Die Shimano SLX ist die erschwinglichste Option im Hause des japanischen Herstellers und bietet solide Qualität zu einem attraktiven Preis. In diesem Testbericht erfahren Sie alles über die Leistung, das Preis-Leistungs-Verhältnis und die Unterschiede zu anderen Shimano-Gruppen.
Überblick über das Shimano-Portfolio
Das Portfolio von Shimano ist umfangreich, doch die Serien mit "X" im Namen - SLX, XT und XTR - bilden die Hierarchie für Bremsen, Schaltgruppen und Antriebe. Die SLX ist dabei Shimanos klassische Brot-und-Butter-Bremse und bietet ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Shimano SLX Bremse im Detail
Die Shimano SLX-Bremse verkörpert mit 350 € unauffälliges Understatement und solide japanische Qualität. Optisch ähnelt sie den teureren XT- und XTR-Modellen, doch bei genauerem Hinsehen fallen Unterschiede auf. Die Bremshebel verzichten auf die Struktur, die den Fingergrip erhöhen soll, die Hebelweitenverstellung ist jedoch einfach und werkzeuglos. Auf die "Free Stroke"-Schraube wird verzichtet, was jedoch nicht weiter schlimm ist, da die Druckpunkt-Verstellung bei den XT- und XTR-Modellen eher einen Placebo-Effekt zu haben scheint.
Die Klemmung der Shimano SLX-Bremsen ist durchdacht und bietet mit dem I-SPEC-System gute Kombinationsmöglichkeiten mit Schalthebel oder Dropper-Remote und einen breiten Verstellbereich. Das Entlüften der Shimano-Bremsen funktioniert dank Trichter am Bremsgriff und dem sogenannten „One-Way Bleeding“ denkbar einfach:
- Geber-Einheit waagrecht stellen
- Trichter füllen
- Aufschrauben und ein paar Mal die Bremse betätigen
Das bekommt wirklich jeder hin.
Bremsleistung und Fahrgefühl
Die Bremsleistung der Shimano SLX-Bremse auf dem Trail ist sehr gut und ähnelt stark den anderen Shimano-Bremsen im Test. Wie bei den restlichen Stoppern des japanischen Herstellers ist auch das Bremsgefühl der SLX „digital“: Der Druckpunkt ist richtig knackig und deutlich definierter im Vergleich zu Hope, Trickstuff oder Hayes. Die volle Power liegt fast schon zu Beginn des Druckpunkts an und ist dann mit Fingerspitzengefühl gut dosierbar. Die BrakeAce-Datenauswertung auf dem Trail lässt bei der SLX eine stärkere Bremse erwarten als bei der eng verwandten Shimano XTR.
Dennoch lässt die Shimano SLX zum Kampfpreis nichts missen und verzögert auch in Extremsituationen sehr kraftvoll. Im Vergleich zu den teuren Shimano-Modellen muss man hier nur beim Gewicht leichte Abstriche machen, und so bekommt die SLX die Auszeichnung Kauftipp im großen Bremsen-Vergleichstest 2024.
Wer sich noch mehr End-Verzögerung wünscht, kann die SLX-Bremse mit den Sinter Green-Belägen günstig upgraden und - zumindest im Labor - nahezu auf ein Level mit der fast viermal so teuren Trickstuff MAXIMA heben. Die Shimano SLX überzeugt mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis im Test und einer starken Verzögerung samt solider Dosierbarkeit.
Shimano SLX Antrieb: Schaltperformance und Ergonomie
Der neue Shimano Einfach-Antriebsstrang funktioniert extrem gut. Die Schaltvorgänge sind knackig und „on point“. Die Gangwechsel laufen sauber, leichtgängig, geräuscharm und vor allen Dingen schnell ab. Besonders gut gefallen haben die neuen Schalthebel mit dem Verstellbereich der I-SPEC EV Montage. Damit lassen sich die Hebel in seitlicher Richtung um mehr als 14 mm verschieben und wie gehabt auch in Rotationsrichtung anpassen. Das Thema Ergonomie ist damit definitiv vorbildlich gelöst. Dank 2-Way-Release Technik funktioniert der Schalthebel überdies auch intuitiv - je nach Vorlieben des Nutzers.
Shimano SLX vs. Shimano XT
Die Shimano SLX und XT Schaltungen ähneln sich optisch stark. Dennoch gibt es einige Unterschiede:
- Kassette: Bei der XT-Kassette sind die größten zwei Ritzel aus Alu, bei der SLX nur eins.
- Schalthebel: Der SLX-Schalthebel ist mit einer Gleitbuchse gelagert, der XT-Trigger mit zwei Kugellagern.
- Material: Der Shimano-XT-Hebel kommt in Alu mit Gummi-Einsatz, bei der SLX ist es ein Kunststoffhebel.
- Kurbellänge: Die XT-Kurbeln gibt es in 165, 170, 175 und 180 Millimetern Länge, die SLX in 165 bis 175 Millimetern Länge.
- Gewicht: Die SLX-Gruppe ist etwas schwerer als die Shimano XT-Schaltung.
Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Unterschiede zusammen:
| Merkmal | Shimano SLX | Shimano XT |
|---|---|---|
| Kassette (Alu-Ritzel) | 1 | 2 |
| Schalthebel-Lagerung | Gleitbuchse | Kugellager |
| Material Hebel | Kunststoff | Alu mit Gummi |
| Kurbellänge | 165-175 mm | 165-180 mm |
Verfügbarkeit und Preise
Die Einfach-Versionen von Shimano SLX und XT sollen bereits ab dem 14. Juni 2019 verfügbar sein, die Zweifach-Varianten ab Mitte Juli. Die Preise für die 12fach-Shimano-Deore-XT orientieren sich an der alten XT-Gruppe (M8000), werden aber aufgrund des zusätzlichen Ritzels und neuer Technologien in etwa um zehn Prozent steigen.
Erster Fahreindruck
Im direkten Vergleich fällt auf, dass die XT unter Last die Gänge besser wechseln kann als die SLX. Auch das Schaltgefühl wirkt etwas definierter und wertiger. Den größten Unterschied dürfte hier der hochwertigere Schalthebel machen, mit dem man zwei Gänge hoch und vier Gänge runter schalten kann. Der SLX-Hebel erlaubt nur einen Gang hoch und drei runter. Die 510 Prozent Bandbreite reichen selbst für steile Anstiege und zügige Abfahrten aus.
Auf der Enduro-Tour konnte die XT-Vierkolbenbremse mit guter Modulation, stabilem Druckpunkt und guter Bremskraft überzeugen. Auch die Zweikolben-SLX-Bremse hinterließ bei der Testfahrt einen sehr positiven Eindruck, ein Unterschied zur XT ist nur schwer auszumachen.
Shimano SLX im Vergleich: Shimano vs. SRAM
Im Vergleich zu SRAM bietet die Shimano SLX eine hohe Bandbreite und präzise Schaltvorgänge. Die SLX bietet eine Bandbreite von 510 % und übertrifft damit die SRAM NX Eagle. Die Shimano XT setzt den neuen Maßstab in dieser Klasse, während die SLX sich leicht von der NX Eagle absetzen kann.
Fazit
Die Shimano SLX 12-Fach Schaltung ist die Referenz in Sachen erschwinglicher Mountainbikeantriebe. Nach dem Motto „Set and Forget“ wurde der Shimano SLX Antrieb verbaut und nicht wieder angerührt. Dabei wird die leichte Einstellung der Schaltung vielleicht dem einen oder anderen Hobbymechaniker die Angst nehmen. Das Schaltgefühl unter Last ist auf ein komplett neues Level gehoben worden und die hohe Bandbreite von 510 % ist genug um nahezu senkrechte Steigungen zu erklimmen und dabei verhält sie sich wie der gute, alte Duracelhase.
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