Endlich stellen die Japaner ihre SLX-Schaltung mit 1x12-Technologie vor. Wir haben Sie bereits ausgiebig auf den Trails getestet! Die Shimano SLX Komponenten sind schon immer für ihre Zuverlässigkeit und den erschwinglichen Preis bekannt.
Überblick über die Shimano SLX 12-fach Schaltung
Die Shimano SLX Schaltung will sich aber nicht in diese Schublade stecken lassen. So ist es kein Wunder, dass man sie an vielen Rädern im Handel findet. Für unsere Specialized Stumpjumper EVO Aufbaustory war sie damit der perfekte Kandidat.
Montage und Einstellung
Bevor es auf den Trail geht, muss natürlich wie immer zuerst die Schaltung montiert und eigestellt werden. Dank I-Spec EV kann man den Schalthebel direkt an der Schelle der Bremse montieren, was für ein sehr aufgeräumtes Cockpit sorgt. Die I-Spec EV Aufnahme ermöglicht dabei einen sehr großen Einstellbereich, mit dem Fahrer mit kleinen und großen Händen gleichermaßen zufrieden sein werden.
Nachdem die Kette montiert und der Schaltzug verlegt ist, geht es an die eigentliche Einstellung des Schaltwerks. Zunächst wird die Kette auf dem kleinsten Ritzel ausgerichtet. Dazu stellt man den Endanschlag so ein, dass das Schaltröllchen in einer Flucht mit dem Ritzel ist wenn man von oben drauf schaut.
Das Gleiche machen wir beim größten Ritzel. Einmal alles durchschalten und Endanschlag Einstellen. Für die Einstellung der Umschlingung, also den Abstand des ersten Schaltröllchens zur Kassette, hat Shimano eine Markierung am Käfig versteckt. Ist die Kette auf dem größten Ritzel muss man die Einstellschraube so lange drehen, bis die Kette den angezeigten Abstand hat. Genial!
Das Einstellen der Shimano SLX Schaltung war dermaßen einfach, dass es eine wahre Freude war. Die Einstellschrauben für die Endanschläge fand ich dennoch ein wenig fummelig.
Fahrbetrieb und Schaltperformance
Während des Fahrbetriebs hat sich der Shimano SLX Antrieb bisher genau so unauffällig wie bei der Montage verhalten. Dabei durfte er im Winter vor allem viel Feuchtigkeit und Schlamm sehen. Gepaart mit dem vielen Staub im Frühjahr, der schon an einen Urlaub im Vinschgau erinnert hat, sollten die schlimmsten Verhältnisse abgedeckt sein. Die Schaltperformance war dabei immer auf höchsten Level.
Die angepriesene Schaltperformance unter Last wurde natürlich auch getestet. Eines dazu vorweg. Unter Last zu schalten heißt nicht mit voller Kraft im Wiegetritt in die Pedale zu Hämmern, dabei knirscht es nämlich weiterhin. Schaltet man allerdings im sitzen mit ordentlich Zug an Kette, wandert die Kette verblüffend leicht auf das nächst größere Ritzel. Die Shimano SLX Schaltung ist damit die geschmeidigste Schaltung die ich bisher an einem Rad testen durfte.
Einen nicht zu unterschätzenden Anteil an der Schaltperformance hat die Kette bei Shimano. Im Gegensatz zu anderen Ketten am Markt ist sie laufrichtungsgebunden. Das heißt zwar, dass man bei der Montage ein wenig aufpassen muss, aber auch, dass die Kette auf diese Weise für das Zusammenspiel mit der Kassette optimiert werden kann.
Neben der erstklassigen Schaltperformance hat Shimano zusätzliches Augenmerk auf die Abstufung der Kassette gelegt. Vorsicht. Die Klicks sind immer knackig und der Schalthebel gibt dabei ein angenehmes Feedback.
Mit ausgeschaltetem Reibungsdämpfer des Shadow+ Schaltwerks muss man für das Verlagern der Gänge lediglich sanft über den Schalthebel streichen. Da der Shimano SLX Antrieb aber an einem bergab orientierten Mountainbike verbaut ist, war der Reibungsdämpfer natürlich immer aktiviert. Dabei benötigt man beim Schalten in einen leichteren Gang ein wenig mehr Kraft als die Konkurrenz, was aber nicht großartig ins Gewicht fällt.
Beim herunterschalten in die schweren Gänge springt die Kette bei der Betätigung des Hebels lediglich einen Gang auf der Kassette. Die Betätigung mit dem rechten Zeigefinger ist dabei eine willkommene Abwechslung beim gemütlichen Fahren. Auf dem Trail wird natürlich nur mit dem Daumen geschaltet. Ein sattes, klickendes Geräusch bestätigt den Gangwechsel.
Für Sprints und schnelle Gangwechsel wären zwei Gangsprünge mit einem Klick - wie es bei der Shimano XT Schaltung der Fall ist - wünschenswert. Das bereits angesprochene Shimano SLX Schaltwerk mit der Shadow+ Technologie verhindert zuverlässig in Kombination mit dem Shimano Kettenblatt den Abflug der Kette.
Shimano SLX im Vergleich
Shimano bietet mit der SLX 12-Fach Schaltung die Referenz in Sachen erschwinglicher Mountainbikeantriebe. Nach dem Motto „Set and Forget“ wurde der Shimano SLX Antrieb verbaut und nicht wieder angerührt. Dabei wird die leichte Einstellung der Schaltung vielleicht dem einen oder anderen Hobbymechaniker die Angst nehmen.
Das Schaltgefühl unter Last ist auf ein komplett neues Level gehoben worden und die hohe Bandbreite von 510 % ist genug um nahezu senkrechte Steigungen zu erklimmen und dabei verhält sie sich wie der gute, alte Duracelhase.
Shimano SLX vs. Shimano XT
In diesem Artikel vergleichen wir das überarbeitete Shimano SLX- und XT Schaltwerk, um Ihnen bei der Kaufentscheidung für Ihren individuellen Bedarf zu helfen. Der japanische Qualitätshersteller spricht mit den Schaltgruppen Shimano SLX und Shimano XT verschiedene Zielgruppen an. So richtet sich das Konzept der Shimano XT an fortgeschrittene MTB-Fahrer und ist in einer höheren Preisklasse angesiedelt. Dagegen eignet sich das Shimano SLX optimal für Einsteiger beim Mountainbiking und punktet mit günstigeren Preisen.
Jedoch ist dieser Faktor bei der Schaltgruppe kein Hinweis auf eine minderwertigere Qualität. Grundsätzlich kommen bei Shimano sehr hochwertige Materialien zum Einsatz, die auf ein geringes Gewicht abzielen und einen möglichst hohen Fahrkomfort ermöglichen. Die Unterschiede beim Preis ergeben sich beim Shimano XT Schaltwerk durch den Einbau von Stahlzähnen, deren Langlebigkeit und Resistenz deutlich höher ist. Das Shimano SLX und Deore XT ordnen sich hierarchisch zwischen dem Shimano Deore und Shimano XTR (XT-Race) ein. Beide Schaltungen sind auch für den Einsatz bei E-MTB freigegeben.
Die Fahrer von beiden Schaltgruppen haben einen großen Vorteil durch das leistungsfähige I-SPEC EV-System. So passt sich der Schalthebel dank einem Einstellbereich mit 14 mm optimal an die ergonomischen Gegebenheiten der Hände an. Bei diesen Komponenten zeigen sich die Unterschiede im Innenbereich. Dabei verfügt der rutschfest gummierte Schalthebel beim Shimano XT über die erprobte Multi-Shift-Funktion. Sie können damit in einem Zug entweder zwei Gänge hoch oder vier Gänge runter schalten. Dagegen ist das Shimano SLX mit einem geriffelten Schalthebel ausgestattet, welcher zur gleichen Zeit entweder einen Gang nach oben oder drei Gänge nach unten schaltet.
Sowohl beim Shimano XT als auch beim Shimano SLX haben die Nutzer die Auswahl zwischen einem 1-fachen Antrieb oder der 2-fachen Ausführung. Beim Shimano XT gibt es die hydraulische Scheibenbremse entweder in der 2- oder 4-Kolben Variante zur Verfügung. Basierend auf der eingesetzten Servo Wave Technik lässt sich der Druckpunkt ideal dosieren, außerdem ist das Ansprechverhalten sehr schnell. Die Ice-Tech-Bauweise der Disc verfügt beim Shimano XT über praktische Kühlrippen, die ein Überhitzen minimieren. Im Vergleich dazu gibt es bei den hydraulischen Scheibenbremsen von Shimano SLX standardmäßig keine Kühlrippen, ansonsten sind die Bremshebel identisch.
Sowohl das XT als auch das SLX-Schaltwerk sind mit der praktischen Shadow RD+ Technologie ausgestattet, die als Schaltwerk-Stabilisator das Schlagen der Kette vermindert, das Abspringen verhindert und einen geräuscharmen Antrieb ermöglicht. Die neu entworfene 12-fach Kette beider Schaltgruppen zeichnet sich durch die Hyperglide+ Technologie aus, mit der eine Optimierung bei den Kontaktflächen möglich ist. So arbeiten Kassettenzähne und Kettenblatt noch besser zusammen. Sogar unter Last können Sie optimal schalten. Die Gangwechsel erfolgen flüssig in beide Richtungen und garantieren Ihnen einen ruhigen Lauf. Darüber hinaus unterstützt das Quick-Link Kettenschloss eine einfache und schnelle Montage.
Shimano SLX im Vergleich zum Wettbewerb
Trotz der immensen Größe von Shimano, hat vor allem Sram, der einzige ernstzunehmende Konkurrent, die Entwicklung von Mountainbike-Schaltungen in den letzten Jahren maßgeblich geprägt. Mit der Einführung der 1x12-Schaltung haben die Amerikaner 2016 das Traditionsunternehmen Shimano bei der Technologievorherrschaft abgelöst. Shimano springt erst 2019 mit XT und SLX auf den 12fach-Zug auf.
Überblick: Sram vs. Shimano 12fach-MTB-Schaltgruppen
Sowohl bei Shimano als auch bei Sram sind die einzelnen Bauteile der unterschiedlichen Antriebe untereinander kompatibel. So kann sich jeder Biker seinem Budget entsprechend seinen Antrieb auch selbst konfigurieren. Die günstigsten Upgrade-Kits aus Schaltwerk, Kassette, Kette und Schalthebel gibt es ab 167 Euro.
Wir haben alle Antriebe (bis auf die Shimano Deore M6100) nachgewogen und schildern zusätzlich unsere Fahreindrücke aus der Praxis. Daher beruht dieser umfassende Überblick und alle gemachten Angaben und Preise auf unseren Daten aus dem Jahr 2020.
Shimano SLX M7100
Die SLX war bis zum Modelljahr 2020 Shimanos Einstieg in die Zwölffach-Klasse. Bei ähnlichem Preis ist sie über 200 Gramm leichter als Srams NX-Eagle-Pendant. Allerdings wird beim Umrüsten auch ein neuer Freilaufkörper für zirka 60 Euro fällig. In der Praxis funktioniert die Schaltung sehr gut. Vielen gefällt das weichere Schaltgefühl des Hebels sogar besser als das des teureren XT-Hebels.
In Sachen Preis-/Leistung eine der besten 12fach-Schaltungen für Mountainbikes am Markt. Freilaufstandard Micro-Spline. Gewicht Schaltgruppe¹ 1857 Gramm. Kurbelgewicht 649 Gramm. Bandbreite 450 % / 510 % / 623 % (2fach). Preis Upgrade-Kit² 167 Euro. Preis Schaltgruppe³ 270 Euro.
Sram NX Eagle
Srams NX-Eagle-Gruppe ist kein Leichtgewicht, hat aber einen großen Vorteil: Ihre Kassette ist mit dem Jahrzehnte alten HG-Freilauf von Shimano kompatibel. Mit dem 11er-Abschlussritzel ist ihre Bandbreite geringer als bei allen anderen Zwölffach-Antrieben. Das Schaltgefühl ist minimal undefinierter, und sie läuft etwas lauter als die hochwertigeren Antriebe von Sram.
Größter Pluspunkt der Sram NX Eagle: Man kann sie mit dem etablierten HG-Freilauf fahren. Das macht sie vor allem fürs Nachrüsten an alte Bikes interessant. Freilaufstandard HG-Standard. Gewicht Schaltgruppe¹ 2074 Gramm. Kurbelgewicht 707 Gramm. Bandbreite 455 %. Preis Upgrade-Kit² 187 Euro. Preis Schaltgruppe³ 268 Euro.
Shimano Deore XT - M8100
Die XT-Gruppe von Shimano kombiniert seit Jahrzehnten annehmbare Preise mit höchster Qualität. Da macht auch das neue M8100-Ensemble keine Ausnahme. Aufgrund des guten Preis-Leistungsverhältnisses wird sie oft auch als "Volksschaltung" bezeichnet. Ihre Funktion ist tadellos. Lediglich die hohen Handkräfte des Schalthebels gefallen nicht jedem.
Die „Volksschaltung“ an sportlichen Mountainbikes: die Shimano Deore XT als 12fach-Version. Freilaufstandard Micro-Spline. Gewicht Schaltgruppe¹ 1798 Gramm. Kurbelgewicht 641 Gramm. Bandbreite 450 % / 510 % / 623 % (2fach). Preis Upgrade-Kit² 267 Euro. Preis Schaltgruppe³ 412 Euro.
Sram GX Eagle
In den Punkten Gewicht, Preis und Schaltgefühl ist die GX der Shimano XT minimal überlegen. Dafür hat sie eine zehn Prozent geringere Bandbreite. Unterm Strich kann man sagen: Beide Schaltgruppen funktionieren auf ähnlichem Niveau. Die GX Eagle von Sram hat also auch das Zeug zur Volksgruppe. Rein von der Funktion ist kaum ein Unterschied zur X01 oder XX1 Eagle zu spüren.
Die Sram GX Eagle 12fach-Schaltgruppe bekommt man im Netz bereits deutlich unter 400 Euro. Freilaufstandard XD. Gewicht Schaltgruppe¹ 1711 Gramm. Kurbelgewicht 612 Gramm. Bandbreite 500 %. Preis Upgrade-Kit² 260 Euro. Preis Schaltgruppe³ 377 Euro.
Shimano XTR - M9100
Nach einem Werksbrand bei Shimano musste man lange auf die neue XTR-Kurbel warten. Mittlerweile ist die Top-Gruppe der Japaner komplett erhältlich. Der Schalthebel drückt sich sportlich straff, dafür wechselt die Kette blitzschnell und leise die Ritzel. Eine elektronische Di2-Version der 12fach XTR-Schaltung gibt es aktuell nicht.
Hochwertiger und leichter geht's bei Shimano nicht: die aktuelle XTR 12fach-Version. Freilaufstandard Micro-Spline. Gewicht Schaltgruppe¹ 1497 Gramm. Kurbelgewicht 531 Gramm. Bandbreite 450 % / 510 % / 623 % (2fach). Preis Upgrade-Kit² 552 Euro. Preis Schaltgruppe³ 999 Euro.
Sram XX1 Eagle / XX1 Eagle AXS
Die XX1 Eagle ist die leichteste Zwölffach-Schaltgruppe auf dem Markt. Neben der normalen Version mit Schaltzug gibt es noch eine teurere, elektronische AXS-Variante komplett ohne Kabel. Die X01 Eagle ist ähnlich hochwertig, für den Enduro-Einsatz aber etwas robuster verarbeitet. Der Schalthebel drückt sich definiert, aber weich. Ein Traum von einer Schaltung!
268 Gramm wiegt das Sram XX1 Eagle-Schaltwerk. Freilaufstandard XD. Gewicht Schaltgruppe¹ 1434 Gramm. Kurbelgewicht 469 Gramm. Bandbreite 500 %. Preis Upgrade-Kit² 744 Euro / 1089 Euro. Preis Schaltgruppe³ 1199 Euro / 1525 Euro für AXS.
¹Die komplette Schaltgruppe besteht aus Schaltwerk, Kassette, Kette, Kettenblatt, Kurbel und Schalthebel. Das Tretlager wurde aufgrund verschiedenster Standards nicht berücksichtigt.
²Ein Upgrade-Kit besteht aus Schaltwerk, Kassette, Kette und Schalthebel.
³Durchschnittspreis von drei großen Online-Shops Januar 2020.
Fazit
Shimano bietet mit der SLX 12-Fach Schaltung die Referenz in Sachen erschwinglicher Mountainbikeantriebe. Nach dem Motto „Set and Forget“ wurde der Shimano SLX Antrieb verbaut und nicht wieder angerührt. Dabei wird die leichte Einstellung der Schaltung vielleicht dem einen oder anderen Hobbymechaniker die Angst nehmen.
Das Schaltgefühl unter Last ist auf ein komplett neues Level gehoben worden und die hohe Bandbreite von 510 % ist genug um nahezu senkrechte Steigungen zu erklimmen und dabei verhält sie sich wie der gute, alte Duracelhase.
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