Shimano Scheibenbremse: Drehmoment und Montageanleitung

Besonders im Bereich der Mountainbike-Fahrer ist es essenziell, sich auf die Bremsen verlassen zu können. Die Scheibenbremsen müssen enorm zuverlässig, leistungsfähig, präzise und somit sicher sein! Wer mit seinem MTB im Offroad-Bereich unterwegs ist, verlangt den MTB-Bremsscheiben von Shimano einiges mehr ab, als im City- oder Trekkingbereich. Daher ist es umso wichtiger, gerade auch beim Pflege- und Wartungsintervall der Bremsenkontrolle einen hohen Stellenwert einzuräumen. Regelmäßige Säuberungen gehören natürlich sowieso dazu, wie bei jedem anderen Fahrrad auch.

Bremsscheibenmontage: Mehr als nur Schrauben festziehen

Bremsscheibenmontage - da muss man doch nur sechs Schrauben festdrehen und fertig? Nicht ganz, tatsächlich gibt es deutlich mehr zu beachten, von der Auswahl der Scheiben, über passende Adapter, der Montage in Laufrichtung, Anzugsmomente und vieles mehr. Damit dir bei diesem sicherheitsrelevanten Bauteil niemals Fehler unterlaufen, haben wir dir das Wichtigste zum Thema Bremsscheibenmontage in diesem Artikel zusammengefasst. Solltest du dir also unsicher sein, lies einfach weiter.

Welche Bremsscheiben gibt es? Centerlock vs. 6-Loch

Grundlegend gibt es momentan zwei verschiedene Befestigungsstandards: Centerlock und 6-Loch. Bei letzterem Standard werden - wie es der Name vermuten lässt - die Bremsscheiben mittels sechs Schrauben befestigt. Je nach Hersteller sollten diese mit 4-6 Nm angezogen werden (sowohl Manual für die Nabe als auch der Scheibe beachten). Auf den Schrauben befindet sich eine Schraubensicherung, damit sich die Bremsscheibe nicht lösen kann.

Centerlock kommt hingegen mit einem einzelnen Abschlussring aus, der mit demselben Tool montiert wird, das für die Montage einer Kassette oder Innenlager benötigt wird. Hier werden gut 40-50 Nm Drehmoment benötigt. Durch eine Verzahnung auf der Nabe und auf dem Abschlussring wird verhindert, dass sich die Bremsscheibe lockern kann. Das System ist also, genauso wie bei 6-Loch, absolut sicher und zuverlässig. Die Vorteile von Centerlock liegen bei der einfacheren Montage. Da hier nur ein Verschlussring festgezogen werden muss, geht es deutlich schneller und entspannter. Das gilt natürlich nur, wenn man das passende Werkzeug hat.

Je nachdem, welche Naben und Scheiben verwendet werden, kann manchmal auch ein leichter Gewichtsvorteil gegenüber 6-Loch-Systemen erreicht werden. Allerdings ist dieser Punkt schwer zu verallgemeinern. Ein großer Nachteil von Centerlock ist die reduzierte Auswahl an Komponenten. Der Standard kommt ursprünglich von Shimano und so bieten hauptsächlich die Japaner passende Scheiben an. Auch bei den Naben ist längst nicht jeder Komponentenhersteller auf den Centerlock-Zug aufgesprungen. Will man also maximale Auswahl, setzt man lieber auf 6-Loch Scheiben.

Auch auf Alpenüberquerungen oder anderen längeren Touren sind sie im Grunde überlegen, da man sie mit den meisten Multitools (meistens wird ein T25-Torx benötigt) demontieren kann. Für Centerlock müsste man dafür ein sperriges Kassettentool mitschleppen. Im Notfall findet man eine Schraube für 6-Loch Scheiben auch bedeutend leichter als den Verschlussring eines Centerlock-Systems. Wer also gerne etwas abseits vom Schuss unterwegs ist, ist mit 6-Loch besser beraten.

Ein Nachteil ist hingegen, dass sich durch nicht korrektes Anziehen (s. dazu Abschnitt „Worauf muss ich bei der Montage achten) die Scheibe verspannen und zu Defekten führen kann. Außerdem hat sich schon der eine oder andere schon eines der sechs Gewinde in der Nabe kaputtgedreht. Hier ist also Vorsicht geboten.

Vor- und Nachteile im Überblick

Merkmal 6-Loch Centerlock
Vorteile
  • Große Auswahl an Naben und Bremsscheiben
  • Montage per Multitool (meist Torx-25)
  • Ersatzschrauben leicht zu beschaffen
  • Mit Adapter auch 6-Loch Bremssscheiben möglich
  • Kompatibel mit 15/20mm Achsen
  • Einfache und schnelle Montage
  • Eventueller Gewichtsvorteil
Nachteile
  • Montage dauert länger
  • Höhere Wahrscheinlichkeit, ein Gewinde zu beschädigen
  • Spezielles Werkzeug notwendig
  • Reduzierte Auswahl an Bremsscheiben und Naben
  • Keine Umrüstung auf Centerlock möglich
  • Für verschiedene Achsen werden unterschiedliche Abschlussringe benötigt

Bremsscheibendurchmesser

Hinsichtlich der Größe haben sich 140, 160, 180 und 200mm Bremsscheiben durchgesetzt. Bei genauer Betrachtung ist es aber leider doch nicht ganz korrekt, da einige Hersteller ihr eigenes Süppchen kochen. So verwendet Formula z.B. 185mm Scheiben, während Magura nicht auf 200 sondern auf 203mm Bremsscheiben setzt.

Um den Einsatzbereich der verschiedenen Scheiben zu definieren, nehmen wir aber einfach einmal die vier eingangs genannten Größen: 140mm Scheiben passen zu Rennrädern, die mittlerweile immer mehr auf Disc-Stopper setzen, und zu Cyclocrossern. Wichtig ist allerdings, dass das Fahrergewicht hier eher gering sein sollte (<80 kg). Ansonsten greift man besser zu 160mm Scheiben. Diese kommen auch gerne bei Cross-Country Fahrern zum Einsatz, da sie einen guten Kompromiss aus Bremskraft und Gewicht darstellen.

Wer gerne Trail-Touren fährt, der braucht jedoch mehr Standfestigkeit. 180mm Scheiben vorne und hinten haben sich dafür bewährt. Kräftigere Kerle können auch auf eine 200mm Scheibe an der Front setzen. Spätestens beim Enduro-Fahren ist das sowieso Pflicht und wer im Bikepark den ganzen Tag seine Laps zieht, der darf auch noch hinten eine 200mm Version verbauen. Auch E-Bikes werden häufig mit 200mm Scheiben ausgestattet, da hier durch das erhöhte Systemgewicht deutlich mehr Belastung auf die Bremse wartet.

Allgemein gilt also, je abfahrtsorientierter, desto größer die Bremsscheibe. Die Empfehlungen oben sind dabei natürlich nur Richtlinien, die noch um Faktoren, beispielsweise den eigenen Fahrstil und das Fahrkönnen (Thema Schleifbremsung), ergänzt werden sollten. Außerdem sollte man sein Gewicht beachten, da mehr Gewicht nach größeren Scheiben ruft.

  • 140mm für Rennrad- und Cyclocross-Fahrer
  • 160mm für Cross-Country-Fahrer, leichte Fahrer können evtl. hinten noch auf 140mm setzen
  • 180mm vorne und hinten für Trail-Touren, bei mehr Körpergewicht vorne 200mm
  • 180mm hinten und 200mm vorne für Enduro-Bikes und E-Bikes
  • 200mm vorne und hinten für Downhiller

Lieber zu große Scheiben als zu kleine!

Spezielle Technologien

Wie bei jedem Fahrradteil wurde natürlich auch an der Bremsscheibe herumoptimiert, was das Zeug hält. Bei Shimano nennt sich das Ergebnis Ice-Tech. Diese Scheiben zeichnen sich durch zweiteilige Bremsscheiben aus. Ein Aluminiumträger im Zentrum, der als Spider fungiert und deutlich bessere Wärmeleitfähigkeit aufweist, nimmt einen Reibring aus Stahl auf. Dadurch sollen die Scheiben deutlich hitzebeständiger und geräuschärmer sein. Zudem beugt die zweiteilige Konstruktion einem ungünstigen Verformen bei hohen Temperaturen vor.

Auch der britische Hersteller Hope setzt auf zweiteilige bzw. sogar dreiteilige Scheiben aus Spider und zwei Reibringen. Die Reibringe sind dabei schwimmend gelagert und weisen einen schmalen Luftschlitz zwischen ihnen auf. Dadurch kann die Luft noch besser zirkulieren, was zu einer extrem guten Kühlperformance führen soll.

SRAM setzt bei seinen Scheiben auf die sogenannte Centerline-Technologie. Der Reibring ist hier durch sehr lange Aussparungen geteilt, die fast ringsherum gehen. Dadurch werden die Scheiben nicht nur leichter, sondern das Reibzentrum bleibt während der Radumdrehung durchgehend konstant. Das beugt nervigen Geräuschen vor, reduziert Vibrationen und sorgt für mehr Performance.

Benötige ich irgendwelche speziellen Adapter?

Es gibt vermutlich kein anderes Bauteil, das mit so vielen verschiedenen Adaptern kombiniert werden kann, wie die Scheibenbremse. Es ist ein regelrechter Urwald. Für den Durchblick muss daher zunächst geschaut werden, was für eine Bremse man überhaupt vor sich hat: Es gibt International Standard- (IS), Postmount- (PM) und Flatmount-Bremszangen.

Jeder Standard hat dann seine eignen Adapter, um verschiedene Scheibengrößen zu verbauen. Beim IS-Standard ist die Aufnahme ohne Adapter für 140mm Scheiben geeignet, zumindest wenn man eine Bremszange mit kurzen Befestigungsarmen hat. Auch Flatmount-Aufnahmen starten bereits bei 140mm ohne Adapter. Bei Standard PM-Aufnahme (6 Zoll) passen hingegen erst 160mm Bremsscheiben ohne Adapter, wobei einige Federgabeln (speziell Downhill-Gabeln) mittlerweile mit einer standardmäßigen 200mm PM-Aufnahme (8 Zoll) ausgestattet werden.

Auch manche Rahmen haben diesen Standard, hier muss man also genau hinsehen. Mit den passenden Adaptern kann man nun jeden der Standards auf die gewünschte Scheibenbremsengröße hin anpassen. Während Flatmount-Aufnahmen nur bis 180mm Scheiben funktionieren, können bei IS- und PM-Aufnahmen mit den passenden Adaptern bis zu 203mm große Scheiben montiert werden.

PM-Bremszangen passen übrigens mit entsprechenden Adaptern auch auf IS-Aufnahmen, sogar bei derselben Scheibengröße. Umgekehrt gibt es zwar auch Adapter, allerdings muss bei einer IS-Zange auf PM-Aufnahme immer eine größere Scheibe gefahren werden, als es die PM-Aufnahme zulassen würde. Sprich: Wenn ich eine 6 Zoll PM-Aufnahme habe, kann ich mit IS-Zangen minimal eine 180mm Scheibe fahren.

Flatmount-Zangen funktionieren hingegen problemlos auf PM-Aufnahmen, vorausgesetzt, man verwendet den passenden Adapter, und dasselbe gilt auch umgekehrt.

  • Flatmount-Standard ermöglicht 140-180mm große Bremsscheiben
  • IS-Aufnahmen ermöglichen 140-203mm große Bremsscheiben
  • PM-Aufnahmen starten entweder bei 160mm (6 Zoll) oder 200mm (8 Zoll). Mittels Adapter können 6 Zoll PM-Aufnahmen auf bis zu 203mm angepasst werden
  • IS-Bremszangen passen auf PM-Aufnahmen mit Adapter und größeren Scheiben
  • PM-Aufnahmen passen auf IS-Aufnahmen mit Adapter
  • PM- und Flatmount sind mit Adaptern jeweils uneingeschränkt kompatibel

Was muss ich bei der Montage beachten?

Egal ob 6-Loch- oder Centerlock-Bremsscheibe - es ist extrem wichtig, immer auf die Montagerichtung der Scheibe zu schauen. Die meisten Bremsscheiben haben nämlich eine Laufrichtung, bei der die volle Stabilität gewährleistet werden kann. Das hat folgenden Grund: Bei richtig herum montierter Bremsscheibe werden die Speichen der Scheibe (bzw. der Spider) auf Druck belastet, also zusammengedrückt. Der Reibring hingegen ist auf Zug belastet, man spricht auch von Zugspannung.

Montiert man die Scheibe umgekehrt, tritt genau der umgekehrte Fall ein: Speichen auf Zug, Reibring auf Druck. Das hat ab dann fatale Folgen, wenn die Bremsscheibe heiß wird. Nun sinkt nämlich die Widerstandsfähigkeit des Stahls, weshalb der Reibring unter dem Druck zusammenfallen kann. Unter Zug passiert das nicht.

Es ist also absolut sicherheitsrelevant, die Bremsscheibe in Laufrichtung zu montieren. Bei 6-Loch-Schrauben sollte man außerdem darauf achten, die einzelnen Schrauben bei der Montage immer über Kreuz festzuziehen. Dadurch beugt man einer Verspannung der Scheibe vor, was sich ansonsten ebenfalls negativ auf deren Stabilität auswirken könnte.

Die oben genannten Drehmomente sollten natürlich immer beachtet werden, was auch für Centerlock-Scheiben gilt. Zudem sollte man an der Bremse immer mit sauberen Fingern arbeiten, da man sonst erst die Bremsscheibe und anschließend die Bremsbeläge unbrauchbar verschmutzen kann. Vor allem Öle und Fette sind hier natürlich problematisch.

Welche Hersteller sind die gängigsten?

Wie schon bei den Antrieben, sind auch bei den Bremsen zwei Platzhirsche besonders aktiv: Shimano und SRAM. Die meisten OEM Ausstattungen nutzen wohl Scheiben dieser beiden Hersteller und das zurecht: Schließlich funktioniert sowohl die Ice-Tech- als auch die Centerline-Technologie sehr gut.

Natürlich darf in dieser Liste aber auch nicht der schwäbische Traditionshersteller Magura fehlen. Die Storm-Bremsscheiben sind schon seit geraumer Zeit echte Legenden und auch die neuaufgelegte Variante ist ein echter Wurfanker, dabei aber dennoch sehr leicht. Gerade seit der neu aufgelegten MT-Serie sieht man sie an unglaublich vielen Rädern.

Wenn es dir auf das Preis-Leistungs-Verhältnis ankommt, solltest du dir Tektro ansehen. Die klassischen, einteiligen Stahlscheiben bieten zwar keine ausgefallene Technologie, dafür aber einen super Preis. Dennoch überzeugt die Performance vollständig und vom gesparten Geld kann man sich auf der nächsten Alm noch ein Bierchen gönnen.

Wer es dennoch gerne etwas exklusiver mag, kann sich nochmals im Südwesten Deutschlands umsehen. Trickstuff ist eine Firma aus Freiburg, bei der es immer das gewisse Extra gibt. So auch bei ihrer Dächle Bremsscheibe. Speziell die Dächle Ultralight ist ein echter Hingucker, die aus mehr Löchern zu bestehen scheint als Stahl. Dabei soll sie dennoch sehr standfest sein.

Apropos standfest: Wenn das dein Hauptanliegen sein sollte, dann ist der britische Hersteller Hope etwas für dich. Die zweiteiligen Floating Technology Scheiben kriegst du nämlich einfach nicht heißgebremst. Dank des Luftspalts zwischen den Bremsen hast du immer volle Performance, egal wie lange der Trail ist.

Wieso schleifen Scheibenbremsen?

Ohne am Bremshebel zu ziehen, schleifen die Bremsbeläge leicht an der Scheibe. Fünf Ursachen - fünf Lösungen.

  1. Zu viel Bremsflüssigkeit: Kommt bei neuen Bremsen im Auslieferungszustand immer wieder vor. Die Kolben können sich nicht weit genug zurückziehen. Da hilft nur, den Stand der Bremsflüssigkeit zu korrigieren. Anschließend müssen Sie die Bremse entlüften.
  2. Bremsscheibe nicht mittig: In diesem Fall den Bremssattel lockern und neu ausrichten.
  3. Laufrad schief eingebaut: Das kann bei Bikes mit herkömmlichen Schnellspannern passieren. Schnellspanner öffnen und neu justieren.
  4. Bremsscheibe verbogen: Manchmal hilft es schon, die Bremse richtig heiß zu bremsen (Achtung, nicht überhitzen!). Ansonsten vorsichtig per Hand oder mit Richtwerkzeug zurechtbiegen.
  5. Kolbenklemmer: Kolben und Bremssattel mit Bremsenreiniger säubern.

Sicherheitshinweis

Im Sinne der eigenen Sicherheit: Die Bremsen zählen zu den am härtesten strapazierten Teilen am Bike und haben eine regelmäßige Wartung verdient. Um unterwegs nicht plötzlich von abgenutzten Bremsbelägen überrascht zu werden, lohnt sich ein regelmäßiger Check.

ACHTUNG: Scheibenbremsen sind sicherheitsrelevante Bauteile. Wer daran rumschraubt, sollte wissen, was er tut und vor allem sorgfältig arbeiten. Eine Kontrollfahrt nach der Wartung schadet nie. Ohne ausreichende Erfahrung beim Schrauben lohnt es sich, eine Bike-Werkstatt aufzusuchen und sich Rat von Experten zu holen.

Bremsbeläge wechseln

Wie lange die Beläge halten, hängt stark von den äußeren Bedingungen ab. Bei Matschwetter kann ein Belag schon nach einem langen Bike-Tag runter sein. 1 Millimeter sollte die Belagstärke mindestens noch betragen. Auch die Scheiben verschleißen. Die Stärke lässt sich verlässlich mit einem Messschieber oder einer speziellen Verschleißlehre kontrollieren. Dünner als 1,5 Millimeter sollte die Bremsscheibe nicht sein. Auch stark unterschiedlich verschlissene Scheiben sollte man austauschen.

Anleitung: Bremsbeläge der MTB-Scheibenbremse wechseln

  1. Sicherungsschraube entfernen: Ehe Sie mit dem Wechseln der Bremsbeläge beginnen, drücken Sie die Bremskolben mit einem flachen Werkzeug zwischen den alten Bremsbelägen so weit wie möglich zurück. So schaffen Sie Platz für die neuen, dickeren Beläge. Nun entfernen Sie den Sicherungsring und dann die Sicherungsschraube.
  2. Bremsbeläge entfernen: Jetzt sind die alten Bremsbeläge frei, und Sie können sie entfernen. Einfach die Beläge von beiden Seiten zusammendrücken und nach hinten aus dem Bremssattel entfernen.
  3. Bremssattel reinigen: Mit einem sauberen, fusselfreien Tuch die Kolben am Bremssattel reinigen. Bei stärkeren Verschmutzungen und hartnäckigem Belagabrieb hilft Bremsenreiniger. Sorgfältiges Säubern verbessert die Funktion der Kolben und erhöht damit die Leistung der Bremse.
  4. Kolben zurückdrücken: Sicherheitshalber nun die Kolben nochmals zurückdrücken. Vorher aber die alten Beläge grob gesäubert wieder einlegen. Das verhindert, dass die neuen Beläge beim Zurückdrücken beschädigt werden. Danach die alten Beläge entfernen.
  5. Beläge einsetzen: Nun die Belagsfeder zwischen die beiden Bremsbeläge setzen, die Beläge mit den Fingern zusammendrücken und in die Aufnahme zwischen den Bremskolben einsetzen. Manche Hersteller unterscheiden zwischen linkem und rechtem Belag. Unbedingt auf die korrekte Anordnung achten!
  6. Beläge sichern: Setzen Sie die Sicherungsschraube der Bremsbeläge wieder ein. Auf keinen Fall dabei den Sicherungsring der Schraube vergessen. Bei älteren Bremsenmodellen wird teilweise noch ein Sicherungssplint verwendet, der mit einer Zange aufgebogen werden muss.

Bremsscheibe montieren

Die Bremsscheiben auszutauschen, ist kein Hexenwerk. Je nach Standard - Centerlock oder Sechs-Loch-Scheibe - sind unterschiedliche Werkzeuge nötig.

Sechs-Loch-Scheibe

Die Befestigung der Bremsscheibe erfolgt über sechs Schrauben, die je nach Bremsenmodell mit einem Drehmoment von 4-6 Nm über Kreuz angezogen werden. Die Schrauben sind mit einer Schraubensicherung versehen, um ein ungewolltes Lösen der Bremsscheibe zu verhindern.

Centerlock-Standard

Centerlock-Scheiben werden mit einem Ring im Zentrum der Scheibe montiert. Als Werkzeug dient ein herkömmlicher Innenlagerschlüssel. Centerlock-Montage ist alternativ auch mit einer Nuss möglich. Das erforderliche Drehmoment beim Anziehen des Rings ist deutlich höher: 40-50 Nm. Die Verzahnung von Nabe und Abschlussring verhindert, dass sich die Bremsscheibe lösen kann. Vorteil von Centerlock: Die Montage geht deutlich schneller. Nachteil: Manche Hersteller bieten für den Shimano-Standard keine passenden Scheiben.

Laufrichtung beachten

Vorsicht: Bei der Montage der Bremsscheiben immer die korrekte Laufrichtung beachten. Shimano kennzeichnet sie in der Regel mit einem Pfeil.

Bremssattel ausrichten und schleiffrei einstellen

Der Bremssattel sollte exakt parallel zur Scheibe stehen - so kann die Bremse kräftig zupacken und schleift nicht.

  1. Bremssattel lockern: Die beiden Schrauben der Bremsaufnahme lockern. Nun den Bremshebel ziehen, bis die Bremsbeläge fest an der Scheibe anliegen. Mit gezogenem Bremshebel die Schrauben wieder festziehen.
  2. Sichtprüfung: Nach dem Festziehen der Befestigungsschrauben sollte die Scheibe genau mittig zwischen den Bremsbelägen laufen. Ist dies nicht der Fall, Schritt 1 wiederholen und den Bremssattel nachjustieren. Beim Sicht-Check hilft ein helles Papier am Boden.
  3. Bremsscheibe ausrichten: Schleift die Scheibe trotz justierten Bremssattels unregelmäßig und „eiert“, ist sie verzogen. In diesem Fall mit einem speziellen Richtwerkzeug, in das der Rand der Scheibe eingeklemmt wird, oder mit den Händen und einem Tuch zum Schutz vor Fett die Bremsscheibe gefühlvoll geradebiegen. Zur Sicherheit hinterher die Scheibe mit Bremsenreiniger säubern.

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