Shimano SLX Bremse Vorne Test: Ein Unermüdliches Arbeitstier

Shimano SLX Bremsen haben sich in der Vergangenheit mehrfach als unermüdliches Arbeitstier bewiesen. Dazu sind sie preislich immer sehr attraktiv. Die Shimano SLX Bremse überzeugt mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis im Test und einer starken Verzögerung samt solider Dosierbarkeit. Das digitale Bremsgefühl erfordert eine kurze Eingewöhnung, dafür muss man bei Anmutung, Ergonomie und Handling keine Abstriche in Kauf nehmen.

Technologie und Design

Shimano hat sich den Satz „Never change a running system.“ bei der Entwicklung der SLX Bremse (BL-M7120) scheinbar ganz oben auf das Lastenheft geschrieben. So finden wir bewährte Technologien wie den Servo Wave Bremshebel, die One-Way-Entlüftung und natürlich das Medium Mineralöl wieder. Was sich geändert hat ist das I-Spec System, welches von I-Spec ll auf I-Spec EV modifiziert wurde. Ein cleverer Schachzug, denn nun ist es möglich den Schalthebel oder auch den Hebel der Sattelstütze direkt an den Bremsgriffen zu befestigen und so für ein aufgeräumtes Cockpit zu sorgen.

Die hydraulische SLX BR-M7100 2-Kolben-Scheibenbremse mit 2-Finger-Bremshebel von Shimano fügt sich nahtlos in das starke Line-up der neuen SLX M7100 Gruppe ein. Aus derselben DNA geformt wie ihre großen Geschwister XTR und DEORE XT, liefert die SLX all denen, die die Mountainbike-Leidenschaft für sich entdecken, Qualität und Performance, die auf diesem Level ausschließlich SHIMANO garantieren kann.

Merkmale der SLX BR-M7100

  • Kürzere Reaktionszeiten auf Bremsenbetätigung für kontinuierliche Fahrkonzentration
  • Höhere Flexibilität und aktionsoptimiertes Cockpit-Layout
  • Aktualisierte Bremsgriffform
  • Übergangslose Funktion
  • Hohe Festigkeit
  • Schnelleres Ansprechen der Bremse mit kürzerem Leerweg
  • 2-Kolben Bremssattel
  • Bremssattel für Postmount-Aufnahme
  • Optimierter, ergonomischer 2-Finger-Bremsgriff
  • One-Way Entlüftung
  • I-Spec EV kompatibel - Befestigung des Schalthebels am Bremshebel für ein sauberes, aufgeräumtes Cockpit

Performance auf dem Trail

Mit der Anzahl der Kolben (vier) und dazu passenden großen Scheiben war bereits vor der Montage klar, dass die Bremse primär für steile und lange Abfahrten gedacht ist. Während dieser Abfahrten hat sich die Shimano SLX Bremse unbeeindruckt gezeigt und in jedem Moment genug Power bereitgestellt. Stoppie am Ende einer schnellen Abfahrt? Kein Thema! Eine hervorragende Leistung, die ich in diesem Fall nicht zuletzt den Bremsbelägen mit zusätzlichen Kühlrippen und den Ice-Tech Bremsscheiben zuspreche. Der Druckpunkt ist Shimano-typisch sehr straff. Eine Eigenschaft, die viele Fahrer an Shimano Bremsen schätzen. Ein bissiger Druckpunkt geht im Normalfall zu Lasten der Modulation. Ganz wegzureden ist das bei der Shimano SLX Bremse nicht, im Gegensatz zur Downhillschwester Zee fühlt sich die Modulation aber angenehmer an.

Die Ergonomie ist eines der Steckenpferde von Shimano. Als Fahrer mit kleinen Händen erfreue ich mich daran, dass ich die Bremshebel sehr nahe an den Lenker stellen kann und dort einen knackigen Druckpunkt vorfinde. Das kostet auf langen Abfahrten weniger Kraft. Der Zeigefinger schmiegt sich hervorragend in das Ende des Griffes ein und sorgt damit immer für ein kontrolliertes Gefühl. Die Bremspower der Shimano SLX-Bremse auf dem Trail ist sehr gut und ähnelt stark den anderen Shimano-Bremsen im Test. Wie bei den restlichen Stoppern des japanischen Herstellers ist auch das Bremsgefühl der SLX „digital“: Der Druckpunkt ist richtig knackig und deutlich definierter im Vergleich zu Hope, Trickstuff oder Hayes. Die volle Power liegt fast schon zu Beginn des Druckpunkts an und ist dann mit Fingerspitzengefühl gut dosierbar.

Mögliche Nachteile

Wo viel Licht ist, gibt es zwangsweise auch etwas Schatten. So haben sich Bremsen von Shimano in den letzten Jahren vereinzelt mit der Eigenschaft eines wandernden Druckpunktes bemerkbar gemacht. So leider auch bei den zwei Exemplaren die mir vorliegen. Jedoch ist es nicht so, dass der Druckpunkt vom Lenker weg wandert, sondern zum Lenker hin wenn man mehrfach kurz nacheinander den Bremshebel zieht. In der Regel ist das kein Problem. Da ich meine Bremshebel aber sehr nahe am Lenker fahre, hat es mir in ein bis zwei Situationen ein wenig den Schweiß auf die Stirn getrieben.

Alternativen und Wettbewerb

Im Testfeld bewegt sich der Preis der Bremsen zwischen erschwinglichen 240 und stolzen 1.300 €, wobei sich das Gros der Teilnehmer zwischen 400 und 700 € einpendelt. Die Preise haben wir jeweils als unverbindliche Preisempfehlung im Set, also 2 Bremsen, aber ohne Bremsscheiben verglichen. In der Realität liegen einige Bremsen natürlich auch im Set und auf dem freien Markt deutlich unter UVP. Shimano-Bremsen, die seit langem unverändert auf dem Markt sind, bekommt man beispielsweise fast um die Hälfte der UVP.

Die Hayes Dominion T4 zeigt eine enorme Performance, sowohl auf dem Trail mit einem sehr guten Bremsgefühl als auch im Labor, und legt damit ein erfolgreiches Comeback hin. Ihre beeindruckende Power und das Hebelgefühl, kombiniert mit dem geringsten Gewicht und nützlichen technischen Features wie die Crosshair-Bremssattel-Montage, machen die Hayes Dominion T4 zum Testsieger im Rennen um die beste MTB-Scheibenbremse.

Fazit

Die Shimano SLX Vierkolben Bremse ist und bleibt ein Preis-/Leistungshammer am Bremsenmarkt. Freunde eines knackigen Druckpunktes werden hier weiterhin bedient und bekommen sogar eine bessere Modulation als noch beim Vorgänger. Wer bremst, verliert - aber wer später bremst, ist länger schnell. So oder so braucht es dafür eine geile Bremse.

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