend auf Daten aus 2020)

Modell Freilaufstandard Gewicht Schaltgruppe (g) Kurbelgewicht (g) Bandbreite (%) Preis Upgrade-Kit (€) Preis Schaltgruppe (€)
Shimano Deore M6100 Micro-Spline N/A N/A 510 N/A 300
Shimano SLX M7100 Micro-Spline 1857 649 450 / 510 / 623 (2fach) 167 270
Shimano Deore XT M8100 Micro-Spline 1798 641 450 / 510 / 623 (2fach) 267 412
Shimano XTR M9100 Micro-Spline 1497 531 450 / 510 / 623 (2fach) 552 999

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