Shimano Scheibenbremse 4 Kolben im Test: Ein umfassender Überblick

Die Bremse ist ein sicherheitsrelevantes Bauteil, besonders bei E-Bikes, wo höhere Systemgewichte und veränderte Fahrgewohnheiten eine gesonderte Betrachtung der Bremssysteme nötig machen. Bei einem durchschnittlichen E-Bike Fully mit Fahrer und Ausrüstung kann das Systemgewicht schnell 117 Kilogramm erreichen. Daher ist es wichtig, dass die Bremsen diesen Anforderungen gewachsen sind. In diesem Test werden verschiedene 4-Kolben-Bremsen von Shimano und anderen Herstellern auf ihre Leistung und Eignung für den Einsatz am Mountainbike und E-Mountainbike geprüft.

Grundlagen und Anforderungen

Um den hohen Ansprüchen gerecht zu werden, wird generell der Einsatz von großen 203mm Bremsscheiben am Vorder- und 180mm Discs am Hinterrad empfohlen. Wer noch mehr Power braucht, kann sogar auf 223mm oder 254mm große Modelle zurückgreifen. Vor der Montage der Bremsen sollten die Aufnahmen am Rahmen gecheckt und gegebenenfalls nachgearbeitet werden, um eine perfekte Planheit zu gewährleisten. Alle Hersteller setzen beim Bremssattel auf drehbare Leitungsabgänge und den Postmount-Standard.

Unterschiede bei den Bremshebeln

Bei den Bremshebeln gibt es große Unterschiede: Während einige Hersteller Flip-Flop-Hebel anbieten, die rechts oder links montiert werden können, ist die jeweilige Seite bei anderen Herstellern vorgegeben. Ist die Bremse ordentlich montiert, sollten alle Schrauben mit dem Drehmomentschlüssel angezogen werden. Viele Hersteller bieten Adapter an, um Schalthebel direkt am Bremshebel zu befestigen, was den Bauraum am Lenker verringert und die Optik aufgeräumter gestaltet.

Bremsmedium und Bremsbeläge

Mit Blick auf die ökologische Verträglichkeit setzt ein Hersteller mit Wasser Maßstäbe. In der Masse ist aber Mineralöl am stärksten vertreten und verdrängt DOT langsam aber sicher. Im Test finden sich drei Arten von Belägen: Organische, Semimetall und Sintermetall. Organische Beläge bieten meist Vorteile in den Punkten Geräuschentwicklung, Dosierbarkeit, Einbremszeit und Hitzeschirmung. Beim Verschleiß und der Hitzebeständigkeit sind Sintermetallbeläge oft besser. Ein Wechsel auf Fremdbeläge kann die Bremsleistung positiv wie negativ beeinflussen.

Wartung und Gewicht

Mit Blick auf den Bremsenservice wird geprüft, ob der Entlüftungsvorgang einfach von der Hand geht, die Entlüftungsschrauben leicht erreichbar sind, der Hebel dazu verdreht oder abgebaut werden muss, ein durchgängiger Fluss im Bremssattel gewährleistet ist und welches Bremsmedium verwendet wird. Zur direkten Vergleichbarkeit wurde die Bremsanlage aus Hebel, Leitung und Bremssattel sowie die Bremsscheibe separat gewogen. Herausragend ist das geringe Gewicht einer bestimmten Bremse, die mit Abstand die leichteste Bremse ist.

Praxistest und Ergebnisse

Die direkte Vergleichbarkeit auf dem Prüfstand ist gut, aber was am Ende zählt, ist die Praxis. Der Einsatzbereich umfasste neben klassischen Feierabend- und Wochenendtouren auch Bikepark-Einsätze. Getestet wurde auf verschiedenen Trails. Keine Bremse im Test hatte einen Ausfall zu verbuchen. Im Detail unterscheiden sich die Bremsen dann aber recht stark, was sich im engen Notenausgang nicht zwingend widerspiegelt. Beim Preis-Leistungsverhältnis geht kein Weg an einem bestimmten Modell vorbei - mehr braucht man eigentlich nicht. Der Testsieg geht diesmal an zwei Hersteller.

Shimano XT im Detail

Die Shimano XT Bremse ist ein echter Klassiker im umfangreichen Angebot des japanischen Herstellers. Im getesteten Shimano-Line-up nimmt die XT-Reihe die mittlere Position der Performance-Bremse ein. Mit 588 Gramm ohne Scheiben entspricht die Vierkolbenbremse Shimano XT um 1 g fast exakt dem Durchschnittsgewicht. Häufig an Serien-Bikes verbaut, präsentiert sich die XT als Allround-Lösung mit hochwertiger Haptik. Die Bremse bietet eine durchdachte, einteilige Klemmung und freie Kombinationsmöglichkeiten mit I-SPEC. So kann ein Cockpit-Chaos verhindert werden, indem Dropper- und Schaltungshebel an der Bremsschelle befestigt werden. Die Klemmung kann leicht gelöst werden und dank einteiliger Ausführung geht nichts verloren - wir sind Fans! Einfache Anpassungen sind dank werkzeugloser Hebelweitenverstellung und der „free Stroke“-Schraube möglich, wobei Letztere eher eine Placebo-Wirkung hat.

Die Shimano XT-Bremse funktioniert wie die Marken-Geschwister mit Mineralöl und ist dadurch relativ unproblematisch bei Haut- oder Lackkontakt. Was das Entlüften angeht, sind die Shimano-Bremsen eine der einfachsten im gesamten Testfeld. Das von Shimano entwickelte „One-Way-Bleeding“ soll verhindern, dass sich Luftblasen im System festsetzen. Im Trail-Test zeigt die Shimano XT eine sehr gute Bremspower. Das Bremsgefühl kann man dabei als „digital“ beschreiben: Der Druckpunkt ist sehr knackig und sehr definiert in einem schmalen Bereich. Die Power setzt direkt zu Beginn des Druckpunkts ein und ist dann mit Fingerspitgefühl gut dosierbar. Auf dem Trail sind die XT und XTR ziemlich gleich, erst im Labortest werden die Unterschiede deutlich: Hier erreicht die XT eine gute Verzögerung im Mittelfeld. Durch die ICE-TECH-Bremsscheiben und -Beläge mit Kühllamellen entwickelt die Bremse viel weniger Hitze. In Summe lässt die Shimano XT keine Wünsche offen, hebt sich aber auch in keine Richtung besonders ab. Die Shimano XT überzeugt mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis, starker Power und gutem Feeling. Auf dem Trail zeigt sie keinen spürbaren Unterschied zum teureren XTR-Topmodell, bietet jedoch Sparpotenzial.

Shimano XTR M9220 im Fokus

Shimano hat ein neues Top-Modell in ihrem Bremsen-Line-up gelaunched: einen neuen XTR-Bremshebel und zwei neue XTR-Bremssättel - mit zwei und vier Kolben. Sie soll nicht nur mit einer verbesserten Ergonomie und Dosierbarkeit auftrumpfen, sondern auch eine konstantere Bremsleistung liefern. Die neuen Bremsen sollen eine konsistentere Bremsleistung und bessere Modulation ermöglichen. Während die Vierkolben-Variante weiterhin im Trail- und Enduro Einsatz findet, siedelt sich die Zweikolben-Version im XC-Bereich an. Preislich liegt ein Vierkolbenbremse-Set ohne Scheiben bei ca. 620 € und bringt rund 620 Gramm auf die Waage.

Auch wenn der XTR BL-M9220- Bremshebel weiterhin als Shimano-Bremshebel zu erkennen ist, ist er zusammen mit seiner angepassten Kabelführung die auffälligste Neuerung der Bremse. Der Drehpunkt des Alu-Hebels ist näher an den Lenker gewandert und hat eine leicht nach oben gebogene Hebelform bekommen, was die Ergonomie verbessern soll. Die Hebelweite könnt ihr - wie beim Vorgänger - werkzeuglos verstellen. Zum neuen Hebel gesellt sich der ebenfalls neue XTR BR-M9220 Bremssattel, der in seinem von uns getesteten Vierkolben-Design für den Trail- und Enduro-Einsatz gedacht ist. Dabei kommen zwei unterschiedliche Kolbendurchmesser zum Einsatz, womit der Hersteller eine verbesserte Dosierbarkeit verspricht. Auch ist im Bremssystem eine neue Bremsflüssigkeit mit geringerer Viskosität vorhanden, die nicht rückwärtskompatibel ist, denn es werden andere Dichtungen dafür benötigt. Ebenfalls neu: Der gesamte Bremssattel wurde aus einem Teil gefertigt, was die Steifigkeit optimieren und das Gewicht senken soll.

Für mehr Power bietet Shimano aber auch den Zweikolben-Sattel mit dem neuen BL-M9220 Bremshebel an, was dann die dritte Modellvariante ergibt. Beim ersten Einstellen der XTR BL-M9220-Bremshebel muss man etwas aufpassen, denn durch die leicht gebogene Form befindet sich der äußerste Teil des Hebels etwas weiter oben. Zudem liegt der Drehpunkt des Hebels sehr nah am Lenker und wenn ihr euren Hebel etwas weiter weg haben wollt, läuft dieser in einem recht spitzen Winkel vom Lenker weg. Auf dem Trail liefert die XTR-Vierkolbenbremse die gewohnt starke Brems-Performance, übertrifft ihren Vorgänger aber nicht in dessen Power. Geblieben ist auch das typisch digitale Bremsgefühl von Shimano, was sich mit der neuen XTR-Reihe allerdings etwas besser dosieren lässt und kein direktes Klicken erzeugt, wie man es vom Vorgänger kennt. Insgesamt überzeugt die neue Shimano XTR-Vierkolbenbremse weiterhin mit guter Bremspower, ohne dabei in irgendwelchen Belangen besonders positiv oder negativ herauszustechen. Die neue Shimano XTR M9220-Vierkolbenbremse liefert eine feinere Dosierbarkeit, ohne den gewohnt digitalen Charakter und die starke Bremsleistung seines Vorgängers zu verlieren.

Shimano SAINT im Einsatz

Wenn es um Racing-Geschichte geht, können wenige Bremsen auf so viele Highlights zurückblicken wie die Shimano SAINT. Auf sie haben schon sehr viele der schnellsten Fahrer der Welt vertraut. Eine SAINT-Bremse ans Bike zu schrauben kommt einem Statement gleich: Was zählt, ist Abfahrtsperformance! Die vier 16/18 mm großen Keramikkolben packen hart zu und bremsen kraftvoll ab, wieder und wieder. Wärme wird buchstäblich überall abgeführt, an Kühlrippen, langen Flanken und IceTech-Scheiben mit Aluminiumkern. Der Hebel liegt gut in der Hand und schon die leichteste Berührung hat massive Bremswirkung zur Folge. Die Kolben haben viel Hub und so ist es sehr einfach, die Bremse schleiffrei einzustellen. Das Entlüften ist einfach, wie von Shimano gewohnt. Die Power auf dem Trail ist enorm, aber kontrollierbar. Wenn man die Bremse gefühlvoll zieht, ist die Dosierbarkeit okay. Greift man jedoch kräftig zu, ist es, als würde jemand einen Stock in die Speichen stecken. Auch nach einer ganzen Saison gibt es nichts an der Zuverlässigkeit auszusetzen und die Sinterbeläge sind langlebig - das ist auch gut so, denn die Beläge mit Kühlrippen sind teuer. Richtig eingebremst sind sie bei jedem Wetter leise. Mit großer Leistung kommt bei der SAINT aber auch hohes Gewicht. Die Shimano Saint ist immer noch einer der besten Allrounder, wenn es um massive Power und unglaubliche Zuverlässigkeit geht.

Shimano XT BR-M8020 Vierkolbenbremse im Test

Die neue Shimano XT BR-M8020 Vierkolbenbremse verspricht Bremskraft satt. Der neue Vierkolbenbremssattel, den der Hersteller von einer bestehenden Vierkolbenbremse übernahm und somit mit bewährter Technik die XT-Familie erweitert, spricht aggressive Trailrider sowie eMTB-Fahrer an, die hohe Bremskraft bei guter Dosierbarkeit suchen. Während Shimano beim Bremshebel auf den bewährten XT M8000 Bremsgriff setzt, liegt das neue voluminöse Gehäuse des Vierkolbensattels schwer in der Hand und erklärt das Mehrgewicht von ca. 30 g pro Bremssattel zur Shimano BR-M8000 (Bremshebel und Leitung sind die Gleichen). Die Kühlrippen der IceTec Beläge und die Kühlhülse am Ansatz der Bremsleitung, zur besseren Wärmeableitung, veranschaulichen noch mehr, dass größter Wert auf Haltbarkeit und Bremskraft gelegt wurde. Der kurze, ergonomische Bremshebel liegt gut in der Hand, ist angenehm abgerundet und hat eine werkzeuglose Hebelweiteneinstellung. Die Verstellung des Leerwegs (Druckpunkt) wird über eine Kreuz-Schlitzschraube vorgenommen. Die zweite Generation I-Spec erlaubt es den Schalthebel und Bremsgriff an einer Klemmschelle zu montieren, trotzdem ist eine unabhängige Ausrichtung beider Komponenten möglich.

Das Prinzip einer hydraulischen Vierkolbenbremse ist das gleiche Prinzip wie bei einer herkömmlichen hydraulischen Zweikolbenbremse, wie sie an den meisten Mountainbikes zu finden ist. Dabei wird der Trägerstoff (Mineralöl oder DOT) über eine angelegte Kraft am Bremshebel von dem Geberkolben zum Bremskolben weitergegeben. Bei einer Vierkolbenbremse drücken, anders als bei der Zweikolbenbremse, je zwei Kolben, mit unterschiedlichem Durchmesser, auf einen Bremsbelag. Das gewährt eine bessere Flächenpressung bei größerer Reibfläche der Bremsbeläge und bewirkt so die höhere Bremskraft. Darüber hinaus kann ein Vierkolbenbremssattel Hitze, die vor allem beim Bremsen auf längeren Abfahrten entsteht, über die größere Fläche des Bremssattels besser abführen. Äußerlich unauffällig bietet die Shimano XT BR-M8020 maximale Bremspower. Der Shimano-Bremsgriff lässt sich durch die geteilte Klemme, ohne Demontage der Griffe, schnell montieren. Auch gelingt das schleiffreie Einstellen des Bremssattels durch einen großen Spalt zwischen Scheibe und Belägen schnell. Das Kürzen der Leitung und damit verbundene Entlüften der Bremse erweist sich dank Shimanos One-Way Entlüftung als äußerst effektiv. Befüllt ist die Bremse mit Mineralöl, welches umwelt- und hautfreundlicher ist als das von der Konkurrenz verwendete Dot.

Kontrollierte Verzögerungen lassen sich mit niedrigen Fingerkräften über die ergonomischen, kurzen Hebel einleiten, sodass die Gratwanderung zwischen Traktion und Traktionsverlust gelingt. Schließlich ist die Bremskraft einer Bremse nur nutzbar, wenn sie vom Fahrer dosiert werden kann und nicht unmittelbar zum Blockieren der Reifen führt. Um maximale Standfestigkeit und Bremspower zu erreichen, wird am Vorderrad eine 200 mm Bremsscheibe empfohlen. Die organischen „Resin“-Beläge geben sich trotz Nässe unauffällig leise und zeigen keinen übermäßigen Verschleiß. Die Shimano BR-M8020 Vierkolbenbremse empfiehlt sich Bikern, denen maximale Bremskraft und Fading-Sicherheit besonders wichtig sind. Für das sehr geringe Mehrgewicht zur Shimano BR-M8000 Zweikolbenbremse wird man durch noch mehr Bremskraft bei hervorragender Dosierbarkeit entschädigt.

Vergleichstest verschiedener Bremsen (BIKE 5/2021)

Zehn Bremsen zwischen 110 und 515 Euro und mit Gewichten zwischen 280 und 500 Gramm wurden getestet, darunter acht massive Vierkolben-Konstruktionen mit Gravity-Anspruch. Die markantesten Unterschiede fanden sich dabei einmal mehr in der Standfestigkeit der Stopper. Die Testbremsen wurden auf einer anspruchsvollen Teststrecke gemartert, um Dosierbarkeit, Bremskraft und Standfestigkeit zu testen. Das Testprozedere: Erst schleifen lassen, dann kräftige Intervallbremsungen und schließlich eine Vollbremsung aus 60-65 km/h in steilem Gefälle. Gebremst wird nur mit der vorderen Bremse.

Im BIKE-Labor werden die Bremsen schrittweise an ihre Grenzen gebracht. Das Prüfprozedere umfasst 200 Bremsungen, vom Einbremsen, über die Ermittlung von Nass- und Trockenbremswerten bis zum abschließenden, dreistufigen Fading-Test. Die Belastungen orientieren sich an den Realdaten, ein Gebläse ersetzt auf dem Prüfstand den Fahrtwind. In die abschließende Bewertung fließen Praxis- und Labordaten ein.

Getestete Bremsen im Überblick

  • FORMULA Cura 4
  • HAYES Dominion A2
  • HOPE Evo Tech 3 E4
  • MAGURA MT7 Pro
  • SHIMANO Deore 6120
  • SHIMANO XTR 9120
  • SRAM Code RSC
  • TRICKSTUFF Piccola
  • TRICKSTUFF Piccola HD
  • TRP DH-R Evo

Shimano SLX Bremse im Detail

Shimano SLX Bremsen haben sich in der Vergangenheit mehrfach als unermüdliches Arbeitstier bewiesen. Dazu sind sie preislich immer sehr attraktiv. So finden wir bewährte Technologien wie den Servo Wave Bremshebel, die One-Way-Entlüftung und natürlich das Medium Mineralöl wieder. Was sich geändert hat ist das I-Spec System, welches von I-Spec ll auf I-Spec EV modifiziert wurde. Ein cleverer Schachzug, denn nun ist es möglich den Schalthebel oder auch den Hebel der Sattelstütze direkt an den Bremsgriffen zu befestigen und so für ein aufgeräumtes Cockpit zu sorgen. Mit der Anzahl der Kolben (vier) und dazu passenden großen Scheiben war bereits vor der Montage klar, dass die Bremse primär für steile und lange Abfahrten gedacht ist.

Während dieser Abfahrten hat sich die Shimano SLX Bremse unbeeindruckt gezeigt und in jedem Moment genug Power bereitgestellt. Stoppie am Ende einer schnellen Abfahrt? Kein Thema! Eine hervorragende Leistung, die ich in diesem Fall nicht zuletzt den Bremsbelägen mit zusätzlichen Kühlrippen und den Ice-Tech Bremsscheiben zuspreche. Der Druckpunkt ist Shimano-typisch sehr straff. Eine Eigenschaft, die viele Fahrer an Shimano Bremsen schätzen. Ein bissiger Druckpunkt geht im Normalfall zu Lasten der Modulation. Ganz wegzureden ist das bei der Shimano SLX Bremse nicht, im Gegensatz zur Downhillschwester Zee fühlt sich die Modulation aber angenehmer an.

Als Fahrer mit kleinen Händen erfreue ich mich daran, dass ich die Bremshebel sehr nahe an den Lenker stellen kann und dort einen knackigen Druckpunkt vorfinde. Das kostet auf langen Abfahrten weniger Kraft. Der Zeigefinger schmiegt sich hervorragend in das Ende des Griffes ein und sorgt damit immer für ein kontrolliertes Gefühl. So haben sich Bremsen von Shimano in den letzten Jahren vereinzelt mit der Eigenschaft eines wandernden Druckpunktes bemerkbar gemacht. So leider auch bei den zwei Exemplaren die mir vorliegen. Jedoch ist es nicht so, dass der Druckpunkt vom Lenker weg wandert, sondern zum Lenker hin wenn man mehrfach kurz nacheinander den Bremshebel zieht. In der Regel ist das kein Problem. Da ich meine Bremshebel aber sehr nahe am Lenker fahre, hat es mir in ein bis zwei Situationen ein wenig den Schweiß auf die Stirn getrieben. Die Shimano SLX Vierkolben Bremse ist und bleibt ein Preis-/Leistungshammer am Bremsenmarkt. Freunde eines knackigen Druckpunktes werden hier weiterhin bedient und bekommen sogar eine bessere Modulation als noch beim Vorgänger.

Zusammenfassung der Shimano Bremsen im Test

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Eigenschaften der getesteten Shimano Bremsen zusammen:

Modell Bremskraft Dosierbarkeit Gewicht (ca.) Preis (ca.) Besonderheiten
XT BR-M8020 Sehr hoch Hervorragend 30g schwerer als BR-M8000 Mittelklasse Kühlrippen, IceTec Beläge, Ergonomische Hebel
XTR M9220 Hoch Feiner dosierbar als Vorgänger 620g (Set ohne Scheiben) Oberklasse Neuer Bremshebel, neue Bremsflüssigkeit
SAINT Massiv Kontrollierbar, aber bissig Hoch Oberklasse Keramikkolben, Kühlrippen, IceTech Scheiben
SLX Hoch Besser als Vorgänger - Preis-/Leistungshammer Servo Wave Bremshebel, One-Way-Entlüftung

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0