Shimano Schaltwerk: Der Unterschied zwischen langem und kurzem Käfig

Die Wahl des richtigen Schaltwerks mit dem passenden Käfig ist entscheidend für eine optimale Schaltperformance am Fahrrad. Wann aber greift man zu einem Schaltwerk mit langem, wann zu einem mit kurzem Käfig? Dieser Frage soll im Folgenden nachgegangen werden.

Grundlagen der Schaltwerk-Käfiglänge

SS, GS und SGS sind Bezeichnungen, die die Länge des Schaltkäfigs am Schaltwerk bestimmen. Von dieser Länge ist abhängig, wieviel Zähne ich vorne an der Kurbel und hinten am Zahnkranz verwenden kann.

  • SS steht hier zu kurzer Käfig
  • GS für mittellanger Käfig (bei MTB auch kurzer Käfig genannt)
  • SGS für einen langen Käfig.

Bei einem Shimano XT Schaltwerk hat das GS Schaltwerk eine Gesamtkapazität von 35 Zähnen, das SGS Schaltwerk von 45 Zähnen.

Technisch wurde schon ziemlich das Wichtigste erklärt. Mal anders. Ich habe noch zwei XT aus 1990 laufen. Funktionieren auch noch recht gut.Im Vergleich zu den momentan üblichen Schaltwerken wirkt die alte XT richtig zierlich.Obwohl sich die Gesamtentfaltung bei den MTB-Schaltungen kaum noch verändert hat, sehen heutige MTB-Schaltwerke (egal ober SRAM oder Shimano) ziemlich krank aus, wenn sie fast bis zum Boden reichen. Dazu das größte Ritzel fast so groß wie die Bremsscheibe. Ist aber vielleicht nur mein persönlicher Eindruck und Geschmack, weshalb mir natürlich die saubere Single-Speed-Optik einer Nabenschaltung so gut gefällt.

Wann benötigt man welchen Käfig?

Ein langer Käfig wird benötigt, wenn man ein größeres Ritzelpaket verbauen möchte, beispielsweise um entspannt einen Berg hochfahren zu können. Ein kurzer Käfig hingegen ist ideal für kleinere Ritzelpakete, wie sie typischerweise bei Rennrädern verwendet werden.

Der Lange Hebel ist notwendig weil die Räder vorne oft für Bergfahrten sehr kleine Zahnkränze haben mit weniger Zähnen manchmal als das große Zahnrad hinten. Da würde ein Schaltwerk das für Rennräder gedacht ist (vorne zwischen 53 und 42 Zähnen) nicht mehr in der Lage sein die Kette zu spannen die würde dann fast bis zur Straße runterhängen. Also geht es dabei nicht um die Ritzel hinten sondern die kleinen Kettenscheiben vorne.

Mit dem Aufkommen der Kompaktkurbel, kam auch das Verlangen nach größeren Kassetten. Der Bereich einer Kompaktkurbel mit einem 34 Zahn Kettenblatt und einer 28 Zahn Kassette kommt eben nicht in den Bereich eines Antriebs mit dreifachem Kettenblatt. In der Praxis scheint es allerdings so zu sein, dass auch viele Freizeitsportler einen Nutzen aus den leichten Gängen ziehen können. Allerdings kann man nicht ohne Weiteres eine größere Kassette montieren.

Beispiele für Schaltwerk-Konfigurationen

  • Rennrad mit Ultegra 6800: Kompaktkurbel (50-34) und kurzes Schaltwerk. Maximale Kassettengröße: 28 Zähne.
  • Rennrad mit Veloce 10 Speed Compact: 50-34 und kurzem Schaltwerk. Maximale Kassettengröße: 27 Zähne.
  • Mountainbike mit XTR GS medium: 40-28 doppeltem Kettenblatt. Maximale Kassettengröße: 36 Zähne.
  • Mountainbike mit X.0 medium: 38-24 doppeltem Kettenblatt. Maximale Kassettengröße: 36 Zähne.

Berechnung der benötigten Gesamtkapazität

Die benötigte Kapazität berechnet sich aus der Differenz der Zähne vorne und hinten. Die Formel lautet:

(Maximaler Unterschied an den Kettenblättern) + (Maximaler Unterschied zwischen dem größten und kleinsten Ritzel).

Als Beispiel nehmen wir 52/42/30-Kombination vorne, ergibt 22 Zähne Differenz; 11-32 Kassette hinten ergibt 21 Zähne Differenz. Benötigte Gesamtkapazität dann 22+21 = 43.

Viele Fabrikanten geben an, dass ihr Schaltwerk mit einem maximalen Zahnunterschied an den Kettenblättern benutzt werden kann. Wird dieser Abstand nicht beachtet, dann kann das dazu führen, dass die Kette durchhängt, da das Schaltwerk die Spannung nicht aufrecht halten kann.

Die Kapazitäten der Schaltwerke findest du zum Teil in den Gebrauchsanleitungen bei Paul-Lange unter Shimano techdocs. Z.B. XT RD-M751 oder RD-M760.

Kapazitätsprobleme und Lösungen

Es kann vorkommen, dass die berechnete Kapazität die vom Schaltwerk unterstützte Kapazität übersteigt. In solchen Fällen muss entweder ein Schaltwerk mit längerem Käfig gewählt oder die Übersetzung angepasst werden.

Wenn wir also ein Kompakt-Kettenblatt 50|34 haben, dann beträgt der Unterschied 16 Zähne. Eine 12-30 Kassette hat einen Unterschied von 18 Zähnen. Die Kapazität des Antriebs beträgt also 16+18=34 Zähne.

Schaltwerk-Käfiglänge messen

Eigentlich ist es ganz einfach, die Länge eines Schaltwerkkäfigs zu messen. Wer einen Meßschieber hat, kann das. Sinnvollerweise mißt man da die Länge des Spannarms (Mitte Drehpunkt (Achse) zu Mitte Spann-Röllchen (Achse).

Shimano und auch Sram geben für die Schaltwerke jeweils eine maximale Ritzelanzahl an der Kassette als auch die Gesamtkapazität an. Bei Shimano gibt es drei verschiedene Länge des Schaltwerkarmes: SS (kurz), GS (mittel, max 35 Zähne Kapazität), SGS (lang, max.

Man sollte auch überprüfen, ist die Kettenlänge. eventuell sollte man bei der verwendung von rennradschaltwerken aufpassen welches ritzel als größtes erlaubt ist. ...wobei es auch da eine Diskrepanz gibt zwischen dem, was der Hersteller sagt, und was tatsächlich passt. Ein, zwei Zähne mehr sind in aller Regel kein Problem.

Besonderheiten bei Fahrrädern mit kleinen Laufrädern

Für Fahrräder mit kleinen Laufrädern kann es wichtig sein, ob man damit immer oder nur manchmal "durchs Glück" (Elefanten-Haufen ?) fährt. Für mich ist das ernst weil es wie gesagt keine Relevanz hat. Aber für so kleine Laufräder braucht man doch eh eher kürzere Schaltwerk. Oder braucht man da Kassetten mit Riesenritzel?

Die Kinderräder mit kleineren Laufrädern habe ja vorne sinnvollerweise nur ein Kettenblatt, und die Kassetten keine so großen Spreizungen angepasst an die kleinere Entfaltung Da langt ja dann ein kurzes Schaltwerk, da die Kapazität kleiner gewählt werden kann.

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