Shimano SLX Bremsbeläge: Unterschiede, Leistung und Kompatibilität

Shimano SLX Bremsen haben sich in der Vergangenheit mehrfach als unermüdliches Arbeitstier bewiesen und sind preislich immer sehr attraktiv. Diese Attribute machten sie zu einer idealen Wahl für verschiedene Fahrradaufbauten.

Bewährte Technologien und Neuerungen

Shimano hat sich den Satz „Never change a running system.“ bei der Entwicklung der SLX Bremse (BL-M7120) scheinbar ganz oben auf das Lastenheft geschrieben. So finden wir bewährte Technologien wie den Servo Wave Bremshebel, die One-Way-Entlüftung und natürlich das Medium Mineralöl wieder. Was sich geändert hat, ist das I-Spec System, welches von I-Spec ll auf I-Spec EV modifiziert wurde.

Ein cleverer Schachzug, denn nun ist es möglich, den Schalthebel oder auch den Hebel der Sattelstütze direkt an den Bremsgriffen zu befestigen und so für ein aufgeräumtes Cockpit zu sorgen. Mit der Anzahl der Kolben (vier) und dazu passenden großen Scheiben war bereits vor der Montage klar, dass die Bremse primär für steile und lange Abfahrten gedacht ist.

Leistung und Fahreigenschaften

Die Shimano SLX Bremse hat sich unbeeindruckt gezeigt und in jedem Moment genug Power bereitgestellt. Stoppie am Ende einer schnellen Abfahrt? Kein Thema! Eine hervorragende Leistung, die ich in diesem Fall nicht zuletzt den Bremsbelägen mit zusätzlichen Kühlrippen und den Ice-Tech Bremsscheiben zuspreche.

Der Druckpunkt ist Shimano-typisch sehr straff. Diese Eigenschaft schätzen viele Fahrer an Shimano Bremsen. Ein bissiger Druckpunkt geht im Normalfall zu Lasten der Modulation. Ganz wegzureden ist das bei der Shimano SLX Bremse nicht, im Gegensatz zur Downhillschwester Zee fühlt sich die Modulation aber angenehmer an.

Die Ergonomie ist eines der Steckenpferde von Shimano. Als Fahrer mit kleinen Händen erfreue ich mich daran, dass ich die Bremshebel sehr nahe an den Lenker stellen kann und dort einen knackigen Druckpunkt vorfinde.

Das kostet auf langen Abfahrten weniger Kraft. Der Zeigefinger schmiegt sich hervorragend in das Ende des Griffes ein und sorgt damit immer für ein kontrolliertes Gefühl.

Mögliche Probleme und Lösungen

Wo viel Licht ist, gibt es zwangsweise auch etwas Schatten. So haben sich Bremsen von Shimano in den letzten Jahren vereinzelt mit der Eigenschaft eines wandernden Druckpunktes bemerkbar gemacht. So leider auch bei den zwei Exemplaren die mir vorliegen.

Jedoch ist es nicht so, dass der Druckpunkt vom Lenker weg wandert, sondern zum Lenker hin wenn man mehrfach kurz nacheinander den Bremshebel zieht. In der Regel ist das kein Problem. Da ich meine Bremshebel aber sehr nahe am Lenker fahre, hat es mir in ein bis zwei Situationen ein wenig den Schweiß auf die Stirn getrieben.

Keramische Bremskolben und Ice-Tech System

Shimano verbaut in den XT, XTR, SLX, Saint und Zee Bremsen keramische Bremskolben. Der Hauptgrund dürfte aber sein, dass die Keramik Kolben eine thermische Barriere zwischen den heiss laufenden Belägen und dem restlichen System darstellen. Trotzdem muss die an den Bremsbelägen nicht unerhebliche Hitze abgeleitet werden.

Zum einen nehmen die Bremsscheiben Hitze auf, zum anderen verbaut Shimano serienmässig an den genannten Bremsen Beläge mit dem Ice Tech System. Diese Konstruktion scheint tatsächlich extrem gut zu funktionieren. Selbst auf heissen Downhill Ritten kann ich kein merkbares Fading feststellen.

Interesse halber habe ich nun aber mal Beläge ohne diese Ice Tech Kühlrippen installiert (Shimano G03Ti). Sobald es aber auf lange, steile Abfahrten geht, setzt ohne Ice Tech schon bald deutliches Fading ein.

Die richtigen Bremsbeläge finden

Was bei einem Fahrrad niemals unbeachtet bleiben sollte, sind die Bremsen. Du solltest daher vor jeder Ausfahrt die Shimano Bremsen deines Rades kurz kontrollieren. Dabei ist es eigentlich ganz egal, ob es sich um ein City-Rad oder ein Mountainbike handelt. Jetzt stellst du dir sicherlich die Frage, welche Bremsbeläge die richtigen für dein Fahrrad sind.

Shimano Bremsen bestehen in jedem Falle aus den Bremsbelägen und der Bremsplatte, an denen die Beläge fixiert sind. Die Träger der Beläge bestehen in den meisten Fällen aus Titan, Stahl oder Aluminium, sind also hochwertig verarbeitet. Ebenso hochwertig sollten auch die Bremsbeläge sein.

Shimano Bremsbeläge und solche, die auf die entsprechenden Bremsen passen, wie z.B. die von EBC sind hervorragend! Hierbei ist zu bemerken, dass nicht nur Originalteile eine äußerst gute Wirkung haben. Baugleiche Ersatzteile bringen dir die ebenfalls die gewünschte Qualität mit sich.

Ob Du nun Shimano XT oder Shimano Deore Bremsbeläge suchst, bei uns wirst du sicher fündig. Ein weiteres Plus der EBC-Bremsbeläge ist die lange Lebensdauer.

Ein weiteres wichtiges Element beim Wechseln der Bremsbeläge ist die richtige Montage. Dafür solltest du dich am besten an die Anleitungen halten, die in der Regel bei den Bremsbelägen enthalten sind.

Bei der Wahl der Bremsbeläge kommt es auf dein Fahrrad an, dein Shimano Bremssystem, dein Vorhaben mit dem Fahrrad und deinen Fahrstil. Um zu wissen, welche Shimano Bremsbeläge du benötigst, kommt es zuerst auf das Shimano Bremssystem deines Fahrrades an. Zum Zweiten auf deinen Fahrstil und was für mit deinem Fahrrad vorhast.

Bremsbeläge können bei einem gut koordinierten Fahrstil und Bremsverhalten bis zu 2.000 km lange halten. Bei falschem Verhalten können jedoch die Bremsbeläge schon bei rund 200 km ihr Leistungsende erreichen.

Beläge und Scheiben müssen sich aneinander gewöhnen. Dabei soll es ruhig heiß hergehen. Was viele nicht wissen: Das Paarungsverhalten von Belägen und Scheibe hängt entscheidend von den ersten gemeinsamen Momenten ab. Bei Dauerbremsungen - etwa auf langen Abfahrten - kann die Reibungshitze schnell auf über 300 Grad hochschnellen. Darauf sollten beide Partner vorbereitet sein. Sonst kann es sein, dass die Bremse kollabiert.

Bremsbelag-Typen und ihre Eigenschaften

Jeder Hersteller bietet mittlerweile verschiedene Arten von Belägen an. Jede hat ihre Vor- und Nachteile. Organische Beläge gelten als leise und leistungsfähig bei Kälte, sollen aber schneller verschleißen und bei Hitze schwächeln. Beläge aus Sintermetall dagegen stehen im Ruf, extrem hitzebeständig und verschleißfest zu sein. Dafür sollen sie den Scheiben mehr zusetzen und zum Quietschen neigen.

Es kommt auch stark darauf an, wie Bremsen eingefahren werden. Besonders wichtig: ein definierter Einbremsprozess, beim dem die Bremse erst eingeschliffen und schließlich behutsam auf Temperatur gebracht wird. Das ist wichtig, damit sich auf Belag und Scheibe die sogenannte Reibschicht bilden kann.

Dazu tauschen Belag und Scheibe so lange gegenseitig Material aus, bis eine mikroskopisch dünne Schicht entsteht, die chemisch nahezu identisch ist - Gleich und Gleich reibt sich eben am besten.

Organische Beläge

Faserstoffe aus der organischen Chemie ersetzten einst das krebserregende Asbest, daher der Name. Die Beläge sind meist leise und scheibenfreundlich. Typisch: der beißende Geruch beim Ausgasen des Harzes. Fading-Gefahr bei extremer Hitze!

Sintermetall-Beläge

Der unter Druck und Temperaturen nahe der Schmelzgrenze "gebackene" Metall-Pulver-Mix ist extrem hitzebeständig und gilt als Fading-resistent, kann aber sehr laut werden. Achtung: leiten viel Hitze in den Bremssattel!

Beläge mit Kühlrippen

Shimano war mit den Ice-Tech-Belägen Vorreiter, mittlerweile bieten auch einige Drittanbieter Modelle mit Kühlrippen an. Sie sollen für eine bessere Wärmeabfuhr sorgen und so vor allem hitzeempfindliche Scheiben schonen.

Einbremsen der Bremsen: So geht es richtig

Nur, wenn Beläge und Scheiben aufeinander eingestimmt werden, funktionieren die Bremsen optimal. So geht es:

  1. Einschleifen: Im Neuzustand oder nach dem Wechsel einer Komponente müssen sich Scheibe und Belag erst geometrisch anpassen. Dazu die Bremse bei langsamer Fahrt drei Mal zirca 30 Sekunden leicht schleifen lassen.
  2. Reibschicht erzeugen: Auf Belag und Scheibe muss sich eine mikroskopisch dünne Schicht bilden, die durch Materialaustausch von Scheibe und Belag entsteht. Erst auf ihr sind hohe Reib- und gute Verschleißwerte möglich. Beschleunigen Sie auf circa 30 km/h und bremsen Sie dann bis auf Schritt-Tempo ab - und zwar so lange, bis sich die Bremswirkung nicht mehr merklich erhöht, ungefähr 30 Mal.
  3. Heiß bremsen: Sinterbeläge benötigen teilweise hohe Temperaturen, um eine tragfähige Reibschicht zu erzeugen, organische Beläge können ausgasen. Damit das nicht aus heiterem Himmel passiert, bremsen Sie auf einer langen, steilen Abfahrt die Bremse (einzeln) richtig heiß. Wenn es beißend stinkt, ist das jetzt ausnahmsweise ein gutes Zeichen. Dann gut abkühlen lassen!

Shimano SLX im Vergleichstest

Die Shimano SLX ist die günstigste Bremse aus dem Hause des japanischen Herstellers in unserem Vergleichstest. Für 350 € verkörpert die zweitgünstigste Bremse im gesamten Testfeld unauffälliges Understatement und solide japanische Qualität.

Die SLX ist Shimanos klassische Brot & Butter-Bremse und entspricht mit 600 g ohne Scheiben ziemlich genau dem Durchschnittsgewicht in unserem großen Bremsen Vergleichstest. Auf den ersten Blick unterscheidet sich die Optik - außer in farblicher Hinsicht - kaum von der XT- oder XTR Bremse. Bei genauerem Fühlen kommt die SLX jedoch nicht ganz so hochwertig daher wie die XT und XTR: Die Bremshebel verzichten auf die Struktur, die den Fingergrip erhöhen soll.

Die Bremspower der Shimano SLX-Bremse auf dem Trail ist sehr gut und ähnelt stark den anderen Shimano-Bremsen im Test. Wie bei den restlichen Stoppern des japanischen Herstellers ist auch das Bremsgefühl der SLX „digital“: Der Druckpunkt ist richtig knackig und deutlich definierter im Vergleich zu Hope, Trickstuff oder Hayes. Die volle Power liegt fast schon zu Beginn des Druckpunkts an und ist dann mit Fingerspitzengefühl gut dosierbar.

Im Vergleich zu den teuren Shimano-Modellen muss man hier nur beim Gewicht leichte Abstriche machen, und so bekommt die SLX die Auszeichnung Kauftipp im großen Bremsen-Vergleichstest. Denn für 350 € lässt die Shimano SLX keine Wünsche offen und überzeugt sowohl in Verarbeitung, Haptik, Ergonomie und natürlich auf dem Trail.

Wer sich noch mehr End-Verzögerung wünscht, kann die SLX-Bremse mit den Sinter Green-Belägen günstig upgraden und - zumindest im Labor - nahezu auf ein Level mit der fast viermal so teuren Trickstuff MAXIMA heben.

Neue Shimano XT- und SLX-Bremsen

Neben dem ganzen Trubel um die neue Shimano XT- und SLX-12-fach Schaltung kann man leicht übersehen, das die Japaner auch die neuen XT M8100- und SLX M7100-Bremsen gründlich überarbeitet haben. Im Rahmen der Präsentation der neuen XT und SLX 12-fach-Schaltung hat Shimano auch direkt neue SLX- und XT-Bremsen vorgestellt. Für jede Gruppe gibt es sowohl eine Cross Country-spezifische Zweikolbenbremse als auch eine vierkolbige Enduro-Bremse.

Die jeweilige Zweikolben-Variante beruht auf dem bereits bekannten Design, wodurch die Bremse mit den bisherigen Bremsbelägen (G02A/3A/J02A/3A ) kompatibel ist. Die jeweilige neue Vierkolben-Variante setzt auf die gleiche Konstruktion wie das bereits bekannte XTR-Modell und ist mit den gleichen Belägen kompatibel (N03A, N03C, D03S, D02S).

Sowohl bei der XT- als auch bei der SLX-Ausstattung kommen die gleichen Bremsgriffe zum Einsatz. Diese verfügen über die Shimano SERVO WAVE-Technologie und besitzen eine Abstützung am Lenker für ein direkteres Bremsgefühl. Außerdem lässt sich bei beiden Bremsen die Hebelweite ohne Werkzeug verstellen.

In Sachen Bremspower und Standfestigkeit gibt es laut Shimano keine Unterschiede zwischen den beiden Bremsen. Beim Gewicht liegt eine Shimano XT-Vierkolbenbremse mit Scheibe und Bremsbelägen bei rund 410 g, eine vergleichbare SLX-Bremse ist mit 444 g rund 34 g schwerer.

Erster Testeindruck der neuen SLX-Vierkolbenbremse

Die Dosierbarkeit der neuen Shimano SLX-Vierkolbenbremse ist top! Als Erstes fällt auf, dass sich die Bremshebel von XT und SLX bis auf die Free-Stroke-Einstellung und die Ausfräsungen am Hebel nicht unterscheiden. Beide Hebel ähneln auch sehr stark dem XTR-Trail Modell. Die Einstellung an die eigenen Vorlieben gelingt schnell, allerdings wandert die Klemmschelle aufgrund der Abstützung weit in Richtung Lenkermitte. Der Hebel selbst ist im Vergleich zum Vorgänger etwas breiter geworden.

Der von Shimano bekannte, knackige und sehr definierte Druckpunkt ist auch bei der neuesten Generation der Bremsen geblieben. Einen wandernden Druckpunkt, wie man ihn von einigen älteren XT-Modellen kannte, war bei unserem Test nicht zu spüren. Auch mit lediglich 180 mm großen Bremsscheiben ist die Verzögerung der SLX-Vierkolbenbremse sehr gut und konstant. Hart anbremsen? Kein Problem!

Bei unserem Test hat uns vor allem die Vierkolbenbremse sehr positiv überrascht. Sie lässt sich super dosieren, besitzt massig Power und scheint der großen Schwester XTR außer bei Gewicht und Optik in nichts nachzustehen.

Vergleich von Bremsscheiben

Die Wahl der richtigen Bremsscheibe beeinflusst die Bremsleistung und Standfestigkeit maßgeblich. Hier ein Vergleich verschiedener Modelle:

Modell Preis (ca.) Gewicht Standfestigkeit Bremskraft Stärke Verschleißgrenze
Magura Storm HC 180 mm 30 Euro 140 Gramm Extrem Sehr hoch 1,95 mm 1,8 mm
Magura Storm SL 180 mm 35 Euro 116 Gramm Hoch Sehr hoch 1,95 mm 1,8 mm
Shimano XT (SM-RT76M) 180 mm 27 Euro 150 Gramm Mittel Mittel 1,72 mm 1,5 mm
Shimano XT (SM-RT86) 180 mm 35 Euro 131 Gramm Mittel Sehr hoch 1,72 mm 1,5 mm
Sram Centerline 180 mm 52 Euro 149 Gramm Hoch Sehr hoch 1,86 mm 1,55 mm
Sram Centerline X 180 mm 82 Euro 127 Gramm Hoch Sehr hoch 1,86 mm 1,55 mm

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